Beiträge von Karl W

    Hallo,


    welche Mengen dürfen diese gewerblichen Sammler dann sammeln?


    Was kostet die amtliche Bewilligung?


    Hallo Radelfungus


    Das wird wohl regional oder zumindest ländermäßig verschieden sein und ob das überall die gleichen Behörden machen ist ebenfalls fraglich. Da wirst Du Dich wohl in Deinem Umfeld informieren müssen.

    LG Karl

    Hallo zusammen,

    schön, dass Euch mein Beitrag gefallen hat, auch wenn ich nicht sehr optimistisch bezüglich einer baldigen Fortsetzung bin.

    Die kleine Netzhexe hätte ich nicht als solche erkannt. Da hätte ich wohl einen zu blass geratenen Flocke vermutet. Danke, dass Du uns teilhaben lässt.

    Hallo Claudia,

    das kann Dir ja zukünftig nicht mehr passieren. Die Farbe ist absolut typisch für den Netzstieligen Hexenröhrling, wobei man das Netz natürlich nur mit der Lupe oder eben in dem vergrößerten Ausschnitt sieht.


    Hallo Pablo,

    danke für Deine ausführliche Erläuterung zur Nomenklatur.


    Hallo Christoph,

    auch Dir herzlichen Dank. Mit Boletus reticulatus das war ein Flüchtigkeitsfehler. Meine Bilder vom Sommersteinpilz aus den zurückliegenden Jahren sind alle mit Boletus aestivalis beschriftet :)

    Bezüglich S. luridus hast Du, besonders wenn man die Hutfarbe betrachtet, natürlich völlig recht. Die rote Stielbasis ist mir bisher bei S. luridus nicht so aufgefallen, aber bei typischen Exemplaren schneide ich auch nur selten noch einen Fruchtkörper durch.

    LG Karl

    Hallo Björn,

    ich habe mich nochmal schlau gemacht. Die Information, das die Färbung im Fleisch nicht konstant ist, gilt leider auch weiter. Eine eindeutige ökologische Zuordnung bezüglich Vorkommen im Laub- oder Nadelwald ist nicht gegeben. Zur Trennung können jedoch die Sporen alleine herangezogen werden. R. foetens hat mehr oder weniger runde Sporen mit streng isoliertem Ornament. Bei R. subfoetens sind die Sporen mehr breitelliptisch und es gibt Verbindungslinien beim Ornament, so wie bei Sarnari gezeichnet. Dein Bestimmung als R. subfoetens, kannst Du also beibehalten.

    LG Karl

    Hallo zusammen,


    nach Täublinge vom Wochenende möchte ich Euch noch einige Röhrlinge zeigen. Am Samstag mit Jochen (Lucky), ging es zunächst an einen Standort des Satansröhrlings, der sich jedoch nicht zeigen wollte. Sein gerne an ähnlichen Standorten wachsender Partner war zumindest anzutreffen.

    Wurzelnder Bitterröhrling (Caloboletus radicans)


    Nur wenig später dann eine kleine Überraschung. Zwar noch ein Zwerg, aber dafür aus einem bisher nicht bekannten Myzel.

    Satansröhrling (Rubroboletus satanas)


    Auch eine hübsche Ansammlung von Raufüßen war nicht zu verachten
    Hainbuchen-Röhrling (Leccinum pseudoscabrum)

    Herausragend für diesen Tag war jedoch ein anderer Dickröhrling. Ich hatte ihn noch nicht oft gefunden und war von dem außerordentliche Farbenspektrum überrascht, weshalb es auch ein paar Bilder mehr gibt.
    Glattstieliger Hexenröhrling (Suilellus queletii)



















    Wer den Pfennig nicht ehrt ist des Talers nicht wert lautet ein altes Sprichwort, weshalb auch der wesentlich häufigere Bruder nicht zu kurz kommen soll.

