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letzter Beitrag von Mischa am

Fuchsiger Röteltrichterling???

  • Liebe Pilzfreunde und Experten,

    Dezember-Pilze aus Brandenburg. Mein gestriger Ausflug erbrachte eine prächtige Krause Glucke und das im Dezember. Aber es gab auch noch einige andere Arten. Eine, die am häufigsten auftrat konnte ich bisher nicht sicher zuordnen, weshalb ich um Eure Hilfe bitte. Sie sieht ein wenig wie Falsche Pfifferlinge aus und auch wieder nicht, vielleicht Fuchsiger Röteltrichterling

    Sie waren sowohl an Stubben als auch im Boden zu finden. Allerdings ist in diesem Waldstück der Boden von Totholzresten nur so überseht. Ich denke es handelt sich um einen Folgezersetzer.

    Der Wald besteht hauptsächlich aus Fichten mit einigen Eichen, Birken und wenigen großen Kiefern.

    Das erste Bild zeigt den Baumstumpf einer Fichte.


    Farbe: Hutfarbe jung ähnlich Pfifferling, älter zur Hutmitte dunkler werdend, Lamellen gelb (nicht orange) älter heller werdend, Stiel oben auch ähnlich Pfifferling nach unten Rehbraun bis dunkelbraun.

    Lamellen: Sehr dicht, gegabelt und am Stiel herablaufend, vom Hutfleisch ablösbar

    Fleisch: weiß, cremefarbig und nicht brüchig.

    Stiehl: dünn und langfaserig, nicht hohl.

    Hut: Flach und dünn, älter mittig eingedellt, jung an Rand leicht eingerollt, bis 12cm.

    Geruch: neutral

    Geschmack: neutral, aber mit leichter Schärfe

    LG Mischa

  • Hallo Michi,

    weil die Lamellen gelb waren (die Bilder täuschen etwas) und bei den größeren Exemplaren wurden sie heller in Richtung weiß. Auch der braune Stiehl bis hin zu dunkelbraun kenne ich von hier so nicht. Der gewöhnliche Falsche Pfifferling hat hier eigentlich immer kräftig orange Lamellen und nicht einen so dunklen Stiehl.


    Aber es kann sich auch um eine Reaktion auf den Bodenfrost handeln oder um eine arttypische Variante?X/


    LG Mischa

  • Hallo Mischa,

    Die können schon durchaus verschieden aussehen , bin selbst schon drauf reingefallen.

    Der dunkle Stiel kommt mit dem Alter.

    Gruß

    Norbert

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    Pilzchips = 100 -5 APR 2015 +12 APR 2016 = 107 -7 Für APR 2017 = 100
    Pilzbestimmung im Netz ist keine Essfreigabe

    Voll im APR - Stress.

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  • Hallo Mischa (sag mal, hast du russische Wurzeln? ;) ), der falsche Pfifferling hat eine extrem große Variationsbreite. Der dunkle Stiel ist eigentlich auch häufig ausgeprägt.


    LG Michi :)

  • Hallo Remo,

    ja ich weis, aber es gibt noch rund ein halbes Dutzend ähnliche Leistlingsarten mit gegabelten Lamellen. Trotzdem wird Eure Einschätzung schon richtig sein. Wenn sich schon mal ein reiner Speisepilzsammler - mangels Auslastung - in Gebiete vorwagt, von denen er so gar keine Ahnung hat, kann selbst ein gewöhnlicher Falscher Pfifferling ihn unter Umständen relativ leicht austricksen.:rolleyes::)


    LG Mischa

  • Hallo Mischa


    Ein eindeutiges Merkmal ist das natürlich nicht, da hast du recht.

    Ich möchte ja nicht kleinlich sein, aber Leistlingsarten haben keine Lamellen (sondern Leisten).

    Aber eben, bei dieser Art finde ich die Mehrfachgabelungen der Lamellen sehr markant.


    LG,

    Remo

  • Hallo Mischa,

    bei diesen FOTOS wäre ich auch als erstes auf den falschen Pfifferling gegangen und schließe mich deswegen meinen Vorrednern an. Für MICH geht es am schnellsten über die Konsistens, ABER! es gab echt schon Pilze, da kam sogar ICH erstmal in Zweifeln, weil nicht alles spontan super paßt.

    Mein Töchterchen- die hat durchaus schon einiges an Ahnung- hatte vor geraumer Zeit den falschen Pfifferling fast zu ihrem Haßpilz erklärt, weil der so vielgestaltig auftritt., zig falsche Alarme. Meist dann selbst erkannt.. Je mehr Erfahrung, desto....

