Beiträge von Wolfgang P.

    Reagenzien sind immer nützlich.

    In einem anderen Thread wolltest Du ganz die Finger von kleinen Ascos lassen, und u.a. ich habe heftig widersprochen.

    Bei einer Mollisia würde ich Dir nun raten, lieber mit was Einfacherem anzufangen.


    Gruß,


    Wolfgang

    Es war definitiv keine gute Idee meiner ersten Mikroskopiere Versuche mit diesen kleinen Vertretern zu machen.

    Hi Markus,

    glaube nur nicht, dass es bei Großpilzen einfacher wird! Willkommen im endlosen Reich der Pilze!


    Und viele kleine Becherlinge geben mikroskopisch 'was her, und sie wachsen im Januar. Da hättest Du sonst nur Porlinge als Alternative, aber die sind von der Präparation noch anspruchsvoller.


    Gruß,


    Wolfgang

    Mit welcher Vergrößerung macht man das ?

    Hi Markus,


    Du siehst doch selbst wie der Bildausschnitt sein muss, damit das zu zeigende Element draufpasst - oder zumindest ein wesentlicher Teil davon?


    In der Regel ist das 40x-Objektiv für größere Zellen wie Haare oder Zystiden, das 100x Öl braucht man für Sporen, oder für einen Detail-Ausschnitt eines Haares, um z.B. anhaftende Kristalle zu zeigen. Hier scheinen die Haare ja ein lohnendes Foto-Objekt zu sein...


    Grüße,

    Wolfgang

    Hi Markus,

    die Bilder 1 und 2 (und 4?) zeigen m.E. keine Sporen.

    3 ist aber ein junger Ascus noch ohne sichtbare Sporen im Inneren.


    Ob die ovalen Sporen mit 5-6 x 3-4my zu diesem Pilz gehören, weiß man erst ganz sicher, wenn man sie auch im Ascus sieht oder sie sehr zahlreich sind.


    Den Pilz ein paar Tage nachreifen lassen?


    Auch hier: hast Du ein Bild von den Haaren gemacht?


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo Markus,


    Wenn Du die Becher anfeuchtest und mit etwas nassem Küchenkrepp oder Moos eine halbe Stunde in eine Dose packst, öffnen sie wieder.


    Mit einer Rasierklinge zerschneiden kannst Du aber auch geschlossene Fruchtkörper.


    Unter dem Mikro müsstest Du erstmal gucken, ob es ein Basidomycet oder ein Ascomycet ist. Im einfachsten Fall ist es Lachnella alboviolascens.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hi Markus,

    guck' doch als erstes mal den Ascus in Wasser an, und vergleiche, ob die Sporen im Ascus die gleiche Form und Farbe haben wie die, die Du oben gemessen hast.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo Markus,

    die Gegend ist vermutlich richtig, aber Mollisia ist eine schwierige Gattung. Zur Bestimmung bis auf Art-Ebene müsstest Du sehr sorgfältig viele Merkmale beobachten. Es gibt gute Schlüssel im Netz, aber deren Benutzung erfordert etwas Einarbeitung.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo Markus,

    bist Du sicher, dass die Sporen zum Pilz gehören? Mit was hast Du sie gefärbt?


    Dunkle Sporen mit deutlichem Keimporus hätte ich jetzt eher einem Tintling oder so zugeordnet, und nicht einem Ascomyceten.


    Um einen Asco zu beurteilen, wäre grundsätzlich immer ein Bild von der Ascusspitze in Lugol hilfreich, und wenn ein Asco so deutlich haarige Außenseite hat, auch ein Foto der Haare in Wasser.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo Moosfreundin,

    tonige Böden gibt es ja in sauer und basisch. Ich glaube, für manche Pilze ist das noch wichtiger als der Anteil von Sand, Schluff, Humus und so weiter. Deswegen gucke ich eher auf geologische Karten als auf Bodenkarten.


    Tatsächlich frage ich mich auch, was Pilze bei basischen Böden genau brauchen - ist es der pH-Wert selbst, der den Unterschied macht, oder ist es der Anteil an bioverfügbarem Calcium? Böden sind ja meist dann basisch, wenn der Anteil an Kalk hoch ist. Insofern korrelieren die beiden Größen, zumindest bei uns.


    Aus welchem Grundgestein kommt denn dein Lehmklumpen her?


    Auf jeden Fall ein wichtiges Thema für die Pilzökologie!


    Grüße,


    Wolfgang

    Bei Erfolg muss der Wirkstoff synthetisch herstellbar sein, denn nur das Abpflücken und Extrahieren der und aus den Fruchtkörpern wird nicht die nachgefragte Menge reproduzierbar liefern können.

    Da ist dann die Anzucht oder die Kreativität der Pharmaindustrie gefragt.

    Hi Radelfungus,

    die Pharma-Industrie betreibt auch mal große Plantagen, um Naturstoffe als Zwischenprodukt zu gewinnen. Bei Fomitopsis sollte die Verfügbarkeit kein Problem darstellen.


