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letzter Beitrag von Climbingfreak am

Hallimasch-Artbestimmung

  • Hallo zusammen!


    Nachdem ich früher nicht zwischen verschiedenen Hallimasch-Arten unterschied (ihn aber sicher als solchen bestimmen kann), überleg ich mir seit Mitgliedschaft in diesem Forum und dem hier Gelernten bei jedem Fund, welche Art es denn nun genau ist.


    Liege ich richtig mit meiner Bestimmung, dass es sich bei dem hier fotografierten Hallimasch-Büschel um den Gemeinen Hallimasch AKA Dunkler Nadelholzhallimasch (Armillaria solidipes, syn. Armillaria ostoyae) handelt?
    Über Korrekturen oder Bestätigungen würde ich mich freuen.


    Kriterien, die mich zu dieser Bestimmung geführt haben:


    - an Nadelholzstubben
    - dicker, stabiler Ring
    - zahnradartige, dunkle Schuppen unter dem Ring
    - nur dunkle Hutschuppen
    - nichts Gelbes auf dem Hut
    - nichts Gelbes am Stiel


    Hier die Fotos (von der Jugend mit dem Smartphone fotografiert):
    Fotos 2 und 3 werden nach Anklicken schärfer.


    Foto 1 (Gesamtansicht)


    Foto 2 (oberer Teil)


    Foto 3 (unterer Teil)


    Danke für Bestätigungen oder Korrekturen!


    Schönen Gruß, Bernd

  • Hallo Bernd!


    Also sowohl die Schüppchen, als auch das Nadelholz (vermutlich Kiefer?) passen doch prima zum Dunklen Hallimasch (Armillaria ostoyae).


    Von den Experten hier wird allerdings gesagt, die Hallimasche seien makroskopisch nicht 100% voneinander zu unterscheiden. Bestimmt äußert sich noch mal ein Mykomane dazu....


    Grüße


    Suillus


    Edit: Übrigens überrascht mich, dass du sie jetzt noch findest. Hier (Hessen) sind sie nach einer regelrechten Explosion, während derer man mit LKW hätte durch den Wald fahren können, seit Wochen schon völlig verschwunden. Schade eigentlich. Ich mag sie gerne. Daher auch noch mal Glückwunsch zu deinem Fund!


  • Hallo Bernd!


    Also sowohl die Schüppchen, als auch das Nadelholz (vermutlich Kiefer?) passen doch prima zum Dunklen Hallimasch (Armillaria ostoyae).


    Von den Experten hier wird allerdings gesagt, die Hallimasche seien makroskopisch nicht 100% voneinander zu unterscheiden. Bestimmt äußert sich noch mal ein Mykomane dazu....


    Hallo Suillus,


    danke dir!
    Mykomane ist klasse... :D


    Schönen Gruß, Bernd

  • Hallo,


    das sollte schon A. ostoyae sein; die anderen "können" glaube ich keine dunklen Schüppchen am Stielring; zumindest laut Gröger...


    l.g.
    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.


  • Ja kann ich. Allerdings ist der für einige etwas zu kompliziert geschrieben und ohne Mikroskop reißt du bei dem auch nichts, weil auch sehr viele Mikromerkmale abgefragt werden.


    Ansonsten benutze ich beide Gröger-Bände sehr gern (aufgrund meiner "Arbeitsschwerpunkte" hauptsächlich mit Band 2); zusammen mit der Funga Nordica. Was besseres/aktuelleres für Basidiomycetenschlüssel gibts derzeit nirgends.


    l.g.
    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.


  • Hallo Bernd!


    Edit: Übrigens überrascht mich, dass du sie jetzt noch findest. Hier (Hessen) sind sie nach einer regelrechten Explosion, während derer man mit LKW hätte durch den Wald fahren können, seit Wochen schon völlig verschwunden. Schade eigentlich. Ich mag sie gerne. Daher auch noch mal Glückwunsch zu deinem Fund!


    Hallo Suillus!


    Sehe grade dein Edit:
    Sorry, ich hab vergessen dazuzuschreiben, dass die Fotos vom 08. November stammen, da gabs noch schöne Exemplare zu finden. Auf der Wanderung am vergangenen Sonntag allerdings nicht mehr. Aber jetzt, wo nicht mehr jeden Tag 10 Hallimasch-Anfragen kommen, kann man sich ja langsam wieder mit einer Hallimasch-Frage hervortrauen, ohne dass die Experten gelangweilt die Augen rollen... :)


    Schönen Gruß, Bernd
    [hr]



    Hallo Stefan,


    danke für die Infos! :alright: Schade, wenn ohne Mikroskop nix geht, ist der Gröger nichts für mich. Würde mich auf längere Sicht sehr reizen, ist aber im Augenblick kein Thema. Da möchte ich nur makroskopisch so viel und gut wie möglich bestimmen.


