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letzter Beitrag von wildpflanzenfan am

Diskussion Pilzgifte, Schimmelpilze und Schimmelpilzgifte

  • Hallo ihr lieben,



    es kam unlängst der Wunsch auf, hier mehr über Pilzgifte s.l. und Schimmelpilze zu schreiben. Mit diesem Diskussionsthread soll zu diesem Langzeitprojekt offiziell der Startschuss gegeben werden. Da ich im Studium auch im Nebenfach Toxikologie und Mikrobiologie hatte, werde ich die Federführung übernehmen. Kerstin (Goldröhrling) wird die Schimmelpilze und deren Bestimmung bearbeiten.


    Die allgemein bekannten Pilzgifte sind/werden in den dazugehörigen Pilzportraits von mir vorgestellt (worden):


    Muscarin: Ziegelroter Risspilz
    Ibotensäure/Muscimol: Pantherpilz
    Equestre-Syndrom: Grünling
    Amatoxine: Grüner Knollenblätterpilz


    Wie ich/wir genau die restlichen Themen in Threads aufteilen werde, weiß ich noch nicht genau. Zumindest wird es erstmal so werden, dass ich separate Threads eröffne. In diesen bitte ich euch herzlich nichts reinzuschreiben. Anregungen, Kritik, Wünsche, Vorschläge sind herzlich willkommen; diese schreibt aber bitte in diesen Thread! Das ist hauptsächlich der Übersichtlichkeit geschuldet, da ich in den Threads erstmal keine Fragen und Dank möchte. Das würde den Lesefluss einfach iwie auseinanderreißen. Wenn ich dann fertig bin, kann ich immer noch einen FAQ-Beitrag verfassen.


    Themen, die besprochen werden:


    1. Glossar über toxikologische Fachbegriffe und Erläuterungen über die Grundlagen der Toxikologie. (Das hat den Vorteil, dass ich bestimmte Fachausdrücke nur einmal erklären muss)
    2. Erklärung, wie ein Grenzwert in Lebensmitteln usw. zustande kommt und welche Tests da vorrausgehen
    3. Vorstellung der Schimmelpilzgifte mit Strukturformeln, Giftwirkungen usw.
    4. Wie werden Schimmelpilze bestimmt (Hauptsächlich Kerstins Part) evtl. mit Vorstellungen von Gattungen und Arten.


    Wenn von eurer Seite aus reges Interesse an der Thematik besteht, wird das Forenteam ggf. auch ein Schimmelpilzunterforum etablieren. Das entscheidet aber das Forenteam gemeinsam.


    l.g.
    Stefan


    P.S. Das wird deswegen ein Langzeitprojekt, weil ich auch nicht jeden Tag Muse haben werde dazu was zu verfassen. Diverse Pilzportraits sind auch noch geplant/in Arbeit. Bitte habt da etwas Geduld. "Gut Ding will Weile haben" ;)

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

    Einmal editiert, zuletzt von Climbingfreak ()

  • Hallo lieber Stefan, hallo liebe Pilzfreunde,


    sehr schön :) :) :) :) ich bin total begeistert :) :) :) :)
    Daumen hoch :alright: :alright: :alright: :alright: für die schnelle Umsetzung meiner Ideen. Ich hoffe nur, das noch ein paar mitziehen und wir nicht alleine dastehen.


    Nur sind es für mich immer noch 2 verschiedene Paar Schuhe: die Pilzgifte auf der einen Seite und die Schimmelpilze auf der anderen. Das alles zusammenzupacken krieg ich in meinen Kopf noch nicht so richtig reinsortiert....


    Die Schimmelpilze sind mein part??? :shy: Oh Schreck, was muß ich denn da alles machen?? Ich hoffe, nur was reinschreiben??


    Liebe Grüße
    Kerstin

  • Hallo Kerstin,


    danke für deine Rückmeldung. Die Trennung war/ist erstmal eine Zwischenlösung; u.a. auch deshalb weil ich schon angefangen habe die Pilzgifte in den Portraits zu bearbeiten. ;) Wie sich das alles genau entwickeln wird, müssen wir erstmal abwarten. Wie, ob und wie intensiv die Schimmelpilzbestimmung bearbeitet wird, sollten wir erstmal abwarten. Ich kann gern auch was dazu beitragen; allerdings bist du derzeit die einzige Person, die sich damit aber wirklich auskennt. Mit meinem Halbwissen zur Schimmelpilzbestimmung kann ich allerdings nur marginal was beiragen. Natürlich wäre es gut, wenn wir noch Mitstreiter hier finden könnten, die sich an dem Prokekt beteiligen. Vielleicht steigen auch noch Leute ein, gerade weil wir das Projekt starten. Es wird auf keinen Fall so sein, dass du/wir das allein machen müssen.


