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letzter Beitrag von Wastl am

Schopftintling

  • Hallo Benjamin!


    Schopftintling ja, essbar nein (weil nicht frisch / jung genug).

    Mach dich nicht selbst unglücklich und schau mal >hier rein<. Das hat schon seinen Grund, daß man übers Internet keine Verzehrempfehlungen geben kann.



    LG, Pablo.

  • Hallo.


    Die Frage ist nur: Sind die auch zuhause bei der Zubereitung noch geschlossen und unten weiß?
    Das ist halt der entscheidende Punkt, man kann die Frische und Bekömmlichkeit von Fruchtkörpern nicht nach Bildern einschätzen. Es geht nicht.

    Egal mit wie viel Formenkenntnis und Erfahrung. Pilze auf Bildern kann man nicht anfühlen und man kann nicht dran riechen. Man kaann sie nicht in der Hand hin und herdrehen, mal ein Detail durch die Lupe angucken und so weiter.



    LG; Pablo.

  • Hallo,


    so lang der Ring am Hutrand noch geschlossen und mit dem Stiel verbunden ist sind die eigentlich immer rein weiß. Sobald der bricht beginnt die Auflösung des Hutes. So ist zumindest meine Erfahrung mit denen.


    VG Jörg

  • Hallo Benjamin,

    so lange der Pilz reinweiß ist, sollte er essbar sein. Der Schopftintling vergeht über rötliche (das tun andere Tintlinge nicht) und graue Farbtöne, bevor er zu schwarzer Tinte zerfließt.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

  • Apropos Schopftintlinge bitte mal kurz den Ball flach halten ;-)

    Mir ist kein einziger beschriebener Fall einer Schopftintlingsvergiftung bekannt - also wirklich "unglücklich" hat sich mit diesem Kandidaten höchstwahrscheinlich noch kein Mensch gemacht. Außer einigen wenigen besonders experimentierfreudigen Kulinariern unter den Pilzexperten, dürfte wohl niemand einen 24-stündigen, in diesem "gesegneten Alter" dann vorwiegend aus tintenschwarzem Glibber bestehenden, Tintlingsmethusalem verspeist haben. Und falls doch, hatte derjenige allenfalls einen zünftigen Ekelanfall, aber keine "Vergiftung".


    Ebenso sollte das irgendwie unauslöschbare Narrativ über die Unverträglichkeit des Schopftintlings in Verbindung mit Alkohol allmählich einmal durch belastbare biochemische bzw. klinische Belege nachvollziehbar gemacht werden. Es gibt nicht wenige Menschen, die bei fast allen Pilzen Verdauungsprobleme haben. Während die meisten trinkfesten Pilzesser so gut wie alle Pilze in Verbindung sogar mit reichlich Alkohol gut vertragen. Dann gibt es wieder Zeitgenossen, denen Alkohol in kleinsten Mengen entweder gar nicht bekommt oder u.U. den Eintritt ins Paradies vermasselt.

    Ich zum Beispiel habe bedauerlicherweise eine spezifische Unverträglichkeit beim Verzehr von Maronen, die sich nicht immer, aber schon einige Male, meist nächtens, in Form von massiven Vergiftungssymptomen wie Schweißausbrüchen und konvulsivischer Komplettentleerung sämtlicher Regionen des Verdauungstrakts gezeigt hat - während stets alle anderen Mitesser morgens frisch und bestens erholt waren. Was dazu geführt hat, dass ich insb. Maronen erheblich länger als notwendig zu garen pflege und möglichst in kleinen Mengen verzehre, während ich den größten Teil ohnehin am liebsten trockne.

    "Giftigkeit", "Essbarkeit", "Genießbarkeit" sowie "kulinarische Höchstwertigkeit" sind, wenn es um Pilze geht, in vielen Fällen relative, nach wie vor irgendwie ziemlich unscharfe Kategorien. Übrigens wie bei allen anderen Nahrungsmitteln auch. Nur da gibt es seltsamerweise deutlich weniger Märchen, Mythen und Legenden.


