Beiträge von Karl W

    Liebe Pilzfreunde,

    nach langer Abstinenz zeigte sich an letzten Tag im August in meinem Hauswald der erste Röghrling.
    Wurzelnder Bitterröhrling (Caloboletus radicans)


    Beim heutigen Kontrollbesuch zeigte sich der nächste Vertreter, den ich meistens total von Schnecken zerfressen finde, in tollem Zustand.
    Fahler Röhrling (Hemileccinum impolitum)








    Vom nächsten Vertreter waren leider drei schöne Exemplare schon herausgerissen und vergammelt aber einer war entkommen.
    Satansröhrling (Rubroboletus satanas)


    LG Karl

    Hallo Hannes,

    erwähnt wird das mit der Riefung m. W. nicht. Einheitliches Merkmal ist die recht geringe Größe und ausschließlich rein rote Frk. wenn jung. So richtig greifbar ist das alles nicht, da auch H. conica schon mal so daherkommen kann. Einen weiterer Fund den ich als H. conicopalustris bestimmt habe, habe ich erst so benannt, nachdem er über drei Jahre immer nur klein und rot war, um einen Ausreißer von H. conica möglichst auszuschließen.

    LG Karl

    Liebe Pilzfreunde,

    in der hier immer noch recht pilzarmen Gegend hätte ich beinahe meine Saftlinge übersehen :haue: Einen ersten Fruchtkörper hatte ich bereits im April 2014 entdeckt und war damals natürlich total aus dem Häuschen. Seither erscheinen Saftlinge in schöner Regelmäßigkeit und es werden jedes Jahr mehr. Da ich in der näheren Umgebung kaum etwas verpasse, habe ich mir mal etwas Zeit genommen, um den Gesamteindruck zu vemitteln.

    Der Standort ist ein mittelgroßer Gartenteich


    Hier mal etwas näher


    Der interessante Bereich ist etwa einen Meter breit






    Für diese Exemplare war ich schon etwas zu spät dran


    Natürlich durfte jedes Exemplar einmal aufs Bild








    Manchmal muss man ein wenig umbauen :)


    Der Kegeliger Sumpf-Saftling (Hygrocybe conicopalustris ) gehört in den Formenkreis der Schwärzenden Saftlinge, die je nach Autor unterschiedlich aufgefasst werden.

    LG Karl

    Liebe Pilzfreunde,

    beim Lesen befiel mich zwar große Trauer über den viel zu frühen Tod von Erhard Ludwig, aber um so mehr habe ich mich über die beiden Neubeschreibungen gefreut.

    Entoloma erhardii Noordel., Dima, Svetash., Læssøe & Kehlet, sp. nov.

    Etymology. Named in honour of Erhard Ludwig (1938–2019), mycologist

    and master painter, remembered for his monumental Pilzkompendium.

    Pluteus ludwigii Ferisin, Justo & Dovana, sp. nov.
    Etymology. Named in honour of the famous German mycologist Erhard Ludwig.


    Literatur: Persoonia 42, 2019

    LG Karl


    Hallo Norbert,

    am körnigen teilweise braunen Velum erkennt man, das es sich um einen Pilz aus der Gruppe um C. domesticus handelt. Du musst sehr genau darauf achten, ob ein Teil der Sporen in Seitenansicht leicht bohnenförmig ist. Dann Bist Du bei C. domesticus oder C. ellisii. Die übrigen Arten aus der Gruppe haben mehr oder weniger elliptische Sporen. Eventuell musst Du die Cheilozstiden ansehen.

