Beiträge von Oehrling

    Hallo Pamint,

    jetzt kriege doch erst mal heraus, ob das überhaupt ein Champignon ist. Lass eines der Exemplare alt werden, dann müssten die Lamellen rosa- bis schokoladenbraun werden und es müsste sich schokoladenbraunes Sporenpulver bilden. Vielleicht fangen die Pilze dann auch an markant zu riechen.

    Der entfernt ähnlich aussehende, giftige Spitzschuppige Stachelschirmling hätte weißes Sporenpulver, und die Lamellen werden im Alter nicht braun. Er riecht auch nicht marzipanartig, sondern eher medizinisch-chemisch.

    Eine Essensfreigabe für diese Pilze bekommst du hier ja sowieso von niemandem, dann können sie auch alt werden.

    FG

    Oehrling

    Hallo,

    keiner der abgebildeten Milchlinge ist ein Brätling, der hätte einen orangefarbigen, bereiften Stiel und einen noch viel stärkeren Milchfluss. Es handelt sich offenbar um welche aus der geschmacklich sehr minderwertigen "rotbraunen" Milchlingsgruppe, sie geben also mutmaßlich kulinarisch nichts her. Die hier abgebildeten Täublinge haben farblich absolut nichts mit Frauentäublingen zu tun. Der Frauentäubling ist blau- bis grünhütig und in 99 % aller Fälle weißstielig und hat weiße und keine gelblichen Lamellen, also wie gesagt optisch was ganz anderes.

    Hier wäre ein Verschnabulieren der Pilze wohl relativ glimpflich ausgegangen (der Rotstielige Ledertäubling, den man hier erahnen könnte, soll ungenügend gegart unverträglich sein), aber das muss nicht immer so sein. Daher besser den Pilzberater einschalten, falls so was gegessen werden soll.

    FG

    Oehrling

    Hallo Maria,

    ich glaube, du hast da zwei Arten präsentiert. Foto Nr. 1 und 2 (unzonierter Hut, Lamellenmaschen am Stielansatz, keine Stielgruben) sehen mir schwer nach L. acerrimus aus, die anderen (stark zonierter Hut, kaum Lamellenmaschen, Stielgruben) nach L. zonarius (im Sinne von GERHARDT, BLV-Pilzführer, muss man ja dazusagen).

    Die beiden Arten wachsen gerne mal durcheinander, z. B. bei mir im Eichenhain neben dem Fußballplatz Waldenburg.

    FG

    Oehrling

    Hallo,

    im Lungau gibt es Zirben (fünfnadlige Kiefernart), das dürfte mutmaßlich der Baumpartner der Elfenbeinröhrlinge sein. Suillus bellini kann man hier ausschließen, dessen Drüsenpunkte am Stiel sind freudig orange und nicht wie hier zu sehen braun, außerdem handelt es sich um einen wärmeliebenden Mittelmeerpilz, der im Lungau (Meereshöhe ca. 1100 bis 1400 m NN) nur schwer vorstellbar ist.

    Aber Doc, wenn du gerade im Lungau unterwegs bist - wie ist denn dort die pilzliche Lage so? Ich komme nächsten Freitag runter.

    FG

    Oehrling

    Es ist m.M.n. aber klar ein Lactarius, was hier gezeigt wird.

    Hallo Christoph,

    an was genau erkennst du das? Dass meine Erklärungsversuche unzutreffend sind, habe ich inzwischen erkannt. Jetzt würde mich dies aber doch noch interessieren. Oder ist es wirklich "nur" das "Gesamterscheinungsbild", das dir die Beurteilungssicherheit gegeben hat?

    Freundliche Grüße

    Oehrling

    Hallo Tobias,

    das SV wird in dieser Form nicht verkauft, weil es nur eine sehr kurze Haltbarkeit hat. Verkauft wird das Vanillin und die Schwefelsäure, und man muss sich das SV dann bei Bedarf selbst zusammenmixen (zwei Spatel Schwefelsäure, wenige - wirklich nur wenige! - Vanillinkristalle und dann kräftig mit der Präpariernadel rühren bis sich die Kristalle aufgelöst haben und die Lösung blassgelb ist; die Präpariernadel danach sauberwischen, sonst korrodiert das Metall; bloß nicht das SV wegen besserer Löslichkeit der Kristalle mit dem Feuerzeug o. ä. erhitzen, das frisst hinterher alle Zellstrukturen auf, und man hat nur amorphen rosa Matsch auf dem Glas, zudem fallen die Kristalle später beim Abkühlen wieder aus).

