Beiträge von Sebastian_RLP

    Hallo Felli,

    finde die ja sehr interessant und halte auch immer wieder Ausschau nach Octospora und Lamprospora. Kannst du etwas zum Habitat schreiben, in welchem du diese gefunden hast. Was muss ich mir da vorstellen. Auf octospora.de findet sich noch der Hinweis "in open habitats on disturbed soil with pioneer bryophytes, especially on burned ground". Passt das irgendwie?


    Gib mir doch gerne mal eine Vorstellung vom Habitat. Würde mich freuen. Gerne auch für deinen zweiten Fund.


    Herzlich Sebastian

    Zitat

    Die Synonymisierung von H. collariatum zu H. dunense ist korrekt.

    Das wurde von Beker et al. 2016 aufgrund molekularer Studien vorgenommen.

    Parallel dazu hat Ludwig seinen Band 4 vorbereitet und sich mit den Autoren von FE14 abgestimmt.

    Unter anderem wurden alle seine Kollektionen noch durchsequenziert, was ein Grund war dass Band 4 etwas später herauskam.

    Toll, was du da noch so alles beisteuern kannst an Infos :huh: .


    (((Vielleicht hast du noch exquisite Infos, wann Band 5 erscheint, Raphael. Tut hier gerade nichts zur Sache, aber an der Info wäre ich auch noch brennend interessiert ;) . Hatte irgendwie eher damit gerechnet. )))


    Im montanen Fichtenwald scheint aber auch eine Weide zu stehen oder interpretiere ich die Blätter falsch? Dem Mykorrizapartner bleibt die Art dann scheinbar treu, auch wenn die Bodenverhältnisse ganz andere sind.

    Im unteren Bild (alpin) kann man vielleicht am unteren Bildrand Blätter von Salix vermuten?


    Dextrinoidität kann ich ja morgen mal noch testen.


    LG Sebastian

    Hallo Uwe,


    ja super, vielen Dank für die umfassende Darstellung, das passt wirklich wie die berühmte Faust. Hätte da jetzt keinerlei Bedenken, den unter dem Namen H.collariatum oder besser H.dunense (?) abzulegen. Findet man in älteren Werken, z.B. von Bon (2002) noch eine Aufschlüsselung in diese beiden Arten nach "Flüchtigkeit" des Velums und Sporenornament (rugos vs. punktiert) ist die Namensvielfalt nach genetischen Untersuchungen wohl nicht aufrechtzuerhalten. In MycoDB sind die synonymisiert. Wobei dunense dann wohl der älteste Name ist (Erstbeschreibung 1929) und Bruchet erst 1970. Dann müsste doch die Namensgebung H. dunense nach Erstbeschreibung im Ludwig konsequent sein.


    LG Sebastian

    :D, ja das stimmt wohl.


    Vielleicht Hebeloma dunense, fruktifiziert auch im Herbst nochmal, auch unter Weiden und in solchen Habitaten. Cheilos könnten auf den ersten Blick passen, auch das schwache Ornament und das nicht ablösende Perispor. Sporengröße passt auch ins Bild.


    LG Sebastian

    Oh je,


    na dann bin ich hier wohl am Ende angelangt. Hebeloma salicicola hat jedenfalls andere Zystiden.

    Unbedingt vielen Dank für die Hilfe. Bei den Fälblingen hätte ich wohl aufgrund des Stieles auch nicht so schnell gesucht. Aber mit dem blassen Hut kann das auch gut hinkommen. Dachte die ganze Zeit noch, ob der irgendwie ausgeblichen sein könnte.


    LG Sebastian

    Hallo zusammen,


    ich muss mich ärgerlicherweise schwer korrigieren, bin da bei irgendeinem Vorgang wohl durcheinander gekommen und hatte ja auch keine Bilder von der Schneide gemacht.

    Habe die Schneide gerade nochmal in Kongorot mikroskopieren und da sind reichlich Zystiden! Keine Ahnung, was ich da gerade noch im Kopf hatte.