    Das ganze ist sowieso ein Langzeitprojekt. Wir überstürzen hier nichts.


    l.g.
    Stefan

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    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


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  • Hallo Stefan, lassen wir es auf uns zukommen. Ich bin für alles offen ;)


    Wenn ich ganz offensichtlich die einzige hier bin, die sich mit Schimmelpilzen auskennt, ist die Frage, ob es andere interessiert, wenn ich den einen oder anderen Schimmelpilz vorstelle?? Für mich muß ich das ja nicht machen...


    LG Kerstin

  • Hallo Kerstin,


    sagen wir mal so. Für dich, bzw. uns beide machen wir das bestimmt nicht. Aber vielleicht werden andere dadurch "angelockt". Immerhin haben wir im Forum schon einige Experten gewinnen können. Ditte und Andreas Gminder z.B.


    l.g.
    Stefan

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    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


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  • Hallo.


    Jau, das klingt schon interessant.
    Mehr Ideen habe ich vielleicht morgen oder übermorgen, jetzt bin ich erstmal zu müde nach der kleinen ganoderma - Schlacht.
    Aber lustig ist es ja schon, daß in der Überschrift von Pilzgiften und Schlimmelpilzen die Rede ist. ;)



    LG, Pablo.


  • Ja genau das meine ich, paßt irgendwie nicht so richtig zusammen...

  • Hallo,


    hab das überschüssige l entfernt. :shy: :D Ansonsten sorry dafür dass das alles nicht ganz so themathisch passt.


    l.g.
    Stefan

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    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


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  • Hallo,


    hab das überschüssige l entfernt. :shy: :D Ansonsten sorry dafür dass das alles nicht ganz so themathisch passt.


    l.g.
    Stefan


    Naja, verbleiben wir mal dabei, ein Anfang ist gemacht und alles wird sich zum Positiven entwickeln.


    Liebe Grüße
    Kerstin

  • Hallo zusammen,
    Evtl. Könnte man die Bereiche Radioaktivität und Schwermetalle ergänzen.
    Falls es Fachfragen zur Tox gibt gerne auch an mich. Ich habe hier auf der Arbeit ein Team von Fachtoxikologen DGPT um mich herum die sich normalerweise um regulatorische Fragestellungen kömmern, aber ein bisschen Abwechslung tut auch mal gut....

  • Hallo Ihr Giftzwerge,


    danke für den Startschuss in die Toxikologie :alright: ! Der Anfang ist immer am schwierigsten, man muss sich ja überlegen, wie man die Klamotte am sinnvollsten umsetzt. Ihr braucht ja das Rad nicht neu zu erfinden, sowas wie Punkt 3 aus Beitrag #1 wäre durch Wikipedia Mykotoxine bereits abgehandelt: Strukturformeln kann man anklicken.
    Die Toxine der Großpilze in den Portraits zu ergänzen macht auf jeden Fall Sinn!


    Um nun das Publikum für die Toxikologie zu begeistern, braucht es eine gute Einführung in die Idee der Grundlagen (Paracelsus, "risk" vs. "hazard",...), Begriffe (NOEL, LD, QSAR..), Methoden (Tierversuche: Achtung, emotionales Thema!) und am Ende die (EU-)Regulatorik (REACH, Chemikalienkennzeichnung). Nanopartikel und Radioaktivität sind hierbei Sonderfälle.
    Außerdem besteht die Gefahr, den Gaul von hinten aufzuzäumen. Was nutzt einem eine supergiftige Strukturformel, wenn man den menschlichen Metabolismus nicht kennt? Viele Gifte werden nur deshalb giftig, weil die Enzymfabrik der Leber irgendwelche Konjugate drangebastelt hat, die erst dann Übles bewirken (-> Verständnis der Ansatzpunkte für Medikamente/Therapien). Man kommt also nicht umhin, Funktion und Histologie (!) der zentralen Organe Leber, Darm und Nieren abzuhandeln. Den enterohepatischen Kreislauf verstehen. Ganz essentiell natürlich die zahlreichen CYP's (Cytochrom P450-Hämoxidasen) der Leber! Für Psycho-Wirkungen dann noch die Neurologie besprechen.


