Allgemeine Infos zur leichteren Unterscheidung von Pilzgattungen

Es gibt 11 Antworten in diesem Thema, welches 1.444 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Climbingfreak.

  • Servus allerseits, dachte wir könnten hier ein Tutorial zu bestimmten Gattungen von Pilzen machen die Anfängern

    helfen würden. Dies könnte laufend von allen ergänzt werden und dient als Empfehlung ohne irgendwelche Verzehrfreigaben

    oder Garantien versteht sich.
    Ich fange mal mit meinem Infos an:


    - Alle Leistlinge sind essbar

    - Alle Milchlinge mit oranger Milch sind auch essbar.

    - Die meisten Milchlinge mit weisser Milch sind nicht essbar.

    - Sehr kleine Pilze wie Becherlinge oder Drüslinge sind ungeniessbar.

    - Pilze die nach Rettich riechen sind oft Giftpilze

    - Helmlinge sind ungeniessbar oder giftig (13.01.2022)

    - Schleierlinge sind grösstenteils giftig nur wenige essbare ausnahmen (13.01.2022)


    Hoffe ihr teilt diesen Approach und versteht worauf ich hinaus will. Daraus könnten wir allen das Leben viel einfacher machen

    und sollten die Admins dies auch gut finden eventuell ganz oben anpinnen? Wichtig, diese infos dienen nur als Richtwert.

    UPDATE nach der ersten Antwort:
    Es geht nicht nur um die essbarkeit sondern um die Unterteilung in Essbar, Ungeniessbar und giftig.


    Update 13.01.2022 Zusätzlich noch eine sehr anfängerfreundliche Kurzdefinition der Unterschiedlichen Pilzgattungen:


    - Leistlinge: Pilze die keine Lamellen oder Poren haben sondern Adern (Beispiele: Pfifferling, Trompetenpfifferling)

    - Porlinge: Pilze die Löcher an der Hutunterseite haben. Lässt sich nicht leicht vom Hutoberseite ablösen. (Zunderschwamm, Trameten)

    Wachsen oft auf Bäumen gibt Ausnahmen.

    - Röhrlinge: Sehen unten wie Porlinge aus, Unterschied die Schicht lässt sich von der Hutoberseite ablösen. (Wachsen auf dem Boden)
    (Beispiele: Hexenröhrling, Maronenröhrling)

    - Helmlinge: Leben auf dem Boden oder totem Holz, sind klein und der Hut sieht wie ein Soldatenhelm aus. Sind ungeniessbar oder giftig (Fichtenzapfenhelmling, Winterhelmling)


    Weitere Infos vervollständigt durch die Kommentare anderer.


    Infos zu meiner Person: Ich lebe in Salzburg und studiere wirtschaft, die Natur ist mein leben, bin ausgebildeter Pflanzenheilkundler. Beschäftige mich seit 1 Jahr intensiv mit der Fachliteratur von Pilzen und bin des öfteren im Wald unterwegs und sammle selber. Immer in begleitung des Buches (Pilze das grosse bestimmungsbuch). Die Infos dadrin ergänze ich noch mit Infos von seriösen youtube-kanälen von Psvs wie Snokri oder Bernds Pilzkanal.


    Zusätzlich noch erwähnt da ich kein psvler bin Infos bitte selbst nachrecherchieren. Habe das zwar nachrecherchiert doch fehler können immer irgendwo drin sein.

    • Offizieller Beitrag

    Hi,


    es ist die Frage was du willst! Willst du einen Leitfaden zur Bestimmung von Pilzgattungen? Dann trifft dein Eingangspost nicht zu, weil du "nur" auf die Essbarkeit abzielst. EmilS hat vor einigen Jahren mal einen Bestimmungsschlüssel für Essbarkeit von Pilzen entwickelt, den ich nicht schlecht fand. Zumindest als grobe Richtung/Einteilung was gefunden wurde, empfand ich ihn als hilfreich und brauchbar.


    Bestimmungsschlüssel nach Essbarkeit


    Leider wurde die damalige Textormatierung durch den Softwarewechsel nicht mit übernommen. :(


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hi,


    ich stimme Stefan zu, Bestimmung von Pilzgattung und Essbarkeit, Genießbarkeit, Giftigkeit haben Allgemein erst einmal wenig miteinander zu tun. Wenn es darum geht, sich einen Überblick über Gattungen zu verschaffen, empfehle ich ich das Poster von Rita Lüders, das sie zu Ihrem Buch "Grundbuch Pilzbestimmung" entwickelt hat. Frau Lüders bietet das auf der Homepage kreativpinsel.de meines Wissens in einer Kleineren Version zum kostenlosen Download an.


