Zwei Cortinarien

Es gibt 6 Antworten in diesem Thema, welches 678 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Mykollege_Günter.

  • Guten Abend,


    diese beiden Cortinarien sind mir heute im Eichen-Buchen-Kiefern-Mischwald auf eher saurem Buntsandstein begegnet. Nummer eins hat wegen dem angenehmen Geruch den Arbeitstitel dunkelvioletter Schleierling bekommen:




    Nummer zwei ist nicht so einfach und der Geruch nicht sonderlich auffällig:




    Auffällig sind hier die orangebraunen Stellen an der unteren Stielhälfte auch bei ganz jungen Exemplaren (vermutlich kein Sporenpulver ? Siehe die beiden waagerecht liegenden Fruchtkörper) und die dunkel rostbraune Farbreaktion mit Natronlauge auf der Huthaut und in den Lamellen, im Fleisch schwach und auf dem Stiel praktisch nicht:




    Anmerkungen, Korrekturen und Namensvorschläge sind willkommen.


    Grüße,


    Frank

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Frank!


    Der zweite könnte vom Aussehen her Cortinarius vespertinus sein.

    In dem Fall ist es aber tatsächlich so: Die Sporen müsste man sehen; die sind bei vespertinus schon recht ungewöhnlich für ein Phlegmacium, weil ganz klein, breitelliptisch und einigermaßen unscheinbar überwarzt.



    LG; Pablo.

  • Guten Morgen Pablo!


    Mit dem Kauf eines Mikroskops ist es leider nicht getan, man muss damit auch richtig umgehen können. Neben der finanziellen Investition bedeutet das viel Zeitaufwand für Kurse und praktische Übungen, die mir im Moment nicht zur Verfügung steht.


    Chemische Farbreaktionen finde ich da viel praktischer.


    Gibt es speziell für Cortinarien neben der Kalilaugenreaktion noch andere Reagenzien? Bei den Täublingen kann man so viel mit Eisensulfat, Guajak, Sulfovanillin etc. machen.


    Grüße,


    Frank

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Frank!


    Du hast völlig recht: Pilzmikroskopie ist echt ein Zeit- (und Geld-) Fresser. :gzwinkern:

    Kann man sich immer noch überlegen, wenn man es irgendwann braucht.


    Bei Schleierlingen ist es wichtig, daß man höher konzentriertes KOH verwendet (ideal 20% - 30%). Gelegentlich kann man noch Melzer gebrauchen, das aber nur bei wenigen Sektionen eben zur Bestimmung der Sektion benötigt wird.

    Melzer ist aber ohnehin eine gute Sache, weil man das für 1001 makroskopische Reaktionen in ungefähr 1001 Themengebieten verwenden kann. Die Amyloidität von Sporen lässt sich damit zB ausgezeichnet makroskopisch am Abwurf testen, und das ist für ganz viele Gattungen interessant.



    LG; Pablo.

  • Ebenso wie der Dextrinoidität der Sporen von Cortinarien (besonders bei Telamonen!) mittlerweile ebenso viel Aufmerksamkeit geschenkt wird wie bei Hebelomen. Auch Guajak sollte man mit testen. Mehr Chemikalien verwende ich derzeit bei einer Corti-Beschreibung nicht.