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letzter Beitrag von romana am

Rindenpilze und Porlinge

  • Hallo,

    nachdem ich jetzt zwei Wochen nicht in den Wald konnte, weil ich krank war, hab ich mich heute in den Wiener Prater begeben, um zu sehen, was derzeit so wächst. Es war relativ mager, fast keine Pilze, doch dann hab ich mich erinnert, dass ich ja noch ein paar Rindepilze und Porlinge für Pablo suchen könnte, damit sich die Sendung auch auszahlt.

    Hier nun meine heutigen Funde:


    1. Der erste Rindenpilz hat rosa Farbe und wächst an mir unbekanntem Laubholz. Er erinnert mich entfernt an Peniophora incarnata, aber das ist natürlich nur eine Vermutung.





    2. Den zweiten Rindenpilz fand ich auf der Unterseite eines sehr morschen Holzstückes, er sieht spinnwebartig aus und sagt mir gar nichs.





    3. Gleich daneben (40cm entfernt) wuchs folgender Rindenpilz an einem sehr morschen Stammstück - möglicherweise der gleiche?




    4. Ein Porling, vermutlich Physisporinus sanguinoletus, denn zuhause hatte er sich rosa verfärbt.





    5. Dann fand ich noch einen gelblichen Rindenpilz, der mich an Coniophora puteana erinnert, weil er sich älter nach graubraun verfärbt.





    6. Zuletzt fand ich an einer schon lange gestürzten Pappel auf der dem Boden zugewandten Seite einen rotbraunen Porling, zu dem mir auch gar nichts einfällt.





    So, lieber Pablo, nun darfst du wählen, welche Pilze dich interessieren. Ich werde jedenfalls alle noch mikroskopieren, um sicher zu gehen, dass sie auch reif sind.

    Alle Pilze wuchsen an Laubholz in einem Auwald.

    Alle anderen dürfen natürlich auch ihre Meinungen abgeben - bin schon gespannt, ob meine heutigen Funde einen Namen bekommen!


    LG

    romana

    103-15 APR2017+17(3.Platz)+2(Wette)=107-1(OBR)-15 APR2018=91+13(3.Platz)+8(Wetten)=112-2+7(Wette)=117-15 APR2019=102+8(8.Platz)

  • Hallo, Romana!


    Du kannst mir die gerne alle schicken.
    Bei einigen wird's dann schnell klar sein, so wird sich der erste mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit als Cylindrobasidium laeve zu erkennen geben.
    Beim zweiten kann es passieren, daß gar nichts raus kommt, weil der noch kein hymenium entwickelt haben könnte (also keine Basidien, keine Sporen und dann leider unbestimmbar).

    Der dritte sieht aber durchaus hübsch aus, da bin ich mal gespannt.

    4 ist vermutlich eine Ceriporiopsis, die muss man eh mikroskopieren, um zu einer Artbestimmung zu kommen.

    5 ist auch makroskopisch schon recht klar (wie du vermutest Coniophora puteana), kann man also einfach rasch bestätigen.

    6 würde ich vorab mal eine Ceriporia vermuten - die müssen natürlich auch immer unters Mikro (aßer ganz typische Ceriporia excelsa und reticulata).



    LG; Pablo.

  • Hallo Pablo,

    heute habe ich im Prater noch einen Rindenpilz gefunden, der für dich interessant sein könnte. Er ist gelb und wuchs an Laubholz.

    LG

    romana





    103-15 APR2017+17(3.Platz)+2(Wette)=107-1(OBR)-15 APR2018=91+13(3.Platz)+8(Wetten)=112-2+7(Wette)=117-15 APR2019=102+8(8.Platz)

  • Hallo!


    Cylindrobasidium laeve ist zusammenhängender, nicht so aufkrümelnd wie hier.
    Das schaut eher nach einer Anamorphe aus, dann habe icch in den meisten Fällen keine Chance. Aber schick es ruhig trotzdem mit, ein paar anamorphe Stadien von Rindenpilzen kenne ich und kann sie einordnen. So zB das anamorphe Stadium von Granulobasidium vellereum, das durchaus sehr ähnlich aussieht wie dein Fund:




    LG, Pablo.

