Beiträge von Wolfgang P.

    Habe gerade im neuen Kosmos Handbuch Pilze nachgeschaut, von den dort aufgeführten Arten kommt Macrolepiota wegen dem völlig glatten Stiel ohne Natterung eigentlich nicht in Betracht. Bei Chloropyllum kommt der Olivbraune wegen der Hutfarbe eigentlich nicht in Betracht, da bleibt nur noch C. brunneum, wenn man einmal von dem ominösen C. venenatum absieht (C. molybdites kann es wegen der weißen Sporenfarbe nicht sein).

    ist Chlorophyllum rhacodes nicht drin in dem Buch? Das wäre nämlich mein Tipp.


    Gruß,


    Wolfgang

    Aus meiner Sicht kommen aufgrund der fehlenden Abzweigungen des FK wohl eher nun die gelben Wiesenkeulen in frage.

    Diese wären C. hevola (goldgelbe Wiesenkeule), C. laeticolor (schöne Wiesenkeule) oder C fusiforms (Spindelförmige Wiesenkeul).

    Hallo magicman,

    Von der verzweigten (C. corniculata) gibt es auch eine forma simplex . Die riecht nach Mehl.

    Auch hast Du luteoalba nicht betrachtet die bei mir aber immer aprikosenfarben daherkommt.

    C. fusiformis ist gewöhnlich größer.


    Die wahrscheinlichste ist helvola, eine weit verbreitete Art.


    Gruß,

    Wolfgang

    kommt ja nur Rebhuhn- oder Perlhuhn- in Frage.


    Wie beide sich genau abgrenzen, hab ich vergessen, und auch gerade keine Literatur zur Hand. Jedenfalls komplizierter als 123 glauben lässt.


    Gruß,

    Wolfgang

    Hi Lukas,

    Bovista furfuracea kann so aussehen, aber ohne reife Sporen kann man ja nicht mal die Mikros prüfen.


    So wird der leider unbestimmt bleiben. Wenn Du mal wieder dort hinkommst, guck' nach reifen Fruchtkörpern.


    Grüße,


    Wolfgang

    Könnte das hier 18 Clavunilopsis umbrinella - die braune Wiesenkoralle sein CF CF ... ich habe keinen Schimmer und bin nicht mehr zu einer seriösen Bestimmung gekommen:

    Hi Sebastian,

    hier könntest Du die Basidien betrachten, denn die sollten zu einer Clavulina passen (2-sporig, mit Sterigmen die wie ein Stiergehörn gebogen sind), und die Sporen rundlich mit großem Tropfen (Clavulina cristata agg.).


    Tolle Wiese, tolle Bilder!


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo Racoon,

    wenn Du einen ausgewachsenen Fruchtkörper von unten fotografiert hättest, hättest Du Dir die Frage nach dem Ringlosen selbst beantwortet.


    Auf #2 und #3 sieht man aber ein spinnwebartiges Velum von Stiel zu Hutrand, das zuerst die Lamellen schützt und später den Ring bilden wird.

    Darauf sitzen schon die schwarzen Schüppchen, die später den zahnradartigen Kranz von Armillaria ostoyae bilden.


    Grüße,


    Wolfgang

    1) ist mir etwas zu vergammelt; evtl. irgendeine Art Schirmling oder Champignon. Damit kenne ich mich nicht aus.

    Schirmlinge wären ja Weißsporer, dieses ist deutlich ein Schwarzsporer, also ein Champignon (oder war es mal).


    4) ein Riesen-Schirmling (Achtung im Garten wachsen sehr giftige Arten davon)

    genau. Hier sieht man auf dem ersten Bild die gerandete Knolle von Chlorophyllum brunneum, dem Gift-Riesenschirmling unten im Gras.

    Hi Benjamin,

    das Rätselgerate, ob ein olivieri hier zu hellen Untergrund hat, oder ob sich ein rhacodes in den Nadelwald verirrt hat, lässt sich beliebig lange ohne Ergebnis führen.