    Falls das Mycel bereits die Inhaltsstoffe enthält, wäre ein biotechnologisches Verfahren im Gärkessel ganz sicher billiger als eine chemische Synthese.


    Am teuersten sind wie immer die klinischen Studien zur Erforschung der Nebenwirkungen, und das wird sich hier - wie so oft - nicht über den Verkauf von Tabletten refinanzieren lassen.


    Also wird Fomitopsis leider vermutlich auch im grauen Markt der "Nahrungsergänzungsmittel" stranden.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hi Steve,

    so it's definitely a typical Melanoleuca Subgen. Urocystis, with septate and crystal-headed cheilocystidia.


    The Chloralhydrate in Melzer kills the cell, which easier allows the Iodine to pass through the cell walls. It also increases transparency of the cell content, which makes it easier to observe the stain.


    Wolfgang

    Hi Steve,


    if it's not a Melanoleuca, it could also be a Leucopaxillus, which also may have ornamented, amyloid spores and also may have cheilocystidia (but different shape than in Melanoleuca). Unfortunately, the pictures don't show the type of lamella attachment. A white stem is not very common in Melanoleuca.


    The Leucopaxillus species are mostly very rare, they might be in special literature only.


    Wolfgang

    Hallo an alle,


    sieht es nur auf meinem Handy-Display so aus als hätte der Pilz blauendes Stielfleisch (3. Bild), und rote Röhrenmündungen?


    Dann wäre es ja eher sowas wie eine Netzhexe gewesen.Wobei ich die mediterranen Arten nicht kenne, die hier ja auch in Frage kommen.


    Gruß,


    Wolfgang

    Kann mir jemand von euch erklären, wie ich von einem Schichtpilz ein vernünftiges Pröbchen für die Mikroskopie hin krieg?

    Hi Ralf,


    gerade wer sonst mit Ascos hantiert, hat sich vielleicht angewöhnt, nur alle paar Monate mal die Rasierklinge zu wechseln.

    Für Schichtpilze und Porlinge einfach jedes mal eine ganz frische Klinge nehmen?


    Ich schneide den Fruchtkörper großzügig an, so dass eine gerade Ausgangskante entsteht, und man den Rest noch gut Freihand greifen kann.

    Die Rasierklinge im 45°-Winkel halten, und auf sich zu ziehen und dabei vom Fruchtkörper möglichst dünne Scheibchen abraspeln.

    Ich mache so 10-20 Raspel, bevor ich unter dem Bino gucke, welche Stelle besonders dünn geraten ist, so dass es sich lohnt, sie unter das Mikro zu legen.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo Karl.


    ich würde vermuten, dass es so ein steriles Mycelgebilde ist wie der Flammenschweif ( Anthea flammea). Da gibt es wohl noch weitere "Arten".

    Bei 123 ist auch so eine weiße Sippe, unter dem falschen Namen "Flammenschwert".


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo Sandra,

    hast Du Zugang zu Noordeloos (2011): Fungi Europaei 13 Strophariaceae?


    Da ist auch eine "Stropharia liniformans" drin, die vom Foto Deinem Bild sehr nahe kommt, und auch nur auf Pferdedung wächst.


    Auf der Mikrozeichnung ist zwar nur eine gegabelte Zystide abgebildet, aber im Text steht "often branched".


    Im Schlüssel wird die Art als erstes von den restlichen blauenden Arten ausgeschlüsselt mit dem Merkmal, dass die Lamellenschneide gelatiniert ist und sich mit einer Nadel vom Rest der Lamelle trennen lässt.


    Da steht auch "weit verbreitet, aber selten dokumentiert".


    Foto siehe auch hier:

    NDFF Verspreidingsatlas | Psilocybe liniformans - Slijmrandkaalkopje

    Pilzkunde.de - Dr. Lothar und Katharina Krieglsteiner – Psilocybe liniformans - Kleblamellen-Kahlkopf - Seite 12


    auch bei Krieglsteiner im 2. Link ist eine gegabelte Zystide drauf.



    Gruß,


    Wolfgang

    Was ich mir als sinnvoll vorstelle: Vorab-Bestellungen annehmen. Dann sehen, wie viel Exemplare gebraucht werden und entscheiden, ob es Offset- oder Digitaldruck werden soll.

    Ja, wenn dann garantiert mit Vorbestellungsliste, so wie bei den beiden ersten Auflagen auch. Die kann von unserer Druckerei automatisiert verarbeitet werden, d.h. die Hefte werden dann auf der Druckstraße schon eingeschweißt, etikettiert und als Massendrucksache an die Deutsche Post übergeben. Dazu kämen dann 200 Exemplare, die wir uns als Vorrat auf Lager legen.


    Bisher lief das Führen der Vorbestellungsliste aber noch viel mit Handarbeit. Da müssen wir die neue Webseite abwarten, um das über ein Web-Formular zu optimieren. Zum 1.12. haben wir unser Personal reduziert, im Januar soll die neue Webseite an den Start gehen.


