Beiträge von Wolfgang P.

    wenn man bedenkt, dass die ITS bei Pilzen auch mal nicht als Lokus geeignet ist, verwundert mich das nicht.

    Hi Stefan,


    gerade bei Macrolepiota wurden allerlei Loci probiert, aber alle liefern die gleichen Ergebnisse.


    Daher könnte es in diesem Fall auch mal so sein, dass es tatsächlich innerhalb einer Art regionale und morphologische Gruppen gibt, so wie auch z.B. bei Homo sapiens.


    Was helfen würde wäre, von ein paar mehr Funden das Komplett-Genom zu analysieren, aber das ist leider immer noch zu teuer für die rein akademische Frage, wieviele Parasole es gibt.


    Gruß,


    Wolfgang

    Ich nenne nur noch solche Funde M. rhodosperma, die tatsächlich rosafarbenes Sporenpulver aufweisen.

    ... und auch dieses Merkmal ist leider variabel.

    Und unterscheidet ihn auch nicht von procera, der auch rosa SPP haben kann (siehe Pilze der Schweiz, Bd4, Nr. 254).


    Gruß,


    Wolfgang


    P.S.: den initialen Fund von Bläuling hätte ich recht sicher als rhodosperma bezeichnet.

    Ich habe inzwischen einige meiner Funde genetisch bestätigt, um bei der Benennung nicht nur meine eigenen Vorurteile als Maßstab zu nehmen.

    Hallo Bernd,

    herzlichen Glückwunsch und Danke für's Zeigen!


    Entolomen ohne Mikro werden halt namenlos bleiben - selbst incanum muss man heutzutage mikroskopieren.


    Wieviele violette Ramariopsis-Arten es gibt und wieviele gelbe Clavulinopsis, muss sich wohl erst noch zeigen.


    Gruß,

    Wolfgang

    Procera aber schon im weiteren Sinne mit mastoidea und affinis und konradii. Wie steht rhodosperma dbzgl.?

    Hi Maronisto,


    In diesem Thread leider etwas off-topic, und daher ganz in Kürze:

    Die Gattung Macrolepiota hat in Europa 4 genetisch trennbare Arten:

    - procera (Parasol)

    - mastoidea (Zitzenschirmling)

    - excoriata (Ackerschirmling)

    - rhodosperma (Grobscholliger Riesenschirmling, Kleiner Wald-Parasol; hieß in Pilze der Schweiz oder Pilze BaWü fälschlich "konradii" und in der Flora Neerlandica fälschlich "fuliginosa")


    mastoidea ist eine formenreiche Sammel(?)-Art, die auch affinis und die "echte konradii" mit einschließt. Genetisch gibt es bei den üblichen Loci wie ITS oder LSU zwischen affinis, mastoidea und konradii nur 1-2 Basenpaare Unterschied, das aber konstant über alle Kollektionen.


    rhodosperma ist ein Massenpilz, und über den bevorzugten Standort in Laubwäldern, die Art der Hutschuppung, den im Mittel kleineren Hutdurchmesser und die feinere Stiel-Natterung von procera meist gut zu unterscheiden. Zu den mastoidea-Formen, die die "echte konradii" bilden, ist die Unterscheidung manchmal schwer, und am ehesten über die Sporenpulverfarbe möglich.


    Gruß,


    Wolfgang

    Du schreibst das mit Fragezeichen, Wolfgang. Schade.

    es gäbe ja noch andere Erklärungen.

    Wie wären z.B. folgende Hypothesen, die jeweils eine botanische Doktorarbeit wert wären:


    "Der Phlox benötigt zusätzliche Energie, den pH-Wert so abzusenken, dass die Blüten rosa werden. Nachts ist dieser Energieaufwand nicht erforderlich, weil Phlox von tagaktiven Insekten bestäubt wird".


    Oder


    "Nachts kann der Phlox diesen Energieaufwand nicht aufbringen, weil keine Sonne scheint".


    Ob die Insekten überhaupt vom sichtbaren Licht-Anteil angelockt werden, oder der Farbunterschied im Infrarot viel stärker ausgeprägt ist, könnte dann gleich mit untersucht werden.


    Gruß,


    Wolfgang

    Genau das ist die 100-Punkte-Frage und warum tun das nur einzelne Phloxsorten und andere wiederum nicht? Vielleicht ist die Antwort ja ebenso trivial, wie bei den Pilzen: -weil sie es können-?

    Hallo Claudia,

    andere Pflanzen wie das Lungenkraut verfärben die Blüten von rosa zu blau, um den Bestäuber-Insekten das Signal zu geben, welche Blüten bitteschön noch angeflogen werden müssen und welche nicht mehr.

    Die Phlox-Sorten im Garten wurden schon durch einen jahrhundertelangen Zuchtprozess selektiert. Da können sich Merkmale, die ursprünglich mal einen evolutionären Vorteil hatten, schon verselbständigen. Vielleicht fanden auch irgendwelche Züchter blauen Phlox besonders interessant, so dass blaue Blüten tatsächlich zu einem evolutionären Vorteil geworden sind, auch wenn die Farbstoffe bei Zell-pH-Wert sehr nah am Umschlagpunkt zu rosa liegen? Es gibt meines Wissens nicht so viele Insekten, die auf blau fliegen, im Gegensatz zu rosa-lila.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hi Suillus,

    am Alpenrand "50% weniger Niederschlag als normal" - klingt zwar übel, ist aber immer noch mehr als am Oberrhein in durchschnittlichen Jahren.

