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letzter Beitrag von thorben96 am

>>>Postia sp.

  • Hallo zusammen,


    vorgestern (23.10.21) habe ich mir eine blaue Postia eingepackt, die ich an Laubholz (Buche) finden konnte.

    Dann hatte ich mich gefreut und wollte ein Portrait zu der Postia subcaesia aufmachen, als ich gelesen habe, dass die P. subcaesia eine mediterrane Art ist und diese hier P. alni heißen sollte :/

    Was mich wundert ist, dass so wenig P. alni kartiert wird, wenn die P. subcaesia eine mediterrane Art ist oder gibt es hier auch P. subcaesia ?`

    Hier sind die Bilder:

    1.


    2.


    3. Außenseite


    4. Röhre in Melzer


    5.


    VG : Thorben

  • GriasDi Thorben,

    das hat sich erst in letzter Zeit mittels Sequenzierung herausgestellt, dass die beschriebene P. subcaesia nicht mit den in unseren Landen gemachten Funden übereinstimmt, weshalb unsere Funde anders heißen müssen.

    Ähnliches gibt's bei Skeletocutis nivea, die im tropischen Asien beschrieben wurde und auf unsere Funde keine Anwendung mehr findet, oder bei Antrodiella semisupina ss auct europ, die auch einen anderen Namen bekommen hat.

    An liabn Gruaß,

    Werner

  • Hallo Thorben und Werner,


    es gibt "Dank" der Genetik inzwischen 24 (!) blauende Postia Arten. Es wird immer schwieriger, die Arten morphologisch zu unterscheiden.


    Postia caesia complex (Polyporales, Basidiomycota) in temperate Northern Hemisphere

    O. Miettinen*, J. Vlasák, B. Rivoire, V. Spirin 2018

    doi.org/10.3114/fuse.2018.01.05


    "Abstract: Taxonomy of the Postia caesia complex is revised based on morphology and two genetic markers, ITS and tef1.

    In total, we recognize 24 species, multiplying the known species diversity in the complex. We provide descriptions for 20

    temperate Northern Hemisphere taxa. Identity of the core species, P. caesia, is re-established, and a neotype from the

    type locality is selected. Four new combinations are proposed, and 10 new species are described: P. arbuti, P. auricoma,

    P. bifaria, P. comata, P. cyanescens, P. glauca, P. livens, P. magna, P. populi, and P. yanae."


    LG

    Frank


    P.S. Ist vielleicht besser sich mit Kriechtieren zu beschäftigen. Da gibt es in Deutschland nur 13 Arten.:D

  • Hi.


    Sehr gut, wieder einer mehr, den ich nicht näher untersuchen muss von nun an. 24 Arten... :haue:


    LG,

    Schupfi

    Bin lediglich fortgeschrittener Anfänger.
    Posts sind nicht als Essensfreigabe zu verstehen. :-]

  • Hallo Frank,


    24 blauende Postia... Die Genetik macht es nicht einfacher, sie macht abhängig :(

    Ich bin gespannt wer sich jetzt noch mit blauen Postia beschäftigen möchte :/

    Wenn ich mir in der Arbeit die Bilder der Hyphen anschaue, dann kann ich kaum einen Unterschied erkennen.

    Meinen Fund werde ich jetzt einfach als Postia cf. alni ablegen, vielleicht wird der Fund irgendwann einmal sequenziert und dann wird es die 25. blauende Postia ;)

    P.S. Ist vielleicht besser sich mit Kriechtieren zu beschäftigen. Da gibt es in Deutschland nur 13 Arten. :D

    Da werden die Kriechtiere immer sympathischer ;)


    VG : Thorben

  • Hallo,


    das korreliert mit meinem Unwissen. Je mehr ich lerne, desto weniger weiß ich.

    Neue Aufgabe: Flaschensammeln und schauen, wie sich im Nebengelass ein Labor einrichten lässt.


    Lieber Frank, wie ist denn die Aussicht das das auch 24 ehrliche Arten werden?


    Beste Grüße

    Stefan

  • Servus!


    Oh nein, bitte kein Labor!

    Man muss sonst damit rechnen, daß man sonst in jeder der 24 Arten noch 24 weitere Arten findet, und wenn man die weiter untersucht, findet man in jeder Art wieder 24 weitere, bis man feststellt, daß Postia = Champignons sind - also jedes Mycel eine eigene Art darstellt...


    Ich sammle die schon hin und wieder noch ein, unterscheide aber letztlich nur auf Aggregatsebene (nach Konzeption in PFoE, die funktioniert in der Form tatsächlich einigermaßen).

    Allerdings den hier könnte ich damit nicht mehr wirklich einordnen, weil einerseits Sporenform und Substrat (ist eh nur Tendenz dann) nicht zusammen passen mit den deutlich blauenden und kaum bräunenden Fruchtkörpern.



    LG; Pablo.

  • Hallo zusammen,


    die Unterscheidung dieser Arten ist mikroskopisch schwierug. Makroskopisch, ökologisch und geografisch gibt es schon einige Unterschiede und zusammen mit chemischen Reaktionen, wie z. B. amyloide Strukturen, kann man enige dieser neuen Arten unterscheiden. Postia caesia (meist Nadelholz) und Postia alni (meist Laubholz) sind die häufigsten Arten aus dieser Gruppe in Deutschland. Die bei uns oft als P. subcaesia bestimmten Funden beziehen sich wahrscheinlich größtenteils auf P. alni. P. subcaesia hat ihre Hauptverbreitung mediterran (wie oben schon erwähnt) und bildet ziemlich große Fruchtkörper bis 11 cm, die auf dem Hut deutlich behaart sind. Postia alni ist eher kahl auf dem Hut.


    @Thorben, deine Sporenmaße würden nicht zu P. alni und auch nicht zu P. subcaesius passen (vorallem wegen der Sporen bis 1,9 µm Breite), eher zu P. simulans, aber in der Gruppe der bläulichen Saftporlinge bin ich auch noch am Lernen.


    LG

    Frank

  • Hallo Frank,

    @Thorben, deine Sporenmaße würden nicht zu P. alni und auch nicht zu P. subcaesius passen (vorallem wegen der Sporen bis 1,9 µm Breite), eher zu P. simulans, aber in der Gruppe der bläulichen Saftporlinge bin ich auch noch am Lernen.

    Danke für deine Einschätzung. Ich werde den Fund jetzt einfach nur als Postia sp. ablegen und weitere Funde sammeln.


    VG : Thorben

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  • thorben96

    Hat den Titel des Themas von „Postia alni“ zu „>>>Postia sp.“ geändert.