Beiträge von Sebastian_RLP

    Hab nochmal geschlüsselt. Also das passt vermutlich doch gar nicht gut. Scheint eher subalpin vorzukommen. Auch "richtige" Cheilos scheinen da nicht vorzukommen. Vielleicht ist das einfach G.ocior? Gelb war der in Stiel und Lamellen. Wuchs halt eher gesellig als büschelig. Der kann wohl auch im Frühling. Puuh. Hüte dich vor Schnellschüssen. Wobei in der Diskussion bei G.vernus bei Antonin und Noordeloos eine große Bandbreite auch an Mikromerkmalen und Standorten akzeptiert wird. Hmm, alles nicht so einfach.


    LG Sebastian

    Dann gab es, neben den schon vor Wochen gefundenen Hochgerippten Becherlorcheln und den Voreilenden Ackerlingen von letztem Sonntag, neu Rüblinge, die ich als Waldfreundrüblinge (Gymnopus dryophilus) identifiziert habe.

    Gerade eingestellt: Schneerübling


    Vergleiche doch mal. LG Sebastian

    War mir bisher völlig unbekannt, Gymnopus vernus (Ryman) Antonin & Noordel. (Mittlerweile mit Fragezeichen, siehe Beitrag 2)


    Zu finden im Park auf magerer Wiese unter Eichen und an den Butterrübling erinnernd, aber etwas kleiner, mit gelblichen Tönen in Stiel und Lamellen und für Butterrübling nicht in die Jahreszeit passend:


    Mikrodaten: Sporen kleiner als bei Rhodocollybia butyracea, glatt, passen gut zu Gymnopus vernus:

    6,2-7,2 µm (av. 6,7 µm, SD 0,4 µm) x 3,6-4,0 µm (av. 3,8 µm, SD 0,2 µm); Q = 1,6-1,8 (av. 1,7, SD 0,1)(n = 4)


    Cheilos


    dryophile HDS


    Kaulos zylindrisch, häufiger in Richtung der Basis aus gegabelt:


    Wusste bis heute nicht, dass es da auch eine Frühjahrsart gibt. Ihr?


    Cortinarius vernus agg. gabs auch:


    Ansonsten ist ziemlich tote Hose.


    LG Sebastian

    Hallo Björn,

    da warst du einmal in der Region, wie schön.

    Für den Trüffelpfad hätte ich vielleicht noch eine kleine Hacke im Rucksack benötigt :D

    Auf der Trüffelplantage (die übrigens etwas abseits vom Lehrpfad liegt) kann ich sehr die Führung mit Trüffelsuche empfehlen, die dort immer mal wieder stattfindet (Tag der offenen Truffiere). Da kann man dann auch einiges lernen, auch über die Entwicklungen im Trüffelanbau und die Geschichte, die im Ahrtal ihren Anfang nahm. Im Anschluss gibt es noch eine Gängemenü im Vieux in Sinzig. Natürlich mit den entsprechenden Köstlichkeiten. Kann man mal machen :-).


    Seht ihr ihn?


    Und jetzt?



    Ansonsten wieder schöne Funde mit gewohnt toller Darstellung.


    LG Sebastian

    Hallo Matthias,


    oh ja, C.calopus gefällt mir sehr gut. Da scheint ziemlich alles zu passen. Die Zeichnungen in Zottos Aufzeichnungen sind sehr aufschlussreich. Da sieht man die "Haare" an der Außenseite. Das könnten diese Elemente mit den aufgeblasenen Endzellen sein, die sich im Quetschpräparat zwischen die Paraphysen gemischt haben. Es war ja nur vereinzelte. Daher hatte ich diese Option bereits einmal überlegt, da die "Kaulos" eben genauso aussehen.

    Außerdem passt die Fragestellung "Open Croziers? Only one Septum" zu dem was ich auch an der Basis beobachtet habe. Makroskopisch passen die Bilder 22.11.1997 1-3 wie die berühmte Faust. Muss mich mal schlau machen, wie stromatisiertes Wirtsgewebe aussehen soll. Denn das sollte dann vorhanden sein. Keine Ahnung, ob man da hier im Bild etwas erkennt in der Richtung. Wahrschienlich eine zu geringe Auflösung: https://www.pilzforum.eu/attac…605-roseodiscus-cf02-jpg/


    Vielen Dank. Das ist doch super!