    Die Sporen zeigen aber irgendwie an der Oberfläche ein punktiertes Ornament, das wird beim "drauffahren" mit der Schärfeebene auch mit als erstes sichtbar. Habe nochmal versucht das einzufangen, hier in Kongorot.


    Dann mach ich mich morgen nochmal ans schlüsseln, heute ist rum. Danke für den Schubs!!!


    LG Sebastian

    Hallo zusammen,


    nun habe ich ja Auswahl :huh: .


    nobi: danke dir, die vorgeschlagenen Naucorias kenne ich bis dato nicht mit einem solch kräftigen Velum und melinoides hätte dichtstehende ausgeprägte Zystiden. Weide und Standort könnte natürlich passen. Müsste mal schauen, ob da was passen könnte. Insbesondere die kräftige Cortina an Hut und Stiel lässt mich aber zweifeln.


    At Raphael: lieben dank auch dir. Gegen Mallocybe spricht für mich das Sporenornament. In der Tat ist das recht zart, ich meine aber es bei 1000fach erkennen zu können. Man kann es im zweiten Bild an den Sporen am unteren Bildrand erkennen. Wirklich eindeutig/kräftig ist das aber wahrlich nicht. Wenn ich mit der Handvoll Mallocyben auf inocybe.org vergleiche passt davon jedenfalls nichts. Das heißt aber noch nichts.


    LG Sebastian

    Hallo Chris, schön von dir zu lesen und lieben Dank für deine Ideen.


    Die Telamonie hatte gar keine Zystiden.


    Bei a.rickenii bin ich mir durchaus auch unsicher wegen des Habitus. Habe aber irgendwie nichts passenderes gefunden, mit Schlüssel in FN lande ich dort und die Vorliebe auch für Barbula (Bärtchenmoose wie hier zu sehen) und Seeufer (FN) sowie die sehr gut passenden Sporen haben mich dann letztlich am ehesten von dieser Option überzeugt. Kenne mich auch zu wenig aus, um die Variabilität einzuschätzen. Alles gar nicht so einfach.


    LG Sebastian

    Hallo zusammen, vor zwei Wochen berichtete ich von "Kleinem" aus dem Engerser Feld: Besuch im Engerser Feld


    Gestern zog es mich nochmals dorthin, da es soviele Pilze gab. Und in der Tat konnte ich weitere (oft für mich neue) Funde dokumentieren.


    Spannend und für mich ein Erstfund 01 Arrhenia spathulata - der gezonte Moosaderling an Drehzahnmoos:



    Eine weitere Arrhenia - Arrhenia rickenii - der Geröllnabeling, der wohl aber nach FN auch gerne zwischen Moosen (Barbula) an Seeufern vorkommt. Was hier zutrifft.


    Sporen


    HDS mit inkrustierten Hyphen:


    Ebenfalls ein Erstfund über welchen ich mich sehr gefreut habe:

    03 Geopora arenicola - der gemeine Sandborstling


    Nachdem einmal entdeckt, sah ich die Burschen überall! Ein Massenpilz dort:


    Sporen


    Asci und Paraphysen


    Mit braunen septierten Hyphen samt abgerundeten Enden an der Außenseite (Haare).



    Zwischendrin eine 04 Telamonie spec unter Weide. Ich habe irgendwie aufgegeben zu versuchen diese zu bestimmen, da die Schlüssel die ich bisher probiert habe (Telamonia in Flandern, FN) selten zum Ergebnis führen. Hebeloma dunense (vielen Dank an Raphael und Uwe für die vielen wegweisenden Hinweise, Erläuterungen und Impulse).


    Sporen ellipsoid, subamygdaliform feinwarzig:

    10,3-12,8 µm (av. 11,5 µm, SD 0,9 µm) x 5,8-6,9 µm (av. 6,4 µm, SD 0,4 µm); Q = 1,7-1,9 (av. 1,8, SD 0,1)(n = 8)


    Hier in KOH3%


    Vielleicht haben ja die Profis hier eine Idee.


