Beiträge von Wolfgang P.

    Hallo Bernd,

    bei meinen wenigen Funden von araenosum waren die Zystiden eigentlich nicht so selten, aber um nichts zu verpassen, solltest Du von einer durchgehenden Lamelle (keiner Lamellette, die haben oft keine Zystiden!) die ganze Schneide bei kleiner Vergrößerung absuchen. Vielleicht reicht sogar das technische Setting, mit dem Du das Auflicht-Bild der 4-sporigen Basidien gemacht hast.


    Ansonsten musst Du wohl eine "forma acystidiatum" beschreiben ;)

    Sowas macht die Schlüssel nicht benutzbarer, da die Zystiden ein Merkmal der ganzen Sektion sind.


    Gruß,


    Wolfgang

    Nunmehr besinnt sich der BUND e.V. und bringt zum Ausdruck, dass das Artensterben schlimmer als die Klimakrise zu bewerten sei.

    Na, ob diese Ansicht aktuell auch die Artenschützer in Spanien und Portugal teilen würden, wo dieses Jahr über 400.000 ha bzw. 278.000 ha ( > 3% der Landesfläche von PT !) abgebrannt sind? Die Fläche entspricht so einem Drittel von Hessen oder Sachsen-Anhalt.

    (Quelle https://forest-fire.emergency.…ffis.statistics/estimates)

    Die Klimakrise verstärkt den Artenschwund.


    Waldbrände sind zwar meist von Menschen ausgelöst, aber die Trockenheit durch die Klimakrise macht sie praktisch unmöglich zu löschen.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo an alle,


    aus aktuellem Anlass, und so halb zum Thema passend:

    Man kann nicht nur die zulässige Menge, sondern auch die betroffenen Arten diskutieren.



    Heute wurde ich mal wieder mit der Ansicht konfrontiert, dass der Wiesenellerling, Cuphophyllus pratensis, nicht streng geschützt sei, das seien nur die Saftlinge Hygrocybe s.str.


    Leider wurde da wieder einmal die juristische Sicht mit der mykologischen Sicht verwechselt, und versucht, auf eine juristische Frage eine mykologische Antwort zu geben.

    Das kann natürlich nicht funktionieren. Juristen verwenden Begriffe genau so, wie sie sie selbst vorher definiert haben.


    In diesem Fall wurde der juristische Sachverhalt in der BArtSchV Anlage 1, Ziffer 7 geregelt:


    Zitat

    Die Taxonomie der in den Anlagen genannten Tier- und Pflanzenarten richtet sich nach folgenden Werken, soweit die Arten dort aufgeführt sind:

    [...]

    Bundesamt für Naturschutz (1996): Rote Liste gefährdeter Pflanzen Deutschlands. - Schriftenreihe für Vegetationskunde, Heft 28, Bonn-Bad Godesberg.


    Schon an der Tatsache, dass der Gesetzgeber nur von "Tier- und Pflanzenarten" spricht, kann man diese unterschiedlichen Sichtweisen ablesen: Pilze sind Pflanzen im Sinne des Gesetzes, und müssen daher nicht gesondert erwähnt werden.


    Auf den Wiesenellerling angewendet: Der Gesetzgeber hat eine taxonomische Referenz als Grundlage bestimmt, in der der Wiesenellerling als "Hygrocybe pratensis" bezeichnet wird. Folglich ist er mit dem Schutz von "Hygrocybe spp. - Saftlinge (alle Arten)" selbstverständlich auch gemeint.


    Grüße,



    Wolfgang

    Hallo Luca,


    Letztlich ist es vor allem eine Entscheidung, was Dein Budget überhaupt hergibt, wie nahe Du an die "Profi-Liga" heran willst, und wie Dein späterer Bildbearbeitungs-Workflow aussehen soll.


