Beiträge von Karl W

    H. subpapillata ist auch bei uns (AT) nur selten kartiert, allerdings vermute ich, dass die Art deutlich häufiger ist als aus den Kartierungsdaten hervorgeht.

    Mit den ganzen "Zwergerl-Saftlingen" beschäftige ich mich erst seit letztem Jahr intensiver, habe jedoch bei der Durchsicht älterer Bilder von unbestimmten Kollektionen inzwischen einige gefunden, denen ich mit ziemlicher Sicherheit den Namen subpapillata geben würde.

    Mit Ausnahme von zwei Funden auf typischen Saftlings-Almen wuchsen diese Kollektionen allesamt in mageren, regelmäßig gemähten und eher stark vermoosten Gärten und Parkanlagen, meist in Gesellschaft von H. glutinipes.

    Hallo Florian

    Die Vermutung, dass die Art unterkartiert ist, hatte ich auch schon.

    Hoffentlich hast Du Exsikkate und/oder Notitzen von Altfunden. Nach Bildern kommt da ja doch einiges in Betracht.

    Den Standort (regelmäßig gemähte Wiese) kann ich bestätigen, aber in der Wiese hatte ich schon etliche weitere Saftlinge, Leptonien und Wiesenkeulchen.

    LG Karl

    Hallo zusammen

    Seit 2017 gab es endlich mal wieder Saftlinge auf "meiner" Wiese

    Schleimfuß-Saftling (Hygrocybe glutinipes)






    Auf Schritt und Tritt wurden es mehr, aber einsetzender Starkregen machte weitere Nahaufnahmen unmöglich


    Zum Glück war mir noch eine augenscheinlich weniger schleimige Kollektion aufgefallen, die sich als Rotpapillierter Saftling (Hygrocybe subpappilata) entpuppte.


    Diese Art fand ich zuletzt 2015 am gleichen Ort, aber damals waren die Fruchtkörper meist kleiner und nicht genabelt. Sieht man sich das Aquarell bei Ludwig an und die Bemerkung im Schlüssel bei Boertmann (oft mit Papille), kommt man nicht einfach zur Bestimmung also war das volle Mikroprogramm erforderlich.

    Stielrinde mit sehr spärlichen gelifizierten Hyphen


    Hutdeckschicht mit nur dünner Auflage von gelifizierten Hyphen


    Lamellentrama regulär und aus lang septierten Hyphen




    Hymenium war dann schon Nebensache ;)


    Zur Vollständigkeit noch die Sporen


    Eigentlich ein, auch bei makroskopischer Abweichung, leicht zu bestimmender Saftling. Bisher selten kartiert und in einigen Bundeländern fehlend.

    LG Karl

    Hallo Ingo

    Du solltest unbedingt nachmessen. Ob P. constellatio tatsächlich so kleine Fruchtkörper hat, wage ich allerdings zu bezweifeln.

    LG Karl

    bei der Pulvinula habe ich Sporen von (15-16) µm, allerdings im Ascus gemessen. Ich kann mal schauen, ob ich da noch einen Sporenabwurf hinbekomme. Wenn ich das mit der Literatur vergleiche, ergibt sich ein gemischtes Bild. Medardi gibt Sporen von (15-17) µm an, das paßt gut. Van Vooren hat Sporen von (16-19) µm, da wäre ich schon eher klein unterwegs, würde das aber im Zweifelsfall auf fehlenden Abwurf zurückführen.

    Hallo Björn

    Bei Deiner Pulvinula constellatio (convexella) gehe ich da voll mit. Meine war von einem Stelle weiter oben. In dem Gebiet wurde auch schon Pulvinula carbonaria bestimmt, aber mir war keine Holzkohle aufgefallen.

    Die Sporen von Entoloma serratulum messen (10.5+-0.7) µm x (6.6+-0.6) µm, Q=1.6+-0.1 bzw. (9.3-11.6) µm x (5.4-7.4) µm , Q=1.4-1.9, liegen also trotz zahlreicher zweisporiger Basidien voll im erwarteten Bereich.

