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letzter Beitrag von Corne am

Dresdener Heller 30.05.2021

  • Hallo liebe Pilzfreunde,


    Ich stelle Euch heute mal meine Funde der letzten Wochen und Tage vor. Zunächst die Heller-Berge in Dresden. Hier gibt es viel Heidelandschaft, Sandboden und Kiefernwälder. Stefan Zinke ist hier auch oft unterwegs.

    Überall blüht der Ginster g:-)

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    Zunächst habe wir viele dieser kleinen Pilze gefunden. Ich vermute, das sie eine Risspilz-Art sind.

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    Dann meine ersten Nelkenschwindlinge :gbravo:

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    Und gleich daneben der gelbblättrige Rübling:

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    Was hatten wir noch ... achja, den weitlöchrigen Stielporling (Stefan hat mir den so bestätigt).

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    Dann wunderschöne Zinnober-Trameten

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    Und dann das! Sowas ähnliches habe ich hier im Forum schonmal gesehen... eine Flechtenart ?

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    Und die Funde des Tages:

    Der erste Täubling

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    Und die erste Rotkappe :gbravo: den Fundort fand ich sehr interessant. Eine offene, sehr sandige und trockene Stelle. Einzelne Birken und noch einzelnere Kiefern.

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    Ach, und einen Chaga haben wir auch nochgefunden


    Liebe Grüsse, Corne

  • Hallo Corne,

    Leider ging beim Hochladen der Bilder was schief.....

    Sieht so aus :


    Für dich sind die Bilder wahrscheinlich zu sehen , da sie ja noch in deinem Cache stehen.

    Wir sehen nur den Chaga.

    Gruß

    Norbert


    EDIT : gilt auch für deinen dritten Beitrag

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    Pilzchips = 100 -5 APR 2015 +12 APR 2016 = 107 -7 Für APR 2017 = 100 + 5 APR 2018 =105 +5 APR 2019 =110+6 APR 2020=116
    Pilzbestimmung im Netz ist keine Essfreigabe

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  • na super .... oh Mann, das nervt mich. Ich muss auch ständig hier die Seite neu laden, wenn ich was schreibe. Irgendwas stimmt da mit meinem internet nicht. Ich probiers mal über den Rechner....

    Danke für den Hinweis!

  • Hallo Corne, das liegt sicher nicht an Deinem Internet sondern an der Forumssoftware (bug oder feature?), die es Neuzugängen erschwert, am Forum teilzunehmen, erst nach einer gewissen Zahl (deren Höhe und oder Berechnung sich mir nicht erschließt) an Beiträgen, zeigt die Software sich bereit, ganz normal zu funktionieren. So eine Art Initiationsritual :D


    LG, Bernd

  • Ok ... ja hab schon davon gehört.

    Interessanterweise sehe ich vom Rechner aus die Bilder. Eingefügt habe ich sie aber mit dem iPad, d.h. wenn sie durch den Cache sichtbar sind, dann dürfte ich die vom Rechner aus auch nicht sehen .... naja. Ich bin dran. Muss die Bilder erstmal auf den Rechner kriegen....

  • MoinMoin!


    macht nix.

    Auch hier schöne Funde.


    Die Rotkappe würde ich in dem Fall ganz beruhigt als Leccinum versipelle (Birkenrotkappe) abspeichern, die sieht sogar ziemlcih typisch aus und kommt oft recht früh im Jahr.
    Die Weitlöchrigen (Lentinus arcularius) sind auch ganz typisch. :thumbup:



    LG, Pablo.

  • Moin Corne,

    schöne Funde! Ich mag besonders den Look des Weitlöcherigen...würde ich gerne mal finden.

    Das mit den Fotos etc. wird schon. Ich nehme nur über ein ipad am Forum teil, das geht gut. Es gibt aber tatsächlich einige Unterschiede in Darstellung und Features der Forumssoftware zwischen "großem Rechner" und mobilen Endgeräten wie Pad oder Handy.

