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letzter Beitrag von Beorn am

Bestimmungshilfe erbeten

  • Hallo Pilzexperten und Expertinnen,


    da sind wieder einmal einige Unbekannte im Wald gewesen. Könnt Ihr mir bitte helfen, ihnen einen Namen zu geben?`
    Danke schon einmal im voraus.


    Lieben Gruß Claudia



    1.




    2 Brauner Fliegenpilz?





    3




    4




    5




    6




    7 unangenehmer Geruch, Sporenfarbe helles Ocker




    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

  • Hallo, Claudia!


    1: Ein Trichterling, wenn er angenehm nach Bittermandel riecht, vermutlich der Kerbrandige (Clitocybe costata)
    2: Ich vermute schon, ja: Amanita regalis. Der letzte fruchtkörper sieht wunderlich aus, sollte aber auch dazu gehören.
    3: Ziegelroter Schwefelkopf (Hypholoma lateritium)
    4: Höchstwahrscheinlich Chrysomphalina strombodes (Gestreifter Holznabeling, oder?)
    5: >Knopfstieliger Rübling<
    6: Getropfter Saftporling (Oligoporus guttulatus)
    7: Mehlräsling (Clitopilus prunulus)



    LG, Pablo.


  • 4: Höchstwahrscheinlich Chrysomphalina strombodes (Gestreifter Holznabeling, oder?)


    Hi,


    eher nicht. Ich hatte den noch nie auf nackter Erde; auch nicht an vergrabenem Holz. Auch scheint mir die Streifenstruktur untpisch. Schade, dass Claudia kein Detailfoto von der Hutoberseite hat. Wie waren denn die Lamellen gefärbt?


    Clitocybula lacerata wäre ja auch noch eine Möglichkeit.


    l.g.
    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo zusammen!



    3: Ziegelroter Schwefelkopf (Hypholoma lateritium)



    Bild 3 ist der Wurzelnde Schwefelkopf (Hypholoma radicosum).


    Ich hatte da direkt den Safranroten Schüppling (Pholiota astragalina) im Kopf. Wie schließt ihr den aus?


    LG, Jan-Arne

                                                                               
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  • Naja, wie soll ich sagen... der hier ist einfach nicht... :shy: safranrot, sondern blass honigbraun.
    Auch bei Pilz 1 scheint mir die Hutfarbe für Clitocybe costata nicht zu stimmen - viel zu freudig rot. Ich hätte eher an Clitocybe sinopica oder so etwas gedacht.
    Brauner Fliegie und Mehlräsling dagegen stimmen aus meiner Sicht.
    FG
    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

    Einmal editiert, zuletzt von Oehrling ()


  • Hallo Pablo, Du hast ja eine schöne Liste vorgelegt. Der Knopfstielige Rübling sprießt derzeit aus jedem Knopfloch. Kann ich mir gut merken. ==Gnolm7 Beim Nachlesen habe ich gelernt, dass der Braune Fliegenpilz auch Königsfliegenpilz heißt und schon mal Pilz des Jahres war. Wow. Der ist hier gar nicht so selten.


    Beim getropfte Saftporling passt der Name auch perfekt. Der hatte Guttationstropfen und war ziemlich saftig. Dem Mehlräsling hätte ich zumindest den Namen stinkender Mehlräsling verpasst. Der kommt auch gerade massenhaft.




    4: Höchstwahrscheinlich Chrysomphalina strombodes (Gestreifter Holznabeling, oder?)


    eher nicht. Ich hatte den noch nie auf nackter Erde; auch nicht an vergrabenem Holz. Auch scheint mir die Streifenstruktur untpisch. Schade, dass Claudia kein Detailfoto von der Hutoberseite hat. Wie waren denn die Lamellen gefärbt?


    Clitocybula lacerata wäre ja auch noch eine Möglichkeit.


    Hallo Stefan,


    es ist nicht gut zu erkennen, aber die Nummer 4 wächst an einem völlig übermosten Baumstubben am Hang. Deteilfotos vom Hut habe ich nicht, aber noch zwei andere. Vielleicht helfen die weiter. Ich habe mal Deinen Vorschlag gegoogelt und finde, dass die Clitocybula lacerata trotz des Trichters stärker gebuckelte Hüte hat als meine Fundpilze.


    Guck mal, hier sieht man die Lamellen gut:







    Bild 3 ist der Wurzelnde Schwefelkopf (Hypholoma radicosum).



    Ich hatte da direkt den Safranroten Schüppling (Pholiota astragalina) im Kopf. Wie schließt ihr den aus?