  • Hallo Pablo,

    ich habe noch einen Beleg vom 9. April 2017 aus dem Wiener Prater gefunden, der für dich interessant sein könnte. Wenn ich darf, schicke ich dir auch den noch mit, dann ist das Päckchen wirklich voll genug.

    Ich werde es diese Woche abschicken und freu mich schon auf deine Ergebnisse!

    LG

    romana




    103-15 APR2017+17(3.Platz)+2(Wette)=107-1(OBR)-15 APR2018=91+13(3.Platz)+8(Wetten)=112-2+7(Wette)=117-15 APR2019=102+8(8.Platz)

  • Servus!


    Nun auch hier - endlich - die Auflösung... Zumindest, soweit es möglich ist.

    Erstens: Erster Pilz im Starbeitrag.
    Geht schon mal gut los:



    Da kann ich nicht mehr bieten als Corticium cf roseum.

    Weil in mehreren Präparaten keine einzige Spore zu finden ist. Theoretisch gibt es noch zwei Arten (wenn denn beide tatsächlich eigene Arten sind), die sich wohl nur durch kleinere Sporen von Corticium roseum unterscheiden. Bis darauf sieht der so aus, wie andere Kollektionen von Corticium roseum, also würde ich da schon zu der häufigsten Art tendieren, aber eben ein cf stehen lassen.


    Pilz 2:
    Besteht ausschließlich aus Hyphen. Keine Sporen (weder Konidien, noch geschlechtliche, noch irgendwas). Auch keine Basidien, Zystiden und Sonstiges, sondern einfach nur Hyphen. Könnte man also höchstens genetisch irgendwie einzuordnen versuchen.


    Pilz 3:

    ist Gloiothele lactescens:





    Der beleg sah makroskopisch etwas komisch aus, aber mikroskopisch ist die Kollektion dafür eindeutig.


    Pilz 4 & Pilz 6:
    Ist beides das Gleiche, wenn auch wohl in unterschiedlichen Entwicklungsstadien der Fruchtkörper.
    Beides ist Ceriporiopsis gilvescens.


    Pilz 5:
    Wie schon vermutet, ist das Coniophora puteana.


    Dann kommt der Pilz in Beitrag #3:
    Auch da waren wir schon in der richtigen Richtung unterwegs. Das ist Granulobasidium vellereum im letzten Zerfallsstadium. Also quasi aus nichts anderem mehr bestehend als aus den dickwandigen, cyanophilen Chlamydosporen - mit ganz vereinzelten Basidiosporen dazwischen, also dünnwandig und undeutlich warzig. Ohne die hätte cih da gar keine Bestimmung vornehmen können. g:-)


    Der letzte Pilz, in Beitrag #6 ist dann wieder was Hübsches (und eher Seltenes). Das ist Fibrodontia gossypina:



    Auch da wäre es mal interessant zu wissen, wie viele Nachweise für den es in Österreich bisher gibt. Dürften auch nicht allzu viele sein, denke ich.



    LG, Pablo.

  • Hallo Pablo!

    Danke für die Bestimmung meiner Funde! Da sind ja doch ein paar interessante Sachen dabei. Hätte nie gedacht, dass beide Porlinge C. gilvescens sind, so unterschiedlich, wie die aussehen. Tja, so sind sie halt, die Pilze - immer tarnen und täuschen...

    In der Datenbank der Pilze Österreichs (die ja schon einige Zeit nicht aktualisiert wurde...) sind neun Funde von Fibrodontia gossypina, im Herbarium der ÖMG erst zwei aus dem Burgenland. Für Wien ist das also ein Erstfund bzw. der erste bestätigte Fund.

    Auch Gloiothele lactescens ist noch nicht oft ins Herbar gekommen, aber es gibt auch nicht viele Pilzkundler, die sich Rindenpilze ansehen. Ich tu mir noch recht schwer mit ihnen, da muss ich noch üben.

    Ich finde es wirklich toll, wie schön du die Dokumentationen machst und kann dir gar nicht genug danken für dein Engagement!

    Liebe Grüße,

    romana

    103-15 APR2017+17(3.Platz)+2(Wette)=107-1(OBR)-15 APR2018=91+13(3.Platz)+8(Wetten)=112-2+7(Wette)=117-15 APR2019=102+8(8.Platz)

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