Cortinarien-Treffen im Altmühltal - Sonntag

Es gibt 11 Antworten in diesem Thema, welches 5.240 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Maria.

  • Beim Sichten meiner eigenen Fotos stellte ich fest, dass da schon so einiges zusammen gekommen ist und ich habe ja kaum fotografiert. Der Übersichtlichkeit wegen wäre es vielleicht besser die Berichte und Fotos nach Tagen zu unterteilen.


    Den Einstieg mit Cortinarien-Treffen im Altmühltal - Mittwoch und Donnerstag findet man hier,

    für Freitag hier

    und für Samstag hier.


    Liebe Grüße und ich hoffe, ich habe in Euer aller Sinne gehandelt.


    Maria

  • Ein paar Kleinigkeiten vom Trockenrasen:

    Arrhenia polycephala:

    Clavaria sp., graurosa:

    Clavulinopsis corniculata:

    Clavulinopsis microspora cf:

    Hodophilus foetens:

    Hygrocybe ceracea:

    Hygrocybe insipida:

    Macrolepiota affinis:

    Mycena pseudopicta:

    Pseudoclitocybe expallens:

    Ramariopsis minutula:


    Liebe Grüße

    Rudi

    aktuell vor dem APR21: 8 Punkte... Eintritt: 8-5= 3 Punkte - inzwischen durch Stummmalus 3-5= -2 Punkte

    Platz12 : +4P, Segmentwette: +4P, Pltzierungswette: +10P= 16 Chips

    wp.markones.de

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Karl.


    Mist. :gneutral:

    Demnach also Hodophilus foetens s.l.

    Oder würde man die Lamellen als entfernt stehend bezeichnen in der Gattung? Dann wäre ich nach dem Artikel bei unserem Fund am ehesten bei H. subfoetens.



    LG; Pablo.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Karl!


    Ich müsste das hier abschätzen, weil ich den Pilz ja nicht vorliegen habe. Komme aber so nach Bild auf ca. 20 Lamellen, die den Stiel erreichen.
    Als Samstags preview aus meinem Fundus dann gleich mal dieses PIlzchen, den hatte ich ja auch geknipst:



    LG, Pablo.

  • Hallo Liebe Freunde!


    ich rolle mal die schönen Tage vom Altmühltal von Hinten auf. Es war wunderschön! Danke nochmal an Maria für die Tolle Organisation!


    Am letzten Tag hieß es, es geht auf die Wiesen! Das ist natürlich was für den Enno, der die Wiesenpilze als seine Lieblinge erkoren hat. Aber es gab nicht nur Wiesenpilze zu bestaunen, seht selbst!


    Unser Begrüßungspilz an dem Tag, war eine Art welche ich selbst so noch nicht finden konnte.


    1. Tricholoma aurantium, Orangeroter Ritterling


    Ritterlinge gab es da überall, so konnten wir auch,


    2. Tricholoma batschii, den Fastberingten Ritterling finden



    Ein Dritter Ritterling im Bunde war:


    3. Tricholoma vaccinum, der Bärtige Ritterling


    Auch Blühtechnisch war noch etwas los, so zeigte uns Maria...


    4. Den Deutschen Kranzenzian, Gentianella germanica


    Und:


    5. Die Silberdistel, Carlina acaulis


    Bei den Fichten an der Wiese wuchsen auch noch, durch Ihren wunderbaren Marzipanduft gekennzeichnet,


    5. Wohlriechende Schnecklinge, Hygrophorus agathosmus


    Und Dann ging es los mit den Wiesenpilzen!


    Der Rudi fand einen Rötling, welcher sich unterm Mikroskop als...


    6. Flockenstieliger Rhombensporiger Rötling, Entoloma rhombisporum var. floccipes herraustellte. Dieses Artenaggregat wird derzeit von Nordeloos erneut überarbeitet, weshalb meine Bestimmung nur ein s.l. darstellt.


    Hier hänge ich nochmal ein paar Mikros dran:

    Sporen:

    (8.2) 9.3 - 10.1 (10.6) × 7.9 - 8.2 (8.3) µm

    Q = (1) 1.1 - 1.2 (1.3) ; N = 6

    Me = 9.5 × 8.1 µm ; Qe = 1.2


    Cheilozystiden:


    Kaulozystdiden:


    Und dann gabs die erste Erdzunge bzw. hier in dem Fall eine Haarzunge:


    7. Gemeine Haarzunge in der langsporigen Varietät, Trichoglossum hirsutum var. longisporum


    Auch hier noch ein Paar Mikros:

    Sporen:

    (162.6) 162.62 - 176.67 (176.7) × (5.3) 5.33 - 6.1 µm

    Q = (26.8) 26.84 - 33.17 (33.2) ; N = 3

    Me = 170.2 × 5.8 µm ; Qe = 29.3




    Mit Setae zwischen den Asci:


    Ein Überraschender Fund, war auf diesen Trichoglossum (Leider keine Makroaufnahme, da sich dieser befall erst in der Dose gebildet hatte):


    8. Hypomyces papulasporae, Hier geht der Dank an boccaccio der die Art erst kürzlich hier vorgestellt hatte. Bisher kannte ich nur Stephanoma strigosum an den Geoglossales!


