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letzter Beitrag von Großstadtpilz am

Satansröhrling vs Flockenstieliger Hexenröhrling

  • Hallo Pilzfreunde,


    ich bin derzeit auf Exkursion im Schwarzwald und treffe in den Wäldern auf viele Pilze, von denen ich nicht sagen kann, ob es sich um Satansröhrlinge oder um flockenstielige Hexenröhrlinge handelt.


    in meiner Literatur wird als einziges sicheres makroskopisches Unterscheidungsmerkmal auf die Bläuestärke beim Anschnitt verwiesen.


    Gibt es in eurer Erfahrung noch weitere, regelhafte makroskopische Unterschiede?


    Danke und viele Grüße

    :kaffee:

  • Hallo Großstadtpilz,


    als Unerfahrener und jemand, der noch nie einen Satansröhrling in der Hand hatte, fallen mir auf Anhieb ein:


    -der Hut des Satansröhrling (Rubroletus satanas), ist deutlich heller, kalkweiß bis ocker, besonders wenn er jung ist.

    -der Geruch des Satans muss ziemlich unangenehm, aasartig sein.

    -der Stiel ist auffällig kugelig, der des Flockies ist oft gestreckter.


    Letztendlich macht die Summe der Merkmale die Unterscheidung aus. Es gibt bestimmt noch mehr.


    LG Michael

  • Hallo,

    wenn das als einziger sicherer Unterschied genannt wird, dann solltest Du glaube ich über die Anschaffung eines anderen Pilzbuches nachdenken ....

    Das Bläuen ist zwar bei gleich frischen Pilzen durchaus unterschiedlich, kann aber durch witterungseinflüsse auch mal untypisch ausfallen.

    Das erste und wichtigste und augenfälligste Merkmal ist zunächst, dass der Satans-Röhrling ein Stielnetz hat und der Flockenstielige Hexenröhrling einen gepustelten Stiel.

    Die Hutfarbe dunkelbraun gegenüber weiß bis grau, bestenfalls hell lederfarben ist auch ein eigentlich immer eindeutiges Merkmal.

    Flocki wächst auf saurem oder oberflächenversauertem Boden, der Satansröhrling im Kalk-Buchenwald oder auch mal in Parks, aber immer auf Kalkboden.

    Man könnte noch Geruch, Statur, Fleischfarbe, Filz an der Stielbasis anführen, was aber teils für Ungeübte etwas schwieriger zu beurteilen ist - so wie eben auch die Fleischverfärbung.


    beste Grüße,

    Andreas

  • Hallo,

    ich hatte heute zufällig mutmaßlich genau die beiden quasi nebeneinander. Den Geruch des (sehr wahrscheinlichen) Satanröhrlings empfand ich als chemisch-medizinisch, definitiv unangenehm. Den anderen angenehm.


    Typischer Satanshabitus - während der andere eben ein ganz anderer Typ ist, eine düstere Gestalt sozusagen.

    Der ist dann auch mit nach Hause gekommen, und entsprechend sind die Bilder nur begrenzt vergleichbar (und die Kamera untauglich). Hier - Stunden später - war das sehr intensiv schwärzliche Bläuen schon wieder abgeklungen.

  • Hallo, Sauerländer!


    Den schicken Röhrling mit dem hellen Hut würde ich eher für Rubroboletus legaliae (LeGals Purpurröhrling) halten.
    Ist aber nicht so einfach, weil sich der und der "echte" Satansröhrling (Rubroboletus satanas) schon sehr ähnlich sehen, vor allem im Jungstadium, wenn die rosa Hutfarbe von legaliae noch nicht erkennbar ist.



    Lg; Pablo.

  • Hallo, Sauerländer!


    Den schicken Röhrling mit dem hellen Hut würde ich eher für Rubroboletus legaliae (LeGals Purpurröhrling) halten.
    Ist aber nicht so einfach, weil sich der und der "echte" Satansröhrling (Rubroboletus satanas) schon sehr ähnlich sehen, vor allem im Jungstadium, wenn die rosa Hutfarbe von legaliae noch nicht erkennbar ist.



    Lg; Pablo.

    Ui, danke für den Hinweis. Das passt dann ja auch mit den Böden besser: Satan = kalkreich, LeGals und Flockenstieliger = sauer bis neutral. Den hatte ich gar nicht auf dem Schirm... bzw. mal irgendwo gelesen aber als einen der arg seltenen gedanklich abgelegt.

  • Servus beinand',

    ich möchte auch Zweifel anmelden bei der Bestimmung als Satanspilz. Die Orangetöne am Stiel und auch der Rosatouch am Hutrand vom liegenden Fruchtkörper passen nicht.

    So jung ist das schwierig. Sogar R. rubrosanguineus hat jung so graue Hüte.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    OK, den musste ich erstmal nachschlagen. Bei Wikipedia wird er bei Eichen-Hainbuchen und lehmigem Boden verortet. Das stimmt alles genau.

    Nicht recht passt die dortige geographische Zuordnung in einige süddeutsche Gefilde. Mein Fund stand in Münster. Leider habe ich ihn nicht mitgenommen und nicht weiter recherchiert. Und er roch für mich echt unangenehm, für Wikipedia riecht er unbedeutend. Hmmm.

  • Hallo,

    Muss nicht Süddeutsch. Ich kenne Rubroboletus legaliae aus Wetzlar , das ist bestimmt nicht süddeutsch.

    Grüße

    Norbert

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    Pilzchips = 100 -5 APR 2015 +12 APR 2016 = 107 -7 Für APR 2017 = 100 + 5 APR 2018 =105 +5 APR 2019 =110+6 APR 2020=116
    Pilzbestimmung im Netz ist keine Essfreigabe

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  • Hallo.


    aus SIcht der nördlichen Bundesbürger ist Wetzlar eindeutig Süddeutschland, wie ich lernen musste. Ich wurde immer ausgelacht, weil für mich Kassel Norddeutschland ist (als Stuttgarter ....), während das für einen Hamburger Süddeutschland ist :D:D


    Aber wie auch immer: R. legaliae ist der Flachlandpilz, R. rubrosanguineus die Art der höheren Lagen. Auch in Brandenburg, Mecklenburg und in Polen gibt es B. legaliae. Münster ist da absolut kein geografisches Problem - für R. rubrosanguineus wäre es schon sehr außergewöhnlich dagegen. Aber um den gings ja auch nicht, sondern um R. satanas oder R. leglaiae. Ich habe mich beimanschauen der Bilder auch sofort gewundert und gedacht das müsse legaliae sein. Schön zu sehen, dass es anderen auch so ging.


    beste Grüße,

    Andreas

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