Was für Pilze stehen auf unserer Pferdewiese?

Es gibt 68 Antworten in diesem Thema, welches 15.460 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Lobel.

  • Hallo,

    seid wenigen Tagen stehen einige dieser Pilze auf unserer Pferdewiese im sonnigen Bereich im Gras. Die Wiese wurde seid ca. 4 Wochen nicht mehr beneidet. Was sind das für Pilze? Sind sie für Pferde oder Menschen giftig? Wie ist die Vermehrung? Wie kann ich unter Umständen eine weitere Ausbreitung vermeiden ( ohne Chemie)?

    Über euer Fachwissen würde ich mich sehr freuen. Wir sind Laien in diesem Gebiet. Seid 30 Jahren halten wir Pferde, hatten aber noch nie eine Invasion mit solchen Pilzen...

  • Sieht nach einer Hallimasch-Art aus, aber nur mit diesen Bildern sehr unsicher. Sollte Hallimasch stimmen, dann ist er roh für den Menschen giftig, wenn auch nicht besonders stark. Bei Zubereitung von min. 20 - 25min ist er aber genießbar und für mache ein echter Leckerbissen. Es gibt aber auch Menschen, die ihn auch dann nicht vertragen.


    Wenn es Hallimasch ist, müsstet Ihr den gesamten Boden Eurer Weide austauschen, sonst kommen die Fruchtkörper immer wieder. Ob er für Pferde giftig ist, weis ich nicht, aber ein Tierarzt sollte das wissen.


    LG Mischa

  • Das war parallel. Montag kommt der Tierarzt zum jährlichen impfen, da frag ich direkt mal nach. Danke schon mal. Werde morgen früh noch mal Fotos von der Seite und von unten machen zur Sicherheit und in die Gruppe stellen.

    Bodenaustausch wird aufwendig sein.

    Hoffentlich wird das nicht nötig.

  • Das weißlich verfärbte Gras rundherum (vom Sporenpulver) ist ein weiters Indiz neben den Hüten selbst.


    Also, ich meinte: bis die Pilze das Holz aufgefuttert haben.

    Im Boden wird nicht unbedingt wie wild überall Holz rumliegen, halt mal so die Reste von einem Baum, der da mal gestanden hat oder sowas.

    Gruß,
    Marion


    Nein, ich esse meine Pilze nicht! :gklimper:
    Aber was essen meine Pilze? :gkopfkratz:

  • Na ja, zur Panik besteht erstmal kein Anlass. Wichtig ist neben der Auskunft des Tierarztes, die Feststellung der genauen Art. Das ist letztlich auch mit aussagekräftigeren Bildern immer fehleranfällig.

    Am Besten wäre Du suchst im Internet nach einem PSV (Pilzsachverständigen) in Deiner Nähe und bringst ihm einige möglichst vollständige Fruchtkörper vorbei. Er kann Dir dann eine genaue Artenbestimmung liefern, auf die Du Dich dann auch hundertprozentig verlassen kannst. Davon hängen dann die weiteren notwendigen Maßnahmen ab. Nicht alle Hallimasch-Arten verhalten sich gleich. Drücke Euch die Daumen.


    LG Mischa

  • Hallo,

    Wir haben heute diverse Wiesen auf Saftlingssuche abgegangen.

    Auf jeder Wiese standen dort , wo mal Sträucher im Boden waren , auch Hallimasch.

    Wenn der für Weidetiere gefährlich wäre , würde man jeden Spätherbst von verendeten Pferden und Kühen hören.

    ist aber nicht so - also keine Panik.

    Eure Pilze sind auch eindeutig Hallimasch.

    Grüße

    Norbert

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    Pilzchips = 100 -5 APR 2015 +12 APR 2016 = 107 -7 Für APR 2017 = 100 + 5 APR 2018 =105 +5 APR 2019 =110+6 APR 2020=116+5+4 APR2021=125

    -15 für APR 2022 = 110

    Pilzbestimmung im Netz ist keine Essfreigabe

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  • DE 59555 Lippstadt: Frau Barbara Thiele , Schulenburgstr. 6, DE 59555 Lippstadt,
    Tel: 02941-2735462, Mobil: 0176-82280304, thiele.barbara@yahoo.de


    DE 59581 Warstein-Hirschberg: Herr Dietrich Smolinski , Langenbruch 25, DE 59581
    Warstein-Hirschberg, Tel: 02902-9111808, Mobil: 0171-9085358,
    Vielleicht ist dies hier für Dich noch näher. Das sind PSV.


