Beiträge von Wolfgang P.

    Du schreibst das mit Fragezeichen, Wolfgang. Schade.

    es gäbe ja noch andere Erklärungen.

    Wie wären z.B. folgende Hypothesen, die jeweils eine botanische Doktorarbeit wert wären:


    "Der Phlox benötigt zusätzliche Energie, den pH-Wert so abzusenken, dass die Blüten rosa werden. Nachts ist dieser Energieaufwand nicht erforderlich, weil Phlox von tagaktiven Insekten bestäubt wird".


    Oder


    "Nachts kann der Phlox diesen Energieaufwand nicht aufbringen, weil keine Sonne scheint".


    Ob die Insekten überhaupt vom sichtbaren Licht-Anteil angelockt werden, oder der Farbunterschied im Infrarot viel stärker ausgeprägt ist, könnte dann gleich mit untersucht werden.


    Gruß,


    Wolfgang

    Genau das ist die 100-Punkte-Frage und warum tun das nur einzelne Phloxsorten und andere wiederum nicht? Vielleicht ist die Antwort ja ebenso trivial, wie bei den Pilzen: -weil sie es können-?

    Hallo Claudia,

    andere Pflanzen wie das Lungenkraut verfärben die Blüten von rosa zu blau, um den Bestäuber-Insekten das Signal zu geben, welche Blüten bitteschön noch angeflogen werden müssen und welche nicht mehr.

    Die Phlox-Sorten im Garten wurden schon durch einen jahrhundertelangen Zuchtprozess selektiert. Da können sich Merkmale, die ursprünglich mal einen evolutionären Vorteil hatten, schon verselbständigen. Vielleicht fanden auch irgendwelche Züchter blauen Phlox besonders interessant, so dass blaue Blüten tatsächlich zu einem evolutionären Vorteil geworden sind, auch wenn die Farbstoffe bei Zell-pH-Wert sehr nah am Umschlagpunkt zu rosa liegen? Es gibt meines Wissens nicht so viele Insekten, die auf blau fliegen, im Gegensatz zu rosa-lila.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hi Suillus,

    am Alpenrand "50% weniger Niederschlag als normal" - klingt zwar übel, ist aber immer noch mehr als am Oberrhein in durchschnittlichen Jahren.

    Wir sind hier einfach viel mehr Leid gewohnt. Beim "Pflanzenverfügbaren Wasser in 25 cm Tiefe", Deiner Grafik ganz rechts unten, ist der Alpenrand ja immer noch blau und nicht knallrot wie am Rhein. Da können gerade nur Harz und Erzgebirge mithalten. Bei uns verwelken gerade auch die trockenresistenten Steppenpflanzen.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hi Bläuling,


    Deine "Nachtkerzen" (Oenothera) sind Königskerzen (Verbascum). Nachtkerzen blühen nur nachts, mit noch größeren Blüten und haben keine silbrig behaarten Stängel und Blätter.


    Gruß,


    Wolfgang

    Die gleiche Überlegung mit dem F2-Kurs hatte ich auch.


    Der Ausgang der Prüfung hängt nämlich nicht maßgeblich davon ab. Eher von der Tageslaune der Prüfer!

    Hallo CSlupina,

    der "Tageslaune" würde ich auch widersprechen.


    Tatsächlich sind die Prüfungstermine knapp, und die Prüfer vergeben sie zuerst an ihre F2-Kursteilnehmer. Das mag von außen gesehen ärgerlich sein, aber aus Sicht der freiberuflich arbeitenden Anbieter ist das völlig legitim.


    Nebenbei sieht man im Kurs die regional und saisonal typischen Pilze, und das kann einem über die Prüfung helfen. Ich habe in meinem F2-Kurs damals im Schwarzwald bei Walter Pätzold auch nicht viel gelernt, außer die Rauhköpfe (rubellus, orellanus) mal im Original zu sehen. Gibt es bei mir halt nicht.


    Daher meine Empfehlung: mach den Kurs mit und nimm es als eine Woche netzwerken mit Gleichgesinnten.


    Grüße,



    Wolfgang

    Erstens kann man garnix falsch machen

    das ist nicht korrekt.


    Gerade wenn man kleinen Kindern (und die sind es ja oft, die irgendwelche Pilze essen) gegen ihren Willen Aktivkohle einflößen will, besteht die Gefahr, dass sie sich verschlucken und die Aktivkohlesuspension in die Lunge gerät. Da kommt sie nie wieder raus und reduziert lebenslang die Lungenfunktion.


    Nebenbei schafft man auf diesem Weg ohnehin nicht die erforderliche Menge, wenn es um eine Giftpilz-Mahlzeit geht. Um dann Aktivkohle in der benötigten Menge in den Körper zu bringen, ist eher eine Magensonde erforderlich. Das ist - wie jeder medizinische Eingriff - nicht ohne Risiko und daher muss ein Arzt Risiko und Nutzen gegeneinander abwägen. Alternativ kann man z.B. bei einer Muskarin-Vergiftung ja mit Antidoten arbeiten, und das wäre nach aktueller "best-practice" im Allgemeinen der bevorzugte Weg.



    Wolfgang

    Hallo,

    Ich tippe auf Deconica.

    Manche Sporen sehen angedeutet rautenförmig aus - D. phyllogena würde makroskopisch passen, aber die Sporen nicht so.

