Hallo Claus,
ich kopiere mal Marxmüller:
RUSSULA cf. INCARNATA Quél. ss. Blum
cf. RUSSULA ROSEOAURANTIA Sarnari
Diese zierliche Lilacinae habe ich insgesamt nur dreimal zu Gesicht bekommen – und jedes Mal sah
sie so aus, wie ich sie auf nebenstehender Tafel gemalt habe: In frischem Zustand ist das Crème der
Hüte in der Randzone mit einem ziegelrosa Hauch laviert, und vor allem in der Hutmitte fällt die von
den büscheligen inkrustierten Primordialhyphen verursachte weiße bis hellgraue, nicht abwischbare
Bereifung auf. Der Hutrand ist nicht gerieft und meist etwas eingerollt; die Huthaut zieht sich stellenweise
über die weißen Lamellen herab. Die am schlanken, oben bepuderten Stiel abgerundeten Lamellen sind
schmal.
Sarnari (p. 1323) schreibt, dass die von Einhellinger (p. 98-100, Tafel 15 oben) unter R. incarnata
beschriebene Kollektion mit der seiner roseoaurantia übereinstimme. Mikroskopisch trifft dies zwar für
die langen, oben verjüngten Primordialhyphen, die breiten, mehr oder minder keuligen Epikutishaare
und bedingt auch für die Sporen zu, doch makroskopisch sehen die mediterranen ockerfarbenen, gelben
und weißlichen, stumpfrandigen Pilze mit den breiten Lamellen anders aus.
Geschmack: mild.
Geruch: unbedeutend.
Sporenpulverfarbe: I a.
Chemische Reaktionen: mit Guajak langsam
positiv, mit Sulfovanillin am Exsikkat langsam
blutrot, dann braun.
Mikroskopie: Sporen variabel, länglich oval oder
breit elliptisch, 6,5-9 x 5,5-7 μm, mit meist sehr
niedrigen Wärzchen oder bis zu ca. 0,6 μm hohen
Stacheln, isoliert, oft auch in perlschnurartigen
Reihen oder Gruppen angeordnet, selten mit
feinen Konnexiven verbunden, doch kaum
netzig. Hutdeckschicht mit fein inkrustierten, bis
zu 7 μm breiten, oft büscheligen inkrustierten
Primordialhyphen und 5-6 μm breiten, unten
verzweigten, mehr oder minder keuligen
Epikutishaaren.
Fundort: Deutschland (Oberbayern), Lkr.
Starnberg, Bachhausen, in 683 m, am 09.07.1982,
bei Buchen (Fagus sylvatica). Tafel und Exsikkat
Nr. R-8223, leg. et det. Alfred Einhellinger.
Ergebnis der DNA-Analyse im Anhang p. 681.
Russula incarnata (R-8223). Diese weiße Aufsammlung wurde molekular als Russula lilacea bestimmt.