Beiträge von Sauerländer

    Kleiner Rückblick:
    * Einzige neue Röhrlingsart in Münster für mich dieses Jahr der Boletus aereus.


    Trotz des guten Pilzjahres und größerer Kiefernbestände habe ich zwei Standard-Kiefernbegleiter auch im Xten Jahr nicht gefunden: den Butterpilz und den Sandröhrling


    Halt, stopp! Kurz vor Toreschluss wollten die heimischen Kiefern das doch nicht auf sich sitzen lassen und haben zwischen 100 frischen kleinen Kuhröhrlingen noch ganze zwei Exemplare Luteus und drei oder vier Chalciporus piperatus eingemischt. Immerhin.

    Ganz vergessen zu erwähnen. Auch den Körnchenröhrling und den Ringlosen Butterpilz habe ich nicht gefunden. Da ist also noch Luft nach oben, werte Kiefern!

    Nicht viel los im NRW-Thread dieses Jahr!


    An den wenigen Pilzen kann es ja wohl nicht liegen. Im Unterschied zu weiten Teilen des Ostens und Südens hatten wir ja Regen überreichlich. Und nach einem superpilzstarken Frühsommer stehen auch jetzt manche Wälder noch außergewöhnlich voll.

    Vor allem natürlich die übliche Herbstmischung aus Trichterlingen, Ritterlingen, Cortinarien, Milchlingen, Täublingen und Lackpilzen.

    Aber tatsächlich gab es diese Woche auch noch einen großen Schwung frische Birkenpilze, Goldröhrlinge und Maronen. Während die dieses Jahr besonders zahlreichen Hainbuchenraufüße schon länger nicht zu sehen sind. Hainbuchenraufüße früh, Birkenpilze später - ist das eine tendenzielle Regelmäßigkeit, oder einfach nur so? Für Münster vermute ich ersteres.

    Kleiner Rückblick:
    * Einzige neue Röhrlingsart in Münster für mich dieses Jahr der Boletus aereus.
    * Erstmals habe ich in der Umgebung von Münster einen Wald mit einem größeren Vorkommen Pfifferlinge gefunden.
    * und gleiches für den Edelreizker und den Spangrünen Fichtenreizker
    * nie gesehen habe ich so viele Hasenröhrlinge und Strubbelkopfröhrlinge wie dieses Jahr.

    ...und während anderswo von 'Sammeldruck' geredet wird, gibt es hier überständige Steinpilze gar nicht selten in Sichtweite der Wanderwege. Dieser Stadt wird pilzmäßig offenbar nicht viel zugetraut.

    Trotz des guten Pilzjahres und größerer Kiefernbestände habe ich zwei Standard-Kiefernbegleiter auch im Xten Jahr nicht gefunden: den Butterpilz und den Sandröhrling (auch nicht im Westmünsterland, wo die vielen Reizker waren). Die scheinen hier einfach ein Verbreitungsloch zu haben.

    Und immer wieder ein Augenschmaus: Diese ungewöhnlich gefärbten winzigen Goldröhrlinge - jedes Jahr an einer bestimmten Stelle.

    Ich bin jetzt auch nicht der, der häufig auf spannende und gut aufbrereitete Fundmeldungen reagiert, auch wenn ich sie sehr schätze.

    Ich ärgere mich auch über an sich spannende Bestimmungsanfragen mit schlechten Fotos, Fingernägeln statt Stielbasis und 7 nichteingebundene Fotos von denselben Lamellen.

    Ich schaue sie trotzdem an und freue mich umso mehr, wenn sich kompetente Mitforisti derer fachkundig annehmen, und z.B. bei drei Meinungen Argumente austauschen. Das schärft die Sinne für die Feinheiten und das Besondere und das finde ich an diesem Forum besonders wertvoll. Und gibt eine tolle Übersicht, was anderswo gerade so wächst und worauf man mal achten könnte.

    Nichtsdestotrotz hier mal meine ausdrückliche Wertschätzung für die vielen spannenden, aufwändigen und gut aufbereiteten Fund- und Exursionsberichte!

    Ich habe mich zum Beispiel dieser Tage bei Violetten Lacktrichterlingen (Laccaria amethystina) bei einigen Exemplaren gefragt, ob das auch welche waren: bei ein paar war es klar: Hut heller, Lamellen immer noch violett. Bei anderen schien die Farbe insgesamt mehr ins bräunliche zu gehen, schienen mir aber immer noch Laccaria amethystina zu sein.

