Beiträge von Karl W

    Hallo Raphael und Sebastian

    @ Raphael: Du hast in Deiner Antwort vieles angesprochen, das ich gleich sehe.
    Ein Pilz ist kein Pilz oder mit anderen Worten: Nur Kollektionen aus einer Mischung von jungen und alten Fruchtkörpern sind bestimmenswert. Das mag sich zwar etwas radikal anhören, aber trifft besonders zu wenn man noch wenig Erfahrung hat und kein Gefühl dafür um welche Untergattung es sich handelt.
    Bezüglich der Cheilos habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht. Gelegentlich komen bei Arten ohen Cheilozystiden vereinzelt Marginalzellen vor die keine taxonomische Bedeutung haben.
    Schnallensuche kann eine unerfreuliche langwierige Angelegenheit sein und ich bin daher nicht unbedingt davon überzeugt, dass der vorgestellte Pilz keine Schnallen hat. In dem verlinkten Bericht habe ich ja schon was dazu geschrieben und ein Bild beigefügt.
    Zur Sporenmessung kann ich Dir ebenfalls voll zustimmen.
    Bleibt die Pigmentierung der Hutdeckschicht. Inkrustiertes Pigment sieht man an den Zellwänden so wie hier die sehr starken Inkrustationen von Entoloma sericeum.




    Wenn man auf die Oberfläche der Hyphen fokussiert, sieht man das inkrustierte Pigment auch flächig, was oft als zebralike bezeichnet wird.


    Das war natürlich einach, aber wenn man weiß, wie starke Inkrustationen aussehen findet man auch schwächere. Bei schwachen Inkrustationen nehme ich gerne Kongo/NH3. Die auffallenden Zellränder wie im Bild 2 nur wesentlich schwächer, sollte man dann sehen können, aber keineswegs immer die "Zebrastreifen"
    Dunkles intrazelluläres Pigment sieht man ebenso leicht. Es befindet sich eben innerhalb der Zellen wie hier bei einer Leptonie.


    Bei blassem Pigment muss man eventuel mehrere Präparate machen, bis man ein zufriedenstellendes Ergebnis bekommt. Zumindest habt ihr jetzt eine Vorstellung. Es gibt noch vakuoläres Pigment, dann ist eben nicht die gesamte Zelle ausgefüllt und natürlich auch gemischtes Pigment.

    Im hier vorliegenden Fall sehe ich keinen Hinweis auf inkrustiertes Pigment.

    Zu Euren Bestimmungsvorschlägen möchte ich mich nur kurz äußern und vorwegschicken, das im Ludwig weniger als die Hälfte der in Mitteleuropa vorkommenden Arten behandelt werden. Auch die Gattungsmonographie Fungi Europaei Vol 5 / 5a ist inzwischen bei Weitem nicht mehr vollständig und in vielen Fällen benötigt man Spezialliteratur und Einzelpublikationen.

    Entoloma cetratum im erweiterten Sinne wie bei Ludwig war auch mein erster Gedanke, aber die Arten haben Kaulozystiden an der Stielspitze.
    Die Arten bei 2223. kann man mit Sicherheit ausschließen

    Entoloma juncinum ist dunler, hat einen glatten Stiel, inkrustiertes Pigment, Schnallen und ist damit raus

    Zu den weiteren Vorschlägen hat Raphael ja selber schon die Einschränkungen genannt. Um systematisch zu schlüsseln, liegen mir zu wenig gesicherte Informationen vor, was sich auch auf die durchschnittliche Sporengröße als Mittelwert, Min- und Maxgröße sowie Sporenquotient bezieht.

    LG Karl

    PS Bitte nicht entmutigen lassen :). Vorerst Finger weg von Einzelexemplaren (außer zum Üben)

    Hallo Sebastian,

    kannst Du was zur Pigmentierung der HDS sagen, da das nach den Bildern kaum zu entscheiden ist und schau vorsichtshalber mal nach Kaulozystiden an der Stielspitze. Das lange schlanke Teil ist sicher keine Zystide sondern eine herausragende Tramazelle. Bei dem einzigen herausragenden keuligen Element, kann es sich sehr gut um eine Basidiole handeln.

    LG Karl

    Hallo Raphael,

    ich gehe davon aus, dass Deine Thelephora ziemlich dünnfleischig und mehr oder weniger zentral gestielt war. Dann kommt nichts Anderes in Frage.

    Bei Nr. 4 kannst Du Marasmius und Marasmiellus wegen der HDS wohl ausschließen, wogegen Collybia s. str. passen würde. Ohne Sklerotium bliebe dann C. cirrhata. Die Pleurozystide halte ich für eine herausragende Hyphe. Wenn meine Vermutung stimmt, solltest Du mühelos Kaulozystiden finden. Bei Mycena hättest Du sicherlich Cheilozystiden gefunden.