    LG Karl

    Hallo Raphael,

    damit kann ich gut leben. Ich habe einen Fund 2007 als E. longistriatum var. sarcitulum bestimmt, hatte aber damals noch keine Digitalkamera oder Mikroskopkamera und daher nur Dia (irgenwo) und eine Notitz. Inzwischen habe ich so viele Kollektionen und Übergänge gesehen, dass ich nicht mehr sicher bin, ob die Varietät überhaupt eine Berechtigung hat, aber das steht auf einem anderen Blatt.
    Nach den gefärbten Schneiden hatte ich nicht gefragt, da E. poliopus die ebenfalls haben kann (allerdings mehr blass blaugrau) und es ging ja zunächst nur um diese Unterscheidung. Partiell braungefärbte Schneiden finde ich bei jeder Kollektion von E. longistriatum. Meist ist nur ein Teil der Schneide blassbraun gefärbt und oft auch nicht alle Schneiden des gleichen Fruchtkörpers. Beim Mikroskopieren nehme ich unter der Stereolupe gerne den dunkelsten Abschnitt einer Lamelle, weil man die Cheilos in Wasser dann gut sieht :).


    LG Karl

    Hallo Thorben,

    ich kenne ebenfalls keine Parasola ohne Cheilozystiden und bei Parasola kollabieren die eigentlich auch nicht so schnell. P. misera ist ein Winzling der ausgebreitet 10 mm nicht ereicht und dafür erscheinen mir Deine Frk. viel zu kräftig. Die Sporenform ist auch normalerweise mehr rundlich. miser11
    Vieleicht schaut Hans coprinusspezi ja mal rein.

    LG Karl

    Hallo Raphael

    Makroskopisch bin ich nach wie vor bei E. longistriatum, wofür besonders die fast vollständig durchscheinend gerieften Hüte sprechen.

    E. poliopus ist ein Artenaggregat jedoch DNA-mäßig noch nicht abschließend bearbeitet, aber E. poliopus var. discolor ist mit E. poliopus identisch. Was mir neben der recht hellen Hutfarbe deines Fundes nicht gefällt, ist die durchgehende Riefung, die bei E. poliopus so nicht vorkommt. Das steht auch so in der FE 5, wenn auch etwas unglücklich formuliert.

    LG Karl

    Die Parasola kuehneri finde ich in meiner Gegend oft, neben P. auricoma sogar am häufigsten.

    Hallo Raphael,

    Parasola kuehneri soll hier früher auch häufiger gewesen sein, aber ich habe sie halt damals nicht erwischt.


    Hall Hans, beli und Thorben,

    die Ähnlichkeit mit von Psilopezia nummularia mit Pachyella babingtonii haben wir bei der Bestimmung berücksichtigt, aber danke für die Hinweise.

    Erst gestern war ich mit meinem Neffen im Wald unterwegs und wir fanden auch eine Parasola, aber ich Trottel habe gesagt, dass sie nicht Interessant sind :haue:

    Wie sehr man sich doch täuschen kann...:/

    Hallo Thorben,

    Du bearbeitest so viele Sachen, die nur von sehr wenigen Leuten angesehen werden und erfreust uns immer mit deren Darstellung, dass Du keinen Grund hast, Dich zu ärgern :) Häufig kann man hier P. auricoma, P. lactea früher leiocephala beide oft aber nicht nur in Verbindung mit Holz, P. schroeteri in mageren Wiesen (nicht in erster Linie auf Dung, wie es oft zu lesen ist) und die winzige P. misera nur auf Dung finden.


    Und irgendwie stellt sich mir (weil auch am Samstag wieder in reichlichen Mengen gefunden) mal wieder die verzweifelte Frage nach der Trennung zwischen Entoloma undatum und Entoloma lanicum.

    Hallo Pablo,

    leider hat sich mir die Trennung auch noch nicht völlig erschlossen und ich habe E. lanicum noch nicht bewusst gesehen. Ich habe mal gehört, man erkennt die Art sofort wenn man davor steht, falls man E. undatum häufiger gesehen hat ^^

    LG Karl

    Hallo gena,

    Ganoderma resinaceum scheint stark in Ausbreitung zu sein. Früher war die Art wohl überall recht selten, kommt zumindest regional inzwischen aber recht häufig vor. Meine bisherigen Funde waren alle am Fuß lebender Eichen. Leider werden die Eichen zumindest in Parks oder auf Friedhöfen recht bald gefällt, aber die Fruchtkörper erscheinen an den Stümpfen noch mehrere Jahre weiter.

