Russula roseocrema
- Hannes2
- Erledigt
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Hallo Jörg,
das sieht auf dem dritten Hild fast so ähnlich aus, wie bei einer uralten lackierten Fläche, wo durch diverse Einflüsse langsam aber sicher der Lack abblättert.
LG
Daniel
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Hallo Jörg
Eindrücklich, diese Art kannte ich noch nicht. Vielen Dank. BG Andy
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Hallo Jörg,
von der Art hab ich ja noch nie gehört. Auch Sarnari, Marxmüller oder Schlüsselwerke wie Gröger kennen den nicht. Wo hast du den denn aus dem Hut gezaubert?
Karl hatte den wohl vor einigen Wochen vorgestellt, wie ich sehe [Das Depot erwacht]. Das muss mir durch die Lappen gegangen seinVG Thiemo
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Hi.
Und wieso ist das nicht einfach Russula persicina? Wie unterscheidet man die?
LG.
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Hallo Thiemo,
Wo hast du den denn aus dem Hut gezaubert?
guckst Du hier!
Karl hatte den wohl vor einigen Wochen vorgestellt
Genau von dem hatte ich vergangenes Jahr den Tipp bekommen. Ich habe jahrelang gegrübelt wie etwas, daß wie Russula exalbicans aussieht bei mir hinter dem Haus unter Espen vorkommen kann. Schwierig wird es dann wenn wie hier (zweites Bild) Birken und Espen nebeneinander stehen. Dann braucht man Chemie und Mikro.
VG Jörg
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Hallo Schupfi,
Und wieso ist das nicht einfach Russula persicina? Wie unterscheidet man die?
Du kannst mir Fragen stellen. Für mich als Laie passen die Hutfarben nicht zu dem
.VG Jörg
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Hallo Schupfi,
Und wieso ist das nicht einfach Russula persicina? Wie unterscheidet man die?
Du kannst mir Fragen stellen. Für mich als Laie passen die Hutfarben nicht zu dem
.VG Jörg
Hm, also ich habe die roten, ausblassende Dinger unter Pappeln bei mir bisher immer R. persicina genannt. Ist hier eine recht gängige Art. Aber ob das nun nicht doch R. roseocrema ist weiß ich nicht. Das Farbspektrum was du zeigst ist da voll im Rahmen mit meinen Funden. Vielleicht weiß da ja jemand mehr.
LG.
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Hallo Jörg,
hast Du denn das Pilzchen auch mal mit Guajak befragt? Laut Karl gibt es eine schnellere Reaktion als bei R. exalbicans.
Beste Grüße
Stefan F.
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Hallo Schupfi,
Du kannst mir Fragen stellen. Für mich als Laie passen die Hutfarben nicht zu dem
.
VG JörgDer hat halt nicht so ganz den shabby chic look

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Hm, also ich habe die roten, ausblassende Dinger unter Pappeln bei mir bisher immer R. persicina genannt. Ist hier eine recht gängige Art. Aber ob das nun nicht doch R. roseocrema ist weiß ich nicht. Das Farbspektrum was du zeigst ist da voll im Rahmen mit meinen Funden. Vielleicht weiß da ja jemand mehr.
Hallo Schupfi,
damit bist Du in bester Gesellschaft. Leider ist dazu noch keine Publikation erschienen, aber die Thematik hat sich unter Russologen auch im Ausland herumgesprochen. Kürzlich erhielt ich die Mitteilung, dass in den Niederlanden erfasste R. persicina wohl überwiegend R. roseocrema sein sollen. Die Pappelpersicina kann man getroost R. roseocrema nennen. Eine Unterscheidung ist wohl momentan nur über die Ökologie oder genetisch möglich.
Bei gleichzeitiger Anwesenheit von Birke, muss man natürlich auf R. exalbicans prüfen, die makroskopisch dunkleres Sporenpulver und eine schwächere Guajakreaktion hat.
LG Karl -
Hi Karl.
Danke dir! Ich habe hier glücklicherweise viele Ecken, in denen viel Pappel rumsteht, ab und an auch mal ohne Birke. Eiche hat's halt oft noch dabei. Russula medullata ist so der gängigste Begleit-Täubling bei denen. Geruch ist etwas obstartig, manchmal schwach gilbend. Dann hänge ich mir da erst mal wieder ein cf. an und warte, ob da nochmal was veröffentlicht wird. Kann ich bei Gelegenheit ja nochmal nachprüfen dann, die Teile sind wie gesagt recht häufig hier. Noch so wenig ausgeblasst wie Jörg seine finde ich die aber selten.

