Ungewöhnliche Mykorrhiza-Pilze

Es gibt 13 Antworten in diesem Thema, welches 3.430 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Schupfnudel.

  • Hi.


    Heute war ich bei meiner Familie zu Besuch. Eine Pilztour sollte das eigentlich nicht werden aber wenn da nunmal alles voll steht, was will man dann machen.


    Etwas seltsam finde ich aber zum Teil die Mykorrhiza vor Ort. Denn in dem Garten stehen zwei für meine Verhältnisse eher unytpische Bäume, die ich erst mal recherchieren musste.


    Ich zeige euch die mal und schreibe was ich vermute was es ist.


    Baum Nummer 1 ist wohl eine Korea-Tanne - Abies koreana. Korrekt?



    Der zweite potentielle Mykorrhiza-Baum im Garten steht 5 Meter daneben, getrennt durch einen Fußweg. Ich denke es ist eine Douglasie - Pseudotsuga spec. oder?




    So nun also zu den Pilzen.


    1. Unter beiden Bäumen stehen jede Menge Ringloser Butterpilze. Ich dachte aber die machen immer mit Kiefer - Pinus Mykorrhiza? Steht das irgendwo, dass einer der beiden Bäume mit denen paktieren darf?


    Nur ein Bild, Bestimmung ist aber sicher.


    2. Ebenfalls unter beiden Bäumen stehen Pilze mit Erdritterlingshabitus. Er riecht deutlich mehlig. Der gemeine kann es wohl nicht sein wein kein Pinus vor Ort? Gibt es da welche die mit Pseudotsuga oder Abies Mykorrhiza machen? Ich habe nur den Tiger-Ritterling gefunden als Option. Habe einen mitgenommen um zu gucken ob er verfärbt, bisher noch nix.


    Unter Abies:


    Unter Pseudotsuga:



    3. Den habe ich nur für Ditte mitgenommen. Ich sehe nur einen Risspilz ohne spermatischen Geruch unter der Douglasie. Wenn da nix weiter geht, kein Problem. :)





    4. Und der letzte ist kein Mykorrhiza-Pilz aber er wächst auf dem Douglasien-Zapfen. Das ist ok für den von mir vermuteten Mäuseschwanzrübling? Bilder sind leider nicht ganz perfekt, hatte nur das Handy dabei.




    Danke für die Aufklärung. :)


    LG,

    Schupfnudel.

    Bin lediglich fortgeschrittener Anfänger.
    Posts sind nicht als Essensfreigabe zu verstehen. :-]

  • Der Erdritterling ist einer der gilbenden Arten. Der kann mit sehr vielen Bäumen, daher mit Abstand der am häufigsten zu findende Erdritterling. Gerne auch in Gärten oder Grünstreifen 😉 Das Gilben stellt sich übrigens nur an vergammelnden Stellen, meist Frassstellen, ein. Sie trocknen nicht gelb ein.


    P.s.: T. terreum darf weder nach Mehl riechen noch schmecken.

  • GriasDi Schupfnudel,

    der Mäuseschwanz stimmt. Den hab ich auch schon an allerlei Zapfen gefunden.

    An Douglasie hatte ich auch schon einen Ohrlöffelstacheling.

    Die Nadeln der Douglasie riechen übrigens nach Zitrone beim reiben.

    An liabn Gruaß,

    Werner

  • Hi,

    Douglasienwald hab ich hier.

    Also :

    Auf Douglasienzapfen wächst alles , was auf Fichten,- und Kiefernzapfen auch wächst.

    Mit Mykorrhizapilzen ist es eher schwach.

    Ausser Rotfuß habe ich da noch nichts gefunden.

    Den anderen Baum kenne ich nicht.

    Gruß

    Norbert

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    Pilzbestimmung im Netz ist keine Essfreigabe

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  • Grüß dich, Schupfnudel (ich muss jedesmal lächeln über diesen Namen:)), also leider machst du mir damit keine große Freude, weil ich nämlich dazu nur sagen kann, dass das ein Glattsporer ist und möglicherweise schlicht eine recht glatte flocculosa. Kann aber auch gut eine andere Art sein, und da kämen dann circa 30 Arten in Frage.... sorry....

    Tja, aber Glattsporer ist ja immerhin auch eine Auskunft ;)- besser als gar keine jedenfalls.

    Ciao ciao Ditte

  • Und wenn mir ein netter Moderator noch sagen würde, warum ich mich auf einmal nicht mehr ausloggen kann, wär es sehr nett. Das untere Ende des Kontrollzentrums ist nicht mehr sichtbar.

  • Hallo.


    Die Douglasie scheint ja recht sicher zu sein, Danke auch für den Tipp mit dem Zerreiben der Nadeln! Die Korea-Tanne ist glaube ich auch richtig, mein Vater meinte auch er hätte die so benannt geschenkt bekommen, aber das haut nicht immer ganz hin, deshalb hatte ich nochmal verglichen. ^^


    Den Mäuseschwanzrübling hake ich ab. Geht also an Douglasie.

    Danke an Ditte fürs Drüberschauen auch wenn hier makroskopisch nichts weiter geht. Wegen dem Bug müsste man mal Beorn verlinken. Ich weiß leider nicht woran das liegt.


    Thomas:

    Woran erkennst du hier, dass das einer der gilbenden Ritterlinge ist? Ich habe da so meine Probleme. Den gemeinen schließe ich wegen fehlender Mykorrhiza und dem Geruch (Danke!) also aus. Steht in deiner schlauen Ritterlings-Monographie was zu gilbenden Arten unter Korea-Tanne oder Douglasie?