    Die Wahrheit verrät ein Mikroskop oder eine Sequenz.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo an alle,

    ich hab' die kleine gelbe Keule im Initial-Post gerade unterm Mikro, die rundlichen, warzigen Sporen führen glatt zu Ramariopsis crocea.

    Ob das das gleiche ist, wie bei mir öfter unter diesem Namen auf den Trockenrasen wächst, muss wohl mal eine Sequenz klären.


    Die zweite schlüsselt mit Schnallen und asymmetrisch länglichen Sporen zu Clavulinopsis luteoalba, aber so richtig überzeugend finde ich das Ergebnis nicht.


    Grüße,


    Wolfgang

    auf den letzten 7 Fotos sehe ich Parasole. Bei den Fotos am Anfang scheint es sich um eine rötende/bräunende Art zu handeln, obwohl die Huthaut nach dem Sternschuppigen Schirmpilz aussieht.

    genau so sehe ich es auch: 1-5 = Macrolepiota rhodosperma, 7-12 = M. procera.

    M. rhodosperma kann sich auch weinrötlich verfärben, das ist zwischen diesen beiden Arten kein Unterscheidungsmerkmal.


    Das ganze Chaos mit - genetisch nicht trennbaren - "Unterarten" wie M: fuliginosa kann man mitspielen wie 123pilze, oder es sein lassen, wie ich es für mich handhabe.


    Grüße,


    Wolfgang

    Solche Borstgraswiesen sind dort die regionaltypischen Magerwiesen.

    zur Ergänzung: die genaue Lage kann man auf der Rheinland-Pfälzischen Seite unter

    LANIS

    ansehen. Borstgrasrasen sind die hellbraunen Flächen, die mit DF0 gelennzeichnet sind.

    Magerrasen (ED1) kann man auch angucken für Wiesenpilze. EA und EC (Fett- bzw. Feuchtwiesen) kann man sich sparen.


    In Hessen gibt's sowas sicher auch, aber da hab' ich den Link nicht parat.


    Grüße,

    Wolfgang


    Ich kenne tatsächlich einen Standort, an dem Hieracium pilosella in Massen wächst. Der Standort ist eine stillgelegte Tonkuhle, an dem es aufgrund von Pionierbäumen auch an Birkenpilzen und Rotkappen wimmelt.

    Neben H. pilosella kommen dort auch andere Habichtskräuter wie H.aurantiacum vor.

    Achtung - Pflanzen siedeln sich schneller an als Pilze. Junge Offenlandstandorte haben ggf. schon alle Zeigerpflanzen, aber die Pilze brauchen noch ein paar Jahrzehnte.

    Die besten Wiesenstandorte haben eine 1000-jährige durchgehende Tradition als Magerwiese.


    Andere Habichtskräuter wären für mich schon eher ein "Anti-Zeiger".


    Bei den Gräsern ist nicht nur Nardus ein Zeiger, insgesamt sollte eine Saftlingswiese überwiegend aus schmalblättrigen Gräsern bestehen und nicht aus breitblättrigen.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hi Plejades,


    wenn das eine Wiesenkeule sein sollte (im Laubwald eher unwahrscheinlich, aber möglich), hätte ich Interesse an Details (Fundort, Begleitflora) und Exsikkat.


    Zunächst sollte man aber prüfen, ob sie nach Mehl riecht, dann wäre es Clavulinopsis corniculata.

    Und sicherstellen, dass es nicht doch ein junger Hörnling ist, der dürfte sich gar nicht zerreißen lassen.


    Grüße,


    Wolfgang

    Ich würde aber Hieracium pilosella in die Runde werfen, als eine Art wo man suchen kann.

    Bei Hieracium pilosella gehe ich mit.


    meine Favoriten:

    Sanguisorba minor (Wiesenknopf) ist ein wichtiger Zeiger für eine lange durchgehende Bewirtschaftung als Wiese.