    LG Sebastian

    Hallo Wolfgang, danke für deine Hinweise

    Jetzt wäre wichtig, was das Substrat war. Es sieht kantig aus, das könnte z.B. zu einem Sauergras (Carex) passen. Kannst Du den Stängel einmal sauber quer schneiden und fotografieren, damit man den Querschnitt beurteilen kann (3- oder 4-eckig ...)?

    Der Stängel des Substrates ist wirklich winzig im Querschnitt (0,7mm wie man hier sieht) und rund, wirkt außen etwas "holzig", besser gesagt zeigt sich eine rindenartige Hülle:


    Der Stengel ist zwar hohl, eine Sklerotium lässt sich aber weder außen noch im Hohlraum des Stengels ausmachen:



    Ingo W


    Vielen Dank für deinen geschulten Blick und deine Einschätzungen. Ich war mir nicht ganz sicher, ob man die kaum sichtbare Färbung als hemiamyloid bezeichnen darf. Dann sollte das hemiamyloid sein, ok.

    Ja und ich konnte auch nach langer und intensiver Suche kein Beispiel mit beiden Anschlussstellen finden. Im Gegenteil, oft schien da gar nichts am Fuss zu sein, was irgendwie in die Richtung geht. Die geschickten Bilder mit den Auswüchsen sind schon eher die Ausnahme.


    Habe jetzt versucht mit dem tollen Gattungsschlüssel des Ascomycetenprojektes der Niederländer zu schlüsseln (danke nochmals an boccaccio für die Übersetzung. Das ist wirklich brauchbar). Dieser führt mich am ehesten in Richtung Hymenocyphus, alternativ Allophylaria (eher weniger Crocicreas). Aber so richtig will da nichts passen. Roseodiscus rhodoleucus muss man schon wegen des Substrates ausschlüsseln. Alles ander passt eigentlich nicht, da z.B. auf Nadelholz und anderem unpassenden Substrat. Oder von den Mikromerkmalen auszuschlüsseln.


    Nun ja, es ist leider nicht ganz einfach. Danke für eure unterstützenden Hinweise.


    LG Sebastian

    Vergleiche mal mit Rutstroemia firma :)

    Danke für die Idee. Rutstroemia firma würde ich eigentlich ausschließen wollen. Den hatte ich schon und hab Ihn auch mikroskopiert (siehe im folgenden Beitrag ganz unten). Er weißt andere Mikro und auch Makromerkmale auf:


    LG Sebastian

    Hallo zusammen,


    ich kniete mich die Tage zu einer Inocybe (lacera, wie sich herausstellte). Und da fand sich am Fuße ein einzelner Fruchtkörper an einem alten vermutlich Grashalm(?). Standort ist eine uralte Magerwiese. Außer Rasen und Habichtskraut habe ich da jetzt nichts identifiziert, wwas natürlich nichts heißen muss.


    Man achte auf den kleinen Pilz unten links (Fruchtkörper/Becher 1,4mm im Durchmesser):


    Aus der Nähe:


    Leider ergab auch eine Nachsuche keine weiteren Fruchtkörper.


    Noch näher dann:


    Stiel (hier kann man bereits im Auflicht Zystiden erkennen):


    Anwuchsstelle:


    Die Asci zeigten sich in Baralscher Lösung erst inamyloid (man sieht hier schon eine aufgeblasene Paraphyse, dazu gleich mehr)


    Nach Vorbehandlung mit KOH3% zeigte sich der Apikalapparat jedoch amyloid in Baralscher Lösung:


    Sporen:


    Oft mit Rille/Spalte


    MIt Croiziers war es etwas schwierig, aber man sieht schon die Ansätze an der Ascibasis


    Paraphysen meist einfach, aber immer wieder auch mit den aufgeblasenen Enden (H2O mit leichter Kongorot"kontamination" von der Pinzettenspitze):



    Im folgenden Bild dann die Kaulos mit aufgeblasenen Zystiden/Endzellen:


    Hier etwas kollabiert:


    Das einzige, auf das ich gestoßen bin was dem nahe kommt ist Roseodiscus rhodoleucus. Das könnte vom Habitus ganz gut passen und auch von einigen Mikromerkmalen. Aber so richtig mag ich nicht dran glauben, weil eher rot als rose und auch nicht an Ackerschachtelhalm (oder Moosen) an denen diese Gattung wohl vorkommen soll.