    Neben dem SV sollte man auch noch Karbolfuchsin und 3%ige Salzsäure haben, wegen der Primordialhyphen. Karl hat ja schon richtig gesagt, dass für das mikroskopische Dingfestmachen von R. velutipes der Nachweis inkrustierter PH wichtiger ist als die blasigen Zellen, nach welchen man arbeitsprozessmäßig erst dann forschen sollte, wenn die inkrustierten PH safe sind.

    Dir noch viel Freude bei der Täublingsbestimmung

    Oehrling

    Hallo Craterelle,

    ob alle Milchlinge durchgehende Lamellen haben? Wahrscheinlich nicht. Aber die hier gezeigte Art hat durchgehende Lamellen. Deswegen verbiegen sie sich auch so sichelartig, wenn der Hut wegen Trockenheit schrumpft, die Lamellen aber in ihrer Länge nicht. Untermischte Lamellen würden sich nicht sichelartig verbiegen. Dieses sichelartige Verbiegen der Lamellen kenne ich noch von anderen Milchlingsarten, z. B. L. ichoratus oder L. quietus.

    Dann wollte ich noch anmerken, dass man von einem angetrockneten Milchling am ehesten Milch herausbekommt, wenn man den Stiel apikal (also am Hutübergang) abschneidet. Meist zeigen sich dann der Schnittstelle doch noch ein paar Tröpfchen. Daher als Tipp für den Anfrager: nochmals die Fundstelle aufsuchen, nach einem nachgewachsenen Jungexemplar (je jünger und kleiner, desto besser) schauen und dieses auf Milchaustritt untersuchen.

    FG

    Oehrling

    Hallo Björn,

    ganz sicher R. heterophylla. Die Sporenmaße passen, R. heterophylla ist für einen Täubling extrem kleinsporig. Auf dem vorletzten Bild sind sogar ein paar Crins-Elemente zu sehen.

    FG

    Oehrling

    Hallo Beli,

    der Hauptunterschied in der Lamellenhaltung zwischen Rhodocybe gemina und einem Milchling: beim Milchling gehen die Lamellen vom Stielansatz bis zum Hutrand, bei Rhodocybe gemina, wie du selber zeigst, wechseln sich solche Lamellen, die vom Stielansatz bis zur Hutmitte gehen, mit solchen ab, welche von der Hutmitte bis zum Hutrand gehen. Was auch ganz typisch für Milchlinge ist, sind die sichelförmig verdrehten Lamellen, so etwas macht Rhodocybe gemina niemals.

    Außerdem haben die Anfragepilze teilweise einen kleinen Hutbuckel, dem ist in der Diskussion auch noch zu wenig Gewicht beigemessen worden. Die meisten Milchlinge haben so etwas nicht, Rhodocybe gemina schon gar nicht, aber der Bruchreizker schon, ebenfalls der Rotbraune Milchling (Lactarius rufus).

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    dann kommt von mir auch noch eine Entschuldigung für den unangemessenen Begriff "Bestimmungspolizei", den ich hiermit zurückziehe.

    Außerdem wollte ich rückmelden, dass ihr mich von folgender Sichtweise argumentativ überzeugt habt:

    Es wird doch niemand gezwungen alles zu lesen, zu verstehen, oder sich jetzt jeden Tag stundenlang bis in die Nacht hinein mit allen Aspekten der Pilzkunde auseinanderzusetzen. Wie gesagt, jeder kann doch mitnehmen, was er gerne möchte. ...Dagegen nicht angebracht würde es mir erscheinen, wenn jemand sagen würde, ich solle dies nicht schreiben, weil es ihn nicht interessiert oder weil es aus seiner Sicht falsch ist oder weil es für ihn zu umständlich ist. Denn derjenige kann gar nicht wissen, ob es Andere nicht doch interessiert. Er sollte dann eben schlicht und einfach den Beitrag übergehen.

    Und letztlich hat sich in diesem Fall das Nachhaken als absolut richtig herausgestellt, da erhebliche Zweifel am vorgestellten Blauenden Königsröhrling bestehen.