    Weiter ging es mit einem Rötling mit schwach blauem Stiel:


    9. Poliertstieliger Zärtling, Entoloma poliopus var. parvisporigerum, eine Art welche wahrscheinlich nicht mehr lange auf diesen Namen hören wird, da diese sich ebenfalls lt. Nordeloos in Überarbeitung befindet.


    Auch hier nochmal ein paar Mikros:


    Sporen:

    (7.7) 8.5 - 10.3 (11.5) × (6.1) 6.4 - 7.7 (7.8) µm

    Q = (1.1) 1.2 - 1.5 (1.6) ; N = 30

    Me = 9.4 × 7.1 µm ; Qe = 1.3


    Cheilozystiden:


    Als nächstes fanden wir eine Art welche relativ einfach anzusprechen war und schon durch Ihr Äußeres gut gekennzeichnet ist:


    10. Zitzenrötling, Entoloma hebes


    Wunderschön und neu für mich waren auch diese Kerlchen hier:


    11. Lilastieliger Rötelritterling, Lepista personata


    Ebenfalls neu Für mich waren auch diese hier:


    12. Dattelbraune Ellerlinge, Cuphophyllus colemannianus


    Zum Schluss fanden wir noch eine wunderschöne Keule, welcher ich leider keinen "richtigen" Namen geben kann, da mir die Trennung dieser beiden Arten etwas Schleierhaft wirkt.


    13. Fleischfarbene Keulchen, Clavaria incarnata oder Clavaria messapica.


    Warum Schleierhaft?


    Die Sache ist leider ziemlich verzwickt. C. incarnata wurde in zwei Arten aufgeteilt, einmal in C. incarnata sensu auct. Ohne Leptozystiden Größeren Sporenmaßen mit Violettem Fleisch und mit vergelbung beim Exsikieren. Jetzt kommen wir zu meinem Problem und zwar die andere Art, Clavaria messapica heißt diewelche mit Leptozystiden, durchschnittlich kleineren Sporen, ohne vergelben im Exsikat und ohne Violettem Fleisch. Unser Fund hat diese "Leptozystiden" aber die Sporenmaße von C. incarnata, Besitzt kein Violettes Fleisch und wird schon etwas Gelblich beim Exsikieren. Die Gute Nachricht, von der C. messapica gibt es eine Sequenz, die Schlechte Nachricht von der C. incarnata sensu auct. Gibt es keinen Herbarbeleg und somit keine Sequenz des Originalmaterials. Die einzige Möglichkeit dass Ding zu Bestimmen ist selber eine Sequenz anzulegen und diese mit der von C. messapica zu Vergleichen. Sollte es aber nicht der Fall sein, dass die Sequenzen von C. messapica mit unserem Fund übereinstimmen, wird es noch verzwickter, denn scheinbar soll es noch eine 3. Art im Bunde geben, bei welcher ich noch nicht weiß ob sie schon veröffentlicht wurde. Möglicherweise kann ich das Keulchen sequenzieren lassen.
    Die Arbeit zu der C. messapica verlinke ich mal hier:
    https://www.researchgate.net/profile/Ivona_Kautmanova/publication/274706047_Clavaria_messapica_una_nuova_specie_del_sud_della_Puglia/links/552667650cf2628d5afdef5d/Clavaria-messapica-una-nuova-specie-del-sud-della-Puglia.pdf?origin=publication_detail

    Auch hier hänge ich mal die Mikros mit dran.


    Sporen:

    (6.9) 7.4 - 8.4 (8.5) × (4.8) 5 - 5.5 (5.7) µm

    Q = (1.4) 1.5 (1.7) ; N = 6

    Me = 7.9 × 5.2 µm ; Qe = 1.5


    "Leptozystiden"






    So dass soll es erstmal von mir hier gewesen sein.

    Liebe Grüße vom Enno  



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    Übers Internet verteile ich KEINE Essensfreigabe! Wer sich unsicher ist sollte einen Pilzsachverständigen aufsuchen!


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    • Offizieller Beitrag

    Hi,


    bei so viel tollen Bildern bleibt mir da "nur" noch ein Champi für den Sonntag nachzureichen. Sorry, dass ich jetzt erst dazu komme, hier ein paar Bilder einzustellen. Ich habe nun endlich die nötige Ruhe dafür.




    Das waren sehr stark rötende, stattliche Gesellen, die unter einer einzeln stehenden Fichte wuchsen. Die Bestimmung hat ein bisschen Mühe gemacht, weil ich ziemlich quetschen musste um die Cheilos genau zu sehen. Sie waren "septiert" mit Fußzellen, was mich dann zu Agaricus sylvaticusKleinsporiger Waldchampignon führte.


    l.g.

