Pilz-Tour am 09.06.

Es gibt 12 Antworten in diesem Thema, welches 1.058 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Daniel224.

  • Hallo liebe Pilzfreunde,


    nach einigen lokalen Gewitterschauern in der letzten Woche habe ich mich am letzten Freitag aufgemacht, mal nach den Sommerpilzen in meiner Region (nordöstliches BaWü) zu schauen. Neben einigem Bekannten bin ich auch auf Pilze gestoßen, die ich (zumindest auf Art-Ebene) nicht sicher bestimmen konnte. Wenn jemand zu einem dieser Funde einen Bestimmungsvorschlag hat, freue ich mich sehr diesen zu hören ==)


    Es ging dann auch recht gut mit mir unbekannten Täublingen los:



    Diesen konnte ich nicht genauer zuordnen. Die Lamellen waren brüchig, die Geschmacksprobe verlief leicht scharf, die Huthaut ließ sich bis zu einem Drittel abziehen. Darunter verfärbte sich das Fleisch violett. Als Begleitbäume kommen Buchen und Eichen infrage.

    Hier war ich mir auch nicht sicher, meine Vermutung ist, dass es Richtung Waldfreund-Rübling gehen könnte.



    Langsam vom Laubwald in den Fichtenforst wechselnd, stellte dieser weißlicher Scheidenstreifling den nächsten Fund dar. Mit den Scheidenstreiflingen kenne ich mich noch nicht aus, daher habe ich keine Vermutung zur genauen Art. Das Bild ist etwas unscharf geraten, daher erkennt man den gerieften Hutrand leider nicht so gut, der aber deutlich erkennbar war.



    Wirklich überrascht hat mich dann der folgende Fund:


    Das dürfte tatsächlich der erste Fichten-Steinpilz (boletus edulis) des Jahres sein. War allerdings auch ein Einzelexemplar.



    Perlpilze (amanita rubenescens) zeigten sich auch einige...

    ... ebenso wie Frauentäublinge (russula cyanoxantha).



    eine Stinkmorchel (phallus impudicus), die ihren olfaktorischen Schrecken zum Glück schon verloren hatte, war auch mit von der Partie.



    Interessant wurde es dann nochmal zum Schluss: Hauptsächlich von Fichten umgeben (evtl. war auch eine Buche dabei), stieß ich auf diesen Wulstling. Der Geruch war kartoffelkellerartig, aber zur näheren Bestimmung fehlt mir die Erfahrung- vielleicht hat hier ja jemand eine Idee?


    Ich hoffe es war für den einen oder anderen interessant, auch wenn meine Bilder und Fundangaben zugegebenermaßen nicht das Gelbe vom EI sind. Ich muss mir wirklich angewöhnen, einen Notizblock mitzunehmen und mir mehr Zeit für ordentliche Fotos zu lassen ==zucken

    Trotzdem danke fürs Lesen und viele Grüße,


    Michel

  • Hallo Michel,

    Schöne Funde, die hätte ich um diese Jahreszeit auch gern, aber in meiner Gegend ist es trocken seit über 4 Wochen.

    Deinen Steinpilz halte ich für einen Sommersteinpilz, weil der Stiel auffällig netzartig ist.

    Viele Grüße
    Veronika Weisheit - Pilzberaterin Landkreis Rostock
    Auch Pilzberater können irren, erst recht in einem Forum, deshalb gibt es keine Freigabe von mir, Pilze zu verzehren, auch, wenn diese essbar sind.

  • Hi Michel,


    für den Wulstling schlage ich, wegen des Geruchs, mal Amanita citrina vor. Knolle und Ring kann ich auf deinen Fotos leider nicht so genau betrachten.


    LG Michael

    Wer einen Pilz aufgrund meines Bestimmungsversuchs verzehrt, ist lebensmüde. Warnhinweis


    Chipsverwaltung (Historie im Profil): 104-15 (APR'23)=89+2 (Gnolmisch)=91+3 (250 Punkte)=94+4 (Platz 8)=98+5 (Punktlandung)=103+3 (Entertainment)=106+2 (1000ster Beitrag)=108+2 (Phorphal)=110+3 (Laudator :glol:)=113+6 (2tbester Phal)=119

  • Guten Morgen :)

    Schöne Funde, gratuliere.

    Den etwas schärflich schmeckenden Täubling, da vermute ich einen der Griseinae, R. ionochlora und Co.

    Den Steinpilz, ja, der sieht nach Sommersteinpilz aus.

    Wenn du den durchschneidest, dann kannst du beim Fichtensteinpilz zwischen Huthaut und Fleisch meistens eine rötlich/rotbräunliche Färbung sehen, kann natürlich auch mal sehr schwach ausfallen, beim Sommersteinpilz meines Wissens nach, so nicht vorhanden.


    LG

    Daniel

  • Hallo Veronika,

    hier ist seit letzter Woche auch nichts nachgekommen, und die meisten Stellen sind auch schon wieder zu trocken. Hoffen wir mal, dass bald etwas Regen kommt. Der Sommersteinpilz würde natürlich jahreszeitlich besser passen. Was mich aber dennoch an boletus edulis glauben lässt, ist dass der wirklich im reinen Fichtenbestand stand, mit mindestens 20m (eher mehr) Abstand zum nächsten Laubbaum. Oder kann boletus reticulatus auch mit Fichte Mykorrhiza bilden? :gkopfkratz:


    Suku , ja wahrscheinlich wird es a.citrina sein. Die Bilder sind wirklich nicht toll, ist natürlich schwierig so die wichtigen Merkmale zu erkennen. Was mich irritiert hat, ist nur die Farbgebung, a. citrina kenne ich vom letzten Jahr mit so einem Stich gelblicher "Leuchtfarbe" und Hüllresten auf dem Hut. Kann aber natürlich sein, dass durch die Witterung da etwas verändert wurde. Und es gibt wohl noch eine weiße Varietät von A. citrina, würde ich jetzt auch nicht ausschließen wollen.


