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letzter Beitrag von Beorn am

es schleimt und pilzt

  • Moin zusammen, gestern Abend wollte ich nur noch mal zwanzig Minuten eine kleine Gassirunde machen. ein paar Minuten länger sind dann schon geworden. Der Wald trieft und aus allen Knopflöchern Pilze und schleimt es. Und ein Kopfzerbrecher war auch wieder dabei. Vielleicht könnt Ihr helfen, naja und Ulla bei den Schleimern.


    Der nasse Wald ist ganz großartig. Nur die Zecken fühlen sich nicht so wohl und suchten Schutz auf dem Hund. 16 Stück habe ich angesammelt.


    Dauerporlinge


    Ein weißer Schleimpilz, der aus lauter Kügelchen bestand. Leider wohl schon im Vergehen.


    Blutmilchpilze


    Den Blutmilchpilzen ähnlich aber das rot passt nicht-oder ein Unfall?


    Und noch ein bisschen Hexenbutter.


    Dann war da dieser Pilz, den ich zunächst bei den Schüpplingen oder Flämmlingen vermutete. Aber heute früh habe ich festgestellt, dass er helles Sporenpulver hat. Nun hab ich keine Idee mehr. Was mag das sein?






    Den ersten Frauentäubling der Saison gab's auch.


    Violette Täublinge mit schwach scharfen Lamellen, sonst mild. Sporenabwurf ist in Arbeit



    Einen pastell rötlich-grünlich gefärbten milden Täubling gab es auch. Auch der sport hoffentlich aus.




    Der erste Mehlräsling: Mit übelstem Geruch nach ranzigem Mehl. Aber wenn man sich überwindet, den in die Pfanne zu tun, ist das kein Fehler. Mir schmeckt er. Vorausgesetzt natürlich, man ist zu 100% sicher, dass es kein giftiger Trichterling ist.


    Außerdem gab Waldfreundrüblinge, Lärchenröhrlinge, Graue Wüstlinge (die gibts gerade bei "Was bin ich") Wulstlinge natürlich und bis auf zwei - madige Perlpilze.

    Und mein Lieblings-Kiefernbraunporling hinter dem Garten entwickelt sich prächtig. Was will frau mehr?!


    Die Gemüsepfanne wurde dann auch noch ein wenig bereichert:

  • Danke Stefan, das werde ich heute Abend tun. Vielleicht ist das Sporenpulver auch ganz hellrosa. Der ist so geizig und gibt nichts her. Auch unter dem Mikroskop fast nur unreife Sporen an den Basidien. Aber da steht noch ein weiterer kleiner Pilz. Den lasse ich noch ein paar Tage wachsen, mal sehen, ob das noch ergiebiger wird.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


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  • Hallo Claudia,


    wenn ich mir so die rostigen Lamellen auf dem ersten Foto ansehe, wäre ein Vergleich mit dem Brandigen Ritterling Tricholoma ustale eventuell auch anzuraten. Den hatte ich aber bisher nur einmal in der Hand.


    Beste Grüße

    Stefan

  • Huhu wutzi,


    vlt. magst du den kleinen braunen ja noch mal etwas durchkauen ob der dieses mal denn bitter schmeckt so wie es sich gehört. Lärchen nebenan vorausgesetzt. :)


    Hoffen wir mal, dass ich nicht wieder grob daneben liege.


    LG.

    Bin lediglich fortgeschrittener Anfänger.
    Posts sind nicht als Essensfreigabe zu verstehen. :-]

  • Hallo Stefan, danke für die Idee. Aber der ist es nicht. Den kenne ich ganz gut. Ich schätze mal Schupfi hat diesmal den richtigen Riecher.


    Ja, ja, Lärchen gibts da auch. Wie fies von Dir Schupfi, dass Du Recht haben musst, mit deiner Vermutung. Und ich hab jetzt 'nen ganz unangenehmen Geschmack. Da hilft nur ein:kaffee:.

    Danke! Komisch, der Lärchenritterling den ich letzte Woche gefunden habe, hatte kaum Ähnlichkeit- bis auf die Stielschüppchen. Ich schätze mal, dass ich ihn ihn Zukunft Wiedererkennen kann.


    Hallo Wutzi,

    der weiße Schleimer ist nicht im Vergehen! Er formt sich erst aus und reift dann!

    LG Erwin

    Danke Erwin. Da hab ich wieder was gelernt!

    Lieben Gruß


    Claudia


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  • MoinMoin!


