Liebe Pilzfreunde,
nachdem ich in drei Monaten ganze drei Blätterpilze und keinen Röhrling gesehen hatte, hielten mich lediglich die Phytoparasitischen Kleinpize davon ab, das Hobby zu wechseln. Selbst in feuchten Gebieten mit Torfmoosen ließen sich keine Pilze blicken und selbst in meine Moorbeeten und am Teichrand war nichts zu holen.
Am 30.08. dann die Erlösung.
Teichrand Saftling (Hygrocybe riparia) in erfreulicher Menge
Am folgenden Tag erschien ebenfalls im Garten ein kleiner Dachpilz, was aber bei bisher nur 20 mm Niederschlag in 12 Wochen eher dem gelegentlichen Gießen zu verdanken war.
Graustieliger Aderndachpilz (Pluteus thomsonii)
In den folgenden Tagen regnete es gelegentlich ein wenig wobei zumindest kleinräumig bis zu 40 mm zusammen kamen. Eine Exkursion führte gemeinsam mit einigen Pilzfreunden zum Hülser Berg bei Krefeld, wobei die Erwartungen nicht besonders hoch waren. Bereits am Parkplatz zeigten sich aber in feuchter Laubstreu Tintlinge, Faserlinge, Rüblinge und Schwindlinge. Sie waren zwar nicht sonderlich fotogen aber nach der langen Flaute freute man sich über jeden Fruchtkörper. Hier ein kleiner Trichterling, dort ein einzelner Champignon oder Träuschling, ein Schuppiger Porling und ein älterer Netzstieliger Hexenröhrling ließen keine Langeweile aufkommen.
Ein optisches Highlight war dann die Becherkoralle (Artomyces pyxidatus) in Topzustand
Aus einem Laubhaufen, der mit Gartenabfällen durchsetzt war, ragten helle Köpfe heraus und bei näherer Betrachtung zeigte sich eine wärmeliebende Art, die seit Jahren immer häufiger auch außerhalb von Gewächshäusern angetroffen werden kann.
Zwiebelfüßiger Faltenschirmling (Leucocoprinus cepistipes)
Die Entdeckung des Tages war eine weitere wärmeliebende Art, die bisher nur sehr selten im Freiland gefunden wurde.
Verkahlender Faltenschirmling (Leucooprinus straminellus)
Am nächsten Tag ging es, ausgestattet mit der erforderlichen Betretungserlaubnis, mit boccaccio Björn und JanMen Jan-Arne zur Kartierung auf den Truppenübungsplatz Borkenberge. Mit 100 Arten davon 30 neu für das Gebiet hatte wohl niemand von uns gerechnet. Wutzi Claudia es waren weniger als ein Drittel Phytoparasiten darunter
.
Hier einige Eindrücke:
Wie schon am Vortag in Krefeld zeigte sich ein üppiger Bestand der Becherkoralle (Artomyces pyxidatus)
Ebenfalls in tollem Zustand war die Ochsenzunge (Fistulina heptica)
Jan-Arne entdeckte bei gezielter Suche junge, noch geschlossene Fruchtkörper, die ich in diesem Zustand nicht erkannt hätte. Nach Björn´s fachmännischem Zupfen mit einer Pinzette zeigte sich der Vollgestopfte Nestlings (Nidularia deformis)
Aus einiger Entfernung hörten wir lautes Klappern. Vielleicht war es aber auch Björn, der in erster Begeisterung Eichhase rief
. Es zeigte sich der tolle Anblick einer alten Eiche, die von makellosen Gruppen vollständig umringt war.
Klapperschwamm (Grifola frondosa)
Einen schönen Farbtupfer bildeten kaum 2 cm hohe Violette Lacktrichterlinge (Laccaria amethystina)
Mein persönlicher Favorit war natürlich einer meine blauen Lieblinge. Enten-Zärtling (Entoloma anatinum)
Stahblaustieliger Rötling oder Körniger Zärtling (Entoloma asprellum)
nach diesen tollen Eindrücken suchte ich auf der Rückfahrtich noch eine bekannte Stelle in Krefeld auf und wurde an einer Eiche fündig.
Auch hier die Ochsenzunge (Fistulina heptica) wenn auch nicht mehr in optimalem Zustand
Hier die Unterseite eines von oben völlig zerfressenen Exemplars
Unweit davon eine üppige Gruppe vom Seidigen Dachpilz (pluteus petasatus)
Zum Abschluss meine erste Täublingsgruppe des Jahres. Diese Art wird in vielen Büchern und anderen Quellen noch als Russula pectinatoides bezeichnet, aber das ist eine amerikanische Art
Kratzender Kammtäubling (Russula recondita)
So darf es weitergehen
LG Karl ![]()