    Netzstieliger Hexenröhrling (Suilellus luridus)



    Rotes Fleisch in der Stielbasis kommt gelegentlich vor, aber ob man daraus gleich eine var. queletiformis machen muss?


    Eine Binsenweisheit: Zu junge oder zu alte Fruchtkörper zeigen noch nicht oder nicht mehr deutlich, ihre arttypischen Merkmale


    Es ist aber ebenfalls noch der Netzstielige Hexenröhrling (Suilellus luridus)


    Sonntag mit Rainer in der Eifel gab es nennenswerte Mengen vom

    Sommer-Steinpilz (Boletus reticulatus) ups die Gattung gibt es noch ==Gnolm7
    @ edit: der korrekte Name ist Boletus aestivalis. Danke Christoph!



    Einge waren noch madenfrei und geeignet für den Verzehr geeignet ==Gnolm13


    In frischen Zustand immer eine Augenweide für mich

    Flockenstieliger Hexen-Röhrling (Neoboletus erythropus)








    Nicht minder schon, aber das sagt ja schon sein Name

    Schönfuß-Röhrling (Caloboletus calopus)


    Lange hielten wir Ausschau nach einem typischen Vertreter der Kalkbuchenwälder und damit endet auch mein Bericht

    Bronzeröhrling oder auch Schwarzhütiger Steinpilz (Boletus aereus)


    LG Karl

    Hallo zusammen,

    danke für Eure netten Kommentare :)


    @ Claus und Jörg: Interessanterweise gab es auf dem Hang mit den unglaublichen Mengen von Russula foetens / subfoetens auch keine weiteren Pilze.

    während es hier so gut wie keine Großpilze gibt, zeigst Du uns mal so "by the way" 13 Täublinge!

    Und dazu mit ganz tollen Kollektionen!

    Wie machst Du das nur?==Gnolm11

    Hallo Nobi,

    "by the way" waren wir immerhin ca. 7 h in dem Gebiet unterwegs. Nachdem ich alles überprüft habe, komme ich auf 21 bestimmbare Arten, aber es waren eben teilweise nur Einzefunde oder angefressene Exemplare.
    Für deine Frage: Wie machst Du das nur? ist Rainer verantwortlich. Er hat sehr genau ermittelt, wo genau es asureichend geregnet hatte. In den meisten Wäldern der Eifel ist noch nichts los.

    LG Karl

    Liebe Pilzfreunde,

    trotz Trockenheit fand ich am Freitag in meinem Hauswald unter einer Eiche endlich den ersten Täubling. Kammtäubling mit sehr scharfem Geschmack und einem Geruch der etwas an Camembert erinnert. SPP blasscreme, Guajakreaktion schnell positiv. Verwechselung wäre mit R. pectinata möglich. R. sororia hat eine schwache Guajakreaktion, andere ähnliche Arten schmecken nicht scharf.

    Brauner Camembert-Täubling (Russula amoenolens)

    Über ein nicht mehr fotogenes Exemplar des Sonen-Täublings habe ich mich ebenfalls gefreut, da die Art hier selten gefunden wird.

    Am Samstag ging es mit Jochen (Lucky) in parkähnliche Biotope westlich von Mönchengladbach, da es dort örtlich mehr geregnet hatte.

    Kammtäubling mit mildem Geschmack bei Eiche, oft aber leider nicht immer mit rotbraunen Flecken an der Stielbasis. Geruch unangenehm aber mit irgendwie fruchtiger Komponente. SSP dunkelcreme. Verwechselung ist leicht mit Russula insignis (früher livescens) möglich, dessen Stielbasis aber meist gelb ist und sich mit Laugen orangerot färbt.
    Kratzender Kammtäubling (Russula recondita) Der früher gebräuchliche Name R. pectinatoides bezieht sich auf eine amerikanische Art.