    Hallo Andreas, Jan-Arne, Oehrling und Pablo, Danke für Eure Einschätzung. Bei Pilz drei habe ich nach Eurer Diskussion bei den google-Bildern noch einen weiteren gefunden, der meinem Fund ähnlich ist. Den genatterten Schwefelkopf. Ich fand den Stiel des Pilzes auffällig. So genatterte Stiele habe ich bewusst noch nie wahrgenommen. Aber ich seh mir die Pilze auch erst ein paar Wochen genauer an. Den rotblättrigen Schwefelkopf habe ich immer etwas giftiger im Farbton in Erinnerung, der Hut könnte stimmen. Ich habe noch ein Schnittbild, vielleicht bringt das der Wahrheit näher.



    und Oehrling, damit, dass ich jetzt weiß, dass der erste Pilz ein Trichterling ist, habt Ihr mir schon seht geholfen. Ich kann mich nicht erinnern, dass er auffällig gerochen hat. Aber Google hat mir verraten, dass man Trichterlinge ohnehin schwer bestimmen kann und die meisten nicht zum Verzehr geeignet sind. Die Nebelkappe kenne ich Dank Eurer Nachhilfe. Ich hätte bessere Fotos machen müssen und die Sporenfarbe ermitteln. Wird schon, ich gelobe Besserung.


    Lieben Gruß


    Claudia

    Lieben Gruß


    Claudia


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  • Hallo,


    zu Bild 1:
    Das ist meiner Meinung nach Clitocybe squamulosa. Jedenfalls gehört er in die costata-Gruppe und nicht in die gibba-Gruppe. C. costata glaube ich nicht weil der Pilz relativ klein dafür wäre, die Farbe zu lebhaft und die Ökologie nicht passt. Diese Pilze, die ich vor allem aus Bergwiesen kenne (oft Saftlingswiesen) habe ich immer aufgrund der fensterlederartigen Hutoberfläche, die auch in kleine filzige Schüppchen aufbricht, C. squamulosa genannt.


    Zu Bild 3:
    Der gesellige Schwefelkopf ist dünnstieliger, graziler und hat keinen wurzelnden Stiel. Außerdem kaum Velum auf dem Hut. Der Safranfarbene Schüppling hat überhaupt kein Velum und ist zumindest an den Fraßstellen richtig orange wie eine Möhre. Im Altern und nach Verletzung fängt er an zu schwärzen. Passt makroskopisch gar nicht.
    Ich bin weiterhin sicher dass es der Wurzelnde Schwefelkopf ist.


    Zu Bild 4:
    Da fällt mir auch nichts ein, was gegen Chrysomphalina strombodes sprechen würde - ausser dass das ein sehr seltener Pilz st, der auch als Naturnähezeiger gilt, und vor allem in naturnahen Bergnadelwäldern vorkommt.


    beste Grüße,
    Andreas

  • Hallo zusammen!


    Wenn es denn den Wurzelnden Schwefelkopf auch mit so dicken fruchtkörpern (siehe größe der Fichtennadeln) und mit solchem Velum auf dem Hut gibt, dann kann das gut sein, und dann kann es auch gut sein, daß ich die eine oder andere Kollektion von vermeintlichen Ziegelroten schon fehlbestimmt habe. Da muss ich in Zukunft wohl aufmerksamer hingucken.


    Clitocybe squamulosa: Gefällt mir. Hatte ich bislang noch nie in der Hand, nur die deutlich mehlig riechende (und wohl auch derber geschuppte) Nachbarart (Clitocybe sinopica).


    Bei >Clitocybula lacerata< würde ich irgendwie "mehr Lamellen" erwarten sowie eine etwas weniger glänzige und streifig-faserige, nicht geriefte Hutoberfläche.
    Warum sollte Chrysomphalina strombodes nicht auch an bemoostem, vergrabenem Holz wachsen? Andere Arten aus der Gattung (wobei ich nur Chrysomphalina grossula kenne) machen das doch auch?



    LG; Pablo.

  • Hi,


    zu C. strombodes. Meine/unsere (Toffel und ich) 3 Funde wuchsen alle an dünnerem Holz; an Ästen, Zweigen usw. Nie an Stubben. Muss nix heißen. Ich will die Idee ja auch nicht abstreiten, aber wenn wir ein paar Details von der Hutoberfläche hätten, wäre mir bei der Benamsung wohler.


    l.g.
    Stefan

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    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


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  • Hallo Andreas,


    stimmt! Das Schwärzen hatte ich vergessen. Ich kenne die Art auch nur aus dem Schwarzwald, also kaum. Den Farbton fand ich passend, in diesem Fall eben in etwas blasserer Form zu den Rändern hin. Und ein karottenfarbenes Röten sehe ich auch.