    LG Mischa

  • Nun ja, so ganz entspannt wäre ich nicht wegen der Pferde. Zumindest für Schweine ist Hallimasch tödlich. So habe ich das bisher oft gelesen.

    Vielleicht sind Pferde vorsichtiger und futtern nicht alles in sich hinein...

  • Hallo Rudi,

    das erste Mal habe ich das vor bestimmt 30 Jahren in einem Pilzbuch gelesen. Wenn Du nach "Hallimasch" und "Schweine" googelst findest Du bereits unzählige Treffer.

    Habe zwar ad hoc keine Publikation oder keine wissenschaftliche Seite gesehen, glaube aber nicht, dass das alles nur voneinander abgeschriebene Fakes sind.

  • Zitat

    "Bodenaustausch"

    Sorry, ich muss jetzt gerade sehr stark sein. 😂. Also wegen ein Paar Hallimasch den Boden auszutauschen halte ich für übertrieben. Denn Holzstücken werden immer wieder wo sein - ich habe den Verdacht dass Hallimasch sehr wenig Holz braucht, es reichen eventuell verholzte Stauden, also es werden - wenn der Boden versport ist, immer wieder Pilze auftauchen. Ob Pferde diesbezüglich einen Instinkt haben, weiß ich nicht, vermute aber ja. Da unsere Nachbarn eine Pferde-Koppel haben, und Pilze, und Hallimasche und noch kein Pferd gestorben ist - tendiere ich zu der Annahme. Übrigens ist die Liste von Pflanzen sehr lang, die Pferde nicht vertragen. Also ihr müsstet dann auch noch gleich die Fauna mit austauschen. Robinien sind total en vogue. Herbstzeitlosen, ... Lg Joseph

  • PS: warum reißt ihr die paar Hallimasche nicht einfach aus - ich mache das genauso im unerwünschten Pflanzen - Pilze habe ich kein Problem.

  • Hallo coindigger,


    Hab ich natürlich gestartpaged, auch ein paar lekka Rezepte zu gefunden.


    Im Ernst, die Quellen sind eher mager und obskur. Deswegen frage ich ja nach, ob es ausser Hörensagen noch etwas Verlässlicheres gibt.


    Wenn Du eine Stelle in einem Pilzbuch hast, ist das ja schon mal ein Startpunkt.


    Grüßle

    RudiS

  • Hallo a-schulte,


    in 30 Jahren hast Du sicherlich schon den einen oder anderen Pferdehalter kennengelernt oder gar Kontakte zu einem Gestüt oder einem Hofgut. Wahrscheinlich wäre es besser, wenn Du Dich dort einmal erkundigen würdest. Sicherlich hat deisbezüglich schon mal jemand Erfahrungen mit dieser Thematik gesammelt. Hier im Forum hat man zwar Erfahrungen mit Pilzen, aber wohl weniger von Wechselwirkungen mit Pferden. Größthöchstwahrscheinlich kann Dir sogar Dein TA besser Auskunft erteilen als wir. Wenn Du wider Erwarten niemanden kennen solltest, kann ich mich erkundigen. Um mich herum gibt es quasi nichts als Pferde, da wird sicherlich jemand Bescheid wissen.


    Gruß, Fredy

  • Sorry, ich muss jetzt gerade sehr stark sein. 😂. Also wegen ein Paar Hallimasch den Boden auszutauschen halte ich für übertrieben.

    Kann richtig sein Joseph, aber auch nicht. Deshalb habe ich ja empfohlen die genaue Art feststellen zu lassen. Es kann durchaus sein, dass das Myzel sich nur um ein lokales Holzstück ausgebreitet hat, aber es ist auch möglich, dass es bereits, mit in der Nähe stehenden Bäumen, vernetzt ist.