    Um das umfangreiche Thema schmackhaft zu machen, würde ich weniger den Anspruch empfehlen, eine vollständige Abhandlung zu erstellen. Vielleicht einige für uns Pilzler interessante Substanzen (Amanitin, Aflatoxin) von vorne bis hinten mit spannenden Beispielen durchdiskutieren? Dann versteht man auch wie unsinnig Anfragen von Neulingen hier sind, die wissen wollen, ob die unbekannten Pilzlein in ihrem Rasen/Terrarium giftig für ihre Kinder/Haustiere sind (Kaninchen und Schweine können gefahrlos den Grünen Knolli verspeisen ;) ).


    Dann mal los, ich freu mich :alright: :alright: :alright:

  • Hallo Verena,


    danke für deine Ergänzung. Ich hatte das auch ungefähr so im Sinn, wobei die ganze Thematik auf Pilze beschränkt bleiben sollte. Hinsichtlich Schwermetallen hat eigentlich nur Cadmium eine Relevanz (aus mykologischer Sicht). Quecksilber und Blei spielen meines Wissens nach bei Pilzen keine Rolle. Andere Schwermetalle sind gesetzlich nicht reguliert (zumindest im Lebensmittelbereich).


    Die ganze Reach-Thematik wollte ich ehrlich gesagt ausblenden. Es soll hier nicht um Sicherheitsbewertungen von chemischen Zubereitungen/Stoffen gehen. Das hier ist ein Pilzforum und sollte es auch bleiben.
    Zum Thema Tierversuche wollte ich auf alle Fälle was schreiben. Das ist ein emotionales Thema; das ist mir klar. Trotzdem ist es wichtig zu verstehen, dass Tierversuche unerlässlich sind! Viele unserer toxikoligischen Erkenntnisse wären ohne Tierversuche gar nicht möglich. Im übrigen gehen die Bestrebungen dahin Tierversuche so weit wie möglich durch Tests mit Zellkulturen in-vitro zu ersetzen. Trotzdem müssen derzeit noch die finalen Tests an lebenden Tieren gemacht werden und daran wird sich so schnell nichts ändern.
    Reinhard : Danke für dein Angebot; ich komm bei Bedarf gern darauf zurück.


    l.g.
    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


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  • Blende mich als blutiger Laie mal kurz ein.
    Finde diesen Thread toll.
    Auch über das Thema Radioaktivität würde ich mich hier freuen..
    Spielen neben Cadmium nicht doch Blei und Quecksilber eine Rolle - z.B. beim Parasol?
    http://www.lvps.de/MBl%2017%20…etalle%201993-99%20ST.pdf
    Ich fände es toll, wenn Blei und Quecksilber mit dabei wäre. (Also nicht in den Pilzen, sondern im Thread :D )


    Liebe Grüße


    Lia

  • Hallo Lia,


    danke für deine Antwort. Kann gern Blei und Quecksilber mit aufnehmen; aber von den 3 Schwermetallen ist Cadmium immer noch das kritischste. Bei Quecksilber muss differenziert werden. Anorganisches Quecksilber ist vergleichsweise "harmlos". Organisches Qucksilber (Methylquecksilber u.ä.) hingegen sehr kritisch zu bewerten. Bei den Gehalten in dem Merkblatt wurde wahrscheinlich der Gesamtquecksilbergehalt bestimmt. (Zudem fehlen mir bei dem Merkblatt zusätzliche Angaben; z.B.mit welcher Methode die Gehalte bestimmt wurden und wie der Schwermetallgehalt des Bodens des zugehörigen Fundortes aussah etc.) So ist das nicht wirklich aussagekräftig. Blei ist auch rel. unkritisch, weil es in größeren Mengen in den Knochen eingelagert wird, bevor es zu ersten Vergiftungssymptomen (wie z.B. der typischen "Fallhand") kommt. Blei spielt nur eine Rolle, wenn du das regelmäßig in relevanten Mengen aufnimmst.