    Liebe Grüße,

    Grüni/Kagi ==11


    117 Pilzchips


    (Stand Nov.2020=112 -15 Einsatz APR 2020 -1 für Belis Pilzgral-Rätzel +5 Präsenz-Bonus APR 2020 +5 Platz 14 APR 2020 +5 Gnolmisch-Bonus APR 2020 -2 Einsatz FPPR +5 Platz 1 FPPR +2 Platz 2 Sonderwertung FPPR +1 Platz 3 Pixies EM-Rätzel =117)


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    Meine Zeichnungen und Fotos sind außerhalb dieses Forums
    nicht ohne meine vorherige Genehmigung zu verwenden!


    Grünis/Kagis verrückte Pilzwerkstatt

    Pilze an ungewöhnlichen Orten finden!

  • Und dann das! Sowas ähnliches habe ich hier im Forum schonmal gesehen... eine Flechtenart ?

    Hallo Corne,


    ja, das ist eine Schildlfechte (Gattung Peltigera). Für eine sichere Bestimmung der Art reicht dieses eine Foto zwar nicht aus (man müsste auch die Unterseite mit dem Adernetz und den Rhizinen sehen), aber alles was man sieht, deutet auf Peltigera neckeri, eine deutschlandweit seltene und speziell in Sachsen sehr seltene Art. In der 2015 erschienenen Publikation "Die Gattung Peltigera in Sachsen" von Andreas Gnüchtel werden nur drei historische Funde (aus den Jahren 1875, 1927 und 1932) und nur ein aktueller Fund erwähnt (2010 aus Zwickau).


    LG Ingo

  • Hallo Ingo,

    Vielen Dank für Deine Nachricht und die Informationen. Ich bin kein Spezialist dafür (bin überhaupt noch kein Spezialist g:D), aber ich könnte dort nochmal hingehen und Proben nehmen bzw. Einen Beleg organisieren. Dazu müsste ich aber wissen, was genau zu tun ist und worauf es ankommt. Wenn das Zeug wirklich so selten ist, sollte man da vielleicht schon dran bleiben. Möglicherweise würde das auch den Bemühungen der Dresdner Naturschutzleute in die Karten spielen, die den Heller ja gern als Naturschutzgebiet erhalten wollen würden.

    Liebe Grüsse, Corne

  • Hallo Corne,


    Andreas Gnüchtel ist Flechten-Spezialist (u.a. auch Autor der "Roten Liste Flechten Sachsen") und er kommt aus Dresden. Schick ihm doch einfach das Foto mit der Flechte und teil ihm mit, dass aus dem pilzforum.eu der Hinweis kam, dass es sich um Peltigera neckeri handeln könnte.

    Seine Mail-Adresse lautet: agnuechtel@googlemail.com


    Falls er den Verdacht teilt, wird er sicher eine Probe bzw. einen Beleg erbitten oder sich vielleicht sogar selbst den Fundort ansehen wollen.


    Mir reichen als Beleg immer wenige gut ausgebildete Lappen einer Schildflechte, anhand derer sich auch die Unterseite mit dem Adernetz und den Rhizinen beurteilen lässt. Mehr als ein ca. 5 x 5 cm großer "Ausschnitt" aus einem Schildflechten-Lager sollte kaum erforderlich sein.


    Wenn Herr Gnüchtel sich der Sache annimmt, dann teil uns bitte mit, wie er den Fund beurteilt.


    LG Ingo

  • Hallo Ingo,


    Vielen Dank für den Hinweis. Ich werde mich bei Herrn Gnüchtel melden. Und wenn es ein Ergebnis gibt, dann gebe ich natürlich Bescheid.

    LG corne

  • Hallo Leute,


    Ich war soeben mit Herrn Gnüchtel auf dem Heller, die Flechte bestaunen. Er hat sie als Peltigera Didactyla benannt. Ich bin froh, das wir lebendig wieder vom Heller runtergekommen sind, Herr Gnüchtel wäre mir fast zusammengeklappt :gnichttraurig: Kein Wunder bei der Hitze heute…


    Liebe Grüsse aus Dresden,

    Cornel

  • Hallo Corne,


    das ist ja schade, dass Ihr die Strapazen auf Euch genommen habt, um dann mit Peltigera didactyla nur eine gewöhnliche und häufige Art zu sehen.