    Wir sind hier einfach viel mehr Leid gewohnt. Beim "Pflanzenverfügbaren Wasser in 25 cm Tiefe", Deiner Grafik ganz rechts unten, ist der Alpenrand ja immer noch blau und nicht knallrot wie am Rhein. Da können gerade nur Harz und Erzgebirge mithalten. Bei uns verwelken gerade auch die trockenresistenten Steppenpflanzen.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hi Bläuling,


    Deine "Nachtkerzen" (Oenothera) sind Königskerzen (Verbascum). Nachtkerzen blühen nur nachts, mit noch größeren Blüten und haben keine silbrig behaarten Stängel und Blätter.


    Gruß,


    Wolfgang

    Die gleiche Überlegung mit dem F2-Kurs hatte ich auch.


    Der Ausgang der Prüfung hängt nämlich nicht maßgeblich davon ab. Eher von der Tageslaune der Prüfer!

    Hallo CSlupina,

    der "Tageslaune" würde ich auch widersprechen.


    Tatsächlich sind die Prüfungstermine knapp, und die Prüfer vergeben sie zuerst an ihre F2-Kursteilnehmer. Das mag von außen gesehen ärgerlich sein, aber aus Sicht der freiberuflich arbeitenden Anbieter ist das völlig legitim.


    Nebenbei sieht man im Kurs die regional und saisonal typischen Pilze, und das kann einem über die Prüfung helfen. Ich habe in meinem F2-Kurs damals im Schwarzwald bei Walter Pätzold auch nicht viel gelernt, außer die Rauhköpfe (rubellus, orellanus) mal im Original zu sehen. Gibt es bei mir halt nicht.


    Daher meine Empfehlung: mach den Kurs mit und nimm es als eine Woche netzwerken mit Gleichgesinnten.


    Grüße,



    Wolfgang

    Erstens kann man garnix falsch machen

    das ist nicht korrekt.


    Gerade wenn man kleinen Kindern (und die sind es ja oft, die irgendwelche Pilze essen) gegen ihren Willen Aktivkohle einflößen will, besteht die Gefahr, dass sie sich verschlucken und die Aktivkohlesuspension in die Lunge gerät. Da kommt sie nie wieder raus und reduziert lebenslang die Lungenfunktion.


    Nebenbei schafft man auf diesem Weg ohnehin nicht die erforderliche Menge, wenn es um eine Giftpilz-Mahlzeit geht. Um dann Aktivkohle in der benötigten Menge in den Körper zu bringen, ist eher eine Magensonde erforderlich. Das ist - wie jeder medizinische Eingriff - nicht ohne Risiko und daher muss ein Arzt Risiko und Nutzen gegeneinander abwägen. Alternativ kann man z.B. bei einer Muskarin-Vergiftung ja mit Antidoten arbeiten, und das wäre nach aktueller "best-practice" im Allgemeinen der bevorzugte Weg.



    Wolfgang

    Hallo,

    Ich tippe auf Deconica.

    Manche Sporen sehen angedeutet rautenförmig aus - D. phyllogena würde makroskopisch passen, aber die Sporen nicht so.

    D. crobula, flocculosa und was es in der Gruppe noch so gibt, kenne ich nicht aus eigener Anschauung.


    Wächst der Pilz auf Holz unter dem Moos?



    Wolfgang

    Hallo cslupina,


    Meinst Du ganze Fruchtkörper, oder Mikroschnitte?


    Gefriergetrocknete Fruchtkörper als Modelle für Ausstellungen funktionieren schon, man muss halt etwas nachkolorieren.

    So schön wie die Pilzmodelle von Wechsler, der eine Silikonform erstellt und ausgießt, werden sie aber nicht.


    Mikroschnitte gehen natürlich auch, wenn man die üblichen Prozeduren der Entwässerung für das jeweilige Einbettungsmittel beachtet.


    Wolfgang

    Hallo Kuba,


    ich fürchte, die Zahl der fertigen Fachberater in Überschneidung mit der Zahl der eu-Foren-User tendiert gegen null.


    Was ich so mitbekommen habe, gibt es unter den Fachberatern solche, die schon einen Job hatten und es als Fortbildung genutzt haben, und solche, die es mit der vagen Hoffnung auf einen Job angefangen haben. Frag' doch eher mal bei Hermine Lotz-Winter, die die Ausbildung koordiniert, ob sie E-Mail-Kontakt zu erfolgreich in Job gekommenen Fachberatern vermitteln kann.


    Mykologie ist für Biologen leider (noch?) kein Gewinner-Thema. Die letzten Stellen, bei denen mykologischer Sachverstand gefragt war und die die DGfM daher als Ausschreibung an ihre Mitglieder verteilt hat, wurden dann letztlich (aufgrund von persönlichen Beziehungen?) an Nicht-Mykologen vergeben.


    Grüße,


    Wolfgang