    Hui, aber auch der sieht wieder recht ungewöhnlich aus für einen Lärchenritterling (Tricholoma psammopus). Insbesondere das grauende, zur Basis hin sogar schwärzlich verfärbende Stielfleisch ist ja mysteriös. Bräunend ja, das kommt vor, aber dieser Farbton ist erstaunlich. Mit so deutlich gerippten Huträndern hatte ich die Art auch noch nicht, ebensowenig mit so deutlich zum Untergrund kontrastierenden Stielschuppen. Zum vergleich mal ein paar Bildchen von recht typischen Tricholoma psammopus:





    Da ist der Pilz oben doch in wesentlichen Punkten anders.
    Seltsamer Fund. Ein besser passender Ritterling mit filzig - schuppiger Hutoberfläche, solchen Farben und grauendem Stielfleisch fällt mir allerdings nicht ein...
    Ob man eventuell mal noch ein paar der verfärbenden Raslinge (Lyophyllum s.l.) durchgehen sollte?



    LG; Pablo.

  • Danke Pablo,

    da hilft wohl nur abwarten, bis der zweite Pilz an der Fundstelle groß genug ist und sein Sporenpulver reichlicher verschenkt. Ich gkenne gerade einmal zwei Raslingsarten und dass in der Gattung verfärbende sind, lerne ich gerade von Dir. Aber ich werd mal die Suchmaschinen dieser Welt befragen. Auf alle Fälle wieder etwas Spannendes.

    Lieben Gruß


    Claudia


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  • Hallo Claudia,

    welche zwei Raslingsarten du kennst, weiß ich jetzt nicht. Aber der Weiße und der Graue Büschelrasling wären keine Raslinge im engeren Sinne, u. a. da sie nicht schwärzen, wie echte Raslinge das zu tun pflegen. Der Weiße wurde glaube ich sogar schon aus der Gattung Lyophyllum ausgegliedert.

    Der zweite deiner Täublinge sieht aus wie der Fleischrote Speisetäubling (R. vesca). Makrochemisch kannst du ihn mit Eisensulfat (freudig lachsorange), mikroskopisch durch Crins-Haare in der Huthaut und besonders kleine Sporen schnell knacken. Außerdem zeigt er anscheinend seine Zähne, was R. vesca ja oft macht.

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Hallo Claudia,

    Zu Deinen Funden von der Lycogala: Wenn die noch nicht reif sind, sondern im Innern noch schleimig sind, dann konnen sie leicht vom Regen weggewaschen werden,

    da bleiben dann so rotliche Reste übrig wie auf Deinem Foto.

    Zu dem weiße Schleimi hat Erwin hat schon was gesagt. Der kann natürlich auch durch den Regen leiden, sodass Du ihn gar nicht wieder findest. Wenn die Stelle gerschützt ist, könnte er noch ausgereift sein.

    LG Ulla

  • Hallo Claudia,

    Zu Deinen Funden von der Lycogala: Wenn die noch nicht reif sind, sondern im Innern noch schleimig sind, dann konnen sie leicht vom Regen weggewaschen werden,

    da bleiben dann so rotliche Reste übrig wie auf Deinem Foto.

    Zu dem weiße Schleimi hat Erwin hat schon was gesagt. Der kann natürlich auch durch den Regen leiden, sodass Du ihn gar nicht wieder findest. Wenn die Stelle gerschützt ist, könnte er noch ausgereift sein.

    LG Ulla

    Danke Ulla. Also ein Regenunfall==Gnolm7. Wieder ein Rätsel gelöst. Ich habe heute ganz zarte Schleimer entdeckt. Aber ich muss erst einmal meine Täublings-Hausaufgaben machen, bevor ich einen neuen Thread aufmache. Es ist so herrlich nass im Wald und die Pilze sprießen. Jetzt kommen auch die Pfifferlinge. Eigentlich möchte ich nur noch draußen sein.

    Lieben Gruß


    Claudia


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  • Hallo Claudia,

    welche zwei Raslingsarten du kennst, weiß ich jetzt nicht. Aber der Weiße und der Graue Büschelrasling wären keine Raslinge im engeren Sinne, u. a. da sie nicht schwärzen, wie echte Raslinge das zu tun pflegen. Der Weiße wurde glaube ich sogar schon aus der Gattung Lyophyllum ausgegliedert.

    Der zweite deiner Täublinge sieht aus wie der Fleischrote Speisetäubling (R. vesca). Makrochemisch kannst du ihn mit Eisensulfat (freudig lachsorange), mikroskopisch durch Crins-Haare in der Huthaut und besonders kleine Sporen schnell knacken. Außerdem zeigt er anscheinend seine Zähne, was R. vesca ja oft macht.

    FG

    Oehrling


    Hallo Oehrling, na klar. Ich kenne natürlich nur die Raslinge, die keine sind==Gnolm6.

    Beim Fleischroten Speisetäubling bin ich Deinen Vorschlägen gefolgt. Und siehe da: Er ist es




    Dass die gern die Zähne zeigen hatte ich bereits gelernt, aber der Grünstich in der Huthaut war mir suspekt. Ich schätze, dass ich den jetzt wiedererkennen kann, im Zweifel dank Eisensulfat. Danke, Oehrling!


    Der Violette Täubling ist noch in Arbeit, ebenso wie der Lärchenritterling und der Risspilz. Ganz schön mühselig und neue unbestimmte Funde harren ihrer Bearbeitung. Für Anfänger ist das ziemlich zeitraubend.