    Ich habe mich gerade für eine OM5 Mark II mit dem Zuiko 60 Makro entschieden, aus folgenden Gründen:


    - wetterfest

    - klein, leicht und handlich, weil ich sie auch auf spontanen Wanderungen immer dabei haben will

    - alltagstauglich für viele andere Foto-Situationen, die Schwächen für die Sport-Fotografie kann ich locker verschmerzen :giggle:

    - sehr gute Stacking-Funktion schon in der Kamera, weil ich zu faul bin, nachher stundenlang mit Photoshop und Helicon Fokus aus 50 raw-Einzelbildern ein perfektes Foto zusammenzusetzen (aber die Option hätte ich)

    - Webcam-geeignet, um auch Studioaufnahmen oder Live-Präsentationen machen zu können.

    - ich hatte vorher eine Olympus E-620 und eine TG4, und wollte mich nicht in ein ganz anderes Bedienungskonzept einarbeiten (die E-620 mit Zuiko 50 Makro jetzt günstig abzugeben!)


    Die Kamera kam erst gestern an. Wenn jetzt noch die Pilze kommen, werde ich mal ein paar Bilder posten.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo Linde,

    ich kenne den Hasenstäubling nicht so stachelig, eher glatt bis flach warzig. Bei dieser Größe gibt es aber wenig Alternativen.


    Gruß,

    Wolfgang

    Hallo Probot,


    Deine Bestimmung ist ziemlich wahrscheinlich.


    Allerdings gibt es unter den Verwechslungspartnern nicht nur weißsporige Trichterlinge, sondern auch rosasporige Rötlinge.

    Daher sind Mehlräslinge schon was für Fortgeschrittene.


    Eine Essensfreigabe bekommst Du hier aber sowieso nicht ;)


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo,

    ein Champignon ist das sicherlich, aber weiter wird man bei den sehr jungen Exemplaren leider nicht kommen.

    Wenn ich raten müsste, wäre ich auch bei dem, was früher "A. vaporarius" = Brauner Kompost-Egerling" hieß, aber wohl inzwischen zum Gegürtelten Egerling = A. subperonatus gehört.

    Beim nächsten Mal lieber etwas größer werden lassen, wenn sie im eigenen Garten stehen.


    Von wildwachsenden Champignons wird mittlerweile zu Speisezwecken generell meist abgeraten, weil die Arten nur schwer unterscheidbar sind und viele davon Magen-Darm-giftig, Cadmium-sammelnd oder Krebs-verdächtig sind. Champignons kauft man lieber im Supermarkt.


    Grüße,

    Wolfgang

    Hallo Joga,


    das ist sicher ein Agaricus (Egerling), aber die Art zu bestimmen ist in der Gattung gar nicht leicht. Besonders, wenn Du nur einen einzelnen Fruchtkörper mit Hitzeschaden hast.


    Das schwache Röten und die Flocken an der Stielbasis sind aber eher selten. Das ist wohl keine der häufigen Arten. Und keine, die ich schon mal gefunden habe.

    Vielleicht bernardii oder subfloccosus?


    Hilfreich wäre

    - ein komplettes Schnittbild,

    - ob der Ring letztlich nach oben oder unten abziehbar ist,

    - Angaben zum Standort: Region, Wegrand?


    Vermutlich wird es aber ohne Mikroskop nicht ganz zu lösen sein.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo an alle,


    der Post ist ja eigentlich schon alt, aber für eine Bestimmung würde ich mich immer noch nach dem Schlüssel von Skrede richten.

    Ein reiner Bildvergleich im Internet, ohne die Bestimmungsmerkmale zu nennen, führt wohl nicht zum Ziel.


    http://www.ascofrance.fr/uploads/forum_file/HELVELLA-EUROPE-Persoonia39-Skrede-201-253-0001.pdf


    Leider zeigen die Bilder nicht wirklich genug Details und Variabilitäten der Fruchtkörper, um den Hut eher als als "becherförmig bis planar" oder als "unregelmäßig gelappt" zu erkennen. Der vordere und der im Hintergrund sehen becherförmig aus, und damit (und mit den unverzweigten Stielrippen) käme man mit Skrede schnell 1 --> 2--> 3--> 4--> 11 zu Helvella philonotis.