    Freundliche und entspannte Grüße

    Oehrling

    Hallo Norbert,

    möglich wäre auch der Bienenwaben-Porling, aber blöderweise liegt die Hutfarbe genau in der Mitte zwischen diesen beiden. Wäre sie grauer, würde ich zum Weitlöchrigen Porling, wäre sie mehr orangerosa und die Hutschuppen deutlicher, mehr zum Bienenwabenporling tendieren. Aber einer der beiden ist es meiner Meinung nach. Den Sklerotien- oder andere Stielporlinge würde ich hier ausschließen.

    FG

    Oehrling

    Sehe ich nicht so. Warum nicht darauf hinweisen und Artenaggregate als Fotobestimmung nennen? Das sehe ich jetzt nicht als demotivierend an.

    Weil man dazu erstmal wissen muss, was ein Artenaggregat ist und für was Artenaggregate gebildet werden. Ich weiß nicht, wieviele der User das wissen und nachvollziehen.

    Ich löse für mich das Problem meistens so, dass ich nicht den wissenschaftlichen Namen raushaue, sondern den volkstümlichen Namen, wie er im 20-Euro-Pilzbuch drinsteht. Damit treffe ich meist das Aggregat.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    trotz allem möchte ich anmerken, dass das mit diesem Forum sicher bald vorbei ist (zumindest mit dem unbefangenen Spaß, den es zu bieten vermag), wenn sich so eine Art "Bestimmungspolizei" etabliert, die es nicht akzeptieren mag, dass sich jemand ohne jahrzehntelange mykologisch-wissenschaftliche Erfahrung traut, für einen schwierigen Pilz einen aus wissenschaftlicher Sicht nicht ganz korrekten oder unsicheren Namen zu vergeben, und immerzu dazwischengrätscht, mit dem Verweis, dass man die wissenschaftliche Wahrheit doch sagen dürfen müsste. Mit der Folge, dass sich bald niemand mehr traut, einen schwierigen Pilz zu benennen, damit er nicht von der "Bestimmungspolizei" einen auf den Deckel kriegt. Bzw. dass es künftig nur noch der "Bestimmungspolizei" ansteht, schwierige Pilze zu benennen.

    Man kann sich doch auch mal still darüber freuen, dass man es besser weiß als die anderen, und denen ihren Spaß lassen. Und sich drüber freuen, dass jemand einen Blauenden Königsröhrling makroskopisch erkennt und nicht etwa als Anhängselröhrling oder gar als Steinpilz bezeichnet (was an sich schon eine tolle Leistung ist). Dieses Forum, um das mal klar zu sagen, ist nicht die Wissenschaft. Viele der hier aktiven User können vermutlich mit der wissenschaftlich korrekten Aufspaltung der Blauenden Königsröhrlinge wenig bis nichts anfangen. Für so etwas gibt es schließlich spezielle wissenschaftliche Foren, in denen der gebotene wissenschaftliche Ernst herrscht.

    Da wäre wieder das Kommunikationsproblem, das ich neulich mal angesprochen hatte.

    Markus

    sehr schöner Fund, wie auch immer der nun heißt, und spitzenmäßig dokumentiert!

    FG

    Oehrling

    ==Gnolm15... awwer in de Palz sinn deß schon Morscheln un Lorscheln...


    Maddelblue

    und nächstes Jahr gleich zum Pilzberater, wenn du wieder so viel findest:daumen:. Das wäre echt schade, wenn das alles auf dem Kompost landen müsste, nur weil du dir nicht sicher bist, ob das auch wirklich Morcheln sind.


    FG

    Oehrling

    Hallo Oehrling,


    das wundert mich jetzt aber doch ein wenig. In deinem ersten Post in diesem Thread am Freitag um 22.59 Uhr hattest Du - richtigerweise, wie ich meine - doch selbst fechtneri vorgeschlagen. Was hat dich denn dazu veranlasst, Deiner ersten Eingebung untreu zu werden?


    Grüße, Jürgen


    Hallo Jürgen,

    wie schon geschrieben wurde, bezog sich meine Einschätzung nicht auf den ursprünglichen Anfragepilz, sondern auf die von Beli nachgeschobenen Fotos anderer Pilze.

    FG

    Oehrling

    Hallo Rudi,

    meine noch engstirnigere Denke ist: wer einen Pilz nicht so gut kennt, dass er ihn nach dem Fund erst noch bestimmen muss, sollte ihn keinesfalls essen. Genau durch sowas entstehen am häufigsten die Vergiftungen - durch Fehlbestimmungen. Bestimmungsbücher sind nicht dafür gemacht, Grundlage der Essbarkeitseinschätzung zu sein. Genausowenig wie Pilzbestimmungs-Apps. Beides ist geeignet für den Bestimmungsspaß in Wald und Feld, so ähnlich wie Wildblumen- oder Käferbestimmung.

