Nelkenschwindlinge?

Es gibt 19 Antworten in diesem Thema, welches 922 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Funginator.

  • Hallo Pilzfreuende,

    es wäre super, wenn mir jemand mit diesen Pilzen weiterhelfen könnte. Ich habe sie heute büschelig wachsend, zu Massen am Wegesrand in einer Parkanlage gefunden. Alle Merkmale deuten für mich auf den Nelkenschwindling Marasmius oreades hin, weitstehende dicke Lamelle, hygrophaner Hut, voller Stiel - zur Basis dunkler, Standort, Erscheinen direkt nach ergiebigem Regen, massenhaftes Auftreten, milder Geschmack. Das einzige, was mich stutzig macht, der Geruch passt überhaupt nicht, zur Erwartung. Ich würde ihn am ehesten als leicht chlorartig bezeichnen. Bin ich bei der Bestimmung irgendwo falsch abgebogen und auf dem Holzweg? Über Hilfe würde ich mich sehr freuen, beste Grüße vom Stefan.

  • Servus,

    seit ihr sicher dass es kein Waldfreundrübling oder so ist?

    Die Stiele sehen mir zu dunkel aus und die Hutform (Buckel) sowie die Farbe- naja auf Bildern immer schwer zu beurteilen.

    Standortbild gibt es keines?


    Grüße

    Felli

  • Moin Stefan, ist der Stiel sehr zäh und quasi unkaputtbar? Der Knotentest sollte Klarheit bringen. Wenn das Nelkenschwindlinge sind, wären sie mir zu alt.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


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    Pilzsachverständige findest du hier.

  • Der Stiel ist sehr zäh und man könnte einen Knoten machen, wenn er nur 1-2 cm. länger wäre. Die Pilze sind auch deutlich blasser, als es auf den Bildern wirkt. Ich mache später nochmal ein Bild im Habitat. Den Waldfreundrübling kann man meiner Meinung nach ausschließen, wegen der sehr weiten Lamellen und der Riefen. Wie gesagt, bis auf den Geruch 1a Nelkenschwindlinge.

    Ich habe mal in einige Bücher geschaut, da steht widersprüchliches zum Geruch.

    Im Pareys steht: "Angenehmer Geruch nach frischem Heu oder mit Bittermandelkomponente."

    In einem älteren Buch heißt es einfach: "Angenehm würzig."

    'Der große BLV Pilzführer' schreibt gar nichts zum Geruch.

    Gminder schreibt im 'Handbuch für Pilzsammler': "Feiner Geruch nach Bittermandel."

    Guthmann in 'Die Pilze Deutschlands' beschreibt etwas völlig anderes und widersprüchliches: "Geruch stechend nach Blausäure (ohne deutliche Bittermandelkomponente)."

    Ja was denn nun? Bin verwirrt, sprechen die über die gleiche Art? Wäre schön, wenn jemand Licht ins Dunkel bringen könnte.

  • Hi


    Ich denke wegen dem Alter ist typische Pilzgeruch nicht mehr da. Theoretisch könnte auch ein Hund oder anderes Wesen daraufgepinkelt haben ..


    Es gibt viele Gründe das ein Pilz den ursprünglichen Geruch verlieren kann (ausser beim Schwefelritterling, aber dem nähere ich mich gar nicht mehr, das gelbe leuchten von weitem ist bereits ein Alarmsignal bei mir)


    Gute Nacht

    Pilze-Martin

  • Die riechen manchmal ein bisschen nach Bittermandel, aber meist rieche ich gar nichts. Wenn sie nass sind riechen sie sowieso nicht. Kannst ja mal versuchen, sie ein paar Stunden in eine Tupperdose einzusperren und dann riechen. Manchmal hilfts.

    Lieben Gruß


    Claudia


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  • Müsste bei dem nicht der Stiel hohl sein und direkt brechen beim Versuch ihn zu verknoten? Wie gesagt, auf den Fotos wirken die FK rötlicher als in natura. Außerdem hätte ich gedacht, die sehr weiten Lamellen passen nicht zum Waldfreund, oder? In mehrern Büchern steht, dass der Stiel weiß bis bräunlich ist, und so ist er auch auf diversen Fotos zu sehen. Jedenfalls vielen Dank, für jedes feedback! Einen guten Start ins Wochenende vom Stefan.

  • Servus Stefan,


    es ist ein Charakteristikum von Rüblingen, dass man ihren Stiel um 180 Grad verdrehen kann, ohne dass er bricht. Die sind auch immer sehr elastisch, das taugt hier nicht zur Unterscheidung. Und die Waldfreunde sind mehrere, makroskopisch nicht gut unterscheidbare Arten. Die können schon solche Lamellen haben.


    Viele Grüße

    Andreas

  • Hallo Martin,

    die Frage ist ja, was ist denn der ursprüngliche Geruch? Ich kenne keinen Pilz, wo die Angaben in den Büchern so unterschiedlich

    Hi, also auf 'meinem' Habitat haben die Nelken doch diesen markante 'Bittermandeln' geruch. Ich liebe diesen einfach sehr. ich würde ihn einfach als 'stark pilzig' definieren.


    und meine Nelkenfunde stammen nur aus Wiese. hier ein fund alter exemplare (geruch war noch anwesend)




    Gruss

  • Danke für die Einschätzung. Das heißt die beiden Arten sind ja super schwer auseinander zu halten, oder? Beides Weißsporer, mit zähem Stiel, in gleichem Habitat, mit weiten Lamellen, gerieftem Hutrand, gleich groß, gleicher Habitus und sehr ähnlich gefärbt. Jetzt frage ich mich, gibt es auch brauchbare Unterscheidungsmerkmale? :/

  • Das heißt die beiden Arten sind ja super schwer auseinander zu halten, oder? Beides Weißsporer, mit zähem Stiel, in gleichem Habitat,

    Die Nelkenschwindlinge finde ich bei uns immer auf Rasen,Wiesen, rasigen Wegrändern.

    Der Waldfreund ist im Wald oder Waldrand zu finden.

    Vermutlich täuschen deine Bilder farblich sehr stark, daher die Zweifel.

    Auf dem Bild (von dieser Woche) ein typischer Hexenring von Nelkenschwindlingen, leichter Trockenschaden und strenger Geruch. Wo der Hexenring ist, wächst das Gras etwas besser. Typisch für Nelkenschwindlinge.

  • Hallo Uwe,

    im BLV Pilzführer etwa heißt es zum Waldfreundrübling: "Vorkommen - Im Laub- und Nadelwald, auf Waldwiesen, in Parks und Gärten, sehr häufig." Auf 123Pilzsuche: "Mischwald, Park"

    Ich würde ja gerne den Geruch als Merkmal anwenden, aber wenn die Beschreibung von angenehm würzig, bis stechend nach Blausäure (ohne deutliche Bittermandelkomponente) variiert und einige hier im Forum meinen er kann auch einfach gar nicht riechen, dann fällt das wohl auch weg. Im BLV Führer sehen die Stiele vom Nelkenschwindling übrigens exakt aus, wie bei meinem Fund, oben hell, nach unten bräunlich. So steht es auch im Text, weißlich, bis ockerbräunlich. Von daher frage ich mich noch immer, ob es ein brauchbares Merkmal gibt, die beiden makroskopisch sicher voneinander zu unterscheiden.