Beiträge von Florian1986

    Hi Steve,


    i am afraid that species determination in this genus is not possible without molecular data. Currently there are more than 450 species in this genus and i am sure, that there are still a lot of species, which are undescribed yet.


    Best regards,

    Florian

    Danke für deine Einschätzung Pablo! Es sind noch weitere Fruchtkörper am Standort vorhanden, die kann ich gerne im Blick behalten. Wie kommt man denn bestimmungstechnisch dann weiter voran? Makroskopisch?


    Liebe Grüße,

    Florian

    Vielen Dank für die vielen Kommentare! Bei der aktuellen Beitragsflut hatte ich damit nicht gerechnet:)

    Vielen Dank Pablo! Ein Schnittbild vor Ort habe ich leider nicht, ich habe ein paar Stunden später zuhause dann die Rasierklinge zur Hand genommen. Die Aufnahme entstand bei LED-Licht unter dem Bino, die Farben sind daher recht hell. Ich kann gerne morgen nochmal bei Tageslicht knipsen, oder sollte man den Schnitt direkt am Standort durchführen?

    Knalliges orange sieht auf jeden Fall anders aus, ich würde es eher als rotbraun bezeichnen.


    Liebe Grüße,

    Florian

    Hallo zusammen,


    gestern hat es die Zeit endlich mal wieder erlaubt und es ging auf eine Exkursion an verschiedene Plätze in der südlichen Lüneburger Heide. Mit von der Partie waren Carina und Heiko. Unsere erste Anlaufstelle war eine große Brandstelle, an der ich im vergangenen Jahr bereits mit Eike zusammen sehr erfolgreich war (Hier gehts zum Bericht). Dieses Jahr ließ sich dort bei meinen wenigen Besuchen bisher nichts Spannendes finden. Der Weg dorthin durch den Kiefernwald war wenig vielversprechend, außer einigen Täublingen und Milchlingen gab es nicht viel zu sehen, so dass die Erwartungen gering waren. Dort angekommen dauerte es jedoch nicht lange, bis Carina den ersten Brandstellenbewohner entdeckte und wir ein kleines Freudentänzchen hinlegten: Wir fanden ein Massenaspekt von Rhizina undulata, der welligen Wurzellorchel in allen Altersstadien! Einer der Pilze, die man mal im Pilzbuch sieht und unbedingt finden möchte.


    Nach diesem (für uns) Knallerfund konnten wir noch zwei weitere Brandstellenbewohner finden. Zum einen Pholiota highlandensis:


    Sowie die hübsche Psathyrella pennata:


    Zwei kleine Pilzchen fanden sich auch noch, die ich allerdings nicht abgelichtet hatte. Hier hoffe ich auf Material von Carina und Heiko.


    Auf dem Rückweg mussten wir uns das erst mal stärken:


    Danach zogen wir weiter in ein Moor, das allerdings auch nicht mit allzu großem Artenreichtum aufwarten konnte. Meine Bilder von dort sind zudem misslungen, da müssen Carina und Heiko wieder einspringen :-).


    Am Vortag gelang mir der Fund eines Stachelings, womit ich in meinen sauren Heidewäldern gar nicht gerechnet hätte. Nachdem das Moor wenig ergiebig war, zogen wir also weiter, um uns diesen Fund noch mal näher anzusehen. Es sollte sich lohnen! Im Gebiet angekommen begrüßten uns zunächst Unmengen von Schweferitterlingen, Täublingen, einige Cortinarien und weitere Arten, die uns die Grenzen unseres vereinten Pilzwissens schnell aufzeigten.

    Carina erspähte einen kleinen roten Becherling auf Erde, den ich aufgrund von kaum wahrnehmbarer Behaarung für beachtenswert hielt. Mikroskopisch kam ich dann auf Melastiza flavorubens:


    Heiko sprang dann ein kleiner rothütiger Pilz ins Auge, zu dem Carina schnell die zündende Idee hatte. Nach einiger Suche am Hang fand sich dann auch noch der passende Baumpartner mit einer fünfnadeligen Kiefer. Sicherlich nicht häufig und ein wunderschönes Pilzchen: Suillus spraguei (geschmückter Röhrling):


    Ein paar Meter weiter ließ sich dann besagter Stacheling mit mehreren Fruchtkörpern wiederfinden. Leider haben wir alle drei von Stachelingen keine große Ahnung, dennoch sind wir mit unserer Bestimmung bei Phellodon niger gelandet. Im Schnitt zeigt der relativ robuste Stiel eine glänzend schwarze Farbe und während der Geruch anfänglich eher undefinierbar "angenehm-pilzig" erscheint, verströmt jetzt der Fruchtkörper, der vor sich hintrocknet ein sanftes Maggi-Aroma. Die winzigen Sporen sind zudem nicht glatt, sondern stachelig-warzig (für mich schwer näher zu definieren, die sind wirklich winzig). Korrekturen oder sonstige Kommentare sind daher gerne erwünscht :).