    Ja, die sind jung lila, bleichen bei Trockenheit aus und werden bei Feuchtigkeit mit dem Alter braun. Die sind hygrophan.

    Bei Maronen, Birkenpilzen, Hainbuchenraufüßen scheint mir die Tendenz, dass sie jung wesentlich dunkler sind und bei Alterung deutlich heller werden.

    Goldröhrlinge z.B. sind hingegen durchgehend sehr farbvariabel, junge wie alt können recht hellgelb, goldgelb bis hin zu braun sein, oihne dass es dadurch unterschiedliche Arten wären.

    "nahezu überall anzutreffen, allerdings nie da, wo man nach ihm sucht."

    Dem möchte ich widersprechen!

    Er scheint sich dort besonders wohlzufühlen, wo Menschen Steine angeschüttet haben, aber nicht auf den Steinen, sondern halt am Fuß dieser Anschüttungen. Meine Hot Spots snd z.B. gebüschige Bahndämme, Kanalufer (ehemalige Treidelwege; dammartig aufgeschüttete Seitenwege), gerne auch an stark abfallenden Seitenstreifen von Straßen und gekiesten Wirtschaftswegen...

    Es ist immer wieder erstaunlich, dass an sich als 'selten' angesehene Pilze in manchen Jahren massenhaft fast 'vor der Haustür' auftauchen. Den Hasenröhrling habe ich letztes Jahr gar nicht gesehen, vorletztes Jahr einige wenige, und an einem Morgen diese Woche gleich 50+ Exemplare - und das nicht mal in einem 'richtigen' Wald, sondern entlang meines übliches Weges im Stadtbereich zwischen Bahndamm, Spielplatz, Gassigehwegen...

    Pilzfreunde, welche wissen wollen, wo welche Pilze wachsen, sehen einfach bei pilze-deutschland.de nach, da hat jeder die genauen Funddaten. So einfach geht das.

    Nein :) ... alle seltenen Röhrlingsarten, die ich in Münster bislang gefunden habe, sind dort nicht kartiert. Und zudem - wenn man nach der Logik der Vorschreiber geht: zum Glück - sind die Angaben nicht so genau, dass man zielstrebig an die Stelle laufen kann.


    An sich glaube ich ja auch an das Gute im Menschen, und dass die allermeisten prinzipiell respektieren, dass dort eine seltene Art geschont werden will, aber ich fürchte, gerade im städtischen Umfeld 'mit Sammeldruck' könnten genaue Hinweise eher zu mehr Aufmekrsamkeit führen und von 'mir doch egal' bis zu 'Was macht es schon, wenn ich ein paar mitnehme'... (letzteres vielleicht sogar mit einem gewissen Recht, wo doch die Sachverständigen sagen, dass sich die Art trotz geringer Fruchtkörperlebensdauer dort gut gehalten hat). Und nicht zuletzt kann man davon ausgehen, dass Leute, die Speisepilze als ganz gewöhnlichen Nahrungsmittelbstandteil sammeln, nicht selten des Deutschen nur mäßig mächtig sind. Daher sehe ich diese 'offensive' Art der Beschilderung mit gemischten Gefühlen, aber ob es wirklich schadet?

    In seltener/später Mähen sehe ich da mehr Sinn.

    Täublinge sind noch mal ne ganze Ecke vielfältiger als Rotfüße. Wenn man sicher ist, dass es sich um einen Täubling handelt, kann man grobe Einordnungen anhand des Geruchs und Geschmacks vornehmen und anhand der Sporenpulverfarbe mittels einer Farbkarte. Es gibt zwar welche, die eine charakteristische Hutfarbe haben, aber auch viele Arten, deren Hüte sehr unterschiedliche Farben haben können.

    Den dritten würde ich auch irgendwo den Rotfüßen zugehörig denken, dafür sprechen die weinroten Töne an den Fraßstellen im Hut. Viele Filzröhrlinge (jeweils mehrere bis viele Arten Ziegenlippen (Xerocomus), Rotfußröhrlinge (Xerocomellus), Parkröhrlinge (Hortiboletus)...) sind recht variabel in ihrem Aussehen und ziemlich schwer anhand von Fotos zu unterscheiden.