    l.g.
    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo, da kann ich Stefan nur zustimmen.
    Ergänzend möchte ich aus bodenkundlicher Sicht hinzufügen dass Gesamtgehalt an Schwermetallen im Boden wenig ökologisch aussagekräftig ist (Königswasseraufschluss). In Verbindung mit anderen Bodeneigenschaften wie dem pH-Wert der Bodenlösung oder dem Gehalt an organischer Substanz und Tonmineralen kann das Gefährdungspotential von Schwermetallbelastungen jedoch grob abgeschätzt werden (somit eine Vielzahl von Informationen nötig). Für die Aufnahme von Schwermetallen spielen die Sorptions- / Bindungsverhältnisse an die feste Phase eine größere Rolle als Gesamtgehalte im Boden. Pflanzenverfügbare Schwermetalle werden in der Bodenkunde bspw. durch Ammoniumnitratextraktion bestimmt. Diese Gehalte sollten mit den bestimmten Gehalten im Pilz selber korreliert werden (und keine Gesamtgehalte). Damit könnte man dann "Boden-Pilz-Transferfaktoren" bestimmen. Über die erwähnte Stichprobenanzahl der Messungen in den Pilzen könnte man natürlich auch "streiten", da vermutl. wenig aussagekräftig.
    Wichtig für den ökotox. Kontext wäre mE folgendes: Da ja Waldböden eine Senke für die eingetragenen Schwermetalle darstellt und es langfristig zu einem Anstieg der Vorräte im Boden kommt, wäre dies ein hohes Gefährdungspotential da durch die fortschreitende Bodenversauerung (Stichwort Saurer Regen) zur Tonmineralzerstörung und in Folge dessen zur Mobilisierung von vormals festgelegte Schwermetallen können kann. Diese sind dann in verstärkten Maße bioverfügbar. Ich gehe davon aus dass Pilze generell Akkumulatoren von Schwermetallen sind - anscheinend erfolgt die (passive) Aufnahme jedoch mehr oder weniger selektiv.
    LG, Reinhard

  • Hallo Stefan,


    Danke für Deine Einschätzung.
    Bei mir ist Blei insofern interessant, weil ich genetisch bedingt vermehrt Blei aufnehme (und auch Cadmium).
    Wobei ich auch da wohl regelmäßig große Mengen Pilze aufnehmen müsste, um mir zu schaden...


    Liebe Grüße


    Lia

    [font="Impact"]Kein Pilz ist klein genug, um nicht auch ein Glückspilz zu sein. :sun:[/font]

    Einmal editiert, zuletzt von Lia ()


  • Hallo, da kann ich Stefan nur zustimmen.
    Ergänzend möchte ich aus bodenkundlicher Sicht hinzufügen dass Gesamtgehalt an Schwermetallen im Boden wenig ökologisch aussagekräftig ist (Königswasseraufschluss). In Verbindung mit anderen Bodeneigenschaften wie dem pH-Wert der Bodenlösung oder dem Gehalt an organischer Substanz und Tonmineralen kann das Gefährdungspotential von Schwermetallbelastungen jedoch grob abgeschätzt werden (somit eine Vielzahl von Informationen nötig). Für die Aufnahme von Schwermetallen spielen die Sorptions- / Bindungsverhältnisse an die feste Phase eine größere Rolle als Gesamtgehalte im Boden. Pflanzenverfügbare Schwermetalle werden in der Bodenkunde bspw. durch Ammoniumnitratextraktion bestimmt. Diese Gehalte sollten mit den bestimmten Gehalten im Pilz selber korreliert werden (und keine Gesamtgehalte). Damit könnte man dann "Boden-Pilz-Transferfaktoren" bestimmen. Über die erwähnte Stichprobenanzahl der Messungen in den Pilzen könnte man natürlich auch "streiten", da vermutl. wenig aussagekräftig.
    Wichtig für den ökotox. Kontext wäre mE folgendes: Da ja Waldböden eine Senke für die eingetragenen Schwermetalle darstellt und es langfristig zu einem Anstieg der Vorräte im Boden kommt, wäre dies ein hohes Gefährdungspotential da durch die fortschreitende Bodenversauerung (Stichwort Saurer Regen) zur Tonmineralzerstörung und in Folge dessen zur Mobilisierung von vormals festgelegte Schwermetallen können kann. Diese sind dann in verstärkten Maße bioverfügbar. Ich gehe davon aus dass Pilze generell Akkumulatoren von Schwermetallen sind - anscheinend erfolgt die (passive) Aufnahme jedoch mehr oder weniger selektiv.
    LG, Reinhard