    Aber: Bist Du sicher, dass Du Herrn Gnüchtel exakt die Schildflechte zeigen konntest, die man auf Deinem Foto sieht? Manchmal sind 2 oder 3 Peltigera-Arten auf engem Raum miteinander vergesellschaftet. Vorweg hier nochmal Dein Foto:


    Die Peltigera spec. vom Dresdener Heller


    Fotos können manchmal extrem täuschen, aber Peltigera didactyla vermag ich hier beim besten Willen nicht zu erkennen.


    Um sicher zu gehen, habe ich gestern ein größeres Vorkommen der Peltigera didactyla auf einem Sandmagerrasen in der unmittelbaren Nähe meines Wohnortes aufgesucht und versucht, Exemplare zu finden, die den Schildflechten auf Deinem Foto nahekommen. Das ist mir nicht gelungen!


    Hierzu muss man wissen, dass Peltigera didactyla eine kurzlebige Pionierart ist, die in zwei Lebensphasen auftritt, die ineinander übergehen. Dies ist mit starken morphologischen Veränderungen verbunden, wobei man in größeren Populationen häufig beide Phasen und alle Übergänge zur gleichen Zeit nebeneinander findet.


    So sind junge Exemplare durch zahlreiche auf der Thallusoberfläche sitzende, rundliche Sorale gekennzeichnet, die der vegetativen Vermehrung dienen. Mit diesen Soralen ist die Art nahezu unverwechselbar (nur die verwandtschaftlich sehr nahestehende Peltigera extenuata ist ähnlich).


    Mit zunehmenden Alter der Fruchtkörper erfolgt dann meist der Übergang in eine sexuelle Phase in der dann Apothecien ausgebildet werden. Dabei verschwinden die Sorale weitestgehend, aber meist nicht restlos.


    Hier ein Foto von P. didactyla in der Übergangsphase (mit schon einigen jungen Apothecien und noch zahlreichen Soralen).


    Bei der Peltigera auf Deinem Foto sind Apothecien auch schon in der Entwicklung, von Soralen aber nirgends die geringste Spur.


    Erst wenn die Bildung der Apothecien weitestgehend abgeschlossen ist, sind kaum noch Sorale zu finden, so wie bei diesem Beispiel:


    Typisch für P. didactyla ist ferner ein deutlich erhabenes Netz aus Adern auf der Rückseite der Thalli und von diesen Adern reichen meist auch zwei bis in die Lappenenden, an denen die Apothecien gebildet werden, siehe das folgende Foto:


    Solche erhabenen Adern sind bei den Schildflechten auf Deinem Foto nirgends zu entdecken, obwohl es dort einige zur Spitze hin „umgeklappte“ Lappen gibt, die schon eine gewisse Vorstellung von der Rückseite der Thalli vermitteln.


    Auffällig bei den Schildflechten auf Deinem Foto sind auch die zahlreichen Brüche und Risse in den recht starr und dick erscheinenden Thalli. Diese wären für P. didactyla eher untypisch, während dergleichen bei P. neckeri öfters zu beobachten ist.


    Womit wir bei der Art wären, die ich hier vermute. Man könnte jetzt durch Vergleich der Fotos noch weitere kleine Details herausarbeiten, die P. didactyla unwahrscheinlich erscheinen lassen, da es aber bei der Thallusoberfläche einen großen und eindeutigen Unterschied zwischen den beiden Arten gibt, sollte man bei der Bestimmung zunächst das Folgende klären.


    Peltigera didactyla gehört zu den Arten mit einer dichtfilzigen Oberfläche, die spätestens bei Beginn der Apothecienbildung sehr deutlich ausgeprägt ist. Peltigera neckeri hat dagegen eine glatte (kahle) Oberseite.