    Das passt sehr gut zu meinen Messungen im Präparat und wir hatten ganz sicher die gleiche Art. Da in mindesten zwei Fruchtkörpern der Anteil an zweisporigen Basidien hoch war, werde ich Machiel Noordeloos mal auf den Zahn fühlen. Vielleicht muss die Beschreibung von E. serrulatum ja ergänzt werden ^^.

    LG Karl

    Hallo Björn

    Wirklich schade, dass wir uns verpasst haben. Tanja ist oft in diesem Gebiet unterwegsund kannte Saftling- und Rötlingsstellen zentimetergenau. Teilweise in sehr hohem Gras und teilweise fast unter Steinen. Ich bin mal so frei und ergänze :).

    1. und 2. Hygrocybe calciphila




    3. Hygrocybe acutoconica = persistens


    4. Entoloma incanum (etwas weiter entwickelt)


    5. Eine Pulvinula hatte ich im Bergwerk ebenfalls mitgenommen, bin aber noch nicht zu einer endgültigen Bestimmung gekommen.
    Deine wieder beneidenswert guten Mikroaufnahmen entsprechen genau meinem Fund. Tropfenverteilung in den Sporen und stark
    gekrümmte, krückstockartige Paraphysen sehen identisch aus. Ich habe einen Sporenabwurf erhalten und messe Sporen von
    13,5 - 15,5 mµ Durchmesser, was für P. constallatio nach meiner Kenntnis zu klein wäre.


    Großartig ist auch die Dokumentation Deiner Entoloma serrulatum. Ich habe mit Tanja ein zwei nahezu identischen Exemplare untersucht.
    Ähnlich wie auf Deinen tollen Mikrobildern war der Anteil an zweisporigen Basidien augenscheinlich größer als der Anteil von viersporigen
    Basidien. Sporenabwurf ist noch bei Tanja, aber Einzelmessungen entsprechen den Angaben für E. serrulatum. Zweisporige Basidien für
    diese Art sind mir allerdings ncit geläufig. Wie sind Deine Messungen bzw. der Sporenquotient?

    LG Karl

    Moin!


    Dass du dich noch über sowas triviales freuen kannst hätte ich gar nicht erwartet.

    Hallo Lukas,

    ich kann mich auch noch über einen schönen Fliegenpilz freuen. Wäre doch schade, wenn man nur an Raritäten interessiert ist oder neuem Arten hinterher hechelt ;)

    LG Karl


    Na, da freu ich mich mit dir über deinen "Fransi", lieber Karl! :ghurra:

    Halle Kagi,

    die Berichte über Fransis in Deinem Garten habe ich mit leichtem Neid gelesen ;). Ich musste bisher 80 - 100 km fahren um welche zu sehen, aber das ist jetzt vorbei:)

    LG Karl

    Hoffen wir einfach mal, daß es den ganzen Sommer über munter so weiter regnet, damit dort dann im Herbst richtig die Post abgeht :)

    Hallo Björn,

    das wäre natürlich ein Traum. Wenn es im Sommer ausreichend regnet erscheinen meine Blauen Lieblinge schon Ende Juli :)

    LG Karl

    PS. Du bist dann natürlich wieder herzlich willkommen

    Hat man an anderen Gebieten mit wild gehaltenen Pferden eigentlich auch so viele Arten am Dung? Ich denke da an die Dülmener. Wurde da eigentlich schon mal kartiert?

    Hallo Irmtraud

    Aus dem Gebiet um Merfeld habe ich keine Fundmeldungen. Zu der Anzahl von Arten auf Dung von wild gehaltenen Pferden sag ich mal vorsichtig ja. nobi_† kann da sicher noch mehr zu sagen.

    LG Karl

    tolle Funde, noch toller präsentiert!:)

    Den Wabenporling würd ich aber für Polyporus tuberaster halten.

    Lieber Werner,

    danke für das Kompliment und die Korrektur :). Ich hatte die kaum über 2 cm großen Fruchtkörper im Feld als Weitlöchrige Porlinge angesehen und den Namen noch im Kopf, da der Wunsch Vater des Gedankens war :haue:. Habe extra einen aussporen lassen und Sporen von ca. 13 x 5 mµ gefunden, was natürlich für den weitlöcherigen viel zu groß ist.

