Ein schöner Einwanderer: Der Tintenfischpilz - Clathrus archeri

Es gibt 10 Antworten in diesem Thema, welches 514 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Hannes2.

  • Hallo zusammen,

    inzwischen sind die roten Kraken ja keine Seltenheit mehr. Ich finde sie häufiger als beispielsweise die Hundsrute. Ich freue mich trotzdem, wenn ich einen der bizarren Tintenfischpilze entdecke.

    Wird diese Freude ungetrübt bleiben, oder muss ich mir Sorgen machen, dass der rote Stern aus Neuseeland unsere heimischen Stinker vertreibt?

    Wikipedia meint, er würde nicht als invasive Art gelten. Aber Wikipedia kann sich irren.


    Wie auch immer. In gebührendem Abstand ist das wirklich ein Prachtpilz, dieses Exemplar ganz besonders. Deshalb will ich ihn euch zeigen.


    Allerdings: die Hexeneier mögen die spätsommerlichen Temperaturen überhaupt nicht.


    Außerdem scheinen diese Hexeneier sehr schmackhaft zu sein - zumindest für Schnecken.


    Ein paar schaffen es trotz aller Widrigkeiten und erobern allmählich unsere Wälder.


    Ich bin neugierig, wie es weitergeht, mit diesen Einwanderern.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

  • Hallo Claudia


    Ja, das sind wirklich schöne Stinker. Ich meine aber gelesen zu haben, dass sie aus Australien eingewandert sind. Ist ja aber nicht so wichtig. Übrigens, falls es jemand noch nicht weiss, kann man das Hexenei von Tintenfischpilzen an den violetten Rhizomorphen erkennen wie man am besten im Bild 3 unten sieht:





    LG

    Benjamin

    Mit meinen Beiträgen gebe ich lediglich meine persönliche Einschätzung/Meinung ab. Sie sind nur als Vorschläge zu werten und es gibt damit insbesondere keine Verzehrsfreigaben meinerseits. Eine sichere Bestimmung sowie Verzehrsfreigabe kann nur der Pilzkontrolleur bzw. Pilzsachverständige vor Ort geben.

  • Hallo Claudia,


    Gratulation zum schönen Fund. Die sind mir bisher noch nicht begegnet.

    Ich meine aber gelesen zu haben, dass sie aus Australien eingewandert sind.

    Hallo Benjamin,


    das ist doch alles die selbe Ecke. Vielleicht ist Claudias Stinker ja aus Malaysia eingewandert? Dort dollen die ja auch heimisch sein.


    VG Jörg

  • Also nach meinen Informationen (Pilzbuch aus den 1980er Jahren) soll der vor gut 100 Jahren das erste Mal im Vogesengebiet/Frankfreich aufgetaucht sein und sich seitdem immer weiter in Europa ausbreiten. In den 1990er Jahren hatte ich den das erste Mal selber gefunden.


    Ich finde ihn nicht jedes Jahr, aber dieses Jahr besonders häufig.


    Gruß,

    Frank

  • Hallo,

    die Art wurde in Sachsen-Anhalt oder damals im Bezirk Halle im Ziegelordaer Forst in den Anfang der 60er Jahre gefunden. War damals eine Sensation.

    Alle Pilzfreunde sind da hingepilgert.


    LG Ulla

  • Hallo Jörg

    das ist doch alles die selbe Ecke. Vielleicht ist Claudias Stinker ja aus Malaysia eingewandert?

    Deshalb habe ich ja im nächsten Satz geschrieben, dass es nicht so wichtig ist. Ich habe nochmal geschaut und je nach Quelle steht Australien oder auch Australien/Neuseeland. Vermutlich ist Claudias Pilz ohnehin schon seit mehreren Generationen Europäer ^^ , schliesslich wurden die ersten Exemplare ja schon vor über 100 Jahren in Europa gefunden.


    Ich war mal ein halbes Jahr in Australien und davon auch zwei Wochen in Neuseeland. So vom Klima her gesehen ist Australien und Neuseeland eben schon sehr unterschiedlich. Neuseeland fand ich dabei ziemlich ähnlich, wie die Schweiz. Falls ich nochmal dorthin komme, möchte ich unbedingt schauen, ob ich einen Entoloma hochstetteri finde. Ich finde diese Pilze wirklich wunderschön, damals aber haben mich Pilze leider noch nicht interessiert. :)

    Vielleicht wird das ja auch mal ein Einwanderer.



    LG

    Benjamin

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  • Hallo zusammen,

    inzwischen sind die roten Kraken ja keine Seltenheit mehr.

    Hier schon, Claudia - habe ich z.B. noch nie gefunden!

    Aber natürlich gibt es die auch in Sachsen, wie folgender Artikel zeigt (Sächsische Zeitung vom 11.09.2023).



    LG, Nobi

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    Chips: 72

  • Hallo,

    gerade frisch geschlüpft im Ziegelrodaer Forst (mit Mitbewohner). Entdeckt auf unserer heutigen Fachgruppen-Exkursion. Ist also immer noch dort und an mehreren Stellen zu finden.


    LG Ulla

  • Hallo zusammen, nachdem ich wegen eines Mobilitätsproblems nicht bei der Tagung in Lehesten dabei sein konnte, habe ich am Sonnabend eine kleine Pilzausstellung und ein Pilzseminar im Nachbarort organisiert, wohin es keine Mobilitätsproblemen gab. (Dorfleben ist eben schon was Schönes!)

    Auf den Punkt genau war am Freitag ein neues Tintenfischpilzei aufgebrochen und ein Jungkrake streckte seine Tentakel heraus. Der zuvor fotografiert war bereits am Vergehen.



    Also kam der Frischling ins Transportgefäß- zusammen mit zwei frischen Eiern:


    Der Tintenschischpilz erfreute dann mit seinem bizarren Aussehen die Menschen und stank 2 Tage in einer abgedeckten Glaskugel vor sich hin, bis er verschied. Aber das war nicht das Ende: Zwei weitere Hexeneier sorgten für Spannung, ob wohl weitere Kraken schlüpfen würden.

    Und: Sie schlüpften!


    Der Eine...


    und der Andere erfreuten alle Sinne der geneigten Betrachterinnen und Betrachter.


    Übrigens: 2-3 Tage hält so ein Krake bei ca. 20 Grad Celsius durch. Und ich finde, gegen einen frisch geschlüpften Kraken ist eine Stinkmorchel eine olfaktorische Wohltat.

    Der infernalische Gestank vergeht mit dem Welken bzw. Schrumpfen des Pilzes.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


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