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letzter Beitrag von Alis am

Sarcoscypha spec.

  • Hallo zusammen,


    mein erster Fund von Sarcoscypha in meiner Umgebung. Am Erlenbach, Gemarkung Hohberg.
    (Noch keine Erlenkätzchenbecherlinge gesehen)
    Nur ein schmutziges Exemplar. (habe nur eine Ecke davon mitgenommen)
    Erlen, Pappeln, vereinzelt auch Eichen und Eschen. Linde eher nicht, kann es aber nicht ausschließen.
    Dachte, ich könne sowas anhand der Sporen bestimmen, aber ist doch nicht so. Aufgrund der Seltenheit fehlt mir die Erfahrung.
    Ist das Teil gerade noch am reifen?





    hier stark gequetscht, 400x



    schönen Sonntagabend noch
    Alis

  • Hallo Alis


    Das wichtigste Merkmal sind die Haare, weil S. austriaca gekräuselte Haare hat.
    Haare von S. austriaca:


    Ansonsten könnte es S. coccinea oder S. jurana sein, wenn die Haare nicht gekräuselt sind.


    Zitat


    [font="Tahoma,Verdana,Arial,Sans-Serif"]Ist das Teil gerade noch am reifen?[/font]


    Kann man so nicht sagen, weil Bild 2 und 3 auf jeden Fall junge Sporen zeigt.
    Am besten du machst ein Sporenabwurfpräparat, dann kann man das am besten beurteilen.
    Zum Vergleichen der Sporen mit den beiden anderen Arten kannst du diese Seite hier benutzen.


    VG : Thorben

  • Hi,


    falls die Sporen reif sind sprechen sie für mich schon mal gegen coccinea da sollten sie rund sein bei austriaca und jurana hingegen so eindellt wie auf deinem Foto. Weitere Merkmale sind die Härchen auf der Außenseite und die Konidiengenese aber Schaust du mal hier https://www.pilzforum.eu/board/thema-sacroscypha-austriaca Habicht hat mir da einen interessanten Link geschickt https://www.museum-joanneum.at…r_Beitrag_als_PDF_1.1.pdf Vielleicht hilft dir das weiter ;)
    Lg Stefan

  • Hi Alis,


    wenn Du mal das erste Bild ignorierst, das tote Sporen zeigt...


    Das zweite Bild zeigt m.E. eine lebende austriaca-Spore mit kleinen Öltröpfchen und zwei Polkappen. In der Mitte kann man sogar den Zellkern erkennen.


    http://www.gbif-mycology.de/Ho…aral/Sarcoscypha_keys.htm


    Mein Tipp wäre daher austriaca, zumal Du Linde für unwahrscheinlich hältst - sonst käme ja nur jurana in Betracht, bei den eingedellten Sporen.



    Gruß,


    Wolfgang


  • Hi Wolfgang,


    wie erkennt man tote Sporen?


    Lg Stefan

  • stefan86 schrieb:


    wie erkennt man tote Sporen?


    Hallo Stefan,


    Hans-Otto Baral erklärt das auch auf seiner Seite:


    http://www.gbif-mycology.de/Ho…cypha_asci_ascospores.htm


    Im Zentrum der muss ein "heller Fleck" sein- tatsächlich sitzt da der Zellkern.


    Gruß,
    Wolfgang

  • Hallo zusammen,


    erst mal vielen Dank für die vielen Hinweise.
    Die muss ich erst noch mal in Ruhe studieren. Mit dem Mykoenglisch tue ich mich noch schwer.
    Ich habe zwar sowas wie wellige Haare gesehen, aber da ich keine befriedigenden Präperate hinbekommen habe, ist das für mich noch nicht eindeutig gewesen. Zumal mir die Erfahrung und der Vergleich fehlt.
    Das mitgenommene Stückchen war so dreckig und sandig. Muss mal sehen, ob da noch was nachkommt und mal nach Linde Ausschau halten. (wachsen die eigentlich auf nassem Gelände am Bach?)


    viele Grüße
    Alis

  • Hallo Alis,


    einigermaßen ins Deutsche übersetzt kann ich dir ~~hier~~ was anbieten. Für eine belastbare Bestimmung deines Fundes führt mW kein Weg an der P. A.-Studie vorbei. Die aber ist erfreulicher Weise in deutsch verfasst.


    Linden wachsen im nassen Gelände am Bach, so eine Stelle war 2016 Ziel meiner Begierde. Die Konidiengenese ergab S. austriaca.


    S. coccina ist in der mykodata für Kärnten zwar eingetragen, aber immer mit ss.lato oder cf. geschmückt. S. jurana gar nicht.


    Zieh dir nochmals die Stiefel an und raus mit dir, zu deinem Fundort, :alright:


    LG
    Peter

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    Es reicht ein Hut aus Zunderschwamm als Statussymbol. Brennt nur der Kopf, wenn der Blitz einschlägt.


  • ...
    Zieh dir nochmals die Stiefel an und raus mit dir, zu deinem Fundort, :alright:


    Hallo Peter,


    Auftrag erfüllt! Allerdings ohne Stiefel, hohe Schuhe mussten genügen. An der Stelle ist es einigermaßen trocken.
    In dem kleinen Wäldchen habe ich kein weiteres Exemplar gesehen, ein weiteres einzelnes einen Kilometer entfernt davon.
    Wobei, stimmt nicht ganz. Auf einem Bild heute ist was rotes zwischen den Erdschollen. Also die Pilze wachen nicht auf Holz, sondern unterirdisch :rolleyes:
    Nachtrag: der nächste Baum war für mich eine Esche, dann Holunder, Eiche, Pappel, Wildkirsche.
    Eine Anistramete war für mich auch Erstfund.



    Den zweiten Fund habe ich ganz unberührt gelassen und bei ersterem schweren Herzens noch mal einen halben Quadratzentimeter abgeschnitten.
    Der hat ein paar wenige Sporen abgeworfen


    Ist das gekräuselt genug?


    für heute habe ich genug
    Gruß Alis

  • Hallo Alis,


    bitte diese Ascos NICHT in Phloxin mikroskopieren - alle vitalen Strukturen sterben sofort ab, was bei inoperculaten Ascomyceten das Bestimmen meist deutlich erschwert! Am besten überhaupt nichts in Phloxin mikroskopieren .... Frischmaterial von inoperculaten Ascos sollten immer in Wasser mikroskopiert werden, auch und insbesondere für das Tropfenmuster in den Sporen.


    beste Grüße,
    Andreas


  • ...bitte diese Ascos NICHT in Phloxin mikroskopieren...


    Hallo Andreas,


    danke für den Hinweis.
    Tatsächlich benutze ich Phloxin so gut wie nie. Ich habe daher schon wieder vergessen, wozu es eigentlich geeignet ist. Und hatte das wohl falsch in Erinnerung.
    Beim Mikroskopierkurs bei Walter Pätzold hatte ich mir notiert:
    färbt besonders Zellplasma, ruhendes Plasma färbt sich wenig
    Welche Zellen waren zur Zeit der Pilzentnahme noch aktiv. Unreife Sporen -> rot, reife -> Eigenfarbe
    Kontrast bei dünnwandigen Elementen
    Bei den beiden Bildern ging es ja um die gekräuselten Haare und ich vermute mal, dass hier das Phloxin nicht geschadet hat
    Hier das Präparat von gestern, mit etwas neuem Wasser


    viele Grüße
    Alis

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