2026, ist denn schon wieder so weit, zu feucht, oder zu trocken ?

Es gibt 489 Antworten in diesem Thema, welches 36.085 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Suillus.

  • Genauso ist es, der Flocki kommt immer als erster Röhrling mal raus, und das Wetter ist ihm garantiert egal. Kommt auch Ende August als einziger während Hochsommerphase (Hitze und 3 Wochen ohne Regen). Nur vereinzelt, keine großen Mengen, aber er tut seinen Dienst wenn andere abwarten oder streiken.

    Seinen Saft entnimmt er wahrscheinlich ausschliesslich (?) dem Wurzelsaft der Wirtsbäume.

    Seine Anpassungsfähigkeit an Dürre könnte auch seine starke Verbreitung erklären, glaube ich mal.


    Schöne Grüsse

  • Genauso ist es, der Flocki kommt immer als erster Röhrling mal raus

    Nein, immer nicht. Wie zuvor geschrieben, in meinen Gebieten kommen sie in der Regel nach den ersten Sommersteinpilzen Ende Mai bis Mitte Juni. Sommersteinpilze sind bei mir meistens die ersten Röhrlinge, manchmal auch Goldröhrling und Gemeiner Rotfuß. Das ist von Witterung und Temperatur abhängig. Wenn es im Frühjahr mehr herbstlich feucht ist, kommen gerne die Goldröhrlinge und Rotfüße zuerst.

    Seinen Saft entnimmt er wahrscheinlich ausschliesslich (?) dem Wurzelsaft der Wirtsbäume.

    Wahrscheinlich auch tiefer liegendes Myzel und generell robuster gegen weniger Feuchtigkeitsgehalt. Die Fruchtkörper sind ja stabiler gebaut (merkt man auch im Biss) und reißen nicht so schnell ein beim Wachstum, auch wenn sie trockener sind. Generell enthalten die Fruchtkörper bei Trockenheit weniger Wasser als z.B. Sommersteinpilze. Das merke ich z.B. beim Dörren, was bei den Flockis wesentlich schneller geht als bei anderen Röhrlingen.


    Die verschiedenen Flockis scheinen mir jedenfalls rein subjektiv unter den Röhrlingen am besten an Trockenheit angepasst zu sein. Selbst die wärmeliebenden Bronzeröhrlinge sind da empfindlicher.


    LG Christopher

  • Generell enthalten die Fruchtkörper bei Trockenheit weniger Wasser als z.B. Sommersteinpilze. Das merke ich z.B. beim Dörren, was bei den Flockis wesentlich schneller geht als bei anderen Röhrlingen.

    So ist es, sie fühlen sich manchmal regelrecht "holzig" im Schnitt an, vermutlich weil sie sehr viel Chitin enthalten. Daher gelten sie roh auch als "giftig", was natürlich Quatsch ist: rohes Chitin ist einfach unverdaulich, das ist so als würde man Garnelenschwänze mit allem drum und dran vespern.


    LG Suillus

  • Nein, giftig trifft es schon. Die Art enthält roh stark unverträglich wirkende Eiweise und wie die meisten Wildpilzarten auch Hämolysine, wobei man letztere definitiv als giftig bezeichnen sollte.


    LG Christopher

  • Moin,


    hält sich hier in meinen Habitaten meist die Waage, welche Art zuerst erscheint. Im letzten Jahr waren es aber ganz klar die Hexen. Als die ersten Sommersteinis kamen, war das Trockengefäß für die Flockis bereits voll.


    Und das Schöne ist, du findest sie und musst kaum was wegschneiden, da zu 90% unbewohnt.


    Apropos trocken und passend zum Start in den Mai…. die hier knackten ganz easy so wie Täublinge… ;)



    VG

  • Hallo,


    ein paar Pilze sind bei mir schon noch zu finden aber die kalten Nächte machen die ganze Sache nicht besser.



    Ich hoffe nun das die Regen- und Temperaturvorhersage wirklich zutrifft. Wenn nicht dann heißt es By,by Mai.



    VG Jörg

  • Nein, giftig trifft es schon. Die Art enthält roh stark unverträglich wirkende Eiweise und wie die meisten Wildpilzarten auch Hämolysine, wobei man letztere definitiv als giftig bezeichnen sollte.