    Zwei kleine hellgelbe Exemplare mit mildem Geschmack und irgendwie fischartigem Geruch waren unschwer zu erkennen. Die Art kann jedoch auch (meistens gemischte) violettliche und grüngelbe Hutfarben haben oder mit ausgeblassten Rändern und grüngelber Mitte vorkommen. Oft sind die Stiele teilweise violett überzogen.
    Violettstieliger Pfirsichtäubling (Russula violeipes)


    Hier eine Gruppe von 2017. Violettstieliger Pfirsichtäubling (Russula violeipes)


    Dann gab es ein Massenvorkommen von ca. 150 Exemplaren des Blaugrünen Reiftäublings unter einigen Linden. In typischer Ausprägung mit vorhandenem Reif ist dieser milde Täubling mit blass cremefarbigem Sporenpulver oft gut anzusprechen. Ein wichtiges Merkmal ist das Fehlen jeglicher violettlicher Töne unter der Huthaut. Sicherheit bei der Bestimung geben oft erst die partiell netzigen Sporen. Beim Ausblassen von der Mitte her, aber manchmal auch von Beginn an, treten mehr Brauntöne in den Vordergrund Ähnlich ist R. plumbeobrunnea, jedoch in der ITS-Region identisch.
    Blaugrüner Reiftäubling (Russula parazurea)

    Blaugrüner Reiftäubling (Russula parazurea) ohne violettliche Töne beim Abziehen der Huthaut


    Mein persönliches Highlight war jedoch ein Fund unter Hainbuche, welche die Bestimmung erleichterte. Die Art hatte ich bisher am Niederrhein noch nicht gesehen. Russula carpini hat dunkelgelbes Sporenpulver IV c und milden Geschmack. Seine Farbe kann über gelbgrün bis bräunlichrot aber auch purpurfarben variiren und meistens treten Mischtöne auf.
    Hainbuchentäubling (Russula carpini)


    Weitere Arten an diesem Tag waren meist Einzelexemplare oder von Schnecken besuchte Fruchtörper und daher ohne Fotos. Frauentäubling (R. cyanoxantha), Papageientäubling (R. ionochlora). Wechselfarbige Dotter-Täubling (R. risigallina), Ockerblättriger Zinnobertäubling (R. pseudointegra) der bereits gezeigte Braune Camembert-Täubling (Russula amoenolens) und Russula cuprea agg.


    Sonntag mit Rainer in der Eifel. Viele Wälder der Eifel sind noch trocken und entsprechend pilzarm, aber Rainer hatte ein Gebiet in der Nordeifel ermittelt, welches mehr Niederschlag abbekommen hatte. Wir bewegten uns überwiegend unter Buchen auf Kalk teilweise mit eingestreuten Eichen und kleineren Bereichen mit Fichte und Kiefer.

    Selten habe ich so viele Frauentäublinge gesehen und man hätte mehrere Körbe füllen können was wir uns allerdings verkniffen haben. Das hätte angesichts diverser rothütiger und weitere Arten, die einige Bestimmungsarbeit erforderten, einfach zuviel Zeit gekostet. Auffallend war, dass nahezu ausschließlich Grüntöne dominierten und man musste immer wieder prüfen, ob die Lamellen wirklich speckig waren oder ob sich andere Arten wie der Grüne Speisetäubling (R. heterophylla) dazwischen befanden. Ich schreibe bewusst nicht elastisch, da es einige Arten ohne splitternde Lamellen gibt, die häufiger für Frauentäublinge gehalten werden. Beim Frauentäubling kann man die Lamellen unter dem Daumen zerquetschen und es fühlt sich fast an, als ob man über eine Speckschwarte reibt. Die grünen Formen wurden früher als Varietät pelteraui abgetrennt aber genetisch gibt es wohl keinen Unterschied zur Normalform.
    Frauentäubling (Russula cyanoxantha)






    Es gab immer wieder weitere "noch schönere" Kollektionen, aber wenden wir uns den Roten zu. Bei den den zahlreiche Fruchtkörpern musste man aufpassen, um keine Mischkollektionen zu erwischen und eine Vorauswahl erfolgte bei makroskosich nicht erkennbaren Arten über Geschmack.