    Ansonsten gabs einige Keulen, z.B. 05 Clavaria falcata- das weiße Spitzkeulchen (welches scheinbar oft auch gelblich/ockerlich daherkommt) mit breitellipsoiden Sporen:


    Nicht mikroskopiert vermutlich 07 Clavaria fragilis - die wurmförmige Wiesenkeule (auch eher auf Erde am Wegrand, nicht auf Sand, zwischen Moos).


    Sehr spannend fand ich auch einen Pilz, der dort zahlreich auf Laubstreu (vermutlich Pappel, Birke) vorkam und denn ich nach Mikroskopie mal als 09 Marasmius epiphyllus cf - aderblättriger Schwindling ansprechen würde, allerdings mit dickem CF, also Unsicherheit



    Sporenabwurf bekomme ich bei denen nicht hin, Größe grob um 10x4µm (variabel in der Größe, allerdings immer schlank und lang, Q>2)

    In Melzer inamyloid:


    Cheilozystiden lageniform, nach apikal zuspitzend


    Kaulozystiden zahlreich, wie bei Ludwig für diese Art beschrieben:


    100-fach Kongorot


    400-fach Kongorot


    Ansonsten ein weiterer Erstfund für mich, eine sehr kleine Volvariella (Hut 2cm!). Hier schwanke ich etwas zwischen Volvariella pusilla und Volvariella murinella. Diese lassen sich nach Ludwig nur sicher anhand der Cheilozystiden unterscheiden, aber selbst damit tue ich mich bei hoher Variabilität der Cheilos schwer.


    Aufgrund der variablen Sporen, wegen der oft auch breiten Cheilos (?) und vor allem dem Vorkommen auf Sand tendiere ich zu

    10 Volvariella pusilla - der kleinste Scheidling (Vorkommen auf Sand bei Ludwig beschrieben)


    Sporenpulver schmutzigrosa, Sporen extrem variabel (Streuung in der Länge bei SD=0,9, auch bei Ludwig ist diese hohe Variabilität in den Sporen für pusilla beschrieben, auch findet man die beschriebenen eingeschnürten Sporen - wobei bei murinella dann wieder "selten stranguliert" steht, was vermutlich dasselbe bedeuten soll?)

    6,6-10,8 µm (av. 7,8 µm, SD 0,9 µm) x 3,7-4,9 µm (av. 4,3 µm, SD 0,3 µm); Q = 1,5-2,4 (av. 1,8, SD 0,2)(n = 22)


    Cheilozystiden


    Weiterhin war ich über einen Tintling verwundert, der mitten im Sand in großer Zahl gesellig wuchs.

    Und es dürfte am Ende dann auch 11 Coprinellus disseminatus - der gesäte Tintling sein.


    Sporen mit kräftigem Keimporus:

    7,2-8,5 µm (av. 7,9 µm, SD 0,4 µm) x 4,1-5,1 µm (av. 4,5 µm, SD 0,2 µm); Q = 1,6-1,9 (av. 1,8, SD 0,1)(n = 15)


    Cheilozystiden annähernd lageniform, kugelig mit zylindrischem Hals


    1000-fach, H2O


    Pleurozystiden ähnlich wie Cheilos kugelig mit schmalzylindrischem Anhang.


    Vor zwei Wochen schon gezeigt, aber immer noch zahlreich und noch eine schöne Gruppe gefunden:

    12 Omphalina pyxidata


    Weiter gabs noch Conocyben und Galerinen, aber zu denen kam ich nicht mehr


    LG Sebastian

    Hallo zusammen,


    gestern kamen wir wieder in der APV in einem Gebiet der Osteifel zusammen. Hier waren ausgedehnte Wiesen und Heideflächen. Vereinzelt durchzogen durch Kiefern oder anderen Nadelgehölzen.


    Drei Funde, die für mich neu waren (bzw. in einem Fall nicht häufig von mir gefunden), möchte ich hier dokumentieren und ggf. diskutieren.