    LG Karl

    Hallo zusammen

    Nach mehreren ergebnislosen Besuchen im Stadtwald Krefeld traute ich meinem Augen kaum. Die Art ist zwar nicht selten und weit verbreitet aber neu für meinen Hauswald und wohl seit mehr als 20 Jahren erst der zweite kartierte Fund am Niederrhein. Dann gleich eine ganze Gruppe ohne Zerstörung durch die zahlreichen Wochenendbesucher (kommt leider in dem Gebiet häufig vor). Selbst ein bereits liegender Fruchtkörper war unbeschädigt und konnte noch mit auf´s Bild. Ich habe mich riesig gefreut :love:

    Fransiger Wulstling (Amanita strobiliformis)






    LG Karl

    Hallo zusammen,

    wer meinen Beitrag über 20 Jahre Pilzkartierung im Depot gesehen hat, sollte nicht zuviel erwarten. Für Saftlinge, Rötlinge, Keulchen oder Erdzungen ist es noch zu früh im Jahr aber endlich mal wieder ausreichender Niederschlag im Juni ließ gut 40 Arten erscheinen, von denen ich einige zeigen möchte.

    Häufigste Art war der Rauhstielige Ackerling (Agrocybe pediades) schon etwas ausgeblasst


    Der Voreilende Ackerling (Agrocybe praecox) zeigte sich erstmals seit 3 Jahren wieder


    Bleigrauer Bovist (Bovista plumbea) häufig auf mehreren Wiesen


    Bei gezielter Suche auf Kiefernzapfen wurde man leicht fündig. Rötender Kiefernzapfen-Kurzhaarbecher (Calycina conorum)


    Das häufigste Samthäubchen im Depot tritt fast immer direkt an oder bei Pferdedung auf. Mist-Samthäubchen (Conocybe pubescens)


    Auf dem gleichen Substrat der Rostkörniger Mist-Samttintling (Coprinellus curtus) bisher nur einmal im Depot gefunden


    Noch eine Art vom gleichen Substrat Schneeweißer Mist-Tintling (Coprinopsis nivea)


    Wegen seines Vorkommen könnte man an den Dung -Teuerling (Cyathus stercoreus) denken, aber es ist eindeutig der Bleigraue Topf-Teuerling (Cyathus olla)


    Funde des Halbkugeligen Träuschlings (Protostropharia semiglobata) auf Pferdeäpfeln sollte man immer mikroskopieren.

    Endlich und neu für das Gebiet Schiefporiger Dung-Träuschling (Protostropharia dorsipora) älterer Fruchtkörper


    Hier mal die fleißigen Substratlieferanten


    Ein Tintling aus der Domesticus-Gruppe ist der Gelbschuppige Tintling (Coprinellus xanthotrix)




    Wegen der knolligen Stielbasis hatte ich auf den Frühen Waldfreund-Rübling (Gymnopus aquosus) gehofft aber mikroskopisch kam nur der Waldfreundrübling (Gymnopus dryophilus) in Frage


    Dafür entschädigte dann der Dunkle Waldfreundrübling (Gymnopus ocior)



    Trotz seiner Farbe im abgestorbenen Gras nicht leicht zu entdecken Gräser-Rotspitzigkeit (Laetisaria fuciformis) der Lieblingspilz aller Golfplatzbetreiber :D




    Dreifarbiger Zwergschwindling (Marasmiellus tricolor) erst der dritte Fund im Gebiet


    Weitlöchriger Porling
    Sklerotienporling (Polyporus arcularius tuberaster) danke an Werner Edelmann


    Eine weitere Art an Holz war das Entferntblättrige Stummelfüßchen (Crepidotus cesatii)


    Vom bekannten und häufigen Erdwarzenpilz (Thelephora terrestris) unterscheidet sich die folgende Art durch dünnes Fleisch und zentralen Stiel
    Trichterförmiger Warzenpilz (Thelephora caryophyllea)


    Der letzte "Pilz"
    An finalmorschem Kiefernholz fand sich ein Blutmilchpilz auf, dessen Milch weder rosa noch orange war und der irgenwie anders aussieht, als ich Lycogala epidendrum und die var. terrestre kenne.
    Kennt jemad Lycogala confusum? lamproderma Momentan reifen die Frk. noch nach und sind noch nicht mikroskopiert.


