Intressante Begegnung im Wald

Es gibt 13 Antworten in diesem Thema, welches 874 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Climbingfreak.

  • Servus, ich bin auf einer Pilzsuchtour mal jemanden im Wald begegnet, der sich auch in der pilzwelt eingelesen haben will,

    allerdings der Meinung ist das er Röhrlinge und Porlinge, die auf den Boden wachsen einfach mitnimmt bestimmen is ihm egal, da bei

    den Gattungen sowieso keine tödlich giftigen Arten dabei sind. Begegnung währte nur kurz war iwo mitten in der Pampa, komischer Typ...

    Da war ich baff, aber was soll ich machen ich kann ihn ja net daran hindern. Was denkt ihr?

  • Ja was soll man dazu sagen,

    Im Endeffekt ist es sein Magen und wer so eine Einstellung hat wird sich schwer belehren lassen. Vielleicht denkt er aber nochmal nach wenn er das 5te durch bitterkeit komplett verdorbene Gericht wegwerfen muss oder wenn er mit Brechdurchfall auf dem Klo sitzt/gar ins Krankenhaus muss.

    Viele Grüße

  • Es gibt schon so ein paar komische Sammler.

    Ich hatte auch mal so ne Begegnung: Ein Typ, der alle Röhrlinge, die er finden konnte (unabhängig von Art oder auch Frischezustand) in riesigen Plastiltüten abtransportierte…zum Kopschütteln.

  • Hallo,


    ich mache mir schon lange keine Gedanken mehr über unbelehrbare "wissende Pilzsammler". Und davon sind mir schon einige begegnet.

    - Die ältere Dame, die alle Pilze sammelt und isst, weil es bei uns ja keine giftigen gibt - und immer noch lebt.

    - Die italienische Familie, die alle Korallen wahllos sammelt und verzehrt. "Isse gut, manchmal musse gehen schnell auf Toilette, aber schmecke gut."

    - Der Pilzkundige, der seit Jahren Satanspilze an die örtliche Gastronomie verkauft, die dort auch verarbeitet werden.

    - ...


    Schlussendlich gebe ich aber die Hoffnung nicht auf, dass die "natürliche Auslese" vielleicht das ihrige dazu tun wird.


    Gruß
    Peter

  • Ich finde es eigentlich ganz erfrischend, mal ein paar Anti-Beispiele auszutauschen und ein klein wenig über ja anonyme Pilzsammler zu "lästern". Ich möchte noch eine andere Kategorie anführen: Diese lebensmüden Halsbrecher, die bei allem, was nach Pilz aussieht, direkt eine Geschmacksprobe machen und so ihre Gesundheit radikal gefährden (also z.B. auch bei Cortinarius oder Amanita). Man möchte diesen Leuten helfen.

  • Wie überleben die, ohne die Pilze von unten zu betrachten? Siehe stockschwammis und pantherpilze

    Ich kenne einen, der hat mir mal stolz berichtet, dass er irgendwo im Wald einen "ziemlich orangen, alleinstehenden Pfifferling" gefunden hat und gekostet hat. Auf meine Frage, ob der betreffende Pilz den Lamellen oder Leisten hatte (ich erklärte dann sicherheitshalber nochmal, was Leisten sind), berichtete er frohen Mutes, dass der Pilz natürlich Lamellen hatte. Ich habe keine Fotos gesehen, aber ich musste sofort an den tödlichen Cortinarius rubellus denken.

  • - Der Pilzkundige, der seit Jahren Satanspilze an die örtliche Gastronomie verkauft, die dort auch verarbeitet werden.

    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass jahrelang Satanspilze in der Gastronomie verarbeiet werden. Erstens wüsste ich nicht, wo man die in ausreichender Menge für die Gastronomie finden sollte, aber wenn doch, dann müsste es doch in kürzester Zeit zu Vergiftungsfällen kommen, die auf diese Gaststätte zurückzuführen wären und auch juristische Nachspiele hätten, bzw. zur Anzeige führen und das Gesundheitsamt auf den Plan rufen!?


    Grüne Knollis in bester Qualität findet man hier dagegen zuhauf, sodass die von Dir genannte ältere Dame eigentl. nicht mehr existieren sollte. ^^ Aber vielleicht ist das Verhalten ja auch doch nicht ganz so "explizit" wie das Geschwätz der älteren Dame und die sammelt "nur" alle Röhrlinge oder sowas ...


    Ich bin bei weitem nicht so umfangreich gebildet, wie die meisten hier im Forum, deshalb sammle ich auch nur die überschaubare Vielfalt an Pilzen, die ich sicher bestimmen kann, oder mir von Beorn oder Alexander abgesegnet wird, zu denen ich vollstes Vertrauen habe. Dennoch sind auch mir bereits diejemigen über den Weg gelatscht, die nicht wussten, was sie im Korb hatten. Ein älteres Paar, das schon seit Jahren Shiitake (=Nebelkappen) sammelt zum Beispiel, oder ein Vater mit seinem Sohn der mir freudestrahlend eine Marone zeigt mit den Worten "sieh nur, ein Steinpilz". Es war eine 100%-Marone, alle Merkmale der Marone perfekt ausgeprägt, die Hutfarbe, die beschaffenheit des Stiels in den typischen Farben und ohne Netz, etc. alle Merkmale der Marone waren bilderbuchmäßig ausgeprägt - bis auf eines: Bei Druck auf die Poren war kein deutliches Blauen zu erkennen. Das war aber eben auch eine sehr, sehr junge Marone (evtl. 1cm Hutdurchmesser) und bei jungen Exemplaren kommt das schonmal vor. Egal, man konnte den Mann nicht davon abbringen einen Steinpilz gefunden zu haben.