    PS.

    Wenn ich beispielsweise zuweilen sehe, was mancheiner an eigentlich unverkennbar überständigen Pilzen in seinem Korb so nach Hause trägt, denke ich mir, dass eben das womöglich weitaus häufiger zu Vergiftungen führt, als die allseits gefürchteten Kapitalverwechslungen.

  • @Rübling - das Narrativ vom Schopftintling + Alkohol > giftig kommt vielleicht vom Faltentintling. Den würde ich nicht kombinieren.


    Den Schopfttintling mag ich sehr gerne, vertrage ihn aber nicht allzugut, auch wenn er in allerbester Qualität ist und da schneide ich nichts weg. Und lasse auch die Stengel tw. weg. Also er liegt mir schwer im Magen. V. a. in Verbindung mit Alkohol. Aber keine weiteren Symptome. Ein Kaffee, und es hat sich.


    Bist du sicher, dass du die Maronen ca. 25 Minuten gekocht hast, die geschnittenen? Ich stell mir bei Maronen immer den Timer - also die Eieruhr oder egal was. Weil die Kochzeit kommt einem subjektiv schon mal länger vor. Obwohl völlig gar. Die Symptome, die du beschreibst sind typisch für die Maronen-Vergiftung. LGJ

  • Hallo Benjamin,


    deine Exemplare sehen einwandfrei aus. Ich verarbeite die meistens halbiert, mit Salz und Pfeffer gewürzt, in etwas Mehl gewälzt und dann in Butter gebraten. Da finde ich die sehr schmackhaft aber die Geschmäcker sind ja verschieden.


    VG Jörg

  • Guten Morgen Jörg,


    ich denke Paniert hätten sie mir auch besser geschmeckt. Danke für den Tip.


    Ich war auch nich richtig vorbereit hab irgendein Roggenbrot dazu gegessen das war geschmacklich viel zu intensiv. Mit Weissbrot wäre das bestimmt auch anders.

  • @ :)seph*

    Du sagst es. Der Faltentintling soll ggü. dem Schopfi das 40-60fache an 'Coprin' enthalten. Das ist das Stöffchen, das angeblich mit Alkohol unangenehm reagiert. Trotzdem lesen wir immer noch in allen möglichen Ratgebern online und in Pilzbüchern Ähnliches oder Gleiches über den Schopftintling.


    Mir geht es ja auch nur darum, dass die Verträglichkeits-/Giftigkeits-Thematik (inkl. Alkohol+Pilze) eben komplex und oft genug von Esser zu Esser so individuell ist, dass zahlreiche verallgemeinernde "Narrative" oft eher irreführend sind.

    Auch die Theorie, dass Maronen immer mindestens 25 Min. kochen sollten.... Frag doch mal 100 Pilzköche. Wieviele bitte kochen Maronen immer ne halbe Stunde? Und nochmal: Die besagten 3-4 kapitalen Kotzanfälle inkl. hohem Fieber und Kreislaufkollaps, die ich nach Maronenverzehr in wohl 25 Jahren hatte, die hatte exklusiv ich - sonst hatte niemand von den Mitessern auch nur eine Verdauungsauffälligkeit. Und dann habe ich auch schon zig Mal Maronen ohne irgendwelche Symptome gegessen - die waren manchmal gerade mal 5 Minuten in der Pfanne. Also was genau ist hier der Fall? Ich gehe mittlerweile davon aus, dass es ganz bestimmte Untervarietäten von absolut identisch aussehenden Maronen gibt, deren Proteinstruktur vielleicht ein klein wenig anders gebaut ist, als bei anderen Maronen - jedoch ausgerechnet bei meinem Immunsystem Alarmstufe Rot auslöst. Und wie gesagt, betrifft das mitnichten nur Pilze. Es gibt bekanntlich Lebensmittelallergien u. -aversionen, die bei Millionen Betroffenen ähnlich kritische Auswirkungen haben können.