    Eine größere Unsicherheit besteht für mich bei dieser Art. Hier wurde im Feld Rhodocybe in den Ring geworfen. Eine Gattung, die mir bis dato nur selten begegnet ist, z.B. mit dem würzigen Tellerling. Den Fund hier würde ich mit ein paar Fragezeichen als

    01 Rhodocybe hirneola cf - den glänzenden Tellerling ansprechen. Über eine Bestätigung oder fundierte Alternativideen würde ich mich freuen.


    Auf Wiese, eher saures Habitat (was auch zur Art passt)

    = gebörtelter (?) Rand (siehe Beschreibung bei Ludwig, ob das gemeint ist was der Pilz zeigt?)



    Makroskopisch hätten ggf. andere Tellerlinge (auch besser) gepasst, aber mikroskopisch zeigen sich kleine, subglobose Sporen, deren Unebenheiten man schon fast reininterpretieren muss. Die Sporen wirken fast glatt, was aber für hirneola beschrieben ist. Zudem sind diese auffällig dickwandig (bis 0,7µm). Auch das in Abgrenzung zu anderen Rhodocybearten beschrieben. Ein Sporenpulverabdruck wäre gut gewesen, der Pilz zeigte sich aber schnell zersetzend (vermutlich auch schon ältere Exemplare) und daher heute nur Matsch auf dem Objektträger. Einen zarten Rosaschimmer kann man aber im Mikro meiner Meinung nach erkennen.


    Sporen wie beschrieben und auf Lamelle gemessen: 5,8-6,4 µm (av. 6,1 µm, SD 0,3 µm) x 5,4-5,9 µm (av. 5,6 µm, SD 0,2 µm); Q = 1,0-1,2 (av. 1,1, SD 0,1)(n = 4)


    Sporen komplett cyanophil (auch beschrieben)


    dickwandig


    Weiterhin auffällig sind die Cheilozystiden, die zahlreich und mehrfach septiert sind.


    In H2O


    In Kongo/NH3



    Weiter gehts mit einem Moosbecherling. Nach solchen halte ich seid längerer Zeit immer wieder Ausschau (vorallem Lamprosporas finde ich ja mikroskopisch auch sehr reizvoll), bisher nur mit mäßigem Erfolg. Das Habitat gestern schien mir schon passend aber erst auf dem Weg zum Auto, als ich die Hoffnung schon aufgegeben hatte doch noch zumindest eine Octospora. Glücklicherweise kannte sich auch gleich jemand mit Moosen aus und konnte direkt Auskunft erteilen. Daher sehr sicher (und auch schon mehrfach in RLP kartiert):


    Eine junge 02 Octospora humosa - der gemeine Moosbecherling an Polytrichum piliferum.


    Sporen groß, glatt, ellipsoid mit zwei großen Öltropfen: 22,7-24,7 µm (av. 24,0 µm, SD 0,7 µm) x 13,6-14,3 µm (av. 13,9 µm, SD 0,3 µm); Q = 1,6-1,8 (av. 1,7, SD 0,1)(n = 4)


    Paraphysen apikal gerundet:



    Weiterhin eine einzelne, kräftige und stämmige Inocybe (Hut etwas größer als 5cm), die uns etwas ins Grübeln brachte. Nach Mikroskopie und Trocknungsvorgang, bei welchem die Fruchtkörper deutlich nachröten ist der Fall wohl klar: 03 Inocybe pudica - der weißrote Risspilz in passendem Habitat, auf Wiese neben Fichte und Kiefer.


    Nach Trocknung deutliches Nachröten, was typisch ist für die Art und diese auch von whitei unterscheidet


    Glattsporer: 8,9-9,7 µm (av. 9,2 µm, SD 0,4 µm) x 5,0-5,3 µm (av. 5,1 µm, SD 0,2 µm); Q = 1,8 (SD 0,0)(n = 3)


    Cheilos in KOH:


    Pleurozystiden in KOH3%:


    Kaulozystiden variabel, oft lang und schlank, teilweise septiert, Parazystiden vorhanden:


    LG Sebastian

    Hallo Karl, toll, da ward ihr doch wieder sehr erfolgreich. Am Wochenende bin ich nochmal mit der APV in der Eifel unterwegs. Mal schauen was wir noch finden können.