    Mittlerweile hat er sich an den Huträndern schwach verfärbt, allerdings eher rotbräunlich als gelb. Die Fraßstelle ist unverändert.


    Mittlerweile habe ich gelesen, dass einige Suillus-Arten auch mit Douglasie können. Explizit zum Ringlosen Butterpilz steht das aber nirgends was mich schon wundert. Ich dachte bisher ja auch, dass da Kiefern vor Ort sein müssen.


    LG.

    Bin lediglich fortgeschrittener Anfänger.
    Posts sind nicht als Essensfreigabe zu verstehen. :-]

  • Woran erkennst du hier, dass das einer der gilbenden Ritterlinge ist? Ich habe da so meine Probleme. Den gemeinen schließe ich wegen fehlender Mykorrhiza und dem Geruch (Danke!) also aus. Steht in deiner schlauen Ritterlings-Monographie was zu gilbenden Arten unter Korea-Tanne oder Douglasie?

    Mittlerweile hat er sich an den Huträndern schwach verfärbt, allerdings eher rotbräunlich als gelb. Die Fraßstelle ist unverändert.

    Unter allen Erdritterlingen haben die gilbenden Arten die bräunlichsten Hutfarben. Dazu der Geruch nach Mehl - da kommt nicht viel anderes in Betracht. Heilmann-Clausen schreiben, dass T. argyraceum als auch T. scalpturatum mit sehr vielen Bäumen vorkommen können.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Schupfnudel!


    Was steht den in den Nachbargärten so an Bäumen rum?
    Auf dem Bild von dem Douglasienstamm meine ich noch links was Strauchartiges zu sehen, die Blätter könnten zB zu einer Hainbuchenhecke gehören. Ob's da vielleicht doch noch irgendwo eine kleine Kiefer in Nachbars Garten gibt? Die Fruchtkörper von Mykorrhizapilzen können durchaus auch mal bis zu 20 Meter entfernt vom Stamm des Partnerbaums gebildet werden.


    Weil die ringlosen Butterpilze gehören schon zu Kiefern, Ausreißer sind tendenziell schon mal möglich, aber mit exotischen, ansonsten schlecht ins hiesige Biom eingebundenen Arten?

    Hainbuche wäre zB für gilbende Erdritterlinge (egal ob scalpturatum oder argyraceum oder inocyboides) ein geeigneter Mykorrhizapartner.



    Lg; Pablo.

  • Woran erkennst du hier, dass das einer der gilbenden Ritterlinge ist? Ich habe da so meine Probleme. Den gemeinen schließe ich wegen fehlender Mykorrhiza und dem Geruch (Danke!) also aus. Steht in deiner schlauen Ritterlings-Monographie was zu gilbenden Arten unter Korea-Tanne oder Douglasie?

    Mittlerweile hat er sich an den Huträndern schwach verfärbt, allerdings eher rotbräunlich als gelb. Die Fraßstelle ist unverändert.

    Unter allen Erdritterlingen haben die gilbenden Arten die bräunlichsten Hutfarben. Dazu der Geruch nach Mehl - da kommt nicht viel anderes in Betracht. Heilmann-Clausen schreiben, dass T. argyraceum als auch T. scalpturatum mit sehr vielen Bäumen vorkommen können.

    Danke Thomas. Da muss ich dann mal drauf achten.


    Beorn

    Die Sträucher sind ein guter Tipp, da muss ich nochmal gucken. Aber Bäume von den Nachbarn kann ich ausschließen. Hinter dem Zaun ist ein Betrieb, da stehen keine Bäume. Der Nachbar links hat vorne am Haus einen gepflasterten Parkplatz und keine Bäume. Nach hinten weg ist das Haus vom Vater und eine Garage die tiefer liegt. Dahinter lediglich Obstbäume. Deshalb bin ich ja verwirrt. Vlt versteckt sich irgendwo im Gebüsch eine Mini-Kiefer aber da würden die Wurzeln sicher nicht bis vor unter die Korea-Tanne reichen wo die Butterpilze ebenfalls stehen. Sehr mysteriös das ganze.


    LG.

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    • Offizieller Beitrag

    Salve!


    Also klar, die Wurzeln eines kleinen Bäumchens reichen sicher nicht besonders weit. Das Pilzmycel kann aber durchaus einige Meter jenseits der Baumwurzeln machen, das ist ja im Boden auch stets auf der Suche nach weiteren Andockstellen ("2 Mykorrhizapartner sind besser als einer"). Eventuell steht ja tatsächlich irgendwo eine kleine Kiefer, und in Ermangelung weiterer Andockmöglichkeiten in der Umgebung knüpft der Pilz halt doch irgendwie bei der Douglasie oder der Tanne an.



    Lg; Pablo.

  • Hi.


    Das wäre eine plausible Erklärung. Ich schaue wenn ich wieder vor Ort bin mal ob sich da nicht doch irgendwo eine kleine Kiefer versteckt und gebe dann nochmal ein Update.


    LG.

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  • Hi,

    Die verstecken sich manchmal gut.

    Ich fand mal einen Butterpilz an einem Grundstücksrand vor einer Hecke - irgendwas fremdes an Gewächs.

    Es liess mir keine Ruhe , da schlich ich mich später aufs fremde Grundstück und da stand 3 Meter weiter so eine 30cm hohe Mini-Zierkiefer.

    Gruß

    Norbert

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