    Rhinantus (Klappertopf) als Halbschmarotzer zeigt extensive Bewirtschaftung.

    Betonica officinalis (Heilziest) zeigt auch "gute" Wiesen


    Bei mir gucke ich auch nach Thymus und Primula, in höheren Lagen nach Meum (Bärwurz).


    Ein gutes Indiz ist auch die Wuchhöhe kurz vor der Mahd, die Saftlingsgesellschaften halten irgendwie den Bewuchs niedrig - oder umgekehrt.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hi Karolin,


    nah dran, aber nur fast am Ziel. Der Sparrige Schüppling hat einen trockenen Hut, aber dieser sieht klebrig aus. Da gibt es einen "Hochthronenden Schüppling", der gerne über Kopfhöhe wächst (gern an Erle und Birke), und hier in die engste Wahl fällt. Ganz genau wird's wie so oft nur mit Mikros.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hi Bernd,

    wenn sich der Holotyp als nicht geeignet zur (genetischen) Untersuchung erweist, wird ein Neotyp danach ausgesucht, dass er möglichst genau den Angaben des Holotyps entspricht und aus derselben Region stammt wie der Holotyp.


    Dann wird er sequenziert, und alle späteren Bearbeiter können anhand der Sequenz unterscheiden, ob sie incanum s.str. (im Sinne des neuen Neotyps) oder verae vor sich haben.


    Ob das Merkmal der mittleren Sporengröße tragfähig ist, oder ob man ein anderes Unterscheidungsmerkmal findet, oder ob man bis in alle Zukunft immer eine Sequenz ziehen muss, wird sich erst noch erweisen. E. verae ist ja noch recht neu als Name, und längst nicht in der Merkmalsbreite erforscht.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hi Bernd,

    Du kannst Dich gerne für die ICN-Kommission bewerben, um den Augias-Stall endlich auszumisten.


    Bis dahin musst aber die Typusart der Gattung nachsehen (Fr. ex Kummer 1871): der Riesenrötling Entoloma sinuatum, nicht sinuata. Oder Du schaust in Mycobank den Gender nach.


    Grüße,


    Wolfgang

    Wird dadurch das aus griechischen Fragmenten zusammengesetzte Entoloma im Lateinischen zu einem Neutrum? Nein. Denn ICN sagt ja selbst aus, dass alle Taxa ungeachtet ihrer Herkunft (grammatikalisch) wie Latein zu behandeln sind. Folglich ist Entoloma als "lateinisches" Wort feminin, da keine Argumente vorgebracht wurden, warum es das auch noch mögliche Maskulinum sein muss. Ein Neutrum kann es auf keinen Fall sein.

    Hi Bernd,


    in Art. 62.2 (c) des ICN steht :

    Zitat

    Compounds ending in ceras, dendron, nema, stigma, stoma, and other neuter words, are neuter.

    Gruß,


    Wolfgang

    Hi Bernd,


    hast Du incanum mikroskopisch von verae getrennt? Übrigens incanum, weil Entoloma trotz der -a-Endung neutrum ist (... Gendern für Fortgeschrittene ;) ).


    Grüße,


    Wolfgang

    Was ist in solchen od. ähnlichen Fällen denn der Schlußstrich, hmm?

    Leider hat Bon seine Belege so heiß getrocknet, dass die DNA restlos zerstört ist. Grundsätzlich könnte aber natürlich auch in 100 Jahren nochmal jemand kommen und den Typusbeleg mit neuen Methoden untersuchen, und zu einem anderen Ergebnis kommen. So ist das in der Wissenschaft: eine entgültige Gewissheit gibt es nie, man muss immer zweifeln.


    Für einen normalen Feldmykologen und Kartierer gilt aber bis auf weiteres: sicher in Europa nachgewiesen und sowohl mikroskopisch als auch genetisch unterscheidbar sind genau 4 Chlorophyllum-Arten: olivieri, rhacodes, brunneum und molybdites.


    Grüße,


    Wolfgang