    Bei mir war echt mal der quasi Haßpilz der kahle Krempling. Bei dem hat es echt gebraucht, denn schon von oben zu erkennen. Langsam habe ich es endlich raus. Aber von unten ist der echt klarer.

  • Hallo Mischa,


    von Falschen Pfifferlingen gibt es nicht nur die eine Art - Hygrophoropsis aurantiaca. Dieser ist sehr häufig anzutreffen, aber in diesem jahr ist auch sehr häufig die helle Variante aufgeterten, die die du hier zeigst. Es gibt auch noch eine braun-samtige Variante oder sagen wir besser Art. Das sicherste Zeichen, ob du einen falschen oder echten Pfifferling in der Hand hast, ist ein praktischer Test. Bei allen falschen Pfifferlingen lassen sich die Lamellen mit dem Daumennagel vom Stiel zum Hut mit leichtem Deuck verschieben, besser zusammenschieben. Das geht beim Pfifferling nicht, da sind die Leisten (oder adrige Blätter) mit dem Hutfleisch verwachsen.

    Viele Grüße
    Veronika Weisheit - Pilzberaterin Landkreis Rostock
    Auch Pilzberater können irren, erst recht in einem Forum, deshalb gibt es keine Freigabe von mir, Pilze zu verzehren, auch, wenn diese essbar sind.

  • Hallo Weisheit,


    Hallo Mischa,


    von Falschen Pfifferlingen gibt es nicht nur die eine Art - Hygrophoropsis aurantiaca. Dieser ist sehr häufig anzutreffen, aber in diesem jahr ist auch sehr häufig die helle Variante aufgeterten, die die du hier zeigst. Es gibt auch noch eine braun-samtige Variante oder sagen wir besser Art.


    sehr interessant, welche beiden Arten meinst Du?


    Bei allen falschen Pfifferlingen lassen sich die Lamellen mit dem Daumennagel vom Stiel zum Hut mit leichtem Deuck verschieben, besser zusammenschieben. Das geht beim Pfifferling nicht, da sind die Leisten (oder adrige Blätter) mit dem Hutfleisch verwachsen.

    Ist auch bekannt, aber es gibt so einige AFTERLEISTLINGE – um genauer zu sein – bei denen das auch geht. Es ging mir auch nicht um die Unterscheidung zum Pfifferling, sondern um die Artbestimmung meines Fundes, da hast Du was falsch verstanden.


    LG Mischa

  • Hallo Mischa,


    Deine Anfrage hätte ich auch ähnlich verstanden und beantwortet, wie Weisheit. Also die Antwort korrespondiert m.E. schon mit Deiner Frage.


    Hättest Du gleich am Anfang gefragt, ob hier auch ein anderer Afterleistling in Frage käme, hättest Du andere Antworten bekommen;). Wieviele Afterleistlinge kennst Du denn so? Ich nur 2. Muss aber erstmal nix heissen...


    Nix für Ungut

    RudiS

  • Hallo Mischa,

    dein erstes Bild zum falschen Pfifferling halte ich für den Weißblättrigen Afterleistling (Hygrophoropsis aurantiaca var. albida) und die anderen zeigen den "normalen" Falschen Pfifferling (Hygrophoropsis aurantiaca).


    Wenn es dich und andere Mitleser interessiert, hier eine mögliche Erklärung für den Begriff "After".

    Re: Wortherkunft: Afterleistling?

    Viele Grüße
    Veronika Weisheit - Pilzberaterin Landkreis Rostock
    Auch Pilzberater können irren, erst recht in einem Forum, deshalb gibt es keine Freigabe von mir, Pilze zu verzehren, auch, wenn diese essbar sind.

  • Ah, ich denke ich weiß jetzt woher das Missverständnis kommt. Ich hätte ganz oben nicht nur den Trivialnamen „Falscher Pifferling“ verwenden dürfen, sondern seine wissenschaftliche Bezeichnung hinzufügen müssen.

    Bei uns hier wird nur Hygrophoropsis aurantiaca so genannt. H. Rufa heißt Brauner Afterleistling, H. Aurantiaca forma albida heißt Weißer Afterleistling, Aphroditeola olida ist der Duftende Afterleistling usw.

    Bei den Trivialnamen ist es ja oft sehr unterschiedlich in Deutschland, je nachdem wo man wohnt gibt es da unterschiedliche Namen oder werden auch unterschiedliche Arten schon mal zusammengefasst.

    Daran hätte ich denken müssen, mein Fehler, sorry!!! :Kuschel:



    LG Mischa

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