Beiträge von zuehli

    Hallo,


    ein Update zum Thema.

    Momentan werden im Rahmen einer Dissertation an der Uni Gent (Belgien) die Weißtäublinge untersucht. Dabei hat sich herausgestellt, dass es ungefähr ein Dutzend genetisch verschiedener Sippen gibt. Jetzt ist die große und mühevolle Aufgabe in dieser Gruppe die morphologischen Merkmale und Unterschiede herauszuarbeiten, damit man das Konglomerat mit herkömmlichen Mitteln - also mit makro- und mikroskopischen Merkmalen - entschlüsseln kann.

    So wie ich das verstanden habe, wird sich das noch eine Weile hinziehen.


    Das scheint der Stand der Dinge zu sein.


    Wer sich intensiver mit den Weißtäublingen beschäftigt, wird merken, dass man aktuell mit der vorhanden Literatur auf keinen grünen Zweig kommt und die Merkmale von chloroides/delica auch je nach konsultierter Quelle nicht eindeutig festmachen kann.

    Das wird auch wieder eine spannende Geschichte und macht letztendlich und wahrscheinlich die Bestimmung von Weißtäublingen nicht einfacher.


    Beste Grüße

    Harald

    Harald ist über das Wochenende nicht zu Hause, kann sich also erst nächste Woche damit beschäftigen.

    Um zum eigentlichen Thema zurückzukehren...

    Unter dem Mikroskop hatte ich die Teile noch nicht, aber nach meinen bisherigen Recherchen kommen eigentlich nur zwei Arten in Frage. Entweder der von Karl ins Spiel gebrachte Hydnellum scrobiculatum, oder H. concrescens, den ich momentan, ohne weitere Mikroskopie, bevorzuge.

    Die Standortgeschichte - scrobiculatum eher Nadelwald (Kiefer) und concrescens eher Laubwald - kann man nicht als sicheres Bestimmungsmerkmal hernehmen.

    Mal schaun, was die Sporen hergeben, sofern ich welche finde, da die FK noch recht jung zu sein scheinen. Morgen gibts ein Update...


    Beste Grüße

    Harald

    Jep, hier ist C. brunneum wahrscheinlicher, obwohl auch der "neue" rachodes in den Garten passen würde.

    Die recht gedrungenen Fruchtkörper und die gerandete Knolle sollten Hinweise sein.


    Beste Grüße

    Harald

    Ja, weiß der Geier, wie der aktuell heißt. Die aktuellen Namen

    Hapalopilus nidulans (Fr.) P. Karst. 1881

    Hapalopilus rutilans (Pers.) Murrill 1904


    sind aus den Basionymen

    Polyporus nidulans Fr. 1821

    Boletus rutilans Pers. 1798


    hervorgegangen.


    Nun hat ja i.d.R. der ältere Name Gültigkeit. Jetzt weiß ich aber auch nicht, ob sich das auf das Basionym oder auf die Umkombinierung bezieht. Eigentlich müsste das ersteres sein und das Teil sollte rutilans heißen (?).


    Wie auch immer. Hier noch mal ein eindrucksvolles Beispiel wie die Art auf KOH reagiert.


    Beste Grüße

    Harald

    Deswegen ein etwas unorthodoxer Einfall meinerseits ist die Fruchtkörper zu entnehmen und sie an anderer Stelle mit vermeintlich ähnlichen Gegebenheiten zu verteilen. Und falls man das so machen kann in welcher Größe sporen die Fruchtkörper der Pfifferlinge am effektivsten? Oder es einfach so lassen wie es ist? Ich bin auf eure Meinungen gespannt

    Lass die Natur das mal machen, die weiß schon was sie tut. Da wo der Mensch eingreift, passiert meist nichts gutes.


    Vor vielen Jahren bin ich auch mal auf die Idee gekommen Reste von Birkenpilzen unter der Birke im eigenen Garten zu verteilen. Da ist bis heute noch kein Birkenpilz gewachsen.


    Beste Grüße

    Harald

    Wie unterscheidest du die Arten?

    Hallo Peter,


    nun, da will ich mal meine Weisheiten zum Besten geben.

    Dein gezeigter Pilz kann m.E. nicht resinaceum sein, weil der anscheinend auf Nadelholz wächst und gestielt ist. Das macht resinaceum schon mal nicht, der wächst soweit ich weiß ausschließlich auf Laub und dann meist Eiche. Aktuell habe ich drei Stellen dieser Art, die alle an lebender Eiche wachsen und zwar seitlich ungestielt am Stamm. Den lucidum habe ich bislang öfter an oder auf Nadel gefunden, entweder auf Stümpfen oder vermeintlich auf dem Boden und immer deutlich gestielt. Außerdem denke ich, dass resinaceum i.d.R. sehr viel größer als lucidum wird. Zudem kommt resinaceum am selben Stamm in den Folgejahren immer wieder, was ich bei lucidum noch nicht beobachtet habe.

    Soweit meine Erkenntnisse, vielleicht mag das aber auch daran liegen, dass ich das Glück hatte, immer recht typische Fruchtkörper zu finden.


    Beste Grüße

    Harald

    Ich würde mir da keine Aussage zutrauen

    Ja danke Sebastian,


    ich schäme mich auch schon fast, so eine dämliche Anfrage zu stellen. Da ich mich mit den Schwärztäublingen noch nicht auseinandergesetzt hatte, keimte in mir der verwegene Gedanke auf, dass man das so eben mal en passant festmachen könnte, ist mir auch wieder mal eine Lehre.

    Die Anfrage bei Felix ergab die Antwort: "einer der Schwärztäublinge"...