    Lieben Gruß


    Claudia


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    Einmal editiert, zuletzt von Wutzi ()

  • Hallo Claudia,

    toll dass du den Fleischroten Speisetäubling hast dingfest machen können. Die Sporengröße liegt im Rahmen der Erwartung. Aber dein Bild von der Huthaut zeigt gar keine Endglieder. Wahrscheinlich hatte das Stück Huthaut mit der Unterseite nach oben, also falsch herum, auf dem Objektträger gelegen. Dann sieht man nicht die für die Bestimmung notwendigen Elemente, nur kreuz und quer liegende Hyphen. Das Huthautbild muss etwa so aussehen wie eine Strubbelfrisur oder Stromschlagfrisur, damit man die relevanten Elemente gut sieht.

    FG

    Oehrling

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  • Hallo Claudia,

    toll dass du den Fleischroten Speisetäubling hast dingfest machen können. Die Sporengröße liegt im Rahmen der Erwartung. Aber dein Bild von der Huthaut zeigt gar keine Endglieder. Wahrscheinlich hatte das Stück Huthaut mit der Unterseite nach oben, also falsch herum, auf dem Objektträger gelegen. Dann sieht man nicht die für die Bestimmung notwendigen Elemente, nur kreuz und quer liegende Hyphen. Das Huthautbild muss etwa so aussehen wie eine Strubbelfrisur oder Stromschlagfrisur, damit man die relevanten Elemente gut sieht.

    FG

    Oehrling

    Dein Lob baut mich auf, zumal ich mit dem violetten Täubling keinen mm weiter gekommen bin. Ich werde die Mikrobilder und Sporenpulver demnächst hier vorstellen. Vielleicht hast du ja eine Idee dazu oder Karl. Beim Mikroskopieren der HDS tu ich mich schwer. Entweder ist das Präparat zu kompakt oder es ist nicht das zu sehen, was gesehen werden soll. Ich arbeite aber weiter dran.

    Lieben Gruß


    Claudia


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  • Ha, bei deinem violetten Täubling brauchst du halt die Sporenpulverfarbe. Wenn die cremefarben ist, sollte das in Richtung R. grisea gehen. Ein anderer violetter mit cremefarbenem Spp wäre R. brunneoviolacea. Wenn die Spp-farbe weiß wäre, kämest du um den Frauentäubling fast nicht herum. Aber mit der Combo aus mildem Fleisch & schärflichen Lamellen müsste das eigentlich R. grisea sein.

    FG

    Oehrling

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  • Ha, bei deinem violetten Täubling brauchst du halt die Sporenpulverfarbe. Wenn die cremefarben ist, sollte das in Richtung R. grisea gehen. Ein anderer violetter mit cremefarbenem Spp wäre R. brunneoviolacea. Wenn die Spp-farbe weiß wäre, kämest du um den Frauentäubling fast nicht herum. Aber mit der Combo aus mildem Fleisch & schärflichen Lamellen müsste das eigentlich R. grisea sein.

    FG

    Oehrling

    Nein Oehrling, das Sporenpulver war nicht weiß sondern cremefarben. Ich habe außerdem ein paar Bilder vom Innenleben gemacht. Alles zusammen ist R. grisea ziemlich wahrscheinlich. Diesen Täubling kannte ich noch nicht und ich hätte ihn wohl auch nicht selbst gefunden, da die Huthaut offenbar ziemlich variabel ist un d oft leider nicht so violett wie in meinem Fall. Hab Dank für Deine Hilfe!



    Lieben Gruß


    Claudia


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  • MoinMoin!


    Hui, aber auch der sieht wieder recht ungewöhnlich aus für einen Lärchenritterling (Tricholoma psammopus). Insbesondere das grauende, zur Basis hin sogar schwärzlich verfärbende Stielfleisch ist ja mysteriös. Bräunend ja, das kommt vor, aber dieser Farbton ist erstaunlich. Mit so deutlich gerippten Huträndern hatte ich die Art auch noch nicht, ebensowenig mit so deutlich zum Untergrund kontrastierenden Stielschuppen. Zum vergleich mal ein paar Bildchen von recht typischen Tricholoma psammopus:

    Hallo Pablo, hier kommen ein paar Bilder vom zweiten Exemplar: Gestern vor Ort und heute nach einer Kühlschranknacht aufgeschnitten. Ich denke schon, dass es der Lärchenritterling ist.







    Lieben Gruß


    Claudia


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  • Hallo, Claudia!


    Prima, jetzt bin ich auch voll auf deiner Schiene. Das Stielfleisch dunkel braun bräunen: OK. Hutoberfläche filzig und aufschuppend: OK. Hutränder etwas gerippt: Gehört dann wohl einfach zur Variationsbreite, auch wenn ich's so noch nicht beobachtet hatte. Passt insgesamt doch alles zusammen. :thumbup:



    LG; Pablo.

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