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letzter Beitrag von Beorn am

Pilz Buch leider nicht dabei.. was meint ihr?

  • Hallo Craterelle,

    ob alle Milchlinge durchgehende Lamellen haben? Wahrscheinlich nicht. Aber die hier gezeigte Art hat durchgehende Lamellen. Deswegen verbiegen sie sich auch so sichelartig, wenn der Hut wegen Trockenheit schrumpft, die Lamellen aber in ihrer Länge nicht. Untermischte Lamellen würden sich nicht sichelartig verbiegen. Dieses sichelartige Verbiegen der Lamellen kenne ich noch von anderen Milchlingsarten, z. B. L. ichoratus oder L. quietus.

    Dann wollte ich noch anmerken, dass man von einem angetrockneten Milchling am ehesten Milch herausbekommt, wenn man den Stiel apikal (also am Hutübergang) abschneidet. Meist zeigen sich dann der Schnittstelle doch noch ein paar Tröpfchen. Daher als Tipp für den Anfrager: nochmals die Fundstelle aufsuchen, nach einem nachgewachsenen Jungexemplar (je jünger und kleiner, desto besser) schauen und dieses auf Milchaustritt untersuchen.

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Aber auch durchgehende. Und wo sind die bei Rhodocybe gemina? Beli hat ja ein paar Bilder geliefert, könntest du bitte auch noch eins davon vergrößern?

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Ah, ok, so herum. Tut mir leid, das hatte ich auch im 2. Anlauf immer noch nicht kapiert.


    Ich kann keine eigenen Funde des würzigen Tellerlings vorweisen, aber auf Bilder der Art (sofern korrekt bestimmt) sehe ich da etwas analog zu den Milchlingen durchlaufende Lamellen und dazwischen untermischte, z.B.

    wuerztell2.jpg


    Hier übrigens sogar gewellt:

    rhodocybe_gemina_20080828wc.jpg


    Nachtrag: Auch in Belis Bildern sehe ich dasselbe: Durchgehende Lamellen und dazwischen untermischte. Hier ist nur schon das Ausgangsbild etwas kleiner.

  • Servus beinand,


    Milchlinge haben typischerweise untermischte Lamellen. Die meisten Täublinge (z.B. bis auf die Compactae) haben keine Zwischenlamellen oder nur vereinzelt eingestreute. Insofern sind die Zwischenlamellen nicht geeignet, hier zwischen Lactarius und Rhodocybe zu unterscheiden. Auch Lactarius hat Zwischenlamellen.


    Es ist m.M.n. aber klar ein Lactarius, was hier gezeigt wird. Auf Rhodocybe gemina käme ich hier beim besten Willen nicht.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hi.


    Mit "etwas andere Lamellen" meinte ich weiter vorne auch nicht unbedingt ob und wie stark die untermischt sind. Sondern eher die Dicke und Breite der Lamellen im Verhältnis zum Hutfleisch, das sieht bei Rhodocybe gemina noch etwas anders aus bei Fruchtkörpern im vergleichbaren Alter.

    Die Pilze von Speckbacki halte ich doch für relativ jung und frisch.

    Nimmt man die Details hinzu, die im Bild nicht zu sehen sind, aber von Speckbacki mittlerweile überprüft und beschrieben wurden:
    - Stiel im Querbrechen nicht auffasernd (Rhodocybe im Stiel längsfaserig)

    - Sprenpulver blass (Rhodocybe +/- deutlich rosabraun)

    - Geruch beim trocknen zunehmend maggiartig

    dann spricht ja auch das gegen den Würzigen Tellerling.

    Der in Tendenzen zwar schon ähnlich aussehen kann, aber eben im Gesamterscheinungsbild anders.

    Wenn man einen Sporenabwurf gemacht hat, und zufällig ein Fläschchen Melzers Reagenz im Haus, dann wird es noch deutlicher: MIt einem Tropfen Melzer drauf wird das Sporenpulver von Milchlingen schwarzblau, das von Tellerlingen nicht.



    LG; Pablo.

  • Hallo


    Ok , ich ziehe mein Vorschlag über R. gemina ab , alle sind gegen .


    Wegen Lamellen :


    Hab bei Bild Vergrößerung Lamelle von Spackbackis Pilz dann von L. helvus und R. gemina gemessen und skizieren


    Spackbackis Pilz


    -


    R. Gemina


    -


    Lactarius


    -


    Lamellen von Spackbackis Pilz und von R. gemina sind gleiche Form aber auch von L. helvus ,

    R. gemina und L. helvus beide haben gleiche Lamellenstruktur eine Lange - kurze - Mittellange - kurze und Lange (Herablaufend - Meist herablaufend)

    Wenn jemand hat Lust - Zeit probieren sie Lamellen bei beide Pilze bei Bildvergrößerung skizieren


    Geruchsprobe ist sehr Schwierige Sache , weniger Leute können Geruch Bestimmen . R. gemina - Pilzig - Aromatisch je nach älter , L. helvus - nach Magi - Aromatisch . Zwischen diese zwei Pilze man muss gute Geruchskenner sein .