    LG,

    Michel

  • Guten Morgen Daniel,


    an die Täublingsbestimmung habe ich mich, abegesehen von ein paar leichter kenntlichen Arten, noch nicht so richtig rangetraut. Ich denke aber, dass du mit deiner Einordnung in die Untersektion Griseinae richtig liegst. Der Begriff ist mir jetzt auch zum ersten Mal begegnet, von daher vielen Dank, wieder ein bisschen gelernt ;)


    Ich habe den Steinpilz im Kühlschrank aufbewahrt, weil ich mir auch nicht ganz sicher war. Klar, er ist nach fast einer Woche auch nocht mehr ganz taufrisch, aber eine bräunliche Verfärbung unter der Huthaut ist schon erkennbar. Was meinst du?

    LG,

    Michel

  • Hallo,

    ich hatte vor gut 6 Wochen meinen letzten Beutel TK Fichtensteinpilze von letztes Jahr Ende Oktober gegessen, da war das rötlich noch deutlich erkennbar bei den Scheiben vom Hut.

    Bräunliche Verfärbung, schwer zu sagen, ob das einer ist oder ob das nur an der langen Lagerzeit liegt, also schon der Verfall des FK, ich kanns nicht sagen.

    Der Anstand von gut 20 m zum nächsten Laubbaum, daß hat gar nichts zu sagen, das ist doch nah dran, die Wurzeln mancher Bäume reichen weit und da reicht mitunter schon ein Winzling aus, den du so gar nicht gesehen hast, der irgendwo im Gestrüpp stand.

    Was die Täublinge angeht, das ist farblich sowieso eine bunte Geschichte, das sagt oft wenig aus. Ich gehe von irgendeinem aus dieser Untersektion aus, vielleicht R. ionochlora.


    LG

    Daniel

  • Michel,

    erstaunlich, dass es überhaupt Pilze gibt. Wenn du das nächste Mal Pilze einstellst, nummeriere sie doch bitte. Das macht es einfacher, sie zu kommentieren.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

  • Hallo,

    diese nur flüchtig aufgenommenen Handy Fotos anzuschauen mach nicht mehr sehr viel Spaß... :(


    mir schon, nicht jede/r ist ein/e Hobbyfotograph*in mit Kenntnissen und/oder Ausrüstung. Mir liegt es im Bestimmungsteil mehr an den Pilzen.

    Ich finde es nicht so gut, mit hohen Anforderungenan die Bilder Interessent*innen abzuschrecken. Wobei dann natürlich die Möglichkeiten der genauen Bestimmung u.U. leiden können.


    LG Michael

    Wer einen Pilz aufgrund meines Bestimmungsversuchs verzehrt, ist lebensmüde. Warnhinweis


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  • Moin,

    schöne Funde. Zum Scheidendstreifling: Konntest du eine Amanita virosa oder weiße Form von A. Phalloides mit abgefressenem Teilvelum ausschließen? Ich habe bei dem ein komisches Gefühl…


    Viele Grüße

  • Hallo zusammen,


    King Stropharia , A.virosa und A.phalloides würde ich tatsächlich aufgrund der deutlichen Riefung am Hutrand ausschließen -die man zugegebenermaßen auf dem Foto nicht besonders gut erkennt. Was auch gut zu der Kritik von pilzpic passt, die ich grundsätzlich nachvollziehen kann. Es ist aber schon auch so, wie Suku schon geschrieben hat, dass nicht jeder Hobbyfotograf ist (oder werden will) und entsprechendes Equipment hat. Ich habe nun mal bloß mein Smartphone mit mittelmäßiger Kamerafunktion, hochauflösende Fotos sind da eben schwierig. Was meiner Ansicht nach aber schon wichtig wäre, ist dass alle wichtigen Merkmale zur Pilzbestimmung gut erkennbar sind, was in meinem Beitrag leider nicht immer der Fall war. Das kann man sicherlich auch mit dem Smartphone besser lösen, wenn man sorgfältig vorgeht und sich entsprechend Zeit nimmt- in diesem Sinne gelobe ich Besserung. Selbiges gilt für die Nummerierung der Bilder, wie Wutzi angemerkt hat.


    Viele Grüße und allen noch ein schönes Wochenende,


    Michel

  • Hallo Michel,

    das wäre jetzt mal z.b. ein Bild aufgenommen bei Dunkelheit und Kunstlicht in der Küche, man erkennt schon das meiste, aber da könnten die Farben verfälscht sein.

    Das sollte man vermeiden, nur bei Tageslicht.

    Ist ein Täubling aus der Untersektion Griseinae, eventuell Russula ionochlora.

    Mit ziemlich altem Handy aufgenommen, einem Samsung Note 10.

    Das ist natürlich keine Profiausrüstung, aber ich finde auch das tuts, wenn man nah genug dran geht und an den Einstellungen etwas feilt.

    Für sowas habe ich auch nicht wirklich das Geld.

    1.

    2.


    LG

    Daniel