    LG Christopher

    Ah, Danke für die Korrektur. Ich lese immer nur bei den Flockis "roh giftig", aber die Begründung hat gefehlt. Daher ging ich davon aus das bezieht sich auf die schwere Verdaulichkeit im rohen Zustand.


    LG Suillus

  • Moin,


    bei der ab Sonntag/Montag einsetzenden Lage zwischen den Stühlen werden sicher einige Gebiete schon ganz gute Regenmengen abbekommen, andere leider auch wenig bis nix.


    Das GFS bietet dann auffällig erneut die Option, dass sich am Ende kommender Woche zwischen den Azoren und den Britischen Inseln tieferer Druck bei weiterer Verlagerung leicht gen Osten einnisten und am Ende sogar ein steuerndes Sturmtief über GB festsetzen soll.


    Käme dies so, wäre es endlich der Gamechanger und wir wären auf der feuchtwarmen Vorderseite mit einigen schönen Regenpaketen, die dann auch deutlich flächendeckender ausfallen würden.


    VG

  • Zum Thema Dürreresistenz (im Hochsommer) will ich hier meine "krassen" Erfahrungen mit dem GELBPORIGEN RAUFUSS mal teilen und vergleichen.


    In den letzten sieben Jahren, als ich auch im Hochsommer/Dürreperioden tägliche Streifzüge am späten Nachmittag in einem Buchen/Eichenhabitat machte (u.a auf Sommersteinpilz- und Täublingspirsch), war in mehreren Jahren der Gelbporige Raufuss der eindeutige DÜRREMEISTER - Kandidat unter allen Pilzen (nicht nur unter den Röhrlingen).


    Und das in vielfacher Hinsicht - gilt nur für diesen Wald:

    1. Mengenmässig (kg) - aber keine Sorge, nicht von mir mitgenommen, siehe unten

    2. Anzahl der Fruchtkörper

    3. Flächenmässig - Der einzige FK der fast überall im Waldgebiet präsent war, obwohl sonst kaum oder gar nichts was anderes war

    4. Frequenz: in dem Sinn, daß er in manchen Jahren täglich neue kleine FK bildet. in diesem Habitat

    5. Auffälig finde ich, daß junge, kleine bis miitelgroße FK auch nachmittags im Hochsommer, vom Handgefühl her leicht feucht (minimal glitschig) sind beim anfassen.

    6. Im Vergleich zu anderen Raufüssen Leccinelli imsgesamt im Sommer/Herbst (Pilzjahr) eindeutig der häufigste, sogar mengenmässig mehr als alle anderen Leccinelli zusammengenommen!


    Als ich ihn das erstemal traf, war ich ein relativer Anfänger mit wenig Erfahrung (bis dahin hatte ich keine anderen Raufüsse / Leccinelli

    gefunden), und hab dann ganz autodidakt anhand der Literatur und der 123Pilze- Datenbank dann 100% bestimmt. Und dann auch festgestellt, dass er sehr selten, schützenswert (Rote Liste) ist oder sein sollte.

    Ich habe ihn auch danach ein paar Mal mal ab und zu mal mitgenommen, allerdings nur ganz wenige, ganz kleine - mittlerweile die auch nicht mehr: weil er kulinarisch für mich keinen Wert hat. Färbt sich nur schwarz, aber hat danach keinen Geschmack oder Geruch. Und natürlich weil er schützenswert ist.



    Nur aus meiner geringfügigen Erfahrung heraus würde ich sagen, dass unter den guten Täubligen der Grüngefelderte, und unter den anderen Täublingen der Hartfleischige Rote ebenso in Sommer-Dürreperioden FK rausschicken, ohne Probleme.


    Schöne Grüsse und viel Regen!

  • Guten Morgen,


    nachdem die ersten Prognosen sehr positiv aussahen, kam heute morgen beim Blick auf das ECMWF die Ernüchterung.


    Hier sehen wir die akkumulierten Niederschlagsmengen bis nächsten Freitag, 20:00 Uhr:


    Ich sitze genau in der hellen Schneise ;(. Käme das wirklich so, hätten wir dann seit 40 Tagen quasi keinen Tropfen Regen und seit locker 60 Tagen auch generell keine nennenswerten Niederschläge.


    LG Suillus