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letzter Beitrag von Hagen Graebner am

Dungpilze und Hygiene (und Kultur)

  • Grüezi mitenand!


    Ich habe da mal eine Frage an die Dungis. Eigentlich finde ich die Dungpilze ja recht interessant. Zumindest diejenigen die Apothezien bilden. Aber ich könnte mich auch mit den Pyrenos anfreunden. Nur weiss ich nicht so recht wie ich mit dem Substrat umgehen soll. Solange man einen Bogen um die Fleischfresser macht sollte man sich ja wenigstens nicht die allerübelsten Parasiten einfangen. Aber vielleicht sieht das beim Wildschwein schon ganz anders aus. Gefährlicher als Stöckchen drehen oder im Laub wühlen ist es garantiert.


    Im Moment liege ich seit drei Tagen flach, ohne Medikamente hätte ich fast 39° Fieber. Mit Medis ist es zum aushalten. Seit heute weiss ich wieso: Hasenpest. Die Ärzte haben über beide Ohren gestrahlt als sie endlich auf die Diagnose gekommen sind. Ich hab's genau gesehen, trotz Maske. Ich war der Held des Tages. War richtig herzig, ohne Witz. Das sehen sie nicht alle Tage. Angesteckt habe ich mich natürlich nicht an Dung sondern durch einen Zeckenstich. Aber ich bin sicher dass man sich an Dungproben aus dem Wald genau so hässliche Sachen auflesen kann. Und 3 Katzen die gerne überall ihre Nase reinstecken habe ich auch noch.


    Darum würde ich gerne wissen wie ihr mit dem Zeug umgeht, wie ihr das einsammelt, ob ihr eure Werkzeug, Arbeitsflächen und Geräte regelmässig desinfiziert etc.

  • Oh je, Hasenpest! Davon hab ich noch nie gehört. In der Sache kann ich nichts beitragen, aber ich wünsch dir gute Besserung.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

  • Hallo,

    erstmal wünsche ich Dir gute Besserung! Hasenpest ,wußte gar nicht, dass es das gibt.

    Da waren die Ärzte richtig froh, galub ich dir, für dich eher weniger schön...

    Aber zum Thema Dungpilze:

    Ich bin ja noch nicht so lang dabei,aber ich handhabe es so:

    Ich sammle in leeren Filmdosen. Wenn ich Dung finde (nehme Reh, Hase und Wildschwein) dann "schubse" ich beim Sammeln mit einem Blatt oder Zewa (hab ich mit) in die Dose.

    Zuhause pack ich die in Roche Dosen, in dem ich den Dung einfach reinfallen lasse.

    Wenn ich den dann mikroskopiere, nehm ich meine normalen Werkzeuge, mikroskopiere und danach wasche ich sie mit Spüli auf und desinfiziere sie mit Isopropanol. Natürlich achte ich auch auf Hygenie beim Mikroskopieren, also vorher und hinterher Hände waschen, nicht ins Gesicht fassen und so.

    Aber sonst mach ich nix besonderes weiter, hatte auch nie Probleme. (Hab auch Kaninchen, auch beim Ausmisten hab ich mir da nie groß Gedanken gemacht, Hände waschen und gut , seit 25 Jahren ohne Probleme)

    Aber es gibt hier auch Spezialisten, bin gespannt wie die es handhaben nobi ...

    Also das ist nur meine Handhabe... mal sehen was die Anderen sagen...

  • Jetzt wo ich die richtige Diagnose und Behandlung habe finde ich die Hasenpest eigentlich fast lustig. Also angenehm ist es nicht, klar. Aber muss man erst mal schaffen, andere haben von den blöden Zecken Borreliose oder FSME, ich hol mir die Hasenpest. Wieso auch nicht. Allemal besser als FSME.


    Was machst du danach mit dem Zewa? Auch direkt in die Dose? Ich hab mit auch schon überlegt einen Löffel oder eine Briefmarkenpinzette mitzuführen aber ich weiss nicht so recht wie ich die verstauen soll wenn sie benutzt ist. Und ich habe keine Lust schon unterwegs die ganze Zeit darauf achten zu müssen was ich anfassen kann und was nicht.


    Und was kann man sich bei Dungpilzen holen ausser Darmparasiten und Durchfall durch Bakterien?


    Und was mich auch mal interessieren würde: Wie kultiviert ihr die? Bei mir gibt es zwei Möglichkeiten: Es gammelt (also anamorphes Zeug) oder es vertrocknet. Raumtemperatur? Offen, geschlossen, lose abgedeckt?

  • PhilEsc

    Hat den Titel des Themas von „Dungpilze und Hygiene“ zu „Dungpilze und Hygiene (und Kultur)“ geändert.
  • Schön, dass Du Dich weiter mit den "Dungis" beschäftigen willst, Philipp!

    Trotz Hasenpest, von der ich schon gehört, sie aber glücklicherweise nicht selbst erfahren habe.