    Stefan

    • Offizieller Beitrag

    Schönen guten Abend!


    Famose Fundbearbeitungen, Enno. :thumbup:
    Schade, daß das rosa Keulchen nicht konkret bestimmt werden kann. Am besten lege ich mir das mal als "Clavaria incarnata s.l." ab.
    Bis sich das irgendwie klärt, aber solche Neotypisierungen sind immer schwierig.


    Den Champignon hatte ich mir tatsächlich auch kurz angeguckt, und dann beschlossen, nicht weiter zu beachten, Stefan. Aber gut dank dir zu wissen, was es denn nun war. Hätte ich bei der Größe nicht gedacht.


    Jetzt lass ich's aber auch mal noch mit ein paar BIldern krachen. Denn der Kracher an sich kam gleich zu beginn, das war diese Böschung:


    Das war die Stelle mit den ganzen Ritterlingen drauf.
    Und den Wohlriechenden Schnecklingen. da haben wir wohl alle die selbe Gruppe als Motiv genommen, kann das sein?
    Jedenfalls ist ein "Fremdgänger" in der Gruppe dabei. Dieser eine Fruchtkörper mit arg streifigem Hut, der ist mir allerdings auch erst auf den Bildern aufgefallen. Das könnte ein fruchtkörper einer anderen Art sein, der sich da reingeschummelt hat. ich weiß nur nicht was.
    Also hier zwischen Hygrophorus agathosmus (Duftschneckling):


    Die Ritterlinge wurden ja schon gezeigt, aber ich zeig' sie nochmal.
    Vor allem den Orangenen, von dem ich ja schon Tage zuvor rumfantasiert hatte. Besonderes Danke an Maria (und das enstprechende Mycel auf dem Hügel), mir diesen phänomenalen Erstfund zu ermöglichen.
    Tricholoma aurantium = Orangeroter Ritterling:





    Auch erst einmal vorher gefunden, der Fastberingte Ritterling (Tricholoma batschii s.l.):




    Der insgesamt häufigste Vertreter der Gattung an der Stelle war degegen mit den wenigsten Fruchtkörpern vertreten. Tricholoma vacccinum (Bärtiger Ritterling):


    Auf den Wiesen auch eine ganze Menge von eher kleinen Riesenschirmlingen, die eine Art aus der mastoidea - Gruppe sein müssten, und die ich wegen dem noch schlankeren Habitus und den ganz feinen, komisch fleischfarben - glimmerigen Hutschuppen am ehesten Macrolepiota affinis zuordnen würde:





    Tja, die richtigen Wiesenpilze waren ja nun alle schon gezeigt, da könnte ich jetzt auch nur die Motive von Rudi und Enno wiederholen.

    Einen habe ich noch, nämlich den ganz normalen Wiesenellerling (Cuphophyllus pratensis):

    ...inclusive Belichtungsschwierigkeiten. :gzwinkern:


    Jedenfalls: In diese Hölle steige ich jederzeit wieder gerne hinab. g:-)



    LG, Pablo.

  • Hallo Ihr Lieben,

    ein paar Fotos zum Sonntag kann ich noch beisteuern, so ein Foto von Euch als wir zu dem Hang mit den Ritterlingen kamen und ihr die ganzen Orangeroten Ritterlinge saht.


    Neben den Silberdisteln, ...


    ... dem Deutschen Kranzenzian, ....


    ... gab es auch noch den Fransenenzian (Gentianopsis ciliata), hier mit der Stängelloser Kratzdistel (Cirsium acaulon) im Hintergrund.


    Den Papageien-Saftling (Gliophorus psittacinus) fanden wir auch.



    Stellenweise ein Saftling und ein Ellerling neben dem anderen.



    Mittags verabschiedeten sich dann die meisten, nur Michl, Pablo und ich hatten noch nicht genug und so zogen wir noch einmal in den Wald.


    Bei dem hier weiß gar nicht mehr wer dies war (weitere Fotos hätte ich).


    Neben anderen Pilzen fanden wir auch Dunkelviolette Schleierlinge (Cortinarius violaceus s.l.).




    Im Nachhinein erstellte ich für mich aus den diversen Fundlisten eine Liste der gefundenen Cortinarien und staunte nicht schlecht. Insgesamt hatten wir genau 40 verschiedene Cortinarien gefunden und dies finde ich jetzt schon richtig super.


    Es waren wunderbare, sehr lehrreiche Tage in denen ich alte Freunde wieder traf und neue gewinnen konnte. Ich freue mich jetzt schon auf ein Wiedersehen :)


    Liebe Grüße


    Maria

  • Hallo Peter,


    wir waren im Altmühltal unterwegs - Silberdisteln sind hier in den entsprechenden Habitaten eigentlich überall anzutreffen. Es wachsen sogar zwei verschiedene hier.


    Liebe Grüße


    Maria


    Maria