    LG Karl

    Hallo Claus,

    die Zeit ist auch für mich das entscheidende Kriterium und stark heißt auf jeden Fall schnell. Unterschiede in der Farbe sehe ich ebenfalls als schwierig an, da auch das Alter der Lösung und Durchwässerungsgrad der Fruchtkörper eine Rolle spielen. Bei dem Inhalt der angehängten Datei habe ich leider Sprachprobleme, aber als Orientierung ist er sicher hilfreich.
    LG Karl
    BSMF_130(1-2)_39-55_(2014)_Chalange_Gaïac-Russules_OCR.pdf

    das stammt vermutlich von mir. Reumaux gibt in seinen "Les Russules Emetiques" an, dass Russula mairei s.str. schwach reagiere, Russula nobilis stark und Russula fageticola auch, wenn ich mich recht erinnere.Die meisten Autoren geben aber Russula nobilis als Synonym von Russula mairei an.

    Das französische Buch ist aber sehr kritisch zu lesen. Für mich sind die Hauotunterschiede zwischen Russua fageticola und Russula mairei der lange Stiel und das weichere Fleisch von R. fageticola, während R. mairei festfleischig ist und gerne einen Grüntouch in den Lamellen zeigt. Ich schmiere aber immer Gujak drauf, um zu schauen, ob ich die R. mairei ss. Remaux haben könnte.


    Ich finde die Speitäublinge recht verwirrend, aber spannend.

    Hallo Christoph,

    danke für die Info. Ich habe den weit verbreiteten und häufigen Buchenspeitäubling vor jahrzehnten als R. mairei kennengelernt, was sicherlich nicht richtig war. R. mairei Singer ist auch im Schlüssel vom Romagnesi eine kurzstielige Art mit harter Konsistenz und R. mairei var. fageticola langstieliger und weniger hart.
    Ich hätte wohl besser R. mairei ss. auct. geschrieben und das ist dann eben wieder R. fageticola bzw. R. nobilis.

    LG Karl

    Hallo Werner,

    auch von mir alles Gute und danke, dass du Deine reichen Erfahrungen mit uns teilst.

    LG Karl

    PS Als Anhang habe ich noch das Bild eines Freilandfundes, welches mit kürzlich als Fundnachweis vom Niederrhein zugeschickt wurde. Sicherlich ein Kandidat für den Knaller des Jahres in NRW :).

    Eckigstieliger Fingerpilz (Lysurus mokusin)

    Mit dem Geruch das ist so eine Sache. Drum ist das wohl nicht wirklich ein verlässliches Merkmal.


    Hallo Matthias und Raphael

    zu dem Geruch kann ich folgendes beisteuern. Bei zwei Ausammlungen von Geopyxis sp. im Flachland wurden die Frk. von drei Personen als nahezu geruchlos empfunden. Der unangenehme, sehr starke Geruch nach Schwefelwasserstoff trat erst bei angtrockneten Fruchtkörpern auf.

    LG Karl

    Multilocus phylogenetic and coalescent based methods reveal dilemma in generic limits cryptic species and a prevalent intercontinental disjunct.pdf

    Hallo Raphael,

    es gibt eine neuere Arbeit über die Gattung
    Mycologia, 108(6), 2016, pp. 1189–1215. DOI: 10.3852/16-100
    Multilocus phylogenetic and coalescent-based methods reveal dilemma in

    generic limits, cryptic species, and a prevalent intercontinental disjunct

    distribution in Geopyxis (Pyronemataceae s. l., Pezizomycetes)

    LG Karl

    Glückwunsch zum schönen Fund, Wastl!:thumbup:

    Der "Tintenfisch" ist es, ohne Zweifel.

    Ich habe den bisher immer noch nicht finden können.


    LG, Nobi

    Lieber Nobi,

    im Blüherpark, nordöstl. Arnoldbad wurde er mal gefunden :).

    LG Karl

    Hallo Björn,

    bei R. lepida bist Du mit Sicherheit richtig gelandet. Noch besser war Dein Timing mit dem ersten Pilz im Bericht. Ich hatte mir vom APN-Treffen heute Abend gefleckte Hopfenblätter mitgebracht und Podosphaera macularis kannte ich noch nicht :).