    LG Karl

    Liebe Pilzfreunde

    Momentan muss man schon gezielt Gebiete aufsuchen, die etwas mehr Regen abbekommen haben und so war ich am Wochenende wieder mal an der Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen in verschiedenen Gebieten unterwegs. Ein weiterer Aspekt war die ausgezeichnete Ortskenntnis einiger ansässiger Pilzfreunde(innen) und die guten Augen von jüngeren Begleitern(innen), denen nichts entging. Zum Erfolg trug weiterhin bei, dass die Artenkenntnis breit gefächert war und fünf von sechs Teilnehmern(innen) mikroskopieren. Besser geht es nicht!
    Ach ja, zu den „dicken“ Dingern. Kein Pilz dieses Beitrags hatte mehr als 18 mm Durchmesser.

    Gleich zu Beginn fanden wir zwei Rötlinge mit Trichterlingshabitus. Nummer eins hat in jungem Zustand einen blauen Stiel und einen Hut mit grau- bis lilablauen Farben, welche rasch verschwinden.
    Langstieliger oder Lilagrauer Nabel-Rötling (Entoloma fuscescens)


    Dieses knapp 5 mm breite, junge Exemplar wäre mir alleine sicher entgangen


    Nummer zwei war der Dunkelblättrige Nabel-Rötling (Entoloma undatum)




    Ein kleines Einzelexemplar auf einem bemoosten Baumstumpf entpuppte sich nach mikroskopischer Überprüfung als persönlicher Erstfund
    Grobflockiger Flockenschüppling (Flammulaster muricatus)


    Zu der kleinsten Dachpilzen, den ich leider nicht am Standort fotografieren konnte gehört der nächste Kandidat. Eine sichere Bestimmung ist nur mikroskopisch möglich.
    Haariger Zwergdachpilz (Pluteus hispidulus)


    Ebenfalls am ersten Tag fanden wir einen Schlauchpilz, von dem ich bisher nicht mal den Namen gehört hatte. Im Feld wurde schon an Becherling (Peziza) gezweifelt und es fiel noch der Gattungsname Pachyella. Die mikroskopische Untersuchung und vollständig jodnegative Asci führten jedoch zu
    Münzenförmiger Nacktbecherling (Psilopezia nummularia)






    Seit mehr als 30 Jahren sind mir Scheibchentintlinge (Parasola) bekannt und ich habe schon unendlich viele Kollektionen mit dominierenden Brauntönen untersucht. Bisher entpuppten sich alle als Braunhaarige Scheibchentintlinge (Parasola auricoma) oder gelegentlich als braune Formen vom Welkenden Scheibchentintling (Parasola schroeteri). Beim Betrachten der Sporen dieses Fundes muss ich laut Hurra gerufen haben. Eeeeeendlich und dann auch noch in verschiedenen Altersstufen
    Kleinsporiger Scheibchentintling (Parasola kuehneri)






    Dagegen wurde ein Becherling, den ich bisher auch nur zweimal gesehen habe, schon fast zur Nebensache.
    Rotbrauner Becherling (Peziza depressa)


    Den Abschluss mache ich mit dem „dicken“ Ding des zweiten Tages. "Hier ist noch einer und man erkennt genau die Scheide und er hat schon rosa Lamellen" ertönte ein Ruf und schon lag ein vorsichtig ausgegrabenes Exemplar neben Nummer 1.
    Kleinster Scheidling (Volvariella pusilla)


    Zunächst wurde eine Sicherheitsaufnahmen gemacht (oben). Dann wurde etwas anders plaziert, damit das Bildformat besser ausgenutzt wird was ohne Beschädigung des Winzling gelang.


    Gleich zweimal kam der gleiche Gedanke auf: "Hat jemand eine Cent" ==Gnolm7



    LG Karl