    Wie gesagt ich ziehe mein Vorschlag über R. gemina ab .


    Mich sehr Irritiert das bei Spackbackis Pilz ist kein Milch zu sehen . , es gibt auch junge + - auch frische Pilze


    LG beli !

  • Hallo Beli,


    Mich sehr Irritiert das bei Spackbackis Pilz ist kein Milch zu sehen . , es gibt auch junge + - auch frische Pilze

    Insbesondere für den Bruchreizker kommt mir das nicht so ungewöhnlich vor. Den kenne ich mit klarer, spärlich fließender Milch bzw. je nach Alter/Witterung auch mal ohne. Und ich habe auch schon zottige Birkenmilchlinge gefunden, denen kein einziger Tropfen zu entlocken war, obwohl die normalerweise stärker milchen.


    LG, Craterelle

  • Es ist m.M.n. aber klar ein Lactarius, was hier gezeigt wird.

    Hallo Christoph,

    an was genau erkennst du das? Dass meine Erklärungsversuche unzutreffend sind, habe ich inzwischen erkannt. Jetzt würde mich dies aber doch noch interessieren. Oder ist es wirklich "nur" das "Gesamterscheinungsbild", das dir die Beurteilungssicherheit gegeben hat?

    Freundliche Grüße

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Servus Oehrling,


    es sind viele Merkmale... man sieht das auf den Fotos im Eröffnungsthread - ein Fruchtkörper zeigt eine kleine weiße Zone am Lamellenansatz - kenne ich so von Lactarius. Ein Foto zeigt eine abgebrochene Stielbasis - ist gerade gebrochen, fasert nicht auf. Die Stieloberfläche sieht für mich typisch für (wassergubenfreie) Milchlinge aus. Schwer zu beschreiben, es gibt auch andere Pilze mit glattem Stiel, aber die Oberflächenstrukutr erinnert mich an Lactarius. Die Lamellen wellen sich auch bei jungen Fruchtkörpern ohne Trockenstress (kenne ich vom Würzigen Tellerling nur, wenn er eintrocknet). Die Lamellen erscheinen etwas dicklich und die Hutoberfläche erinnert mich schon sehr stark an den Maggipilz.


    Zudem meine ich, den Würzigen Tellerling recht gut zu kennen. Die Fotos ergeben da für mich kein Wiedererkennen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • hallo alle. Wollte mich sehr bei euch allen bedanken. Ich habe durch eure Beiträge sehr viel gelernt. Klasse zu sehen wie ihr bei der Erkennung und dessen Diskurs vorgegangen seid. Das mit den Pilzen ist eine wirklich spannende Sache...


    Also irgendwie kommt immernoch kein Sporen Pulver aus den Pilzen allerdings duften sie jetzt so dermaßen nach maggi das die die Tendenz zum maggi piltz glaube ich recht gerechtfertigt erscheint. Plus den oben aufgeführten Punkten natürlich..


    Lg und danke nochmals.

  • Hallo Zusammen,


    unglaublich spannende Diskussion. Ich hatte ja früh mein "Gefühl" für Rhodocybe geäussert. Später hat auch Beli für den würzigen Tellerling argumentiert. Dadurch entstand ein Her und Hin in dessem Verlauf ich sehr viel gelernt habe.

    Gerade wenn die Profis sich den Ball zuspielen, sich nicht unbedingt einig sind und dann manchmal auch danebenliegen, also nicht "perfekt" sind, dann bekommt man Mut mitzureden und zu lernen!!!!


    Perfekt. Großes Kino. Danke.



    Grüßle

    RudiS

  • Hallo, zusammen!


    Ja, so soll das sein. Das ist eben das, was die Pilzbestimmungshilfe in so einem Forum kann: Eine Diskussion anregen, wo man sich richtig mit den Merkmalen befasst. Hilft die Formenkenntnis aller Beteiligten zu erhöhen, würde ich sagen.
    Danke dabei auch speziell an Beli, wegen den guten und nachvollziehbaren Argumenten. Ohne daß jemand wiederspricht, und das auch argumentiert, kommt ja keine diskusssion zustande, darum braucht es genau das.
    Auch wenn ich hier nach wie vor vom Milchling überzeugt bin: Immerhin die Ähnlichkeit der Lamellenstellung, wie Beli sie uns zeigt, finde ich bemerkenswert, und das hatte ich bislang auch noch nicht so klar gesehen.



    LG; Pablo.

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