Peziza im Fichtenwald

Es gibt 10 Antworten in diesem Thema, welches 990 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Isarschwammerl.

  • Servus aus München,
    am Montag habe ich in einem Fichtenwald im Moos (darunter Wurzel?) eine Peziza spec. gefunden, die ich im Buchenwald wahrscheinlich als Peziza arvernensis angesprochen hätte. So bin ich einigermaßen ratlos und bitte um Euere Hilfe.
    Liebe Grüße Schorsch





    Habitat mit Hera (Berner Senn)






    Paraphysen in BWB

      


    in Lugol


    Sporen


    viele Sporen mit Delle wie Blutplättchen

  • Hi,

    schöner Fund! Hast du die Dellen-Zellen ( :giggle: das reimt sich sogar) auch bei der Betrachtung in Wasser gefunden, oder erst nachdem das BWB dazugegeben wurde ? Ich frag, weil es sein kann, dass es lethal wirkt und die Zellen verändern kann.

    LG Sandra

    Liebe Grüße aus dem Vogtland

    die Schwarzhex

    :gwinken: Sandra

    (100 - 10 fürs APR 2020 = 90 - 15 APR 21 = 75)

  • Danke guter Hinweis. Ich hatte gleich mit Baumwollblau angefangen.
    Aber auch Sporen, die noch in den Asci waren, wiesen teilweise diese Dellen auf.
    Jetzt hab ich in meinen Mikro-Bildern nochmal nachgesehen. Die in Lugol sind normal. Die Dellen nur in BWB!

    Liebe Grüße Schorsch

  • Vergleiche mal mit Peziza arvernensis


    Bin aber kein Becherchen_Kenner


    Liebe Grüße aus dem Vogtland

    die Schwarzhex

    :gwinken: Sandra

    (100 - 10 fürs APR 2020 = 90 - 15 APR 21 = 75)

  • Servus Schorsch,

    War das Teil reif?

    Die Sporenornamentation scheint noch nicht gscheit ausgebildet zu sein


    Hat das Hymenium einen violetten Touch ? oder ist das nur ocker?


    Das Bild in IKI wurde da nur die Spitze blau oder zog sich das noch weiter die Ascuswand runter?


    Und gabs in den Paraphysen gefärbte Guttulen ?


    Das Einfachste sind deine Dellen- äh die der Sporen natürlich ;)

    -das kommt vom Baumwollblau.!


    P. arvernensis ist natürlich bei der Sporengröße möglich aber makroskopisch sieht der anders aus.

    Wie groß waren die Apothecien?


    Hast du auch eine Probe mal mit 3-5% KOH getestet? Die Reaktion würd mich sehr interessieren.


    Wenn das eine Urinstelle ist, kanns aber auch P, merdae sein.


    Grüße

    Felli

  • Servus beinand,


    wie ich geschrieben habe, hatte ich die im Verdacht. Aber was sucht der Buchenwald-Becherling im Fichtenwald?

    Das Teil liegt jetzt ziemlich eingeschrumpelt in einer Herbartüte. Natürlich könnte ich es jetzt sequenzieren lassen. Aber wo komme ich da hin bei meinen Pilzkenntnissen, wenn ich alles, was ich nicht eindeutig identifizieren kann, ins Labor schicke.
    Dennoch vielen Dank an alle, die mir geantwortet haben.
    Liebe Grüße

    Schorsch

  • Hallo Schorsch :)

    Ich kenne mich mit Bechern auch nicht wirklich aus. Für mich sieht das aber, auf den allerersten Blick, nach sehr kleinen Bechern aus. Da fallen mir spontan die Kätzchen-Becherlinge ein (Farbe und Größe könnten passen). Aber auch an Scharbockskraut-Becherling und Anemonen-Becherling muss ich da denken... mal in diese Richtung geforscht ?

    Buchenwald-Becherlinge würde ich erstmal ausschliessen. Die Teile werden so gross wie Suppentassen...

    LG corne

  • Servus,

    die Ciboria kenne ich gut.
    1. wo sollten die im Fichtenwald herkommen? Auf Tannenzapfenschuppen gibt es Ciboria rufofusca
    2.die sehen makroskopisch (gestielt) und mikroskopisch (Ascusspitzen mit Lugol) ganz anders aus.

    LG Schorsch

    Ascusspitze von Peziza


    Ascusspitze von Ciboria amentacea


    • Offizieller Beitrag

    Hi,


    ja ich sehe hier auch eine Peziza. Die ganzen inoperculaten Becher sind raus. Das passt weder makroskopisch noch mikroskopisch. Ansonsten halte ich mich bei Ascos eher zurück. Ich bin da eher mehr der Lamellenpilztyp/Basidiomycetentyp. ==Gnolm10


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo,


    auf jeden Fall eine Peziza, das zeigen die operculaten, iod-positiven Asci.


    Ohne die Merkmale verglichen zu haben würde ich unbedingt auch mit den eigentlich violetteren Arten um Peziza violacea s.l. vergleichen. Das Sporenornament sieht isoliert-warzig aus und die Arten dieses Verwandtschaftskreises sind ökologisch nicht besonders anspruchsvoll (außer den Brandstellenarten). Das Violett mag vergänglich sein bei kalten Temperaturen, da fehlt mir die Erfahrung.

    Ein Präparat in Wasser zum Messen und notieren der Anzahl der Tropfen in den Sporen ist immer notwendig, neben dem Präparat in Baumwollblau. Letzteres ist für das Ornament gut, aber zum messen nicht geeignet weil es die Sporen eindellt, wie Du ja selbst erfahren hast :)


    beste Grüße,

    Andreas


    beste Grüße,

    Andreas


  • Danke,
    hat sich doch rentiert, den Beitrag hier einzustellen.
    "Again what learned" würde Lothar Matthäus sagen. Bei mir ist es viel, was ich gelernt habe und nächstes Mal berücksichtigen werde.
    Euch allen ein schönes Wochenende

    Schorsch