Hallo Frank,
bei den Plinthogali (auf deutsch "Korallenmilchlingen") kommt es bestimmungstechnisch mikroskopisch auf das Ornament der Sporen an, da vor allem auf die Höhe der Auswüchse.
Makroskopisch unterscheiden sie sich in der Stärke der Schärfe sowie in der Zeit, die vergeht, bis sich das Fleisch rosa bzw. korallenrot verfärbt. Wichtig wäre auch noch der Baumpartner, zumindest der Waldtyp. Richtige Auskenner achten auch noch auf die Stielfarbe, da gibt es von blassbeige bis kräftig rußigbraun alles, und das ist wohl artspezifisch. Makrochemisch gibt es dagegen keine zuverlässigen Erkennungsmerkmale. Wenn einen die Korallenmilchlinge interessieren, sollte man das in der Literatur alles mal nachlesen, um einen Überblick zu bekommen, aber da braucht man schon gute Fachliteratur. In einem gewöhnlichen 200-Pilze-Buch steht so was nicht drin.
Jetzt zum Anfragepilz. L. acer/acris ist einer, dessen Milch und Fleisch augenblicklich, d. h. in Sekundenschnelle mit "Whow-Effekt" bonbonrosa verfärben. Den kann man hier also ausschließen. Mein erster Verdacht wäre L. azonites, der hat einen ziemlich blassen Hut und Stiel, das Fleisch verfärbt sich erst innerhalb ein paar Minuten braunrötlich, die Milch selber (isoliert vom Fleisch) bleibt weiß, und er kommt im Laubwald vor.
FG
Oehrling