    Wie sagte unser Öhrling so schön? Ein Stacheling kommt selten allein! Und tatsächlich konnten wir an diesem Hang eine (oder zwei??) weitere Arten finden, bei denen wir bestimmungstechnisch immerhin mal in der Gattung Hydnellum landen. Dann hören die Fähigkeiten leider auch schon auf, weshalb wir über Hilfe sehr dankbar wären! Leider sind die Fruchtkörper sehr klein, weshalb ich von Geschmacksproben zunächst Abstand genommen habe :). Allerdings bin ich sehr gerne bereit, die Pilzchen zu verschicken ( Beorn, Oehrling?). Die Pilzchen steckten in dicken Moospolstern, der Boden ist zwar tendentiell in der Gegend stark saurer Sandboden, allerdings gibt es durchaus Lehmauflagen. Begleitpilze waren Trompetenpfifferlinge, zimtfarbene Hautköpfe, Gallertkäppchen und eine der Pfifferlingsarten. An dieser Stelle konnte ich auch bereits Kiefernsteinpilze nachweisen. Von den Bäumen dominieren Buchen, dazu kommen vereinzelt Eichen und Kiefern.


    Der Hang bot zudem noch reichlich weitere Funde, so dass wir eine ganze Weile mit fotografieren und dokumentieren beschäftigt waren. Anbei ein Eindruck, wie das dann so aussah :):


    Vielen Dank und liebe Grüße,

    Florian

    Hallo zusammen,


    bereits am dritten Januar sammelte ich bei einem Familienausflug in ein Heidestück bei Schneverdingen einige Proben von Heidschnuckendung ein. Zuhause fielen mir dann ein paar rotbraune Becherchen mit einem Hauch violett auf einer Probe auf. Unter dem Mikroskop bestätigte sich mein Verdacht einer Pseudombrophila, die sich jedoch meinen Schlüsselversuchen widersetzte, da die Sporenmaße nicht so richtig zu einer der bekannten Arten passten. Ich nahm also zu Uwe Lindemann Kontakt auf, der sich intensiver mit dieser Gattung beschäftigt. Er bot mir an, die Kollektion sequenzieren zu lassen, allerdings war nicht mehr genug Material übrig geblieben. Kurzerhand fuhr ich ein paar Tage später zusammen mit Eike nochmals zu dem Fundort und nach langer Suche gelang tatsächlich der Fund eines weiteren Köddels mit einigen Apothecien. Nach einiger Zeit kam nun das Ergebnis aus dem Labor und brachte eine Überraschung: Trotz der ungewöhnlich breiten Sporen handelt es sich bei der Kollektion um Pseudombrophila fuscolilacina! Die Art dürfte wohl bislang in Deutschland noch nicht gemeldet worden sein und auch weltweit bislang nur selten gemeldet. Bekannt sind aus der jüngeren Zeit zwei Funde aus Spanien, sowie ein Fundort in Frankreich, der wunderbar (leider auf Französisch) publiziert wurde (Artikel). Ich freue mich sehr, dass die Kollektion einen Namen bekommen konnte und wir einen weiteren Fund hier aus der Lüneburger Heide vermelden können.


    Hier noch ein paar Daten:
    - Gefunden am 03.01.2021 in einer Heidefläche bei Schneverdingen auf Dung von Heidschnucken

    - Apothecien lange tönnchenförmig, später dann Becherförmig. Apothecien bis zu 2 mm im Durchmesser, rotbraun mit einem Hauch Lila gefärbt. Rand etwas dunkler abgesetzt mit verklebten Hyphenbüscheln

    - Asci uniseriat, 8-sporig, 220 - 250 x 20 -24 µm, IKI -

    - Paraphysen fädig, mehrfach septiert, apikal nicht erweitert

    - Sporen breitelliptisch, 20 - 21 x 12,5 - 14,2 µm. Zellkern deutlich erkennbar. Die Außenhülle scheint sich leicht abzulösen


    Und noch ein paar Bilder:


    Ein ganz großes Dankeschön geht vor allem an Uwe für die Sequenzierung dieser Kollektion!