    Gruß,


    Wolfgang

    gern auch für einen entsprechenden Obolus, ggf. für DGfM-Mitglieder ermäßigt

    Hallo Marcel,

    der technische und finanzielle Aufwand, .pdf-Dateien kopiersicher hinter einer Bezahlschranke zu verstecken, scheint leider unverhältnismäßig hoch zu sein (wir haben ja nicht 100 andere Dokumente in dieser Kategorie). Die DGfM will ja auch nicht unbedingt am PSV-Leitfaden verdienen, es ginge nur darum, die Druck- und Versandkosten wieder einzuspielen. Als .pdf wäre es sicher offen und frei verfügbar. Aber warten wir ab, in 3-5 Monaten sollte ich Neues berichten können.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo an alle,


    die DGfM weiß, dass es immer noch Bedarf am Leitfaden gibt.


    Die Schwierigkeit ist, dass ein Druck erst ab 800 Stück (besser 1000) rentabel ist, wenn wir den Preis halten wollen. Ob der Bedarf dafür so groß ist, ist unklar. Immerhin sind ja schon ca. 2000 im Umlauf, also fast doppelt so viele wie es PSV gibt.


    Wir haben noch nicht entschieden, ob wir eine Neuauflage wagen, oder das Manuskript als .pdf zum Download stellen.

    Für 2025 war das finanzielle Risiko für einen Druck nicht tragbar. In 2026 werden wir uns für das eine oder andere entscheiden.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo an alle,


    das Reiben mit einem Eisensulfat-Einkristall hat ja vier Gründe

    1. Verletzung der Stielrinde, um frisches Zellplasma zu exponieren.

    2. Einbringen von Fe(2+)-Ionen,

    3. leichtes Handling, gute Transportierbarkeit

    4. ein gewisser magischer Coolness-Faktor, um Zuschauer zu beeindrucken


    Ein Pinsel mit Lösung leistet eigentlich nur 2.


    Der Klotz aus FeSO4/PEG muss sich gerade bei 2. noch bewähren.


    Insofern lohnen sich doch noch ein paar Umkristallisationsversuche, der Winter ist ja lang genug für die Kristalle zum wachsen.


    Wenn das partout nicht klappen will, wäre m.E. besser als PEG = äußeres Bindemittel, ein inneres Trägermaterial für die mechanische Stabilität.


    Was passiert denn, wenn man einen kleinen Schwamm oder einen Streifen Küchen-Schwammtuch mit der heißen Lösung tränkt und trocknen lässt? Oder, um noch mehr mechanische Reibung zu garantieren, ein Stückchen Bimsstein oder Ytong tränken?


    Gruß,


    Wolfgang

    bis das PEG völlig verflüssigt und ins FeSO4 eingezogen war. Nach dem Erkalten ist der Block völlig fest und meiner Meinung nach gut anwendbar.

    Ist das Eisensalz jetzt nicht von einer PEG-Schutzschicht überzogen, so dass beim Reiben gar kein eisenhaltiger Abrieb entsteht, der mit dem Pilzfleisch reagieren kann? Den Block vor Anwendung kurz anschleifen?

    Und man sieht schon sehr deutlich an den Bildern, dass bei erhöhter Temperatur einiges an Oxidation zu Fe(III) stattfindet, so gelb wie das geworden ist. Ich dachte, das wäre nicht der Zweck (sonst könnte man vielleicht auch Fe(III)-sulfat oder gar Ammoniumeisen(III)sulfat-Kristalle nutzen, aber das geht ja scheinbar nicht (hat das mal wer an Täublingen ausprobiert?)).

    bei Täublingen habe ich es nicht probiert, aber bei anderen Pilzen gibt es definitiv Unterschiede zwischen Fe(II) und Fe(III). Das ist auch logisch, weil die organischen Metallkomplexe unterschiedliche Geometrie haben.


    Ein paar Prozent Fe(III) werden die Reaktion nicht stören, besonders wenn sie in Form von unlöslichem Oxid vorkommen, außer dass die Rostfarbe die rosa Komplexbildung verfälscht.


    Im Haushalt könnte man vielleicht etwas Vitamin-C-Pulver zusetzen, das ist in jedem Drogeriemarkt zu kaufen und ein starkes Reduktionsmittel und gleichzeitig eine schwache Säure, beides wird die Oxidation zu Fe(III) verlangsamen. Und in der Erkältungszeit eh nicht schlecht im Haus zu haben ;)


    Gruß,


    Wolfgang

    Das ist ist bestimmt das Richtige: Tablettenpresse bei A. für 10 Euro.

    Das ist bestimmt nur die Tablettenform für die Presse, und nicht die (meist hydraulische) Presse selbst. Da müsste man dann mit einem Wagenheber im Türrahmen oder so experimentieren - mit einem Schraubstock wird man nicht genug Druck aufbauen können.


    Bernd Miggel : gibt dem Schmelzen doch nochmal eine Chance und schmelze es möglichst vollständig auf und lasse es gaaaanz langsam abkühlen - vielleicht auch wieder im Wasserbad, die hohe Wärmekapazität des Wassers verlangsamt die Abkühlungsgeschwindigkeit.


    Gruß,


    Wolfgang