    LG Karl

    Lieber Nobi

    Die Scheißer im Depot haben es ganz schön in sich :)


    An Nachschub für die Beseitigung der letzten Zweifel hat es nicht gemangelt


    Ich kann sogar noch welche an Hans verkaufen :D


    Velum


    Kaulozystiden


    Pileozystiden


    Cheilozystiden


    Viersporige Basidien in Aufsicht


    Sporen


    Die Sporengröße von 15,2 mµ war sicherlich ein Ausreißer nach oben. Durchschnittliche Länge ist 11,8 mµ. Schnallen keine gesehen.
    Mit der Summe der Merkmale ist C. curtus schon fast überbestimmt :)

    LG Karl

    Was haltet Ihr von meinem Bestimmungsversuch?

    C. curtus hat allerlings deutlich kopfige Pileozystiden. Das sieht so aus und wäre Dir sicher aufgefallen.

    Lieber Nobi,

    danke für deine Antwort. Die Pileos habe ich nur unter der Stereolupe gesehen, aber es gibt sicher noch Nachschub. Die Kaulos, welche ich teilweise gesehen habe, entsprechen Deinen Pileos und auch der Zeichnung bei Ulje und Melzer. Ich messe morgen mal mehr Sporen und schau noch in einen frischen Frk. rein.
    Meine erste Begegnung mit kleinen Dungpilzen (abgesehen von Parasola misera) gestaltet sich übrigens recht erfolgreich. Ganz schön spannend was da so auftaucht. Ich habe sicher Lasiobolus cuniculi und sehr wahrscheinlich Ascobolus albidus :). Jedenfalls ist meine erste Zucht gestartet.

    LG Karl

    Liebe Dungpilzfreunde

    Gestern fand ich im Depot auf Dung von Koniks einen kleinen Tintling, für den ich mich nur zuständig fühlte, weil Hans coprinusspezi nicht da war.


    Durchmesser ausgebreitet 5 - 8 (10) mm
    Velum körnig, rostbräunlich lose aufliegend. Überwiegend aus rundlichen oft braunen dickwandigen, teilweise inkrustierten Zellen aufgebaut.
    Huthaut ein Hymeniderm aus keuligen Zellen

    Cheilozystiden mehr oder weniger blasig, Pleuros und Schnallen keine
    Sporen ellipsoid mit stark exzentrischem Porus 10,9 - 15,2 x 6 - 8 mµ

    Mit diesen Merkmalen bin ich mit sämtlichen verfügbaren Schlüssen im Nichts gelandet. Totaler Frust, hätte ich die Äppel doch gelassen wo sie waren ==Gnolm12
    Heute nachmittag habe ich dann einen winzigen Nachzügler mit der Pinzette abgenommen und sah unter der Stereolupe Pileo- und Kaulozystiden.
    Damit war der Weg zu C. hethemerus nicht weit. Einziger Knackpunkt sind die teilweise leicht kopfig erweiteren Kaulos.
    Was haltet Ihr von meinem Bestimmungsversuch?

    LG Karl

    Hallo Raphael,

    danke für den wunderschönen Bericht, der mich an einen Aufenthalt in den Lechtaler-Alpen erinnert. Die weiße Form des blauen Enzians kam dort mehrfach vor. Die Schmetterlinge nehmen übrigens Mineralien auf, was ich auch schon an Dung von Murmeltieren beobachten konnte.


    LG Karl

    Hallo zusammen,

    der erhoffte Zusammenhang von knolliger Stielbasis und einer durchschnittlichen Sporengröße bis 11 mµ hat sich nicht bestätigt. Ich habe zwischenzeitlich eine weitere Kollektion, die eine deutlich knollige Stielbasis hatte und nicht auf Rindenmulch wuchs untersucht. Sporenmaße im Schnitt 9,4 x 5,6.
    Weiterhin hatte ich eine Kollektion, bei der einige Frk. zylindrische Stiele hatten andere wiederum eine Knolle. Wäre ja auch zu toll gewesen einen relativ einfachen Zusammenhang zu finden.

    LG Karl