    Ein deutlich scharfer Täubling, aber nicht so brennend scharf wie die Speitäublinge um Russula emetica, entpuppte sich später durch cremefarbenes nicht weißes! Sporenpulver sowie ein Gilben an den Lamellen als Schwachfleckender Täubling (Russula persicina)




    Ebenfalls zahlreich fanden wir einen, rosaroten Täubling welcher fast immer von der Hutmitte her ausblasst. Ein unverwechselbares Merkmal offenbart sich unter der Lupe., was ihm seinen deutschen Namen eingebracht hat. Freunde der Chemie sollten nicht versäumen die wunderschöne Farbreaktion des Stiels mit Sulfvanillin zu testen.

    Netzflockiger Rosa -Täubling (Russula velutipes)






    Hier die beschriebene Stielzeichnung



    Sehr scharfer Geschmack, cremefarbene Lamellen und die samtig matte Hutfarbe verraten einen weiteren roten Täubling, der dazu auf Stiel und Lamellen eine starke Guajakreaktion zeigt.
    Scharfer Zinnobertäubling (Russula rubra)


    Weitere rote Täublinge, die einem das Leben nicht gerade erleichterten, waren vereinzelt der Ockerblättriger Zinnobertäubling (Russula pseudointegra) und ein nicht näher untersuchter, scharfer Weißsporer.


    Farbliche Abwechselung bot da eine interessante Erscheinung des Stinktäublings (Russula foetens / subfoetens)



    Ein Exemplar wuchs auf dem Hut seines Untermannes


    Für Zweifler hier die Bruchstelle :)


    Weiter geht es mit einem blassgelben, sehr scharfen Weißsporer, der sich durch weiße Lamellen von weißes Sporenpulver leicht von ausgeblassten Exemplaren des ebenfalls sehr scharfen Sonnentäublings (Russula solaris) unterscheiden lässt. Diese seltene Art kommt wohl nur im Buschenwald auf Kalk und oft nur in Einzelexemplaren vor. Sonntag war es erfreulicherweise anders.
    Blassgelber Täubling (Russula raoultii)



    Es wurde nochmal bunt. Von einheitlich dunkel violett, bis grüngelb kann einem der nächste Vertreter das Leben schwer machen. Recht große Fruchtkörper, milder Geschmack und dunkelgelbes Sporenpulver, reichen für eine makroskopische Bestimmung oft nicht aus.
    Wechselfarbiger Ledertäubling (Russula romellii)


    Die mühsame Bewältigung eines steilen Hangs bei lebhaftem Sonnenschein bescherte uns noch ein außergewöhnliches Vorkommen. Hexenringe, zusammengeballte große Fruchtkörper, meterlange Schlangen sind mir von dieser Art schon begegnet, aber 30 m den Hang herunter Pilz an Pilz und an der steilen Böschung zur Straße eine weitere Gruppe ließen einem die Augen übergehen. Der Stinktäubling (Russula foetens), soll sich durch fehlende gelbe KOH-Reaktion im Fleisch von Russula subfoetens unterscheiden. Nach eigener Beobachtung und mündlicher Information durch Felix Hampe, ist diese Reaktion uneinheitlich und momentan fällt mir eine Trennung schwer. Weitere ähnliche Arten unterscheiden sich durch anisähnlichen Geruch wie der Mandeltäubling (Russula grata) oder einer unglaublichen Mischung aus starkem Anisgeruch und dem typische Foetensgeruch (Russula fragrantissima).
    Stinktäubling (Russula foetens / subfoetens)






    Den Abschluss bildet ein Schwärztäubling, der sequenziert wird. Ziemlich scharfer Geschmack und starke Schwarzfärbung ohne verhergehendes deutliches Röten weisen in Richtung Kohlentäubling (Russula anthracina), welcher jedoch nur mäßig scharf sein soll und einen rosa Refelx in den Lamellen haben sollte. Russula acrifolia, ebenfalls direkt schwärzend, mit sehr scharfem Geschmack und schmierigem Hut kann man ebenso ausschließen, wie den Mentholtäubling (Russula albonigra)
    Schwärztäubling (Russula cf. anthracina)