    Hat irgendjemand so einen Vertreter schonmal gesehen? Vielleicht können die Spezialisten anhand der Mikromerkmale etwas sagen? Vielleicht Ingo W ?


    Würde mich über Hinweise freuen, beste Grüße Sebastian

    Hallo zusammen,


    habe folgende Cortinarie unter Buche, Eiche (Konifere sei der Vollständigkeit halber erwähnt) gefunden. Es gibt am Standort sicher keine Pappel. Entfernt noch Kastanien.


    Hut des rechten FK etwa 3cm, noch nicht voll entwickelt.





    Also Rottöne kann man da, wenn überhaupt, vielleicht als Hauch oder minimalen Unterton wahrnehmen. Die Fruchtkörper sind Überwiegend braun mit weißem Velum, so dass der grundlegend ins braune neigende Stiel weiß erscheint (silbrig-weiß überfasert durch das Velum).


    Mikromerkmale:


    Das Teil hat relativ auffällig große, teils langgezogene Schnallen, teils mit Loop in der HDS:


    Ich hätte das Teil gerne C. vernus genannt, aber so recht passen die Sporen nicht. Sie sind zu lang und zu schmal für eine C. vernus oder irre ich mich?

    Ornament kräftig und deutlich: 8,4-10,3 µm (av. 9,2 µm, SD 0,5 µm) x 4,8-5,5 µm (av. 5,2 µm, SD 0,2 µm); Q = 1,6-1,9 (av. 1,8, SD 0,1)(n = 15)



    Tramahyphen inkrustiert in 3% KOH


    Gibt es denn sonst noch mögliche Vertreter, die so früh im Jahr wachsen (suberythrinus passt meiner Meinung nach noch schlechter, wegen der fehlenden Rottöne).


    LG Sebastian

    Hi, potentiell alte Morcheln würde ich immer stehen lassen. Und Verzehrfreigaben gibt es über das Forum nicht, das sei hier nochmal ausdrücklich erwähnt. Schon weil man eben so etwas wie das Alter über Fotos nicht bestimmen kann. Und für ein potentiell sehr unangenehmes neurologisches Syndrom oder eine "Lebensmittelvergiftung" muss man nicht experimentieren.


    LG Sebastian

    Hi, die orange-rote Verfärbung des Stiels unter Trockenheit ist für Morcheln beschrieben. Explizit kenne ich eine solche Beschreibung von Morchella palazonii bei Clowez und Monreau. Können bestimmt auch andere Arten. Palazonii ist für Deutschland nicht beschrieben. Bei esculenta findet sich der Hinweis "originally White, then witish, stained yellowish to yellowish Brown (growing in dry conditions).


    LG Sebastian

    Hallo zusammen,


    in den letzten Tagen und Wochen war ich immer wieder in meinen Hauswäldern unterwegs und so langsam wird es wieder interessant. Es lässt sich doch einiges finden, wenn auch keine Massen.


    Vor zwei Wochen schon an bekannter Stelle

    01 Dumontinia tuberosa - der Anemonenbecherling


    ganz in der Nähe dann an einem Bachlauf

    02 Sarcocypha austriaca - der östereichische Prachtbecherling (ebenfalls bekannt von der Stelle, daher einfach genoßen und nicht mitgenommen)


    Dann wurde mir eine Stelle gezeigt, an der es ein großes Fruchtkörperaufkommen gab von:

    03 Gyromitra esculenta - die Frühjahrsgiftlorchel (danke an Stefan, ein tolles Schauspiel)


    Dann kam ich gestern noch an einem Waldstück vorbei, als ich meine Morchelstellen besuchen wollte. An den bekannten Morchelstellen war aber noch tote Hose. Interessant war aber ein Buchen- und Eichenstreifen, der einen sehr guten Eindruck machte. Ich dachte, ich könnte doch mal schauen, ob ich die Arachnopeziza aurelia auch hier (also einem einem dritten Standort) finden kann. Siehe hier: Arachnopeziza, die Zweite ...


    Die intensive Suche brachte viel überraschendes zu Tage.