    Noch ein Beispiel: Nach wie vor gelten Pfifferlinge als tendenziell schwer verdaulich, ich habe das von den Eltern so gelernt und die von ihren Eltern und Großeltern, und ich lese das bis heute allenthalben. Nun hatte ich persönlich nie auch nur ansatzweise ein Problem mit Pfifferlingen und zwar völlig unabhängig von der Garzeit, die ich mitunter eher kurz halte, weil mir sonst viel zuviel von dem herrlichen, fruchtig-frischen Aprikosenduft im Dunstabzug verschwindet. Ja, ich habe sogar schon Pfifferlinge roh als Carpaccio ohne jegliche Folgen verspeist.


    Aber um auch das zu sagen. Ich habe nicht die Absicht, zum leichtfertigen Umgang mit irgendwie indizierten Pilzen aufzurufen - sondern dazu, ab und an genauer hinzuschauen, zu hören und zu lesen - damit man Mythen und Legenden von wissenschaftlicher Empirie (Biologie / Mycologie / Biochemie / Toxologie) immer öfter unterscheiden kann.


    PS.

    Zur Zubereitung des Schopftintlings:

    Für meinen Geschmack braucht er ordentlich trockene Hitze, etwas Olivenöl, ein wenig Knoblauch und Rosmarin oder Thymian sowie reichlich Röstaromen, dann ist er extrem lecker.

    Endlos in zuviel Flüssigkeit geköchelt und u.U. noch mit jeder Menge Soßenbinder verpampt, ist er zum Davonlaufen - also wie bei meiner Tante Emmi.

  • Hallo Benjamin,

    so lange der Pilz reinweiß ist, sollte er essbar sein. Der Schopftintling vergeht über rötliche (das tun andere Tintlinge nicht) und graue Farbtöne, bevor er zu schwarzer Tinte zerfließt.

    Das erste Bild könnte doch auch ein Faltentintling sein,oder?

    Hallo Wastl

    Nein, das kann kein Faltentintling sein. Der sieht anders aus und vergeht auch anders.

  • Zitat

    dass es ganz bestimmte Untervarietäten von absolut identisch aussehenden Maronen gibt, deren Proteinstruktur vielleicht ein klein wenig anders gebaut ist

    @Rübling: Klingt spooky, andererseits kam es jetzt wieder mal zur Sprache, hier im Forum, dass es Maronen gibt, die ganz anders aussehen, also jene, die in Hochlagen und trocken wachsen, versus denen die im langen Gras wachsen - ich wäre da nie auf die Idee gekommen die genetisch unterscheiden zu wollen. Aber ich dachte mir schon manchmal bei einer "Hochwaldmarone" - eh, was ist das?! Sieht etwas anders aus, hat einen breiteren Hut, tendenziell ein bisschen eingerollt am Rand, ganz kurzer Stiel, vor allem wenn er am Weg wächst... - ich hab es halt auf die Wuchssituation geschoben. Mir sind das die liebsten. Aber deine persönliche Unverträglichkeit könnte auch von Stoffen kommen, die der Pilz aus dem Boden aufgenommen hat. Es gibt viele Möglichkeiten. Ich achte bei der Zubereitung eher immer auf "weniger ist mehr" und verfälsche wenig mit zusätzlichen Zutaten. Also dein Rezept für den Schopftintling ist genau meins. Ich finde Pilze als Vorspeise oder und mit Brot einfach optimal als Zwischenmahlzeit einfach optimal.

  • Hallo Benjamin,

    so lange der Pilz reinweiß ist, sollte er essbar sein. Der Schopftintling vergeht über rötliche (das tun andere Tintlinge nicht) und graue Farbtöne, bevor er zu schwarzer Tinte zerfließt.

    Das erste Bild könnte doch auch ein Faltentintling sein,oder?

    Hallo Wastl

    Nein, das kann kein Faltentintling sein. Der sieht anders aus und vergeht auch anders.

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/falten-tintling


    Das erste Bild finde ich schon ähnlich. Aber mir fehlt wahrscheinlich noch der Mykoblick. Vg

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