    Zu erwähnen wäre noch ein einzelner Kurzstieleiger Ledertäubling (Russula curtipes), einer aus der Gruppe um Russula olivacea einige Weißtäublinge aber man kann einfach nicht Alles bearbeiten. Schleißlich gab es ja auch noch Röhrlinge und ein Bisschen was Anderes, denen vielleicht noch ein zweiter Teil des Wochenendes gewidmet wird. Wir traten jedenfalls sehr zufrieden den Heimweg an.

    LG Karl

    Hallo Karl,


    ich habe gerade noch mal reingeschaut. Am oberen Stiel habe ich jetzt Dinge gefunden, die mich an Kaulozystiden erinnern:

    Hallo Björn,

    das sehe ich ebenso wie Du. Klasse, dass Du am Ball geblieben bist. Ich habe zwar deshalb keinen Namen für Deinen Pilz, aber wenn die Gruppe mal durchgearbeitet ist, hast Du zumindest eine Chance zur Nachbestimmung. Vielleicht schaut Ditte ja mal rein, aber ich krieg sie nicht markiert.

    LG Karl

    Hallo zusammen,

    zu dem Pilz habe ich noch eine nette Geschichte. In der Zeit von Internet, Foren und Verbreitungskarten Verbreitung Agaricus bernardii (Quél.) Sacc. 1887 hat sich ja herumgesprochen, das A. bernardii nahezu überall gefunden werden kann, was 1980 natürlich noch anders war. Manfred Meusers fand während seines Urlaubs in der Nähe von Villingen-Schwenningen einen ihm völlig unbekannten Agaricus in einer Schneise im Fichtenwald. Nach längeren Bemühungen und Recherchen kam er zu dem Ergebnis, dass A. bernardii die einzige beschriebene Art war, auf die alle Merkmale passten was aber nach der Literatur eigentlich nicht sein konnte. Aufklärung brachte letztlich das Gespräch mit einem Einheimischen. Im Vorwinter hatte es ergiebig geschneit und die Bauern der Umgebung fuhren mit Traktoren und Anhängern den geräumten Schnee aus engeren Straßen in den Wald, was den (Streu)salzeintrag erklärte. Erst jetzt war sich Manfred Meusers seiner Bestimmung sicher. Eine Bemerkenswerte Bestimmungsleistung für eine nicht einfache Gattung, wie ich finde :).

    LG Karl

    PS Aufgrund der intensiven Beschäftigung mit der Gattung erstellte Manfred 1985, auf Bitte von German Krieglsteiner, einen für die damalige Zeit herausragenden Bestimmungsschlüssel für die europäischen Arten der Gattung Agaricus, der 1986 in Beiträge zur Kenntnis der Pilze Mitteleuropas II veröffentlicht wurde.

    Hallo Björn,

    kann es sein, dass der Stiel des Risspilzes sehr fein befasert ist? Fein bereift würde nach meinem Verständnis bedeuten, dass Kaulozystiden über den gesamten Stiel zu finden sind. Glatte dünnwandige Cheilozystiden deuten auf die Sektion Rimosae, in der es wohl diverse noch unbeschriebene Arten gibt. Ich finde auf die Schnelle momentan nichts passendes.

    LG Karl

    Zur Frage, die folgerichtig im Raum stehenbleibt, ob auch Täublinge, die keine Roseinae sind, mit SV auf der Stielrinde rot machen können, habe ich auch was

    Hallo Oehrling,

    Deine Feststellung deckt sich völlig mit der Beschreibung von H. Marxmüller, die ich mit Fettdruck hervorgehoben habe. Berücksichtigt man, dass die molekulare Untersuchung des Fundes zu einer weißen R. lilacea geführt hat, muss man da wirklich umdenken. Kein Wunder, wenn niemand sagen kann, um was es sich bei R. incarnata handelt.