    Schönen Gruß, Bernd

  • Auch am 8.11. hätte ich sie nicht mehr erwartet. Die letzten habe ich vor ca. drei Wochen gesehen, bzw. vor allem durch ihren olfaktorischen Reiz wahrgenommen. War eine Gruppe schwarz zerlaufener Schlappen, die einen intensiven Aasgeruch verströmte. Insofern natürlich auch nicht ganz klar, ob das Dunkle Hallis waren.


    In welcher Region hast du sie denn gefunden? Und waren da noch größere Gruppen?


    Grüße aus dem Rhein-Main-Gebiet!


  • Auch am 8.11. hätte ich sie nicht mehr erwartet. Die letzten habe ich vor ca. drei Wochen gesehen, bzw. vor allem durch ihren olfaktorischen Reiz wahrgenommen. War eine Gruppe schwarz zerlaufener Schlappen, die einen intensiven Aasgeruch verströmte. Insofern natürlich auch nicht ganz klar, ob das Dunkle Hallis waren.


    In welcher Region hast du sie denn gefunden? Und waren da noch größere Gruppen?


    Grüße aus dem Rhein-Main-Gebiet!


    Ja, war definitiv am 08.11., denn das Funddatum ist bei mir immer Teil des Dateinamens. :)
    Es war im Pfälzerwald, und es gab an dem Sonntag beides - riesige, unappetitlich aussehende Hallimasch-Friedhöfe, aber auch noch Büschel mit knackigen Jungexemplaren.


    Schönen Gruß, Bernd

  • Hallo Bernd,
    vor ein paar Monaten habe ich mir auch die beiden Gröger-Bände gekauft (ohne M. - ... später vielleicht mal) und ja , ich benutze ihn doch schon hin und wieder (und mit Erfolg).
    Es kommt auch darauf an, was du sonst für Bücher hast.
    Ich hatte bisher Laux (Kosmos), Gerhardt (BLV) und Bon (Parey) - auch in dieser Reihenfolge gekauft (und am Anfang ohne viel "familienmitgebrachte" oder sonstige Pilzerfahrung).


    Der Laux ist prima für Porlinge und Konsorten, ansonsten habe ich mich da am Anfang völlig verirrt und die einfachsten Pilze nicht gefunden, bei großen Gattungen gibt es ja auch immer nur so eine kleine Auswahl,
    da bin ich dann mit dem Gerhardt besser klar gekommen (auch wegen der Vorsortierung nach Sporenpulverfarbe), da gefallen mir die Fotos auch besser (d.h. sie entsprechen eher dem opt. Eindruck vor Ort), die Pilzauswahl ist teils anders als im Laux.
    Dann - endlich - habe ich den Parey (mit Zeichnungen und SCHLÜSSEL) gekauft - und schon klappt die Pilzbestimmerei viel besser.


    Trotzdem ist auch da nicht "alles" drin, die Beschreibungen sind manchmal ein bisschen knapp, Zweifel bleiben.
    Wenn ich jetzt also einen unbekannten Blätterpilz (der kein Cortinarius ist, die Gattung ist da in den Bänden nicht enthalten) oder Röhrling habe, dann versuche ich den mit dem Bon zu knacken, schaue ins Web (SELTEN -manchmal zu selten - in Laux und Gerhardt, eigentlich nur wg. Fotos oder abweichenden Beschreibungen) -
    und dann versuche ich meinen "Fund" mit Gröger zu verifizieren (es werden nämlich auch Makromerkmale genannt) und finde so auch manchmal sehr ähnliche Pilze (die in den anderen Büchern nicht enthalten sind) -die wiederum kann ich mir im Web anschauen.
    Bei Mikromerkmalen muss man manchmal beide Schlüsselwege gehen - und schauen, wo das landet (Erfahrung mit Bestimmungschlüsseln, z.B. bei Pflanzen ist nicht verkehrt...) - oder vom "Kandidaten" im Schlüssel "rückwärts" gehen, um zu schauen, ob sich da abgrundtiefe Widersprüche auftun.
    So habe ich es bisher jedenfalls mit einigen Dachpilzen, Schirmlingen, Täublingen und Milchlingen gemacht.

  • Hi!


    Die - wohl bis auf wenige Ausnahmen - in unseren Gefilden 4 vorkommenden Arten sind A. gallica (der Gelbschuppige), A. cepistipes (der Zwiebelfüßige), A. ostoyae (der Dunkle) und A. mellea (der Honiggelbe).


    Gallica und cepistipes haben nur einen sehr schwach ausgeprägten Ring, der niemals in dem Alter noch so kräftig steht, sondern eher in losen Fäden ausgebildet ist, die zwar zurückbleiben, aber eben nicht so deutlich und kräftig. Bleiben von den klassischen Kandidaten her Ostoyae und Mellea. Für Mellea fehlen jegliche honiggelben Töne an Hut und Stiel. Daher auch für mich der Dunkle Hallimasch (A. ostoyae).