    Der falsche Rotfuß ist nicht giftig, wie der echte aber eher ein mäßiger Speisepilz und sehr anfällig für gesundheitsschädlichen Schimmelbefall. Wenn man diesen auch nur erahnt (etwa graue Stellen an den Röhren), sollte man ihn wegwerfen. Rotfußröhrlinge sollten einen leicht säuerlichen Geruch haben und frisch deutlich gelbe Poren. Sie können bläuen, müssen aber nicht. Wenn Röhrlinge mit in etwa dieser Form sehr stark bläuen, könnte es sich um den schwarzbläuenden Röhrling handeln. Der ist ein Fall für sich aber in kleiner Menge und jung auch unbedenklich.

    Hmm,
    die Bilder sind bei recht schwachen Kunstlicht aufgenommen, das erleichtert die Einschätzung nicht gerade.

    Bei dem ersten würde ich den echten Rotfußröhrling annehmen (roter, etwas rillig aussehender Stiel, felderig aufreißende filzige Huthaut), beim zweiten die gleiche Gattung, aber den sogenannten falschen Rotfußröhrling (graubraun statt rot), beim dritten sehe ich zu wenig, um qualifiziert zu raten.

    Hier im Münsterland gibt es seit ca. einer Woche (nach mehreren regnerischen Wochen) einen mächtigen Schub. Siehe auch mein "Industriegebiet"-Thread von gestern. Eigentlich der zweite Schub nach einem ersten kleinen vor ca. 4 Wochen, sehr bald nach den ersten ergiebigen Regenfällen im Sommer. Ganz klar noch nichts geht bei Lärchen und Kiefern, der Schwerpunkt liegt an den wärmebegünstigten Wiesenrändern - und im Wald ganz klar bei Hainbuche. In den Eichen-Hainbuchenwäldern kommen in den letzten Jahren (2022 ausgeschlossen) nach frühen Trockenperioden gerne die Vorhüte für die Pilzpfanne heraus: Täublinge, Rauhfüße, Steinpilze. Vielleicht 'erholen' sich diese Bäume schneller von Trockenheit.

    Hallo zusammen,
    danke für Eure Rückmeldungen. Ja, da kommen noch frische Exemplare nach. Aber die gezeigten waren auch keinesfalls 'alt und gammelig', sondern 'schnell groß'. Leider eine recht weite Strecke mit dem Rad (Auto habe ich nicht) von zu Hause entfernt, so dass ich gerade keine Zeit habe, um noch einmal nachzuschauen.
    Die Bilder täuschen auch nicht in Hinblick auf die Farben. Das Fleisch ist weiß, die Röhren eher cremeweiß und nicht gelb, die Netzzeichnung weiß (oder zumindest annähernd an der Stielspitze).
    Bronzeröhrlinge hatte ich nicht auf dem Schirm und sind hier auch im weiten Umfeld nicht kartiert. Aber von den Merkmalen her schon sehr passend...

    Hallo zusammen,


    diese Woche war die Stadtpilzexplosion: Die Wiesenränder der Ausfallstraßen und Gewerbegebiete stehen voll mit WuBi, Netzhexe, Champignons aller Art, Filzröhrlingen, Riesenbovisten...

    Im Wäldchen fanden sich massenhaft Schwarztäublinge und - ganz typisch für den Frühsommer und in mehreren Wäldern über mehrere Jahre beobachten - Hainbuchenrauhfuß und Steinpilz am selben Standort.

    Folgende Röhrlingsgruppe habe ich im Vorbeifahren fotographiert und fand sie zu schön zum Auseinanderreißen und Proben mitnehmen, aber auch nicht auf den ersten Blick zu bestimmen. In der Nähe waren verschiedene Laubbäume. Schaut mal rein und teilt Eure Meinung!

    Ein Hinweis noch: Das abgebrochene Stückchen an dem einen Exemplar etwas abseits des Knubbels war schon länger abgebrochen. Ich habe noch ein kleines Stück frisch abgebrochen. Das Hutfleisch war deutlich heller als die Röhren, quasi weiß, und hat zumindest kurzfristig überhaupt nicht geblaut.

    :



    An Allerheiligen vor zwei Jahren hatte ich die auch. Ist also so begrenzt ernstzunehmen mit dem 'Sommer-'. Da sie ja omaspilzbuchgerüchteweise früher da sind als Fichtensteinpilz ist vielleicht eher eine Hypothese, dass sie sommerliche Hitze nicht so mögen, sondern eher mäßigtrocken-mäßigwarme Randbereiche des Sommers? Ich meine vor zwei Jahren war um Allerheiligen ähnlich freundliches bestes Pilzwanderwetter...