    Geht man bei 3 -->16 den anderen Weg, verliert man sich irgendwo mit immer feiner abgegrenzten Hutformen.


    Gruß,


    Wolfgang

    hi Bernd,

    das ist korrekt: Auf der Südhalbkugel haben wir gerade einen kurzen Kälte-Peak, während der globale Durchschnitt dieses Jahr recht stabil 0.8 Grad über dem langjährigen Mittel liegt. Also muss es irgenwo viel wärmer sein als der Durchschnitt, das ist Statistik.


    http://www.karstenhaustein.com/climate


    Europa und das westliche Mittelmeer sind aber auch in den Modellierungen (ja ich weiß das denen nicht jeder vertraut) auch langfristig doppelt so stark vom Klimawandel betroffen wie der globale Durchschnitt. Bei einer globalen Erwärmung von 3 Grad (auf die wir zusteuern) werden das bei uns also 6 Grad werden.


    Das wird die Deutschen im aktuellen politischen Klima erst dann betroffen machen, wenn es zu warm ist um Hopfen anzubauen :P


    Wolfgang

    Hi Christopher,

    Diese ganzen Modellierungen kann man - überspitzt ausgedrückt - in die Tonne kloppen.

    Den Einfluss von CO2 in der Atmosphäre hat schon Arrhenius 1896 weitgehend korrekt vorhergesagt. Ja, im Detail wird's schnell sehr komplex, aber die Grundaussage ist klar und eindeutig.

    Schauen wir mal wie sich das ganze in den kommenden Jahren weiter entwickelt.

    Nur Abwarten halte ich für keine angemessene Reaktion.

    Aber wir werden hier wohl keinen gemeinsamen Nenner finden


    Gruß,

    Wolfgang

    Hi Christopher,

    Es gibt keine Hotspots beim Klimawandel.

    Richtig ist natürlich, dass gerade das Oberrheingebiet auch ohne Klimawandel wärmer war als anderswo.


    Aber die relative Erwärmung ist auch stark ortsabhängig. Hier eine Grafik des Umweltbundesamtes 2021:



    https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/479/publikationen/kwra2021_teilbericht_zusammenfassung_bf_211027_0.pdf

    https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/2546/bilder/hotspots.jpg


    natürlich bedingt durch das aktuelle Ausklingen einer Kälteperiode

    Mit den Milankovic-Zyklen kann man die aktuelle Erwärmung nicht erklären (auch wenn sie natürlich für die letzten Kaltzeiten verantwortlich waren)

    Nochmal eine Grafik vom Umweltbundesamt:


    Beobachtete und künftig zu erwartende globale Klimaänderungen
    Die Veränderungen im globalen Klimasystem haben seit 1950 rapide zugenommen und sind beispiellos im Vergleich zu den vorherigen Jahrtausenden. Der menschliche…
    www.umweltbundesamt.de


    Gruß,


    Wolfgang

    Am Ende bleibt aber auch die Frage, wenn es eh ein und die selben Verbindungen in den Täublingen sind, die zur Farbreaktion führen, dann bekommt man auch vermutlich keine zusätzliche Aussage durch andere Metallsalze......

    Ich glaube sogar, dass es kein Zufall ist, dass gerade die Heringstäublinge, die nach Trimethylamin stinken, eine stark grüne Eisen(II)-Reaktion haben. Für Geruch und Farbe könnten die identischen Aminoverbindungen verantwortlich sein.


    Ob ansonsten hinter orange oder rosa eine unterschiedliche Chemie steckt, wäre zu untersuchen - falls ja, könnten andere Metallsalze einen besser sichtbaren Farbunterschied zeigen.


    Gruß,


    Wolfgang