Maisbeulenbrand Ustilago maydis. Muss man das essen?

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  • Vor Jahren hatte ich in einem Pilzkurs einen Menschen kennen gelernt, der sich ausschließlich von dem ernährte, was er frisch fand. Er aß nichts, was gekocht oder gebraten wurde. Auf Exkursionen hat er sich Buchenblätter gezupft und gegessen, sowie auch entsprechende andere Pflanzen. Getrunken hat er fast immer Wasser aus seiner eigenen Flasche. Darin befand sich ein Bodensatz aus Erde, Gräsern und ich weiß nicht was.

    Im Pilzkurs wollte er Pilze kennen lernen, um diese roh verzehren zu können. Beim Fund eines Stinkmorcheleis hat er dieses komplett roh verspeist. Auch wenn es etwas lustig aussah, als ihm das grüne Zeugs zwischen den Zähnen herausquoll, er fand den Geschmack ganz okay. So war der Kurs auch für ihn bereichernd.


    Der Mann war gesund, aktiv, sympathisch und lebte seit vielen Jahren so. Mir hat nicht nur imponiert, dass er diese Ernährungsweise für sich komplett durchzog, noch viel mehr sein ganz normales Verhalten gegenüber uns allen anderen: Null Sendungsbewusstsein und viel Toleranz. Davon könnten wir uns alle eine Scheibe abschneiden.


    Gruß

    Peter

  • Vor Jahren hatte ich in einem Pilzkurs einen Menschen kennen gelernt, der sich ausschließlich von dem ernährte, was er frisch fand. Er aß nichts, was gekocht oder gebraten wurde.

    Hallo Peter

    Das ist schon sehr interessant. Aber als unsere menschlichen Vorfahren noch nicht mit Feuer etwas anfangen konnten, war es wohl ähnlich. Er muss wohl einen ausgesprochen robusten Magen-Darmtrakt haben und großes Naturwissen.

    Trotzdem sage ich bei Pilze immer, essbar bedeutet gut durchgegart. (Natürlich gibt es einige wenige Ausnahmen)

  • Hallo in die Runde,


    ich möchte gerne auch noch etwas zum Kantinenthema beitragen.


    Folgendes Szenario:


    Person A isst rein pflanzlich ('vegan'), Person B isst pflanzlich, Milch-Produkte und Eier, evtl. Fisch ('vegetarisch'), Person C isst alles; also pflanzlich, MoPro, Eier, Fisch und Fleisch ('omnivor').


    Nun wird in der Kantine/Mensa der neue Essensplan ausgehängt: Wer kann theoretisch jeweils mitessen?


    Montag: Spaghetti mit Tomaten-Kräutersoße --> alle


    Dienstag: Schnitzel mit Pommes und Salatbeilage --> Person C


    Mittwoch: Gemüse-Lasagne mit Käse überbacken --> Person B und C


    Donnerstag: Gebackenes Gemüse mit Sojasauce und einem Gemüsebratling auf Seitanbasis --> alle


    Freitag: Seelachsfilet mit Kartoffeln und Jogurt-Zitronen-Dip --> Person C, evtl. Person B


    Fazit: Die pflanzlichen Tellergerichte sind der kleinste gemeinsame Nenner. Hier können alle mitessen.


    Ansonsten wären Gerichte, die sich komponentenweise zusammenstellen lassen am praktischsten.


    So kann jede/r wählen, was für sie oder ihn passt.


    Liebe Grüße


    Sus(h)i

  • Am Dienstag könnten die Fleischlos-Esser das Schnitzel weglassen und dafür mehr Pommes und Salat bekommen. Oder statt dem Schnitzel so einen Sojakörnerbratling wählen dürfen.


    So würde ich das als Kantinenbetreiber handhaben.

  • Oder statt dem Schnitzel so einen Sojakörnerbratling wählen dürfen.

    Was ist das?

    Man liest ja immer wieder, hoch verarbeitete Lebensmittel sollen ungesünder sein. Fleischersatzprodukte sind doch hoch verarbeitet, oder nicht? In dem Falle würde ich ein Schnitzel vom Fleischer meines Vertrauens vorziehen. Viel wichtiger als Vegan ist doch die Qualität der Lebensmittel. Gelegentlicher Genuss von Bio Fleisch sorgt auch für eine vielseitige, gesunde Ernährung. Wildfleisch ist auch für eine gesunde Ernährung gut. Voraussetzung ist natürlich eine waidgerechte Entnahme, keine Treibjagd.

    So, jetzt kann es mit dem Maisbeulenbrand weitergehen! :)

  • Meine 10 Cents zum Thema - also dem eigentlichen Thema:

    "Maisbrand - sieht kacke aus, aber schmeckt echt gut und hat den Vorteil, dass er auch dann wächst, wenn im Wald sonst nix los ist. Wenn die Zeit ran ist, hab ich in einer halben Stunde einen Korb voll und eine ohne viel Aufwand eine leckere Mahlzeit."

    Etwaige Bestimmungen meinerseits sind mit keiner "Verzehrfreigabe" verbunden. Bitte sucht hierfür einen Sachverständigen auf, der sich die Pilze vor Ort genau ansehen und sie hinsichtlich Verzehr viel besser bestimmen bzw. ihren Zustand bewerten kann.


    100-10(APR2024)+3(APR2024)=93

  • Maisbrand - sieht kacke aus, aber schmeckt echt gut

    Ist da eigentlich etwas (gesichert) bekannt über Unverträglichkeiten?

    Der Riesenporling sieht auch "kacke" aus, aber schmeckt gut. Ich paniere den, dann ist er nicht mehr so schwarz in der Pfanne! :cool:

  • Wer macht denn so was?

    Ich. Finde es ja spannend Pilze zu probieren die als ungenießbar gelten. Manchmal kann ich das nicht nachvollziehen, bei der Art aber schon. Dann lieber ausgewachsene Stinkmorchel. Stinkt nur, schmeckt aber nicht schlecht. Faszinierend oder? Geschmacklich wie das junge Hexenei nach Rettich und die Sporenmasse zusätzlich stark süß. Wenn man das mal gemacht hat, kann man nachvollziehen, warum ausgewachsene Stinkmorcheln in Thailand (dort die Schleierdame) ein Marktpilz sind. Man kann den stinkenden Teil auch abschneiden und einfach den geruchsneutralen Stiel verwenden. Schmeckt knusprig gebraten erstaunlich gut und man hat mehr davon als wenn man nur die kleinen Hexeneiner verwertet + der Pilz kann sich weiter verbreiten wenn man den olfaktorischen Störfaktor im Wald belässt.


    LG Christopher

  • Ist da eigentlich etwas (gesichert) bekannt über Unverträglichkeiten?

    Nein, wird in Mexiko seit Ewigkeiten gegessen und gezielt kultiviert. Da eine Verwandtschaft zum Mutterkorn besteht, gibt es das sich hartnäckig haltende Gerücht, dass der Genuss für Schwangere problematisch ist. Das wurde allerdings widerlegt. Die problematischen Alkaloide aus dem Mutterkorn konnten im Maisbeulenbrand nicht nachgewiesen werden.


    LG Christopher