    LG Michael

    Wer einen Pilz aufgrund meines Bestimmungsversuchs verzehrt, ist lebensmüde. Warnhinweis


    Chipskonto: 100 - 10 APR'22 - 5 Grüniwette + 6 Platzierung + 3 Unterhaltung APR + 7 Platzierungswette + 3 Phorpheldphal = 104

  • Servus,


    den Anfängern ist damit mMn nicht viel geholfen, denn sie müssen ja erstmal lernen, die Pilze auf Gattungsebene zu erkennen. Dazu muss man sich schon bisserl mit der Materie beschäftigen, vielleicht mal ein/zwei Vertreter in der Hand gehabt und die Unterschiede erklärt bekommen haben. Dazu ist ein gutes Pilzbuch sicher besser geeignet, als dieses Forum hier. Die Fülle der Ansätze und Meinungen kann Neulinge erst recht verunsichern. Gute Literatur entsprechend dem Wissensstand und dazu die ein oder andere geführte Pilzexkursion, das ich für mich der beste Weg, um am Anfang rasch voran zu kommen. Und immer wieder raus, Anschauen, vergleichen, ein Gefühl kriegen für die Schwammerl.


    Viele Grüße

    Andreas

  • Hi.

    Es geht nicht nur um die essbarkeit sondern um die Unterteilung in Essbar, Ungeniessbar und giftig.

    Hm? :/


    Allzu viele Faustregeln ohne Ausnahmen gibt's gefühlt nicht bei den Pilzen. Die Regel mit den rotmilchenden Milchlingen geht in Ordnung, bei den Leistlingen ist mir auch nix gegenteiliges bekannt. Man könnte auch noch sagen, dass tödliche Vergiftungen bei Röhrlingen extrem unwahrscheinlich sind und dass die Täublingsprobe in den meisten Fällen geeignet ist auf einfache Art und Weise essbare (≠leckere) Arten zu erkennen. Es gibt auch noch so Anfänger-Tipps, die aber nicht wirklich umfassend gültig sind. So Zeug wie "kleine, weiße, weißlamellige Arten sollte man als Anfänger nicht für Speisezwecke sammeln" oder "kleine, braune Pilze (little, brown mushrooms) sollte man als Bestimmungs-Anfänger ignorieren um Frustration zu vermeiden". Da geht's aber mit den Ausnahmen eigentlich schon los.


    Ansonsten hat doch jedes brauchbare Buch eine Gattungsdiagnose, die versucht gängige Merkmale zusammenzufassen. So ganz verstehe ich die Anfrage also nicht.


    Ich hatte aber mal überlegt einen Thread zu starten, in dem versucht wird in komplexen, schwierigen, großen Gattungen (Entoloma, Cortinarius, Russula etc.) Arten hervorzuheben, die womöglich bereits makroskopisch irgendwie erkennbar (oder sehr weit eingrenzbar in Richtung "sensu lato") sind, um vlt. einen kleinen Anreiz in den Einstieg zu schaffen. Sozusagen als Krücke für Nicht-Mikroskopierende.

    Dafür fehlt mir aber selbst die Expertise um da was beisteuern zu können und um zu wissen, ob das überhaupt einen nennenswerten Sinn macht. In den schwierigen Gattungen hinke ich ja selbst meilenweit hinterher.


    Edit:

    Zitat

    Dazu ist ein gutes Pilzbuch sicher besser geeignet, als dieses Forum hier.

    In Kombination sicherlich am besten, aber ich würde behaupten, dass ich einen sehr großen Teil meines bescheidenen Pilzwissens dem Forum zu verdanken habe. Vlt. sogar mehr als den Büchern. Schon allein das regelmäßige Mitlesen schult ungemein. Und eigene Anfragen zu stellen (nach eigener Recherche) gibt nochmal Boni auf die Merkfähigkeit bei mir. Wenn man doch mal was vergisst, kann man auch den entsprechenden Thread nochmal aufrufen - mache ich auch immer mal. :)


    LG.

  • Hallo Finalforce,

    könntest du dein eigentliches Anliegen umformulieren bzw. klarer formulieren, damit man nicht weiter spekulieren muss, was eigentlich dein Anliegen ist? Essbarkeit vs. Ungenießbarkeit vs. Giftigkeit (Post #1) hat nicht wirklich was mit Gattungsunterscheidung (Threadtitel) zu tun. Wahrscheinlich hast du irgendwelche Vorstellungen bzw. Gleichsetzungen im Kopf, die es in der Realität so nicht gibt.

    Es fangen schon Leute an, Sachen hochzuladen bzw. zu verlinken, bei denen nicht klar ist, ob sie dein Anliegen überhaupt treffen.

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Hallo, ihr Lieben.


    Also ich fände einen solchen Thread für Anfängerlinge wie mich sehr hilfreich. Natürlich geht damit keine Verzehrfreigabe mit einher, das sollte jedem klar sein.

    Also ich lese auf jeden Fall mit und lerne weiter :thumbup::).


    Liebe Grüsse,

    Toni


    (Juchu, erster Beitrag ohne Löschung 👏🏻👏🏻👏🏻….ich gehöre nun zum Kreis der Aufgenommenen :giggle:)

  • Hallo Finalforce,

    könntest du dein eigentliches Anliegen umformulieren bzw. klarer formulieren, damit man nicht weiter spekulieren muss, was eigentlich dein Anliegen ist? Essbarkeit vs. Ungenießbarkeit vs. Giftigkeit (Post #1) hat nicht wirklich was mit Gattungsunterscheidung (Threadtitel) zu tun. Wahrscheinlich hast du irgendwelche Vorstellungen bzw. Gleichsetzungen im Kopf, die es in der Realität so nicht gibt.