    Hallo Reinhard,


    danke für deine Ergänzungen. Mir sind viele Fakten, die du nanntest, bekannt. Hab mich auch früher beruflich mit der Schwermetallbelastung von pflanzlichen Erzeugnissen beruflich befasst, die in stark geogen "belasteten" Regionen erzeugt wurden. Zu nennen wären da einerseits das Niedersächsische Harzvorland, bzw. auch das Erzgebirge, bzw. der Freiberger Raum. Von Blei ist bekannt, dass Kontaminationen hauptsächlich über anhaftende Erdpartikel stattfinden. Eine Entfernung dieser Partikel, z.B. durch waschen senkt die "Bleibelastung" des untersuchten Produktes stark. Eine aktive Aufnahme von Pflanzen oder Pilzen ist meines Wissens nach selten. Bei Cadmium sieht das anders aus! Dort geschieht eine aktive Anreicherung zumindest bei Weizen und einigen Gemüsen. Bei gilbenden Egerlingen ist das auch bekannt.
    Ansonsten ist es erstmal wichtig zu wissen, wie stark die Böden der Fundorte mit Schwermaetallen belastet sind; geogen, sowie auch durch Menschen verursacht. Erst danach sollten weitere Überlegungen stattfinden, wie z.B. wie stark die Freisetzung von Schwermetallen aus Tonmineralien durch sauren Regen ist.
    So weit wollte ich hier aber nicht einsteigen, um die anderen nicht mit zu vielen Details abzuschrecken.


    l.g.
    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


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  • Hallo Stefan, das ist lange her, ich glaube die Zeiten sind vorbei als jemand noch Geld zum Forschen für den ganzen Schwermetall-Klamauk gegeben hat. Heutzutage geht's ja eher um Nanopartikel oder dem Dauerbrenner Pestizide, ...
    Ich meine mich dunkel zu erinnern dass genau wie Du schreibst Cd stark von Pflanzen aufgenommen wird (sofern pflanzenverfügbar) und sich in der Pflanze anreichert, zudem Zink. Chrom, Quecksilber, Arsen, Blei werden hingegen kaum aufgenommen - in der Mitte liegen Nickel und Kupfer. Ob das alles so auf Pilze zu übertragen ist ... , vermutlich, mehr oder weniger. Das alles bezieht sich auf die potentiell pflanzenverfügbaren Gehalte - die max. vorliegenden Gesamtgehalte sind wie gesagt ökologisch wenig aussagekräftig. Wenn auch der Mykophage bei gelegentlichem Pilzgenuss keine bedenklichen Mengen an Schwermetallen akkumulieren wird, so wird doch das Pilzmycel durch (u.a. säurebedingt) mobile Schwermetalle geschädigt (ebenso wie die Feinwurzeln der Bäume). Für den Menschen ist es wohl wenig empfehlenswert in der Nähe von stark befahrenen Straßen zu sammeln, aber da dürften einem wohl nicht nur die hohen Cadmiumgehalte durch Reifenabrieb gehörig den Appetit vermiesen ...

  • Hallo, Stefan et al.!


    Ich würd's mal gar nicht so kompliziert machen für den Anfang.
    Alleine über diese ersten Punkte:

    Zitat


    1. Glossar über toxikologische Fachbegriffe und Erläuterungen über die Grundlagen der Toxikologie. (Das hat den Vorteil, dass ich bestimmte Fachausdrücke nur einmal erklären muss)
    2. Erklärung, wie ein Grenzwert in Lebensmitteln usw. zustande kommt und welche Tests da vorrausgehen
    3. Vorstellung der Schimmelpilzgifte mit Strukturformeln, Giftwirkungen usw.
    4. Wie werden Schimmelpilze bestimmt (Hauptsächlich Kerstins Part) evtl. mit Vorstellungen von Gattungen und Arten.


    Wäre ich schon mal froh.


    Sicher sind auch dei weiterführenden Themen zB zur Schwermetallbelastung wichtig.
    Aber man muss ja erstmal irgendwo anfangen und das Ganze muss auch jemand durcharbeiten.
    Das in eine gut lesbare und für den durchschnittlichen Pilzfreund verdauliche Form zu bringen ist schon mal eine richtige Arbeit, das ist nicht in ein oder zwei Stunden erledigt.