    Was aber auch vorkommt sind Leute, die sehr wohl wissen, was sie im Korb haben, die Kahle Kremplinge schon gesammelt haben, als sie "noch essbar waren", an denen aber vorbeigegangen ist, dass der Stand der Wissenschaft heute ein anderer ist.

  • - Der Pilzkundige, der seit Jahren Satanspilze an die örtliche Gastronomie verkauft, die dort auch verarbeitet werden.

    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass jahrelang Satanspilze in der Gastronomie verarbeiet werden. Erstens wüsste ich nicht, wo man die in ausreichender Menge für die Gastronomie finden sollte, aber wenn doch, dann müsste es doch in kürzester Zeit zu Vergiftungsfällen kommen, die auf diese Gaststätte zurückzuführen wären und auch juristische Nachspiele hätten, bzw. zur Anzeige führen und das Gesundheitsamt auf den Plan rufen!?

    Hallo "michl"?,


    es entspricht leider der Wahrheit. Die Pilze gingen vom Sammler immer als "essbare Röhrlinge" an ein renommiertes Gasthaus im Schwarzwald. Da waren neben Steinpilzen auch Satansröhrlinge dabei. Der Sammler brüstete sich vor unseren Vereinsmitgliedern immer damit, dass Satanspilze vollkommen unbedenklich seien, weil er das aus eigener Erfahrung schließlich wisse.

    Ich hatte, wie viele andere, das damals nicht geglaubt.


    Tatsächlich belegt wurde das Ganze als wir zufällig von genau diesem Gasthaus nach Jahren Pilze zugesandt bekamen, die dem (neuen?) Koch verdächtigt vorkamen. Es waren Satansröhrlinge.


    Es gibt nichts, was es nichts gibt - leider!


    Gruß

    Peter

  • Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass jahrelang Satanspilze in der Gastronomie verarbeiet werden. Erstens wüsste ich nicht, wo man die in ausreichender Menge für die Gastronomie finden sollte, aber wenn doch, dann müsste es doch in kürzester Zeit zu Vergiftungsfällen kommen, die auf diese Gaststätte zurückzuführen wären und auch juristische Nachspiele hätten, bzw. zur Anzeige führen und das Gesundheitsamt auf den Plan rufen!?

    Hallo Michl,

    ich kann mir das in manchen Regionen schon vorstellen das Satanspilze regelmässig gefunden werden und es braucht ja keinen grossen Mengen als Beilage in einer Sosse.

    Manche Menschen vertragen auch Karbolegerlinge ohne Probleme.

    2019 habe ich bei einem Nürnberger Gemüsehändler Steinpilze gesehen die er auf dem Grossmarkt erworben hat und die eigentlich Rotkappen und Birkenpilze waren, bei solchen Fällen dürfte es rechtlich sehr schwierig sein den letztendlich Verantwortlichen ausfindig zu machen,

    viele Grüsse

    Matthias

  • Lange nicht so schlimm aber mir wollten die auf dem Markt 100%ig verkaufen dass die braunen Champignons eine Kreuzung aus Champignons und Steinpilzen wären. Auch auf die Nachfrage, dass das eine doch Röhrlinge und das andere Lamellenpilze seien und die doch eine ganz andere Ökologie hätten meinte sie doch, dass ist eine Kreuzung. Fand ich auch recht interessant.

    Viele Grüße

  • Salve!


    Wobei es fraglich ist, ob Satansröhrlinge (also tatsächliche satanas, nicht etwa legaliae, rubrosanguineus etc.) tatsächlich mit Karbolegerlingen vergleichbar sind, von der gastrointestinalen Wirkung her. Bei den Karbolchampis ist es wohl tatsächlich so, daß die von vielen Leuten einigermaßen "vertragen" werden - ich tät's gar nicht herunterbringen, bei dem Gestank, den die verbreiten...

    Die Frage die sich mir im Zusammenhang mit den "Satansröhrlingen" stellt: Wer hat die denn letztlich als "Satansröhrlinge" bestimmt, bzw. können das nicht irgendwelche anderen genetzten Rotporer gewesen sein?
    Und wenn: In Ordnung, dann führen geringere Mengen im Mischgericht gut durchgegart vielleicht nicht zu erheblichen Folgen.

    Probieren möchte ich das dennoch keineswegs selbst, da bleibe ich lieber bei Hallimasch. g:-)


    Ist aber tatsächlich erstaunlich, wie sich manche Sammler so durch's Pilzleben "schummeln" - wobei das in vielen Fällen auch das falsche Wort ist. Die erkennen oftmals durchaus "ihre" Pilze, auch wenn sie die nicht nach pilzkundlichen Standards benennen können.



    LG; Pablo.

  • Meine Meinung noch dazu. Wenn Leute unbedingt sich für den Darvin-Award qualifizieren wollen, sollen sie das tun. PSV sollen Ratsuchende beraten und nicht unbelehrbare Leute belehren. Die haben ihre Meinung und bleiben auch dabei, egal was für Argumente vorgebracht werden.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.