    Vor etlichen Jahren hatte ein Kollege auf seinem Grundstück (Haus mit 1000qm Garten) nahe einem Waldstück einen Befall vom Gelben Halli. Der musste letztlich alle Bäume auf seinem Grundstück fällen und einen Bodenaustausch vornehmen. Die Gemeinde bestand sogar darauf, das alles einer speziellen Entsorgung zugeführt werden musste. Er hatte noch Glück, weil sich die Gemeinde finanziell beteiligte, sonst wäre das ein verdammt teurer Spaß geworden.


    Gerade Hallimasch-Myzel können sich über große Gebiete ausdehnen. Nicht umsonst ist er das z.Z. größte bekannte Lebewesen, in den USA, wenn ich das richtig erinnere.


    Auf jeden Fall hat aber Jörg Recht, denn wenn das Holz im Boden bleibt, vorausgesetzt dort ist welches, nützt das blose Vernichten der FK gar nichts.


    Übrigens habe ich gerade auf "Pferde.world" gelesen, das dort der Gemeine Fliegenpilz als - Achtung, "Giftpflanze" für Pferde in deren Liste aufgeführt ist. Wie ernst diese Seite zu nehmen ist, kann ich allerdings nicht beurteilen.==Gnolm7


    LG Mischa

  • Hallo Mischa,


    Das habe ich ja noch nie gehört, Bodenaustausch wg. Hallimasch. Das würde mich wirklich interessieren, in welcher Gemeinde das war!


    Hallimasch ist in guten Jahren, bei uns inundum MUC allüberall zu finden. So viel Boden kann man gar nicht austauschen.


    Grüßle

    RudiS

  • Hallo RudiS,

    eine in Brandenburg und solltest Du meine Schilderung anzweifeln, dann würde ich an Deiner Stelle mal mit den Grünflächenämtern, Friedhofsverwaltungen usw. in München reden, was die unternehmen, wenn Sie Hallimaschbefall festgestellt haben, also außer beten.==Gnolm7

    Wir haben hier in Berlin natürlich auch ein Problem damit. Z.B. ist in einem mir nahe gelegenen Park, der Baumstupf einer einst mächtigen Rotbuche vom Hallimasch befallen worden (vor ca. 2 Jahren) seit dem beten auch hier das zuständige Grünflächenamt und der Finanzsenator des Bezirkes, dass ein Wunder geschieht.==Gnolm4

    Sieht aber nicht so aus, weil er bereits weite Stümpfe befallen hat. Das er auf noch gesunde Bäume übergeht, ist nur eine Frage der Zeit.

    Ich weis nicht wie das in München ist, hier passiert nichts, weil dafür kein Geld da ist, dass brauchen wir hier für den BER.==Gnolm7==Gnolm7==Gnolm7

    So, RudiS und jetzt gehe ich ins Bettchen.


    LG Mischa

  • Guten Morgen Mischa,


    Sehr interessant. Also ich hab Hallimasch im Garten - ist mir wurscht. Es sind nicht viele. Und im Wald habe ich Glück, dass eine kleine Halli-Fraktion im Nachbargrundstück ist und eine total befallener Stumpf weiter weg. Also 2014 war ja ein Hallimasch-Jahr - wenn ich mich erinnere- da wuchs nicht viel, nur Hallimasch. Der überwucherte wirklich alles und bei großen frischen Stümpfen kann er natürlich gut an. Zu meiner Freude, und zum Unglück der Anderen. Einer noch weiter weg hat sogar eine größere Fläche gerodet und da war alles voll mit meiner Lieblingsart.

    Aber ich glaube, die Agrarindustriellen wissen das gar nicht. Kürzlich hat mir einer erklärt, dass das Eschensterben mit Hallimasch zusammenhängt. Aua. Naja, indirekt dann vielleicht eh, wenn tote Wurzeln befallen werden. Aber falsches weißes Stängelbecherchern kannte er nicht.

    Was ein Bodenaustausch jetzt eigentlich ist, ist mir auch noch nicht ganz klar. Mit Bagger, das volle Programm? Also das kann man im Park machen, oder in einer Koppel, aber im Wald? Wo fängst du da an und wo hörst du da auf?


    LG Joseph