    LG Karl

    Hallo Claus,

    ich kopiere mal Marxmüller:

    RUSSULA cf. INCARNATA Quél. ss. Blum

    cf. RUSSULA ROSEOAURANTIA Sarnari

    Diese zierliche Lilacinae habe ich insgesamt nur dreimal zu Gesicht bekommen – und jedes Mal sah

    sie so aus, wie ich sie auf nebenstehender Tafel gemalt habe: In frischem Zustand ist das Crème der

    Hüte in der Randzone mit einem ziegelrosa Hauch laviert, und vor allem in der Hutmitte fällt die von

    den büscheligen inkrustierten Primordialhyphen verursachte weiße bis hellgraue, nicht abwischbare

    Bereifung auf. Der Hutrand ist nicht gerieft und meist etwas eingerollt; die Huthaut zieht sich stellenweise

    über die weißen Lamellen herab. Die am schlanken, oben bepuderten Stiel abgerundeten Lamellen sind

    schmal.

    Sarnari (p. 1323) schreibt, dass die von Einhellinger (p. 98-100, Tafel 15 oben) unter R. incarnata

    beschriebene Kollektion mit der seiner roseoaurantia übereinstimme. Mikroskopisch trifft dies zwar für

    die langen, oben verjüngten Primordialhyphen, die breiten, mehr oder minder keuligen Epikutishaare

    und bedingt auch für die Sporen zu, doch makroskopisch sehen die mediterranen ockerfarbenen, gelben

    und weißlichen, stumpfrandigen Pilze mit den breiten Lamellen anders aus.

    Geschmack: mild.

    Geruch: unbedeutend.

    Sporenpulverfarbe: I a.

    Chemische Reaktionen: mit Guajak langsam

    positiv, mit Sulfovanillin am Exsikkat langsam

    blutrot, dann braun.

    Mikroskopie: Sporen variabel, länglich oval oder

    breit elliptisch, 6,5-9 x 5,5-7 μm, mit meist sehr

    niedrigen Wärzchen oder bis zu ca. 0,6 μm hohen

    Stacheln, isoliert, oft auch in perlschnurartigen

    Reihen oder Gruppen angeordnet, selten mit

    feinen Konnexiven verbunden, doch kaum

    netzig. Hutdeckschicht mit fein inkrustierten, bis

    zu 7 μm breiten, oft büscheligen inkrustierten

    Primordialhyphen und 5-6 μm breiten, unten

    verzweigten, mehr oder minder keuligen

    Epikutishaaren.

    Fundort: Deutschland (Oberbayern), Lkr.

    Starnberg, Bachhausen, in 683 m, am 09.07.1982,

    bei Buchen (Fagus sylvatica). Tafel und Exsikkat

    Nr. R-8223, leg. et det. Alfred Einhellinger.

    Ergebnis der DNA-Analyse im Anhang p. 681.
    Russula incarnata (R-8223). Diese weiße Aufsammlung wurde molekular als Russula lilacea bestimmt.

    Hallo Björn,

    bei Nr. 5 stimme ich R. risigallina zu

    Bei Nr. 6 stimme ich ebenfalls zu, wobei ich so jung schon reingelbe Exemplare als R. acetolens = R. lutea = R. risigallina var. lutea ansehe, habe aber momentan Sarnari nicht greifbar.

    Nr. 14 erscheint mir wieder netzige Sporen zu haben und erinnert mich sehr an R. parazurea

    LG Karl


    Hallo Fusselbirne,

    ohne rosaviolette Färbung unter der Huthaut kommt für Nr. 1 R. parazurea in Betracht. Ohne das Sporenornament zu sehen gibt es aber keine Gewissheit. Nr. 2 kannst Du mit R. exalbicans vergleichen.

    LG Karl