    Ein etwas anderer Weg über das Ausschlussprinzip, aber das gleiche Ergebnis. :)


    LG, Jan-Arne

                                                                               
    Im Forum gibt es keine Verzehrfreigaben, nur Hilfestellungen zu eigenständigen Vergleichen!


    Hier findet ihr eine Übersicht über bestimmungsrelevante Informationen!


  • Von den Experten hier wird allerdings gesagt, die Hallimasche seien makroskopisch nicht 100% voneinander zu unterscheiden. Bestimmt äußert sich noch mal ein Mykomane dazu....


    ... kennt Ihr die ganze Steigerungsreihe?


    Mykophober
    Mykophage
    Mykophiler
    Mykomane
    Mykosoph


    Was die Hallimischmasche angeht:
    Sooo typische Kollektionen von ostoyae traue ich mich auch makroskopisch zu benennen. Es gibt aber halt auch untypische Fruchtkörper, deren Merkmale im Überschneidungsbereich zweier Arten sind, und dann hilft meist auch kein Mikroskopieren mehr, dann müsste man einen Kreuzungstest (geht bei Hallimasch ganz gut) oder einen Gentest machen. Oder die Kollektion wegwerfen...


    Grüße,


    Wolfgang



  • Hallo, Jan-Arne!


    Danke für deine Bestätigung!
    Ob du's glaubst oder nicht - genau über dein Ausschlussverfahren bin ich zu meinem von euch bestätigten Ergebnis gekommen - siehe meine obige Kriterienliste. Anders hätte das gar nicht so gut geklappt! :alright:


    Vorbild war nämlich eine Auflistung von dir irgendwo hier im Forum, die ich mir herausgeschrieben habe und die mich durch das Aufzeigen der Unterschiede einen Riesenschritt weitergebracht und zum noch genaueren Hingucken animiert hat.
    Dafür auf diesem Weg mal ein großes Dankeschön! :alright:


    Schönen Gruß, Bernd

  • Hallo.


    :D



    Da fehlt die vierte Alternative:
    Oder die Kollektion aufessen (so man ihn denn gut verträgt).



    LG, Pablo.


  • Hallo, Wolfgang!


    Interessante Steigerungsreihe :D


    Was typische Kollektionen angeht:


    Autsch, musst du einen so desillusionieren?? :D
    Ich dachte schon, dass es ab jetzt einfach würde, und du sagst mir, dass manchmal noch nicht einmal Mikroskopieren weiterhilft... :rolleyes:


    Aber statt sie wegzuwefen werd ich als Mykophiler dann doch lieber mykophag als mykophob...


    Schönen Gruß, Bernd


    Edit: Pablo, great minds (oder sollte ich sagen: stomachs) think alike! :D
    [hr]



    Hallo, abeja!


    Vielen Dank für deine interessanten Ausführungen und Tipps! :alright:
    Ich werde natürlich noch mal darauf zurückkommen, muss heute Abend aber noch was anderes machen - wenn man hier einen Thread startet, kommt man ja zu nichts anderem mehr... :D
    Edit: Ich habe abeja per PN geantwortet, da überwiegend off-topic.


    Schönen Gruß, Bernd

  • Mich wundert, dass noch niemand Armillaria Borealis in den Ring geworfen hat. Passt meiner Meinung nach makroskopisch am besten zu den Fotos.

    Ich gebe KEINE Freigabe zum Essen von Pilzen! Für Essbarkeitsfragen bitte an den lokalen Pilzverein bzw. Pilzsachverständigen wenden.

    Einmal editiert, zuletzt von MycoAlex ()


  • Mich wundert, dass noch niemand Armillaria Borealis in den Ring geworfen hat. Passt meiner Meinung nach makroskopisch am besten zu den Fotos.


    Hallo, Alex!


    Hmm, gegen "Armillaria borealis" sprechen meiner Meinung nach folgende Punkte:


    1. wäre hier schon eine Seltenheit, da eher weiter nördlich (borealis, von boreas=Nordwind)
    2. gelblicher Ringrand/gelbliche Ringunterseite
    2. gelbliche, wollige Schüppchen am Stiel
    4. keine schwarzen Schüppchen an Ring/-unterseite


    Das sind alles Punkte, die für Armillaria solidipes, syn. Armillaria ostoyae, nicht zutreffen.


    So zumindest die Angaben auf dieser Infoseite, vor allem unter dem Punkt "Stem" (Stiel).


    Aber warten wir mal ab, was die Experten meinen.


    Vielen Dank auf jeden Fall für deine Rückmeldung! :alright:


    Schönen Gruß, Bernd

  • Hallo,


    laut Gröger ist A. ostoyae der einzigste mit dunklen Schüppchen am Stielring. Das ist ein eindeutiges Merkmal. A. borealis kann das nicht.


    l.g.
    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

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