    D. crobula, flocculosa und was es in der Gruppe noch so gibt, kenne ich nicht aus eigener Anschauung.


    Wächst der Pilz auf Holz unter dem Moos?



    Wolfgang

    Hallo cslupina,


    Meinst Du ganze Fruchtkörper, oder Mikroschnitte?


    Gefriergetrocknete Fruchtkörper als Modelle für Ausstellungen funktionieren schon, man muss halt etwas nachkolorieren.

    So schön wie die Pilzmodelle von Wechsler, der eine Silikonform erstellt und ausgießt, werden sie aber nicht.


    Mikroschnitte gehen natürlich auch, wenn man die üblichen Prozeduren der Entwässerung für das jeweilige Einbettungsmittel beachtet.


    Wolfgang

    Hallo Kuba,


    ich fürchte, die Zahl der fertigen Fachberater in Überschneidung mit der Zahl der eu-Foren-User tendiert gegen null.


    Was ich so mitbekommen habe, gibt es unter den Fachberatern solche, die schon einen Job hatten und es als Fortbildung genutzt haben, und solche, die es mit der vagen Hoffnung auf einen Job angefangen haben. Frag' doch eher mal bei Hermine Lotz-Winter, die die Ausbildung koordiniert, ob sie E-Mail-Kontakt zu erfolgreich in Job gekommenen Fachberatern vermitteln kann.


    Mykologie ist für Biologen leider (noch?) kein Gewinner-Thema. Die letzten Stellen, bei denen mykologischer Sachverstand gefragt war und die die DGfM daher als Ausschreibung an ihre Mitglieder verteilt hat, wurden dann letztlich (aufgrund von persönlichen Beziehungen?) an Nicht-Mykologen vergeben.


    Grüße,


    Wolfgang

    Laut 123-Pilze und "700 Pilze in Farbfotos" von Dähnke werden hier vers. chemische Nachweise zur Artbestimmung vorgeschlagen.

    Hallo an alle,


    ich hab' aus Neugier mal in Meixner (1975): Chemische Farbreaktionen von Pilzen und in Charbonnel (1995): Les reactifs mycologiques nachgesehen.


    "Der Meixner" war jahrzehntelang das Standardwerk, das sollte auch Frau Dähnke schon als Quelle verwendet haben.

    Charbonnel lässt eigentlich nicht weg, was mal vernünftig untersucht wurde.


    Für FeSO4 geben beide keine Reaktion mit Streiflingen an.

    A. fulva soll mit Guajak nach Meixner an Huthaut und Volva nach 2 min blau werden.

    Charbonnel schlägt zur Unterscheidung von fulva und crocea Phenol vor (siehe oben).



    123 und Dähnke sind leider beide keine zuverlässigen Quellen.


    Grüße,



    Wolfgang

    Blaufärbung erst nach 20-30! min. Also Ausnahmen gibt es immer und eine "negative" Reaktion über einen so langen Zeitraum halte ich durchaus für relevant.

    Hi Climbingfreak,

    bei so langen Reaktionszeiten solltest Du auf jeden Fall eine Vergleichsprobe mit Papier machen. Hängt ja auch von Deinem Guajak ab, wie schnell es ohnehin oxidiert.


    "2-3 Minuten" halte ich auch für relevant, das hatte ich ja oben geschrieben.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo Eddie,


    fulva kenne ich viel schlanker und mit glattem Stiel, und auch eher fuchsbräunlich als safran.

    Die Ökologie ist auch verschieden: crocea meist in basischem Laubwald, fulva meist im sauren Nadelwald.


    Makrochemisch soll laut Großpilze BaWü (Band 4) fulva im Stielfleisch mit Phenol braun werden, und crocea weinrot, aber das habe ich noch nie selbst ausprobiert. Normal erkennt man fulva ja schon an den Rostflecken in der Scheide.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo Eddie,


    Ich kenne bei Streiflingen weder FeSO4 noch Guajak als diagnostische Merkmale. Weißt Du da mehr, oder hast Du nur mal Täublings-Reagenzien ausprobiert? Wenn Guajak "spät" reagiert, reagiert es eigentlich gar nicht. Es wird irgendwann auch nur an der Luft blau. Die Reaktion hat nur eine Aussage innerhalb Sekunden bis wenigen Minuten.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo an alle,


    Ich spreche über Smartphone-Bilder und Anruflisten, und beides ist nur lokal auf dem Smartphone gespeichert.


    auch eine Speicherung auf einem lokalen Smartphone ist eine "automatisierte Verarbeitung personenbezogener Daten" im Sinne von Art. 2, Abs. 1 DSGVO.

    Auch wenn sie natürlich im Zweifelsfall schwer nachzuweisen ist. Und da es sich bei einer Pilzberatung nicht um eine "persönliche oder familiäre Tätigkeit" (Art. 2, Abs. 2c) handelt, gilt auch keine Ausnahme.


    Pilzbilder alleine sind aber kein Problem, und das finde ich tatsächlich eine interessante Variante einer Beratungs-Dokumentation. Zumindest als Erinnerungsstütze.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo,

    bei Rötlingen sucht man Schnallen, sofern nicht anders angegeben, nur an den jungen Basidien (Basidiolen).


    Dazu sollte das Lamellenpräparat zuerst gründlich mit 2 Nadeln zu Mus zerzupft werden, bevor man das Deckglas auflegt.

    Dann hat man zwar 3 min mehr Vorbereitung, aber sieht dafür sofort freie Basidien.


    Gruß,


    Wolfgang