    Entweder man KENNT den Pilz auch ohne Bestimmung, oder man KENNT ihn eben nicht. Freilich ist der Gang zum Pilzberater immer eine Option.

    Getrocknete Pilze könnte ich leider nicht zum Essen freigeben, da ich als PSV den Zustand der frischen Pilze beurteilen muss. Getrockneten Pilzen anzusehen, ob sie im Frischezustand schon angegammelt waren, traue ich mir persönlich nicht zu.


    Zu den hier angefragten Pilzen wäre meine Antwort: ja, das sind mit größter Wahrscheinlichkeit Morcheln. Aber falls du nach dem Essen irgendwelche Probleme bekommen solltest, übernehme ich dafür nicht die Verantwortung, sondern die liegt allein bei dir, Maddelblue.


    FG

    Oehrling

    Hallo Beli,

    um deine Verwirrung noch zu erhöhen: dieser hier abgebildete Pilz sieht mit meinem bescheidenen Wissen erstmal nach Boletus radicans und nicht nach Boletus fechtneri aus, denn er hat keinerlei silbrige Fasern auf der Huthaut, sondern nur diffusen grauen Filz. Hast du ihn gekostet, und war er mild? Dann wäre ich natürlich bereit, alles zurückzunehmen, aber für mich wäre das halt erstmal Boletus radicans.

    Meiner Meinung nach ist Boletus fechtneri im Feld daran zu erkennen, dass sich zwischen der silbrigen Huthaut und der leuchtendgelben Röhrenschicht ein kräftig brauner Hutrand befindet, der optisch einen sehr scharfen Kontrast zwischen Huthaut und Röhrenschicht erzeugt (siehe z. B. Foto 2 des ursprünglich angefragten Pilzes). Bei den zwei Exemplaren von B. fuscoroseus, die ich bisher zu Gesicht bekam, war das nicht der Fall.

    FG

    Oehrling

    Beli hat aber, so wie ich das verstehe, nur den Korkstacheling gekostet.

    Hallo Schupfnudel,

    das kann eigentlich nicht sein, denn er hatte nicht den Korkstacheling, sondern nur das Anfragefoto vor sich. Wie auch immer, jeder so wie er es braucht. Ich selbst würde das mit Amaniten nie machen, denn welche Information, die man nicht schon über den Geruch herausbekommt, sollte man dazugewinnen? Die Geschmacksprobe bei Amaniten ist ähnlich sinnlos wie z. B. das Längsdurchschneiden oder das Prüfen der Sporenpulverfarbe.

    FG

    Oehrling

    gekostet habe ich einen unbekannten Pilz natürlich nicht!

    Hallo Chris,

    grundsätzlich sehr richtig. Aber Stachelinge (d. h. Pilze mit Stacheln auf der Unterseite) darf man kosten, da keine giftigen Stachelinge bekannt sind. Man muss Stachelinge sogar kosten, wenn man sie bestimmen will, denn der Geschmack ist bei Stachelingen ein wichtiges Bestimmungsmerkmal. Außerdem sollte man sie längs durchschneiden (dabei prüfen, ob das leicht oder schwer geht - kein Witz, das ist auch ein Bestimmungsmerkmal!), an der Schnittfläche riechen, und sie einige Zeit liegen lassen wegen der Fleischverfärbung und/oder Duftentwicklung.

    FG

    Oehrling

    Hallo Peter,

    der Klebrige Hörnling ist schon einer, der kann beim Eintrocknen so rot werden. Solltest du Zweifel haben: einfach den Pilz ausgraben und testen, ob das unterirdisch wurzelnde Stück gelb/weißlich und gummiartig biegsam ist. Korallen hätten so etwas nicht.

    FG

    Oehrling

    Hallo,


    ich dachte, Bild Nr. 2 zeigt nochmal Grüngefelderte Täublinge. Etwas mitgenommen und zerrupft, aber wenn ich das Bild vergrößere, kann ich die typische grüne Felderzeichnung erkennen.

    Jou, jetzt wo du es sagst... ich hatte das als Hutvelum fehlinterpretiert. Ja, die Pilzerkennung auf Fotos...

    FG

    Oehrling