LG,
Schupfi
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Hallo Schupfi,
Noch so wenig ausgeblasst wie Jörg seine finde ich die aber selten.
das geht sogar noch weniger ausgeblasst
.VG Jörg
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Hallo zusammen
Wer die Zeitschrift für Mykologie 92 (1): 15-30 gelesen hat ist ja bereits informiert.
Für alle anderen zur Info:
Die Sequenzierung des Typus von R. roseocremea und weiterer Funde hat zu folgenden Ergebnissen geführt:
Russula persicina Krombh.
Synonyme: Russula rubicunda Quel.
Russula roseocremea R. Socha, Hálek & Baier
Russula rubrata (Romagn.) F. Hampe, Kleine & Manz comb et. stat. nov.
Basionym: Russula persicina var. rubrata Romagnesi
Synonym: Russula persicina var. decembris Benigni, Barigelli & Petroselli
Beide Arten sind nah verwandt unterscheiden sich jedoch deutlich in ihren ökologischen Ansprüchen
Russula persicina ist gewöhnlich mit verschiedenen Pappelarten vergesellschaftet und ist aus Tagebaurekultivierungsgebieten bekannt. Eigene Funde kamen an ähnlichen Standorten vor. Russula rubrata ist meist mit Fagaceae assoziert und bevorzugt meist basische Böden.
LG Karl -
Hallo Karl,
wenn ich das jetzt richtig verstanden habe existiert R. roseocremea nun doch nicht und es ist weiterhin R. persicina oder liege ich da falsch?
VG Jörg
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Hallo Karl,
wenn ich das jetzt richtig verstanden habe existiert R. roseocremea nun doch nicht und es ist weiterhin R. persicina oder liege ich da falsch?
VG Jörg
Hallo Jörg,
Ja, R. roseocremea ist ein Synonym von R. persicina. Allerdings wurde R. persicina in früheren Gattungsbearbeitungen unter verschiedenen Laubbäumen auf unterschiedlichen Böden beschrieben, jedoch wurde Pappel nie erwähnt. Nach der jetzt gültigen Auffassung ist R. persicina jedoch die an Pappelarten gebundene Art, wobei wohl auch Weide noch in Betracht kommt.
LG Karl -
Nach der jetzt gültigen Auffassung ist R. persicina jedoch die an Pappelarten gebundene Art, wobei wohl auch Weide noch in Betracht kommt.
Servus Karl,
ich möchte nur rein wissenschaftlich gesehen minimal widersprechen ;-). Russula persicina ist durch den Epitypus festgelegt. Eine Kollektion von Romagnesi vom 27.7.1953 dient als Epityous zur Farbtafel von Krombholz. Offenbar wurde dort kein Begleitbaum erwähnt. Bei allen der genannten Kolektionen (außer dem Typus) ist u.a. Populus erwähnt worden. Dass dieser Pilz damit aber immer nur mit Populus vorkommt, ist erstmal eine These, keine "gültige Auffassung". Gültig vs. nicht gültig gibt es nur hinsichtlich von Nomenklaturregeln. Was Artauffassung und Artinterpretation angeht, gibt es kein gültig oder ungültig, sondern verschiedene Thesen. Der These, die einem als am besten begründet erscheint, sollte man folgen. Dennoch kann diese These falsch sein.
Ich möchte dem nicht widersprechen, dass Russula persicina mit Pappeln assoziiert ist. Demnach ist das, was ich bei Buche und v.a. Eiche als Russula persicina meinte zu kennen, wohl Russula rubrata?! (Etwas schade finde ich, dass zu dieser Art keine abgrenzende Beschreibung erfolgte, sondern auf andere Literatur qierverwiesen wird).