    Daß man das dann weiterführen kann, ist das Schöne dabei.
    Und soll auch so sein, aber eben eins nach dem Anderen.


    Aber was schön wäre: Parallel dazu so eine Art Workshop zu installieren. So könnte jede/r Interessierte eigene Beiträge zum gesamten Thema leisten.
    Das müsste freilich jemand leiten, der davon auch was versteht.... Stefan?
    IM grunde fängt genau das ja schon hier an dieser Stelle an.



    LG, Pablo.

  • Hallo Pablo,


    ich kann die "Leitung" gern übernehmen. Aber deinen Vorschlag finde ich richtig gut. Erstmal deine vorgeschlagenen Themen und dann sehen wir weiter. Schwermetalle würde ich etwas nach hinten verschieben; weil wir so einfach vom 100el ins 1000el kommen und damit ist keinem gedient. Nebenbei wollte ich ja eigentlich auch noch Pilzportraits machen; Dungpilze zu mikroskopieren, "Arbeiten" gehen, anderen Hobbys fröhnen etc.
    Den "Wörkschopp" :D können wir ja hier installieren; erstmal. Und ich habe von der ganzen Thematik keine Ahnung; ich tu nur so. :freebsd:


    l.g.
    Stefan

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    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


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  • Ich möchte nur mal eben sagen daß mir sehr gefällt was ihr hier macht.


    Mich als fachlich Unkundigen, aber Interessierten, begehrt es natürlich nach allem was es über mögliche "Schadstoffe" in Pilzen zu wissen gibt.
    Auch Dinge die etwas abdriften, wie etwa, wie man zu Silibinin fand und welche Mittel man noch so kennt, nutzt oder erforscht oder ob bzw. was man bei einer Behandlung einer Pilzvergiftung selbst zu zahlen hat. Man bekommt wohl auch eine monetäre Quittung meine ich mal gelesen zu haben ? Also allerlei thematische Randgeschichten finde ich ebenfalls sehr wissenwert. Es lockert wohl auch den Themenbereich auf bzw. macht es leichter etwas vom Themenbereich der Gifte lernen zu können. Ob ihr dafür vielleicht auch ein Fleckchen ins Auge fassen mögt ? :shy:


    Ansonsten hoffe ich, trotz aller Genauigkeit und Wissenschaft, daß ihr allen weniger hell leuchtenden Köpfen, so auch mir, das Lesen und Verstehen möglichst nicht zu schwer macht. Ihr könnt ja alles exakt und kompetent bearbeiten, nur bitte evtl. auch noch ein zwei Worte zusätzlich für Otto Normal und Karin Mustermann zufügen.
    Das wäre nett. :)

  • Hallo Stefan
    Ich frage mich gerade wie Du Punkt 2 abhandeln möchtest.
    Es geht ja hier nicht um MRLs oder den max. zulässigen Gehalten eines Stoffes in der Pflanze basierend auf gemessen Rückständen.
    Giftpilze können mE nicht wie Lebensmittel abgehandelt werden. Aber vielleicht liessen sich Effektschwellen herausarbeiten sowie Informationen geben was die verschiedenen Pilzgifte im Körper so anstellen. Auch die möglichen Aufnahmepfade inhalativ Sporen des Spaltblättlings, .. wären interessant auch mit dem Hinweis wie man richtig eine Geschmacksprobe durchführt
    Vg, Reinhard


  • Hallo Reinhard,


    bei Punkt 2 soll es um Grenzwerte von Mykotoxinen in z.B. Lebensmitteln gehen. Die Gifte der Großpilze klammere ich hier aus. Die werden separat in den Pilzportraits vorgestellt.


    Zum grünen Knolli: 5-50g (die Literaturwerte schwanken da etwas) Frischpilz wirkt tödlich.


    l.g.
    Stefan

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  • Hallo,


    ich hab eine Liste der wichtigsten Giftpilze/Pilzgifte der Großpilze erstellt. Ich weiß, es ist noch nicht alles vollständig, aber wenn ihr noch Verbesserungsvorschläge Pilzwünsche habt oder Fehler findet, dann schreibt das bitte hier rein.


    l.g.
    Stefan

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