Schöner Beitrag mit mal wieder überragenden Fotos, Harzi!
Schreit förmlich nach einer Antwort, wir wollen mal sehen, was geht.
Sollte doch Saccobolus citrinus sein, oder? Für Saccobolus glaber sind die Sporen zu klein.
Saccobolus citrinus war auch meine erste spontane Idee, da die Sporen für S. glaber tatsächlich deutlich zu klein sind.
Im überreifen Zustand driften die Sporencluster von citrinus gern auseinander, wie auf Deinen Bildern zu sehen.
Auch haben die Sporen dann oft irregulare feine Risse, was auch Karin Larsen "The genus Saccobolus in Denmark", Botanisk Tidsskrift 65, 1970 beschreibt und abbildet.
Was mich stört, sind die fehlenden feinen Warzen, die citrinus eigentlich immer hat!
Nun gibt es da noch einen von Dissing beschriebenen Saccobolus ovibovinus. (Four new coprophilous species of Ascobolus and Saccobolus from Greenland, Opera Bot. 100, 1989)
Die Apos sind goldgelb bis ocker, die Sporen messen 18,5-20 x 8-10 µm und haben feine Risse.
Dissing schreibt u.a., das S. glaber und ovibovinus die gleiche Sporenornamentation haben.
S. ovibovinus ist zwar bisher wohl nur von Dung des Moschusochsen (Ovibos moschatus) bekannt, ich könnte mir den durchaus auch an Rinderdung vorstellen.
Hmmm....mit den losen Sporenpaketen könnte das vielleicht S. saccoboloides sein. Die Art kenne ich jedoch nicht aus eigener Anschauung.
S. citrinus sollte eigentlich deutlicher granulierte Sporen haben.
Nach van Brummelen ist Saccobolus saccoboloides eine exotische Art, nun hat Doveri sie scheinbar mehrfach in Italien entdeckt.
Siehe in seinem Update zu Ascobolus & Saccobolus (2014), S. 124, figs. 143-146.
Falls es die Art tatsächlich gibt und es sich nicht nur um eine überreife andere Species der Gattung handelt, wäre das natürlich auch eine Option!
Fazit.
Saccobolus ist eine sehr schwierige Gattung, wo nicht jeder Fund bestimmbar ist.
Mitunter kommt man zu einem plausiblen Ergebnis, oft muss man sich allerdings mit einem cf. begnügen.
Liebe Grüße vom Nobi