    Ganz oft und in Massen:

    04 Lachnum virgineum - das weiße Haarbecherchen


    Und nach diesmal etwas längerer Suche konnte ich tatsächlich wieder finden, NA, genau

    05 Arachnopeziza aurelia - Das goldgelbe Spinnwebbecherchen (wieder auf Eichelkupule, diesmal ohne stark ausgeprägtes "Spinnennetz", vielleicht schon etwas älter)


    Und weils einfach zu schön ist:


    Aber es gab noch mehr!

    Unter Eiche, Buche, Lärche 06 Helvella solitaria - die rippenstielige Becherlorchel (die einen Erstfund für mich darstellt):


    An dieser Stelle zeigt sich dann in direkter Nachbarschaft noch ein anderes Kerlchen:

    07 Tarzetta cupularis - der kerbrandige Napfbecherling


    Hier direkt neben der Helvella


    Aber auch sonst weiter verstreut am Standort:


    Dann noch ein großerer Becher, bei dem ich ehrlich gesagt erstmal wegen der Größe (größter Fruchtkörper bis etwa 4cm) und dem geselligen, sessilen Auftreten auf einem Erdklumpen an Peziza dachte. Aber Pustekuchen. Das passte gar nicht.


    Nach mikroskopieren stand die Sache fest: Inamyloide Asci, große Sporen mit zwei Öltropfen, divertikulate Paraphysen, ektales Excipulum mit angulärer und medulläres Excipulum mit einer intricaten Textur brachte mich zusammen mit den Makromerkmalen zu einem weiteren Erstfund für mich:

    08 Tarzetta ochroleuca

    (Leider nur Quick and Dirty-Fotos vom Standort)


    sessil, ungestielt


    Mikrodaten:

    Sporen glatt, ellipsoid mit zwei großen Öltropfen und kleineren Öltropfen drumherum, 20,9-22,3 µm (av. 21,3 µm, SD 0,6 µm) x 12,1-13,0 µm (av. 12,5 µm, SD 0,3 µm); Q = 1,6-1,8 (av. 1,7, SD 0,1)(n = 4)


    glatt in BWB


    Asci


    Asci operculat (hier sieht man schön das Deckelchen)


    vollkommen inamyloid (in Baralscher Lösung)




    Excipulum ektale ein Textura angularis



    Medulläres Excipulum ein Textura intricata


    Paraphysen oft divertikulat (in Kongo NH3)


    Auf dem Rückweg dann doch noch ein Einzelfruchtkörper einer

    09 Morchella esculenta - der Speisemorchel


    Ein Vorbote, an den vielen anderen bekannten Stellen wie gesagt noch nichts.


    Weiter gabs noch 10 Gyromitra ancilis - Die Scheibenlorchel

    auf Fichte (ebenfalls bekannt von genau diesem Baumstumpf zuverlässig jedes Jahr im Hauswald zu finden an der Stelle).


    Dann noch ein kleines Schauspiel. Gestern nach dem Laufen kam ich vorbei an einem liegenden Eichenstamm (an unserem Reiterhof). Da blitzte mich von der abfallenden bodennahen Rinde etwas wegen der Masse nicht zu übersehendes Rotes an.


    11 Scutellinia crinita - der Sumpfschildborstling


    vor Ort nur Quick an Dirty mit Handy ...



    ... aber zu Hause dann Fotosession auf der mitgenommenen Rinde:










    Sporen noch recht unreif, keine freien zu finden, aber typisch in Form und Ornament in BWB:



    So, damit wünsche ich euch noch einen schönen Ostermontag

    LG Sebastian



    Ich verlinke an dieser Stelle mal noch einen weiteren Diskussionsbeitrag:


    BOe


    LG Sebastian

    Hallo und vielen vielen Dank für deine Mühe. Das unterstützt das ja hervorragend. Ich habe noch überlegt, das "Monacella" als solche nur mit geringster Wahrscheinlichkeit eine Gyromitraart gewesen sein kann (was das Argument der Falschanwendung des Namens auf diese Art entkräften würde). Denn wenn man alleine den Namensgeber "Mönchlein" oder "Mönchskopf" beachtet (vertiefte Diskussion siehe hier) und man sich gleichzeitig eine Mönchskutte vorstellt, so hat man doch eher eine Helvella als eine Gyromitra vor Augen. Hinzu kommen die nachvollziehbaren Herleitungen bei Skrede. Spadicea als Name hingegen könnte theoretisch auch zu einer Gyromitraart passen, was natürlich an sich keinen Beweis darstellt.


    LG Sebastian