    Die Flechten auf Deinem Foto sind möglicherweise noch so gut durchfeuchtet, dass eine filzige Oberfläche (wie für P. didactyla zu fordern) nur schwer zu erkennen ist, mit zunehmender Austrocknung müsste die Thallusoberfläche von P. didactyla dann aber so aussehen wie auf den folgenden Fotos.


    Vergleich P. didacytla (links) mit P. neckeri (rechts):


    Gut durchfeuchtet


    Nach ca. 5 min in trockener Zimmerluft


    Nach ca. 10 min


    Völlig trocken (nach 12 Stunden)


    Diesen Test kannst Du selbst leicht durchführen, wichtig ist nur, dass Du dafür auch tatsächlich die Flechten entnimmst, die Deinem obigen Foto entsprechen. Leider ist Dresden gut 350 km von mir entfernt, sonst wäre ich schon vor Ort. Korrektur: es sind sogar über 450 km!


    LG Ingo

  • Hallo Leute,


    Ich möchte die Peltigera nochmal aufgreifen. Zunächst hatte ich ja Herrn Gnüchtel kontaktiert, der mir die Art als Peltigera didactyla bestimmt hat. Er hatte sie nur mal kurz in Augenschein genommen und auch nichts mit nach Hause genommen.

    Auf Ingos Einwand hin habe ich ihm (Ingo) nochmal was vor Ort ausgestochen und zugeschickt. Ingo ist sich sicher, das es die seltene Peltigera neckeri ist. Falls jemand von Euch noch einen anerkannten Flechtenspezialisten kennt, würde ich den gern noch mit ins Boot holen. Da es Bestrebungen gibt, den Heller als Naturschutzgebiet ausschreiben zu lassen, wären wir für jede seltene Art dankbar.

    Hier habe ich nochmal die Bilder und auch ein paar Bilder vom Umfeld.

    Die Peltigera frisch:


    Der Standort (kleiner Haufen Betonschutt rechts vom Korb):


    Die Peltigera im trockenen Zustand:


    Ich bin jetzt wirklich in einer Zwickmühle. Ich möchte keinesfalls Herrn Gnüchtel in irgendeiner Weise diskreditieren. Aber sein Gesundheitszustand am Tag des Ausflugs lässt mich schon an seinem Urteil zweifeln. Ich habe keine Ahnung von Flechten. Ingo hat mir jedoch (weiter oben im Thread) plausibel Unterschiede erklärt, die einfach Tatsachen sind. Andererseits ist Herr Gnüchtel hier in Dresden ein anerkannter Experte.

    Was würdet Ihr an meiner Stelle tun ?

    LG corne

  • Hallo Corne,


    ein professioneller Lichenologe mit Sitz in Sachsen ist Dr. Volker Otte vom Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz. Email: volker.otte@senckenberg.de


    Anbei noch ein Foto von den dunkelbraunen bis schwarzen Apothecien, die in Farbe und Form auch für Peltigera neckeri sprechen.


    Peltigera-Fund Corne, Apothecien


    Peltigera-Arten sind wegen ihrer großen Variabilität manchmal nur sehr schwer zu bestimmen. Im vorliegenden Fall kann die Entscheidung nach meiner Einschätzung aber nur zwischen P. neckeri und P. polydactylon fallen, wobei ich mich wegen verschiedener Details für P. neckeri entschieden habe. Die von Herrn Gnüchtel vorgeschlagene P. didactyla kommt dagegen wegen diverser vom Fund stark abweichender Merkmale überhaupt nicht in Frage.


    LG Ingo

  • Hallo Leute,


    Jetzt ist es amtlich! Dr. Volker Otte hat mir soeben die Peltigera neckeri bestätigt :ghurra:


    Vielen Dank lieber Ingo, dass Du da so hartnäckig dran geblieben bist! Damit hätten wir eine seltene Art mehr und somit auch ein Argument mehr auf dem Heller, um ihn vielleicht doch noch als NSG ausschreiben zu lassen.


    Liebe Grüße,

    Corne:gwinken:

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