    Dennoch erlaube ich mir keinen Widerspruch, eben weil ich die Art kaum kenne. Danke für die Antwort!


    LG, Jan-Arne

                                                                               
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  • Hallo zusammen!


    Wenn es denn den Wurzelnden Schwefelkopf auch mit so dicken fruchtkörpern (siehe größe der Fichtennadeln) und mit solchem Velum auf dem Hut gibt, dann kann das gut sein, und dann kann es auch gut sein, daß ich die eine oder andere Kollektion von vermeintlichen Ziegelroten schon fehlbestimmt habe. Da muss ich in Zukunft wohl aufmerksamer hingucken.


    Hallo,


    nicht "auch", sondern das sind ja gerade seine Hauptmerkmale! Robust und mit viel dickem Velum, so dass die Hüte fast weiß sind.


    Der Ziegelrote wächst immer büschelig, hat viel rotere Farbtöne, gelbes Velum, wurzelt nicht und kommt vorwiegend an Laubholz - eigentlich kann man die nicht verwechseln


    Der Wurzelnde Schwefelkopf wächst immer einzeln oder nur sehr wenige, meist tief im mulmigen Nadelholz steckend, und mit hellen orangebraunen Hutfarben die weitgehend vom weißen Velum verdeckt sind.


    beste Grüße,
    Andreas

  • Hallo Andreas,



    Der Ziegelrote wächst immer büschelig


    Wirklich immer? Ingo hat mir vor langer Zeit mal geholfen, einen solitär wachsenden Bestimmling als Schwefelkopf, wahrscheinlich ziegelroten, einzugrenzen:
    https://www.pilzforum.eu/board…ohner-lamellenpilz-im-dez



    Einzeln wachsende Schwefelkopfhüte sind aber immer größer als büschelig wachsende. Allerdings wüsste ich jetzt nicht, dass ich schon mal einen Grünblättrigen einzeln wachsend gesehen habe (Ziegelrote und Graublättrige schon).



    LG, Craterelle

  • Hallo,
    ja ja, okay, kann schon MAL vorkommen - es gibt ja nix was es nicht gibt. Aber das sind schon recht große Ausnahmen.


    edit: Ich halte deinen Pilz von damals für den Grünblättrigen, nicht für den Ziegelroten.


    beste Grüße,
    Andreas

  • Hallo, Andreas!


    Das ist echt ein Punkt, auf den ich mehr achten muss. :alright:
    Wenn sich das so verhält, dann bin ich schon fast sicher, den das eine oder andere mal schon fehlbestimmt zu haben. Und das ist gut zu wissen, daß ich den Fehler in Zukunft vermeiden kann.


    Nur: Was machen wir mit den Kollektionen an laubholz, mit stark wurzelndem Stiel und den Hüten nahezu komplett von cremefarbenem velum (mit einzelnen, gelben stellen) überzogen, aber dafür auch stark büschelig?
    Also sowas hier an einem Buchenstumpf zum beispiel:


    und am benachbarten Eichenstumpf zwei Meter weiter:


    Nur daß sich keiner wundert: Das soll nicht in Frage stellen, was du zu Hypholoma radicosum schreibst, Andreas.
    Ich versuche nur, das irgendwie für meine Funde zu nutzen und möglcihst viel daraus mitzunehmen.



    LG, Pablo.

  • Hi Pablo,


    passt schon. Ich würde das auch wissen wollen. Ich frage mich gerade, ob sich die Arten auch mikroskopisch markant unterscheiden, denn dann nimmt man ein paar Fruchtkörper mit und bekommt auf dem Weg Auskunft...


    l.g.
    Stefan

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    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


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  • Hallo,


    also das sind für mich Ziegelrote Schwefelköpfe, wenn auch mt sehr blassem Velum. Auch dass das Velum so eckige Flecken am Hutrand macht, fast wie Schuppen, das kenne ich ganz typisch vom Ziegelroten. Und die drunter vorschimmernde Hutfarbe ist eben deutlicher rot, beim Wurzelnden ockerbraun.


    Ob Mikromerkmale sich unterscheiden lässt sich ja nachlesen, ich bin noch nie in die Verlegenheit gekommen diese Pilze mikroskopieren zu müssen.


    beste Grüße,
    Andreas

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