Ob Russula roseocrema ein Synonym von Russula persicina ist, ist auch erstmal eine These. Ich will der These auch gar nicht widersprechen, aber auch hier gibt es eben oft unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten. Ich sehe einen Stammbaum, der nur auf der ITS beruht. Immerhin scheint sich der Holotypus von Russula roseocrema zumindest etwas (zusammen mit weiteren Kollektionen) von Russula persicina (in Bezgu auf die ITS) abzusetzen. Sollten andere Loci mit in die Phylogenie aufgenommen werden, kann sich das auch bestätigen (oder eben auch nicht). Die Ergebnisse der mikromorphologischen Untersuchungen des Holotypus werden im Artikel nicht gezeigt. Offenbar finden die Autoren keine nennenswerten Unterschiede zwischen in der Anatomie des Holotypus von Russula roseocrema und Russula persicina. Reproduzierbar ist die Aussage aber so natürlich (noch?) nicht. Vielleicht wird das ja später noch nachpubliziert.
Ich möchte nur allgemein empfehlen, alle wissenschaftlichen Artikel als Thesen anzusehen. Kein Wissenschaftler kann wissen, ob er oder sie recht hat und das wird auch keiner behaupten, sage ich mal so. Deshalb tue ich mir schwer mit Aussagen über die Gültigkeit von Artinterpretationen. ITS ist nicht alles, aber eben ein Merkmal. Aber eben auch nur ein Merkmal. Sollte die Anatomie und Morphologie von Russula rubrata und von der Typuskollektion von Russula roseocrema modern aufbereitet publiziert werden, könnte ich mir besser eine Meinung bilden.
Ich halte für mich fest, dass offenbar Russula persicina bei Salicaceae wächst. Ob sie aber nur bei Salicaceae wächst oder nicht doch auchandere Wirte nimmt, musssich erst durch deutlich mehr Aufsammlungen zeigen. Bei Mischbeständen von Begleitbäumen müsste man letzten Endes die Ektomykorrhizen prüfen. Ich erinnere mich noch, wie ich zusammen mit Ludwig Beenken eine offiziell nur mit Pappel wachsende Russula (ich weiß nicht mehr, welche Art, könnte aber in siner Dissertation nachschauen) auch an Eichenwurzelspitzen Mykorrhizen bildete. Ich selber habe (andere Gattung/Familie/Ordnung) von Rubroboletus rhodoxanthus Ektomykorrhizen an Zistrosen in Spanien gefunden (und auch publiziert). So klar ist da vieles nicht, was im Boden passiert.
Kurz gesagt: spannende Ergebnisse. Für mich so noch nicht ganz nachvollziehbar, da außer per Sequenz nicht einfach prüfbar. Gültigkeit sehe ich aber keine.
Liebe Grüße,
Christoph
P.S.: als Disclaimer – das ist weder besserwisserisch noch irgendwie böse gemeint, ich höre den Begriff "gültig" nur immer wieder ("der jetzt gültige Name ist..." oder der "laut Mycobank gültige Name ist..." – ohne Bezug auf Nomenklatur, sondern in Bezug auf angenommene Synonymiesierungen).

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Lieber Christoph,
danke für Deine ausführliche Stellungnahme. Die Formulierung "nach der jetzt gültigen Auffassung" hatte ich als Klarstellung für Jörg gewählt, da wir uns im Onlinetreffen über Funde unterhalten haben und ich dabei den Namen R. roseocremea ins Spiel brachte.
Dem Umstand, dass bei weiteren Aufsammlungen möglicherweise neben Salicaceae noch andere Wirte auftreten können, werden die Autoren wohl auch nicht widersprechen.Das es im Artikel von der zur Art erhobenen R. rubrata und von R. persicina unter Pappel keine morphologischen Beschreibungen und gegenseitige Abgrenzung gibt, finde ich auch schade und die zitierte Literaur muss ich mir noch besorgen. Meine mehrfachen als R. roseocremea bestimmten Funde kann ich leider nur mit einem als R. persicina bestimmten Eigenfund aus eine Kalkbuchenwald mit eingestreuten Eichen und einem von Werner Jurkeit als R. persicina var. rubrata bestimmten Fund vergleichen.
Die Veröffentlichung der durch die Autoren vorgenommene mikromorphologischen Untersuchung des Holotyps von R. roseocremea und die Abgrenzung zu R. rubrata wäre jedenfalls sehr zu begrüßen
Dem Umstand, dass sich durch die Aufnahme weitere Loki in die Phyllogenie Änderungen ergeben können oder auch nicht, ist nichts hinzuzufügen.
LG Karl
