Beiträge von Climbingfreak

    Hi,


    das ist lebensmittelrechtlich nicht vorgesehen; ein Pflückdatum schon mal gar nicht. Klar wäre es toll, wichtig und richtig, wenn zu den auch wiss. Artnamen genannt werden würden. Bei den Fischen ist das rechtlich verankert. Bei Obst, Gemüse und Pilzen aber nicht.


    Ansonsten ist das wirklich ein sehr interessanter Thread. Zu Rechtlichkeiten bezüglich Marktpilzen haben Harry Andersson und ich zur letzten DGfM-Tagung je einen Vortrag gehalten.


    Bei solchen unklar bezeichneten Pilzen/Waren wäre durchaus mal eine Anzeige beim zuständigen Lebensmittelüberwachungsamt der Stadt Münster und wenn am Stand auch noch Handelsklassen ausgewiesen wären, auch noch bei der Stelle für die Überwachung der Vermarktungsnormen im Land NRW angebracht, denn nur bei Zuchtchampis ist die Angabe einer Vermakrtungsnorm zulässig.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    erstmal die musikalische Untermalung Herr Kapellmeister; Musik ab bitte: ==Gnolm7==Gnolm3


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    Als "Bergfink" (=ältester Bergsteigerchor Europas) ist es klar, dass ich die "Stimmen der Berge" der Berge als Interpreten herausgesucht habe.


    Ihr fragt euch bestimmt, was das ganze soll. Nun ganz einfach; einerseits ist gerade Frühling und die ganzen Frühjahrsascos stehen voll in Blüte, andererseits gilt es auch mal schon lange ausgesprochene Einladungen einzulösen. Zudem musste ich einfach auch mal wieder raus, denn aufgrund meiner nicht so schönen gesamten persönlichen Gemengelage und seit neuestem einen Pflegefall in der Familie, tut ein kleiner Ausflug wirklich mal gut.


    Also bin ich mit Toffel nach Merseburg zu Ulla (lamproderma) und Gunnar (hengu) gefahren. Wir hatten uns die Tulpenbecher und für mich noch viel spektakulärer die Teufelsurnen gewünscht. Wir fuhren dann die entsprechenden Habitate gezielt an und konnten dann die Schönheiten ausgiebig bewundern und fotografieren.


    Fangen wir mal an: Tulpenbecherlinge Microstroma protractum in unterschiedlichem Alter, aber noch in jedem Fall fotogen.





    und in den gleichen Habitaten zu finden, sind die Teufelsurnen Urnula craterium. Hier ist der deutsche Name Programm. Es sollte mehr solche schöne schwarze Becherlingsarten geben. ==Gnolm26




    Wo der Teufel seine Urnen hinterlässt, ist auch eine interessante Giftpflanze nicht weit weg. Die Gänsesterbe oder aber Bleicher Schöterich Erysimum crepidifolium hat wohl durchaus zu einigen tödlichen Vergiftungen bei Gänsen geführt. Auf jeden Fall eine wirklich beeindruckende Brassicaceae.



    Als krönender Abschluss ging es zu einem leicht matschigen Steilhang (Trockenrasen) ins Saaletal. Es war dort ziemlich rutschig, so dass ich nur wenig Fotos gemacht habe. Einen Pilz konnte ich aber noch aus sicherem Stand fotografieren. Es war der Hauptgrund für den Abstecher. Wenn man mit Gunner, einem Hypogäenspezialisten, unterwegs ist, bleiben solche Pilze halt nicht aus. Es ist die Steppentrüffel Gastrosporium simplex.



    Ich bedanke mich bei Ulla, Gunnar und Toffel für den wunderschönen Tag und das Zeigen der tollen Naturschönheiten.


    kleiner Nachtrag: Das Bild stammt von letzter Woche. Mich hat die Mutter eines Chorfreundes angeschrieben, weil sie vermeintliche "Orangebecherlinge" gefunden habe. Anhand der begefügten Bilder war schnell klar, dass es sich um einen Prachtbecherling handeln muss. Ich bin mit Heidrun hingefahren. Ich gehe vom "Österreicher" aus; allerdings muss der noch mikroskopisch abgesichert werden. Das Bild wollte ich euch aber nicht vorenthalten.



    Mikrobilder von der Urnularia und der Microstroma reiche ich gerne nach.


    l.g.

    Stefan

    Hallo Stefan

    danke für deine Antwort - gehe ich dann richtig mit der annahme das ohne Sequenz dann Bestimmungstechnisch nix geht ?