    Sei's drum

    Harald

    Hallo Zusammen,


    Gestern hatte ich den abgelichtet, den ich vor Ort mal schnell als Dichtblättrigen Schwärztäubling angesprochen hatte. Da er mir kein Widerwort gegeben hatte und ich keine genaueren Untersuchungen vorgenommen hatte und der auch an Ort und Stelle verblieb, kommen mir mittlerweile beim Anschauen des Bildes weitere Bedenken. Ist's acrifolia oder densifolia oder doch was anderes? Kann man da aus der Ferne was sagen?

    Ich muss mir wirklich abgewöhnen, im Wald irgendwelche Schnellschüüse abzugeben...


    Beste Grüße

    Harald


    Mit Parra Monographie meinst du den Fungi Europaei Band? Sind die denn nicht auf itanlienisch und nur der Schlüssel auf Englisch?

    Jep, die Bände aus der Fungi Europaei-Reihe. Im konkreten Fall auf spanisch mit englischen Schlüsseln.

    Letztendlich wird man sich bei der speziellen Beschäftigung mit einzelnen Gattungen i.d.R. mit fremdsprachiger Literatur auseinandersetzen müssen.


    Wenn Du dich intensiver mt Täublingen beschäftigen willst, würde ich dir einen Kurs bei Felix Hampe empfehlen. Z.B. vom 17.-19. Sept. am Pilzmuseum in Bad Laasphe. Wenn das nicht in deinen räumlichen und zeitlichen Rahmen passt, kannst Du hier andere Termine abrufen.


    Grüße

    Harald

    Hi Andreas,

    das ist schön zuhören. Ich meinte die Bände "The Genus ... of Britain" von Kibby. Das sind doch Gattungsmonographien. Die würde ich mir zusätzlich kaufen.

    Mir ist bewusst, dass man nicht zur jeder Gattung eine Monographie haben kann, aber von den größeren macht das doch Sonn, oder? Russula, Boletus s.l. usw.

    Gibt es sonst noch Vorschläge?

    LG

    Hallo Oliver,

    in gewisser Weise sind die Genus-Bände von Kibby schon Gattungsmonografien, allerdings sehr kurz und sehr übersichtlich gehalten. Wenn man z.B. sieht, dass der Agaricus-Band mit 51 Seiten zurecht kommt und die Parra-Monografie (incl. Ergänzung) mit knapp 2100 Seiten, kann man sich vorstellen, dass der Kibby nur an der Oberfläche kratzt ohne sonderlich in die Tiefe zu gehen. Trotzdem will ich den Wert der Kibby-Gattungsübersichten nicht schmälern, um sich grob mit einer Gattung auseinanderzusetzen, mag es sicherlich dem einen oder anderen genügen.

    Der Vorschlag ist auch, sich nicht mit Gattungsmonografien einzudecken, für Sachen, die einem eigentlich gar nicht interessieren. Im Laufe der Beschäftigung mit der Materie wird sich herausstellen, dass man für einzelne Gattungen ein besonderes Interesse zeigt, dann deckt man sich eben mit diesem Teil der Literatur ein.

    Wenn Du z.B. mit Täublingen nichts anfangen kannst, dafür aber die Röhrlinge besonders magst, dürfte es klar sein, das man sich mit Röhrlings-Literatur eindeckt und die Täublinge erstmal aus dem Regal lässt.

    Wenn man natürlich neben Pilzen auch noch Pilzbücher sammelt, brauchts schon ordentlich Platz...


    Beste Grüße

    Harald

    Ich hatte kein Messer dabei

    normalerweise schneide ich sie ab und reiße sie nicht aus, aber selbst abtrennen mit der Scheckkarte ging nicht , Stiel war zu fest

    Hallo Wölfchen,

    zum Bestimmen braucht man den ganzen Pilz, also besser sowieso nicht abschneiden, sondern mit dem ganzen Stiel rausnehmen.

    Bei Röhrlingen ist es auch immer zielführend einen Längsschnitt zu machen um die Verfärbung beurteilen zu können.

    Deiner ist aber so eindeutig, dass die gestellte Diagnose auch mal so geht.


    Beste Grüße

    Harald

    Ob das aber nun Neoboletus erythropus ss.str. ist, oder der neu beschriebene N. xanthopus

    Nach meiner reichhaltigen Erfahrung (ich habe immerhin xanthopus schon einmal gesehen 8o)

    ist das zumindest nicht xanthopus. Der sollte schon deutliche Gelbtöne am Stiel haben und ist auch nicht so intensiv flockig. Oder gibts andere Meinungen?


    Beste Grüße

    Harald

    Nicht unerwähnt bleiben sollten auch gelegentlich vorkommende Albino-Formen von A. phalloides. Letztes Jahr im November hatte ich einen Hexenring voller A. phalloides unter der Hainbuchen-Hecke von einem Supermarkt-Parkplatz gefunden. Ein reinweißes Exemplar war dabei. Olivbraune Exemplare, bei denen die typisch grüne Farbe kaum noch wahrzunehmen ist, sind mir auch schon untergekommen.


    Gruß,


    Frank

    Ja Frank, da hast Du natürlich recht, deswegen erwähnte ich ja auch die untypischen Merkmale. Wenn man allein sieht auf welche unterschiedlichen Art und Weisen der Perlpilz daherkommen kann, braucht es natürlich auch schon eine gute Erfahrungsgrundlage um manches zu erkennen.


    Hier mal ein halbschlechtes Bild eines Grünen Knollis ganz in weiß:


    Beste Grüße

    Harald

    Hallo hackstutz,


    das ist ein Saftling, ob man die Art nach den Fotos festnageln kann ist fraglich. Vielleicht mag's ein Schwärzender sein, die sind zur Zeit recht häufig.


    Beste Grüße

    Harald