    Spadicea scheint ja wirklich ein gutes Jahr zu haben. Aurantiosplendens kenne ich noch nicht aus eigener Anschauung. Toll.


    LG Sebastian

    kann ich diese als Macrolepiota procera ohne irgendwelche cf. oder s. l. einfügen

    Ich würde jetzt behaupten ja. Klassische Parasole. Die röten ja wohl nicht, genatterter Stiel, typischer Doppelring.


    LG Sebastian


    P.S. eine schöne Gruppe. Ich kenne eine Stelle mit einem 50m Hexenring der vor zwei Jahren vollständig Fruchtkörper ausgebildet hat. Das war ein Erlebnis!

    Hallo Sandra,


    wieder beeindruckende Sporen- und Mikrobilder. Die gefallen mir immer außerordentlich.

    Bei der Omphalina könntest du mal mit O.pyxidata - den rotbraunen bzw. durchscheinend gestreiften Nabeling vergleichen. Den hatte ich jetzt auch in ähnlichem Habitat in größeren Mengen.


    LG Sebastian

    Hallo Beli, schöne Eindrücke,


    Fund 2 hätte ich auch sofort Atromyces pyxidatus genannt. Diesen gleichförmige Verästelung, die nach jeder "Stufe" 4 (oder so) neu Ästchen bildet, fand ich sehr beeindruckend bei meinem Erstfund und dies macht die Art wohl eher unverwechselbar.


    LG Sebastian.

    Hallo Beli,


    hatte ich auch schonmal kurz drüber nachgedacht, wäre vielleicht auch nochmal eine Richtung. Vermutlich fand ich die Lamellen zu hell.


    Conocyben gabs da aber auch, z.B jene hier, die ich Conocybe semiglobata nennen würde:


    Mit ausschließlich lecythiformen Kaulozystiden im oberen Stielteil (nach unten ab der Mitte stark abnehmend):


    Sporen: 9,8-11,2 µm (av. 10,7 µm, SD 0,4 µm) x 5,6-6,2 µm (av. 6,0 µm, SD 0,2 µm); Q = 1,7-1,9 (av. 1,8, SD 0,1)(n = 7)


    Vielleicht finde ich nochmal die Zeit die Tage, mir die gefragte Art genauer anzuschauen.


    LG Sebastian

    Hallo zusammen,


    inspiriert von dem schönen Bericht aus Salem und den dort gezeigten auch "sandigen" Habitaten dachte ich, dass ich doch das Engerser Feld am Rhein mal aufsuchen könnte. Das liegt bei mir quasi vor der Haustür. Ein schönes ehemaliges Kiesabbaugebiet mit mehreren Seen, welches mittlerweile Trinkwasserschutz-, Natur- und Vogelschutzgebiet ist. Dort gibt es zahlreiche spannende Stellen auf sandigen Böden, sehr naturbelassen, mit unterschiedlichsten Moosen, mit Schilf, mit Weiden, Birken usw. und durch den Schutz viele Bereiche auch abgelegen, nicht stark frequentiert, weitgehend unangetastet.


    Hier ein Ausschnitt vom Habitat in dem ich mich dann überwiegend aufhielt, weil es zahlreiches zu sehen gab. Soviel, das ich irgendwann überfordert war mit den ganzen Funden.