    LG,Eike

    Das wäre eine Option. Eine andere wäre mal wirklich zu schlüsseln. Peniciliium s. st. sind zumindest sehr aufwendig in der Bestimmung. Da geht viel über Wachstum, Nichtwachstum; inkl. Verfärbungen auf bestimmten Spezialnährmedien usw. Damit sind die gut bestimmbar; nur leider hat niemand diese Spezialnährmedien einfach so zu Hause rumliegen; auch viele Speziallabore nicht.


    Zu Paecilomyces an sich weiß ich zu wenig. Ich erkenne die Gattung in Kultur und das wars dann. Auf jeden Fall sind solche Hyphomyceten immer nur in standardisierten Nährmedien zu bestimmen, da sie in der freien Natur teilweise eine andere Wuchsform haben. Das ist einer der wichtigsten Grundregeln bei den Deuteromyceten/Hyphomyceten.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    ja in jedem Fall ein Herobasidiomycet, wahrscheinlich irgendeine Exidia s.l..

    Makroskopisch an Laubholz mit dem Aussehen fällt mir leider keine Art mit dem Aussehen ein. Auf jeden Fall ein spannender Fund.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    bei mir liegts daran, dass ich das Moos nicht, bzw. nur in sehr kleinen Polstern in meiner Umgebung habe, bzw. bisher finden konnte. Ich hielt bis vor kurzem Brachythecium rutabulum, das hier überall wächst, für Orthotrichum affine. Inzwischen bin ich schlauer.


    l.g.

    Stefan

    Oha, dann muss ich mal vorbeikommen, wenn die wieder da sind. Wenn es allerdings nur fimbriatum ist, komme ich natürlich nicht. ==Gnolm7==Gnolm10


    Ansonsten Stielbovisten sehen trotzdem etwas anders aus und vor allem wachsen die nicht an irgendwelchen Bucheckern oder so. Dafür passt das Habitat nicht. Die wollen eher baumfreihe, sonnige Flächen.


    Hier mal ein Fund von mir im Vergleich.


    und täglich grüßt die Tulostoma


    Über die Härte der Exoporidie kann ich auch wenig sagen. Mein Fund der Art damals war noch sehr frisch und fühlt sich aktuell eher zäh ledrig an als hart...


    l.g.

    Stefan



    Kelchbecherlinge wollte ich in diesem Jahr nicht fotografieren, da sie meine Festplatte bereits überfluten :giggle:. Schon beim ersten Exemplar wurde der Gedanke verworfen, da der Anblick auf den bemoosten Stamm einfach zu toll war. Roter oder auch Österreichischer Kelchbecherling (Sarcoscypha austriaca)

    Wenn man einmal dran ist, kommt es auf zwei Bilder mehr auch nciht an ;)

    :grofl::grofl::grofl:


    Trifft gerade mein Komikzentrum.


    Hallo Karl,


    danke für den schönen Stimmungsvollen Bericht. P. aporos und C. picacea sind um diese Zeit wirklich eine große Überraschung für mich gewesen.


    Danke auch an Nobi und Matthias für die Auflösung der Ciboria-Frage.


    l.g.

    Stefan

    das mit der KOH-Reaktion wird ein bisschen schwierig. Mein Fläschchen steht schon seit Jahren unbenutzt und es hat ausgeflockt :grotwerd:

    Die Aussenseite ist auch heute überhaut nicht "rissig".

    Ich hatte auch das Gefühl, dass der Pilz frisch ist. :gnicken:

    Hi,


    macht nix. Das was ausflockt sind Silikate, die sich vom Glas gelöst haben. Die Reaktion geht trotzdem noch; weiß ich aus eigener Erfahrung. :)


    l.g.

    Stefan

    Ja, Pilze bestimmen am praktischen Beispiel und natürlich das sichere Ansprechen der wichtigsten Giftpilze. In der Prüfung werden auch "echte" Beratungen simuliert (die sog. Korbkontrolle).


    l.g.

    Stefan

    Dann noch einen Tipp von mir. Die theorethische Prüfung ist gut und schön. Diese testet "nur" euer Grunldlagenwissen. Die praktische ist noch wichtiger. Wenn man die Prüfung nicht besteht, dann liegt es meist an Fehlern, die dort gemacht werden.


    l.g.

    Stefan

    Ich habe beim Googeln z.B. Exidia thuretiana - den Weißlichen Drüsling entdeckt, dem ich aber persönlich noch nie begegnet bin.

    Auf jeden Fall ist das auch eine Option. ==Gnolm8 Allerdings ist das wirklich was für Leute, welche sich mit "Heteros" intensiver befassen. Anhand des Fotos mag ich mich nicht festlegen; auch insbesondere durch die Lichtreflexe.


    l.g.

    Stefan