    LG Karl

    Heute mal einige Impressionen vom Maisbeulenbrand (Ustilago maydis)

    Was für Pachtexemplare. So frisch und hell müsste man doch die in Mittelamerika unter dem Namen Huitlacoche als Delikatesse geltende Spezialität mal kosten dachte ich mir. Selbst bei den knackigen, außen weißen Exemplaren wurden innen schon dünne, schwarze Sporenschichten gebildet. Da habe ich doch lieber verzichtet :)

    LG Karl











    Hallo André,

    schöne Aufnahme von den unfertigen Zwergen ;) . Auch wenn wesentliche Merkmale für eine Bestimmungsanfrage fehlen, habe ich zumindest eine Idee.
    Bluthelmling (Mxcena haematopus) @edit: sehe gerade, dass Werner inzwischen die gleiche Idee hatte


    LG Karl

    Hallo Claus,

    besser als Oehrling kann man es nicht formulieren. Mit der Farbe ist auch nach meiner Beobachtung R. vesca nicht vorstellbar. Bei den Haaren von R. heterophylla sind die unteren Glieder mehr aufgeblasen als bei R. vesca, zumindest bei einem erheblichen Teil.
    Hier mal ein Bild von dem Frk. oben.



    LG Karl

    Liebe Täublingsfreunde,

    hier einige Beispiele der letzten Tage dafür, dass eine rein makroskopische Bestimmung auch bei Anwendung von Chemie oft nicht möglich ist.

    Nr. 1 Ein milder, brauner Täubling der etwas an den Wieseltäubling (Russula mustelina) erinnert, auch wenn dieser meist kompakter ist. Standort bei Eiche (Quercus robur) Die augenscheinlich nicht weißen Lamellen und die starke Eisensulfatreaktion sowie starke und schnelle Guajakreaktion sprechen zunächst noch dafür. Sporenabwurf Ia allenfalls minimale Tendenz zu 1b schließt den Wieseltäubling aus. Mikroskopisch fielen sofort die kleinen Sporen auf und dickwandige Haare im Hutzentrum sorgten für Klarheit. Innerhalb von mehr oder weniger grünen Kollektionen sieht man gelegentlich Exemplare mit Brauntönen oder Mischfarben, aber dieses Einzelexemplar erforderte schon etwas mehr Mühe.
    Grüner Speisetäubling (Russula heterophylla)


    Nr. 2 Ein recht heller, milder Täubling im Kalk-Buchenwald mit augenscheinlich kräftiger gefärbten Sporenpulver erinnerte etwas an einen ausgeblassten Kurzstieligen Lebertäubling (Russula curtipes).
    Eisensulfatreaktion banal sowie starke und schnelle Guajakreaktion sprachen noch dafür aber Sporenpulver mit IVd zu dunkel für den Ledertäubling. Die mikroskopische Untersuchung führte letzlich zu
    Weißstieliger Leder-Täubling (Russula romellii)


    Zum Glück hatte ich einen typischen Fund von Russula romellii vom gleichen Tag zum direkten Vergleich der Mikros. Exemplare mit olivgelblichen Farben kommen gelegentlich vor, wie man an dem kleinen Exemplar auf folgendem Bild sieht. Vollständiges fehlen jeglicher violettlicher Töne hatte ich bisher noch nicht.
    Weißstieliger Leder-Täubling (Russula romellii)


    Nr. 3 machte keine Probleme, aber man stelle sich vor, nur das ausgeblasste Exemplar zu finden:giggle:. Da ich die Art in diesem Jahr schon hatte, brachte mich ein zunächst noch tief im Moos verstecktes Exemplar sogleich auf die richtige Spur. Beim Reiben an der Stielbasis trat ein deutlichr, angenehmer Geruch auf, der auch für den deutschen Namen verantwortlich ist. Eisensulfatreaktion banal, Guajakreaktion schnell und stark, Vorkommen unter Eiche (Quercus sp.), Sporenpulver IIb. Mikroskopisch würden große runde Sporen mit sehr flachem Ornament die einmalig für mitteleuropäische Arten sind, auch ein älteres Einzelexemplar entlarven.
    Honig-Täubling (Russula melliolens)


    LG Karl

    Hallo zusammen

    Auf Pilze Deutschland ist Cantharellus pallens ein Synonym von Cantharellus subpruinosus Eyssart. & Buyck, Bull. Soc. mycol. Fr. 116(2): 129 (2000)

    In (PDF) Cantharellus (Cantharellales, Basidiomycota) revisited in Europe through a multigene phylogeny
    ist wieder C. pallens die anerkannte Art. Zumindest was die untersuchten Kollektionen betrifft, scheinen da überwiegend sudeuropäische Funde berücksichtigt zu sein. Weiß jemand, ob die Arbeit allgemein anerkannt ist?

    LG Karl