    Um zu diesem Bereich zu kommen, muss man schon ein Stückchen laufen, egal von welcher Seite man kommt. Auf dem Weg konnte man beobachten, weshalb das Engerser Feld ein wichtiges Vogelschutz- und Vogelzuggebiet ist. Man konnte beispielsweise aus der Ferne die Kormorankolonie beobachten:


    Nun aber zu den Pilzen, ich war ziemlich baff, wieviel es dort zu finden gab. Großes und Kleines. Diesmal habe ich mich vorwiegend auf das Kleine gestürzt und einige Funde und Eindrücke möchte ich hier zeigen bzw. vielleicht auch diskutieren, da ich z.B. in den Gattungen Entoloma und Omphalina/Arrhenia sonst nicht soviel unterwegs bin.


    Einen ersten Fund machte ich schon auf dem Weg am Ufer zwischen Schilf. Zuordnen konnte ich diesen dann erst mikroskopisch:

    01 Pholiota conissans - der Weidenschüppling



    Sporen typisch: 6,1-7,3 µm (av. 6,6 µm, SD 0,3 µm) x 3,5-4,5 µm (av. 3,9 µm, SD 0,2 µm); Q = 1,5-1,8 (av. 1,7, SD 0,1)(n = 18)


    Mit den zahlreichen Chrysozystiden war der Fund dann schnell eingeordnet:


    Teilweise finde ich den zu Ph.graminis synonymisiert. Nach Ludwig soll sich dieser allerdings durch nur spärliche Chrysozystiden unterscheiden.


    Weiter ging es mit etwas, dass ich erst für einen Nabeling hielt. Der Pilz entpuppte sich jedoch bald als (ich denke seltener) Rötling:

    Würde den 02 Entoloma graphitipes cf nennen wollen - den Graphitstieligen Nabelrötling



    Schnallen und Cheilozystiden sind nicht zu finden. Die Sporen sindnahezu isodiametrisch:

    8,0-9,1 µm (av. 8,5 µm, SD 0,4 µm) x 7,3-8,2 µm (av. 7,6 µm, SD 0,3 µm); Q = 1,1-1,1 (av. 1,1, SD 0,0)(n = 6)


    Die Hutdeckschicht zeigt sich mit stark inkrustierten Hyphen:


    Hier noch ein Bild vom Lamellenansatz am Stiel unterm Mikro, hat für den Fund wenig Aussagekraft, ich fands aber trotzdem spannend:


    Einen Fruchtkörper davon habe ich jedenfalls mal getrocknet und aufgehoben.


    Weiter gehts mit einer Omphalina, die ich dort sehr häufig sah und die ich:

    03 Omphalina pyxidata cf - den rotbraunen Nabeling nennen würde


    Sehr gesellig wachsend in Gruppen, wie das wohl auch üblich ist für die Art. In den Gruppen dann schon auffallend mal dunkler rotbraun, mal etwas blasser ausfallend.

    An verschiedenen Plätzen fotografiert, ich meine immer diesselbe Art, ohne jetzt jeden einzelnen Fruchtkörper mikroskopiert zu haben.


    erster Standort


    2. Standort


    3 Standort

    ebenso und direkt daneben


    Sporen mit kräftigem Apikulus ca. 8,1 x 5,7 (nur zwei gemessen, durchaus variabler im Sporenbild), ovoid, amygdaliform wirkend


    Mit den Zystiden habe ich mich etwas schwer getan, sind aber vorhanden und auch wie beschrieben oft zylindrisch oder auch mal entenkopfförmig:


    HDS deutlich inkrustiert:


    Kräftige Schnallen vorhanden (siehe Bildmitte):


    Dann eine weitere Art, die mir arge Rätsel aufgab. Ich habe sie jetzt mal

    04 Arrhenia obscurata - der sepiabraune Adermoosling genannt:


    Leider nur zwei kleine Fruchtkörper, vermutlich auch noch recht jung, insgesamt sehr dunkel mit herablaufenden, auffällig dicken Lamellen:


    Die Sporen bereiten leider etwas Kopfzerbrechen, da sie nicht recht zu dieser oder auch zu den Nachbararten passen wollen:

    Für Obscurata passt die Form, allerdings fallen die (in Ermangelung eines tauglichen Sporenabwurfs auf der Lamelle gemessenen) Sporen zu klein aus. Vielleicht unreif? Für Obatra passt die Länge, aber überhaupt nicht Form und Quotient. Und für O. baeospora sind die Sporen wiederrum zu groß.