    Liebe Grüße,

    Florian

    Hallo Marco,


    das passt meiner Meinung nach sehr gut zu Iodopharnus carneus. Reif sollten die Sporen in Baumwollblau fein ornamentiert sein (isolierte punktförmige Warzen). Das kannst du ja vielleicht noch prüfen. Chilis freuen sich als Starkzehrer über reichlich Nährstoffe in der Erde, da fühlt sich auch diese Art oftmals wohl.


    Liebe Grüße,

    Florian

    Hallo Kersten,


    rein makroskopisch würde es mich nicht überraschen, wenn bei deinem Becherling Phylloscypha pphyllogen herauskommen würde (Felli hatte kürzlich darauf hingewiesen, dass die Art wohl nicht mehr zu Peziza gehört). Eine mikroskopische Untersuchung könnte näheren Aufschluss bringen.


    Liebe Grüße,

    Florian

    Hallo Bernd,


    wie Manfred schon geschrieben hat, da geht ohne Mikroskop nichts. Ich würde mich bei den Bildern nicht mal auf eine Gattung festlegen wollen. Hast du ein Mikroskop zur Verfügung? Da offenbaren sich gerade bei den Dungis tolle Welten.


    Liebe Grüße,

    Florian

    Hallo Hilmhrid,


    sehr schön! Dein Fund sollte in der Gattung Sordaria zu finden sein. Für die Bestimmung der Art wäre die Sporenmaße wichtig. In Baumwollblau werden die Sporen so deformiert und der Inhalt läuft zusammen, wie du es auf dem Bild zeigst.

    Zum Start kann ich dir noch folgenden Beitrag von Ralf sehr empfehlen: Bestimmungshilfen, der ist wirklich super, um viele Funde direkt in die richtige Gattung stecken zu können.


    Liebe Grüße,

    Florian

    Auch Peter Püwert sind bisher keine deutschen Funde bekannt!


    Liebe Grüße,

    Florian

    Hallo Nobi,


    vielen Dank für deine Nachricht! Wir bleiben da auf jeden Fall dran. Es wäre super, wenn du bei Eberhard nachfragen kannst, bei Peter Püwert wird Eike nachfragen.


    Liebe Grüße,

    Florian

    Hallo zusammen,


    Nobi hatte in einem anderen Thread vorgeschlagen, dass ich auf älterem Rinderdung aus einem möglichst naturbelassenen Standort nach der Sporormiella octonalis Ausschau halten solle - gesagt getan! Ich fuhr also zusammen mit Eike an einen Standort in der Heide, an dem es einen Bestand an robusten Rindern gibt, die bei der Beweidung und Offenhaltung der Heide helfen.


    Unter den neugierigen Blicken der Rinder sammelten wir einige Proben ein, auf denen sich bereits vor Ort hübsche orange Becherlinge zeigten, die sich dann unter dem Mikroskop als Cheilymenia stercorea entpuppten, ein persönlicher Erstfund!


    Doch es kam noch besser! Winzige schwarze Kügelchen enthüllten wunderschöne Sporen, die eindeutig der Gattung Pleophragmia zuzuordnen waren! Mit Pleophragmia leporum konnten wir ja bereits eine Art aus der Gattung in der Lüneburger Heide nachweisen, bei diesem Fund waren die Sporen jedoch ein gutes Stück größer (52 - 58 x 14 - 17 µm), so dass ich bei Pleophragmia ontariensis lande. Ein deutscher Fund dieser Art ist mir nicht bekannt und generell scheint die Art nochmal deutlich seltener gefunden zu werden, als die auch nicht gerade häufige P. leporum.


    Liebe Grüße,

    Florian

    Hallo Thorben,


    es gibt wohl immer wieder Aufsammlungen mit so breiten Sporen, zudem spricht die deutlich ausgeprägte Gelhülle für diese Art. Ich wüsste zumindest nicht, was es sonst sein sollte, bin aber auch gespannt auf weitere Meinungen:). Das Perithecium sieht schon "vollreif" mit vielen freien Sporen aus, ich kann mir gut vorstellen, dass deswegen keine jüngeren Sporen mehr zu finden sind.


    Liebe Grüße,

    Florian