    Darum würde ich gerne wissen wie ihr mit dem Zeug umgeht, wie ihr das einsammelt, ob ihr eure Werkzeug, Arbeitsflächen und Geräte regelmässig desinfiziert etc.

    Seit Jahren arbeite ich mit den gleichen zwei Präpariernadeln. Die werden nach getaner Arbeit mit einem feuchten Tuch abgewischt.

    Eine Maske trage ich nur im Supermarkt, nicht am Mikroskop. Auch keine Gummihandschuhe usw.

    Meist nutze ich eine Pinzette, um die Substratproben aufzusammeln und sie letztlich unters Mikroskop zu bekommen.

    Und was kann man sich bei Dungpilzen holen ausser Darmparasiten und Durchfall durch Bakterien?

    Nun, die keratinabbauenden Pilze der Onygenales sind nicht ohne! Da kann es durchaus zu Mykosen kommen.

    ABER.

    Ich arbeite seit ca. einem Vierteljahrhundert mit diesen Pilzen und hatte noch nie irgendwelche Symptome.

    Wie kultiviert ihr die? Bei mir gibt es zwei Möglichkeiten: Es gammelt (also anamorphes Zeug) oder es vertrocknet. Raumtemperatur? Offen, geschlossen, lose abgedeckt?

    Es muss weder gammeln, noch vertrocknen.;)

    Geschlossene lichtdurchlässige Gefäße bei Raumtemperatur sind zu empfehlen. Immer mal etwas Feuchtigkeit hinzufügen.

    Wie z.B. hier gezeigt.


    LG, Nobi

    Hier geht es zu meinen Themen.

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    Chips: 88 nach diversen Verlusten - 10 APR 2019 = 78 + 6 (150er Prämie APR 2019) = 84 -10 APR 2020 = 74

  • Wer nichts riskiert, kommt nicht nach Waldheim. Ich sammeln Pflanzenfresserkot schon einfach so auf, meistens ist der ja ziemlich trocken. Ich sammle in Frühstückstütchen, die nach Verwendung in den Biomüll und dann auf den Kompost kommen. Beim Mikrospieren treffe ich keine weiteren Vorkehrungen, natürlich lecke ich die Präpariernadeln nicht ab. Natürlich wäscht man sich immer mal die Hände. Ich bin ja in einem meiner diversen Hobbies auch noch bei den Kleintierzüchtern und hatte früher selber Kaninchen, gestern hab ich meiner Mutter ihre ausgemistet, dabei oder wenn ich nach einer Ausstellung die Halle kehre, nehm ich vermutlich mehr Kotpartikel auf als beim Mikrospopieren oder sammeln.

  • Grüezi


    Ja, wahrscheinlich bin ich zu heikel. Wobei, einfach so mit den Fingern werde ich das Zeug sicher nicht einsammeln. ^^

    Ich bin schon bisschen der Typ der sich immer ins Gesicht fasst. Zudem will ich auch ab und zu Zigaretten drehen oder so.


    Was sind Roche Dosen?


    Geschlossene lichtdurchlässige Gefäße bei Raumtemperatur sind zu empfehlen. Immer mal etwas Feuchtigkeit hinzufügen.

    Wie z.B. hier gezeigt.

    Danke, der Link ist super.

  • Hallo Phil!

    Hier sind wohl die durchsichtigen Plastikgefäße von Ferrero Rocher gemeint.

    Unsereiner nimmt die für Farben, Stifte, Knöpfe, Stickgarn uns sonstige Kleinteile.


    Das „Problem“ ist immer, dass sie zuvor geleert werden müssen. Harte Arbeit... ;)



    BTW: geht es Dir wieder besser, schlägt das Antibiotikum gut an?

  • Hi Tuppie


    Ja so, Rocher. Alles klar.


    Jep, mir geht's ganz gut. Ausser als ich die Packungsbeilage des Antibiotikums gelesen habe, da wurde mir kurz schlecht von all den möglichen Nebenwirkungen bis hin zu bleibenden Schäden. Aber bis jetzt habe ich keine. Letze Woche hatte ich dummerweise Urlaub, morgen gehe ich wieder arbeiten. Wenn ich unbedingt gewollt hätte hätt ich schon heute wieder gehen können. Aber ich war noch etwas wackelig auf den Beinen und zudem musste ich einfach anrufen und sagen dass ich nicht kann weil ich Hasenpest habe. Einfach zu lustig.

  • Unsereiner nimmt die für Farben, Stifte, Knöpfe, Stickgarn uns sonstige Kleinteile.

    Verschwendung !

    Kommt auf die Sichtweise an... ;)


    Aber bei Deiner Dungi-Zucht fällt mir auf, dass Du die „Schätzchen“ nicht in den Deckel legst. Das sei aber besser, um an die Proben dranzukommen, um zu schauen und Proben zu entnehmen.

    Ich hatte das bei meinem ersten und bisher einzigen Dungi-Versuch auch so gemacht, hat prima geklappt.

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