    So blieb ich erstmal bei obscurata, auch weil mir das makroskopisch gut zu passen scheint. Vielleicht bin ich aber auch ganz falsch unterwegs. Auch hier habe ich noch einen kleinen Fruchtkörper übrig.


    Weiter gab es eine Tubaria, die ich 05 Tubaria spec nennen möchte, da sie irgendwie zu nichts so recht passen will. Mikroskopisch könnte das furfuracea sein, geht aber makroskopisch mit fast gelben Lamellen, insgesamt hellen Farben und vorallem einem hellbräunlichen bis weißlichen Stiel der bei allen (!) gefundenen Fruchtkörpern auffällig dunkel bis schwärzlich an der Basis färbt. Irgendwann verließ mich auch die Zeit, um dem Fund noch weiter nachzugehen. Furfuracea oder auch Conspersa kenn ich irgendwie anders. Vielleicht aber doch nur irgendwo dorthin zu sortieren.


    Sporen braun, ohne Keimporus: 8,1-8,7 µm (av. 8,4 µm, SD 0,2 µm) x 4,4-5,0 µm (av. 4,6 µm, SD 0,2 µm); Q = 1,7-1,9 (av. 1,8, SD 0,1)(n = 5)


    Cheilozystiden oft kopfig:


    Spannend fand ich, dass es dort auch Saftlinge gab!

    06 Hygrocybe conica - der schwärzende (eindeutig schwärzend, wahrscheinlich gibts doch da auch am Ende verschiedene Arten):


    Es gab noch viel, viel mehr, sowohl kleines, was ich nicht weiter verfolgen konnte:


    auch größeres ... verschiedene Telamonien, zu den ich gar nicht gekommen bin:


    Außerdem Ritterlinge (z.B. beringte und unberingte Erdritterlinge), verschiedenste Fälblinge, massenhaft Filzköpfe, Täublinge, Verschiedene Trichterlinge, Milchlinge wie den Birkenmilchling usw. usw. ...


    Naja, da bräuchte man wohl mehrere Leben, auf jedenfall spannend. An der Stelle war ich nicht das letzte Mal. Lampro- oder Octosporas habe ich da allerdings nicht gefunden. Hatte ich etwas drauf gehofft. Irgendwann wirds dann halt auch dunkel:


    So, falls ihr noch Hinweise habt, gerne her damit.


    LG Sebastian

    Hallo Wolfgang,

    hatte im Feld wegen der überstehenden Huthaut und der Vielzahl an umstehender Pappeln an den Pappelraufuß gedacht. Hatte den Pilz aber stehen lassen. L. duriusculum kann auch eine blaugrüne Stielbasis haben, sollte aber beim durchschneiden rasch rosa- bzw. lilagrau werden, wie ich gerade nochmal nachgelesen habe. Birken waren da auch. Und auch Variicolor kann wohl einen leicht überstehenden Hutrand haben. Von daher passt das doch :daumen:


    Beitragen könnte ich noch die wunderschöne Espenrotkappe von der Stelle:


    Und wenn wir schon bei den Röhrlingen sind, dieser Rotfuss hatte auch was, der durfte auch bleiben wo er ist:


    LG Sebastian

    Ahoj,

    die waren ca. 8 cm hoch;

    einen Geruch konnten wir indes nicht feststellen.


    LG

    Ok, dann könnte ich mir noch einen Weichritterling vorstellen, wobei der dann schon recht stämmig daherkommt. Und "drunterschauen" wäre natürlich hilfreich. Wenn er wie saponaceum riecht, gehen mir die Ideen aus. An Seifenritterling würde mich einerseits der Stiel stören: auf brauner Grundfarbe feinflockig weiß? Und im Grunde auch der Hut: innen ausgeblasst und außen dunkel.


    LG Sebastian