    Es fangen schon Leute an, Sachen hochzuladen bzw. zu verlinken, bei denen nicht klar ist, ob sie dein Anliegen überhaupt treffen.

    FG

    Oehrling

    Ich hoffe das beschreibt es besser:


    Das erhoffte Ziel dieses Threads ist es durch möglichst - wo es möglich ist, allgemeingültige Aussagen, Eselsbrücken und Abkürzungen bei der Pilzbestimmung zu finden und das bestimmen wesentlich zu erleichtern. Eine Art großes Posting welches einen oberflächlichen Eindruck in die Materie vermittelt oder besser gesagt eine Eselsbrücken-Enzyklopädie. Ich hoffe das trifft es.

    Habe das Main Post oben ergänzt und upgedatet

  • Hallo Finalforce,


    toll dass du das geklärt hast. Jetzt können wir also mit der Diskussion loslegen.

    Porlinge und Röhrlinge sind keine biologischen Gattungen, sondern es verbergen sich jeweils .viele unterschiedliche Gattungen dahinter, die manchmal gar nicht näher miteinander verwandt sind, sondern nur Fruchtkörper ähnlichen Aussehens ausbilden (Konvergenz nennt man das glaube ich). Daher sind Porlinge und Röhrlinge nicht einmal einheitliche biologische Familien.

    Die Essbarkeit von Pilzen ist nicht größenabhängig, wie dies deine Aussage in Post #1 nahelegt, sondern es gibt auch bei kleinen Pilzen und sogar Becherlingen Essbares, bei dem das Einsammeln halt sehr mühevoll ist (z. B. Fichtenzapfenrübling, Trompetenpfifferling, Nelkenschwindling...) und die Bestimmung schnell fehlschlagen kann, wenn man sich nur halb und nicht richtig auskennt.

    Schleierlinge dürften zum großen Teil ungiftig sein. Das Problem liegt hier ganz woanders. Viele Schleierlingsarten sind dermaßen selten und werden daher so selten gegessen, dass man gar nicht wissen kann, ob sie giftig sind oder nicht (wer die isst, stellt sich sozusagen als Versuchskaninchen zur Verfügung, so wie z. B. der Professor Moser aus Innsbruck es tat). Dazu kommt noch, dass es über 1000 Schleierlingsarten gibt, die sich untereinander so ähnlich sehen, dass die allermeisten Pilzsammler die gar nicht auseinanderhalten können (oder anders: es gibt in ganz Deutschland vielleicht 5 Leute, die die zuverlässig auseinanderhalten können).

    Mit Eselsbrücken und allgemeingültigen Aussagen in der Pilzkunde zu hantieren, ist nur dann ungefährlich, wenn keinerlei Verzehrsabsicht im Hintergrund steht und man die Pilzkunde als rein erkenntnistechnisches Hobby betreibt, wie etwa Vogelkunde oder Baumkunde. Dann kann man sie zum persönlichen Lernzuwachs durchaus einsetzen. Sehr gut finde ich z. B. deinen Approach, wie du ihn nennst, Definitonsmerkmale für Gattungen zusammenzustellen. In der Pilzberaterprüfung tauchen solche Aufgaben schließlich auch auf.

    Sobald aber die Verzehrsabsicht ins Spiel kommt, braucht man 100%iges Wissen und keine Eselsbrücken. Ein solches Wissen erwirbt man nur durch jahrelanges Beschäftigen mit der Materie und nicht mal eben nebenher. Hilfreich ist dabei sehr die Kommunikation und das Zusammentreffen mit Leuten, die schon Expertentum erworben haben und die bereit und fähig sind, dieses weiterzugeben.

    Ich selber habe auch schon kurz in die Pflanzenheilkunde reingeschnuppert, daher möchte ich anmerken, dass ich die Pilzkunde für deutlich schwieriger halte.


    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

    • Offizieller Beitrag

    Kleine Ergänzung von mir. Es gibt auch tödlich giftige Schleierlinge; insbesondere die Rauköpfe und die Artengruppe um Cortinarius splendens enthalten Nierengifte.


    Ansonsten kommt es sehr darauf an. Bei den (dünnstieligen) Gürtelfüßen ist es wirklich schwer die auf Artniveau zu bestimmen und oft haben da auch absolute Experten die Günter Saar Probleme die ohne Genetik zu bestimmen. Ansonsten aber finde ich, dass Cortinarien nicht soo schwer in der Bestimmung sind; gute Literatur vorrausgesetzt. Insbesondere die Myxacien, Phlegmacien, Dermocyben und Leprocyben sind gut bestimmbar. Es sind deutlich mehr als 5 Leute, welche Cortinarien in den Gruppen bestimmen können. :)


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.