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letzter Beitrag von Tomentella am

unbekannter weicher Porling

  • Hallo zusammen!

    Ich habe heute einen Fund gemacht, den ich absolut nicht einordnen kann. Ich habe ihn zuerst für einen Zimtfarbenen Weichporling gehalten (die fand ich bisher nur resupinat wachsend) und dachte noch, ach gugg, so sehen die also aus wenn sie normal wachsen ^^

    Zur Verifizierung hab ich ihn Eike geschickt, der meiner Theorie widersprach. Er dachte in Richtung eines jungen Schillerporlings.

    Leider habe ich, da ich am Ende meiner Tour war und ziemlich müde, auf nicht allzu viel geachtet und die Bilder sind auch verbesserungswürdig. Substrat war liegendes Totholz, bemoost, am Astende wuchsen uralte Austern. Vermutlich war es Laubholz, aber Nadelholz ist nicht ausgeschlossen (Lärchen und Douglasien sind mir noch aufgefallen dort, waren vereinzelt eingestreut) Die Konsistenz war weich, wie ein etwas festerer Schaumstoff, ließ sich recht leicht zusammendrücken und war saftig, sehr nass schon fast. Geruch nicht getestet. Größe insgesamt ca 10cm hoch, 6cm breit, ein Hut des konsolenartigen Porlings war recht klein, ca 1,5cm breit und 0,5 tief. Geschätzt.

    Ich werde morgen nochmal dort hin gehen und versuchen, bessere Bilder zu machen und aufs Substrat achten.

    Danke an Climbingfreak fürs hier her schubsen ;)


    Ich bin gespannt ob vielleicht schon jemand ne Idee hat - die besseren Bilder reiche ich morgen nach.

    Vielen Dank schon mal an euch,

    Viele Grüße,

    Carina


  • Hallo Joe,


    Die Idee hatte man drüben bei FB auch.

    Ich bin gespannt, hier ists knackig kalt und alles ist gefroren, mal schauen, in welchem Zustand der Porling heute ist. Da er so saftig ist wird er sicher gefroren sein, aber eventuell kann ich ihn entnehmen.. und zuhause auftauen :D

    Vielen Dank schon mal an dich!

    Liebe Grüße,

    Carina

  • Moin, Carina!


    Hapalopilus nidulans wächst bei dir vorwiegend resupinat? Das ist aber tatsächlich extrem ungewöhnlich für eine normalerweise deutlich pileate Art.
    Aber wie auch immer: Das hier kann nicht Hapalopilus nidulans (Zimtfarbener Weichporling) sein. Die Fruchtkörperform passt nicht dazu, die Poren sehen ungewöhnlich aus, und solche Farbkontraste sind in den Fruchtkörpern der Art in aller Regel auch nicht zu finden.

    Das hier könnte eventuell in richtung Inonotus gehen, wie Eike auch schon vermutet. Von der Rinde her könnte das Substrat sogar Erle sein, ein Erlen - Schillerporling (Mensularia radiata / Inonotus radiatus, allerdings auch mit ungewöhnliicher Fruchtkörperform) wäre also immerhin mal ein Arbeitstitel.
    Schnittbild wäre initial hier mal interessant, um zu sehen, ob Kontext und Trama auch braun sind. Vielleicht auch ein Tropfen KOH drauf, ob das damit schwarz wird.



    LG, Pablo.

  • Hallo, Carina!


    Die Reaktion ist dann halt nicht satt schwarz bei Hymenochaetales, sondern dunkelbraun / graubraun, aber wenn man das weiß, daß man eine niedrigere Konzentration verwendet hat, dann taugt das auch. :thumbup:
    Schnittbild ist aber wichtiger, um die Farben innen beurteilen zu können.



    LG; Pablo.

  • Hallo,


    ich denke eher dass es Nadelholz ist und Gloeophyllum trabeum sein könnte. Wobei der auch mal auf Laubholz vorkommen kann.


    beste Grüße,

    Andreas

  • Hi,


    Inonotus hatte ich wegen dieser rotbraunen Färbung des Hymenophors ausgeschlossen. Bei FB wurde noch I. triqueter ins Spiel gebracht, was ich allerdings aufgrund dieser vielen deutlichen Einzelhütchen aussloss.


    Aber was weiß ich schon groß von Baumporlingen...


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo zusammen,


    Hier mal ein Update mit besseren Bildern und einem Schnittbild.

    KOH konnte ich gemeinsam mit Robin testen, er hatte sich bereit erklärt mit mir die KOH Reaktion zu testen. Der Porling hat nicht reagiert. Null. Ob das jetzt dem Frost geschuldet ist, kann ich nicht sagen. Und zu Thema Geruch: er mieft ganz schön. Leicht säuerliche Komponente, aber am ehesten alt, gammelig-spermatisch mit einer Ammoniakkomponente. Ziemlich unangenehm.


    Substrat konnteich nicht klären, aber Eike und ich sind zu 90% sicher dass es Laubholz ist. Leider war die Rinde schon fast ganz ab und der Stamm festgefroren, aber ich hab nochmal Fotos für euch gemacht - vielleicht habt ihr ja ne Meinung zu.

    Der Stamm:

  • Tach zusammen!


    Ach... Ja, ältere und gut durchwässerte Fruchtkörper von Bjerkandera fumosa, das klingt doch gut.
    Die Idee von Andreas ist auch nicht schlecht, aber die Porenform und die Wuchsformen von Gloeophyllum trabeum wäre doch ein wenig anders. Wobei das ja auch immer mit den Wuchsbedingungen variieren kann, aber so wie hier wäre schon arg aus der Form gefallen.

    Wobei auch für B. fumosa die Fruchtkörper dann arg verwittert wären. Ohne die Sporen hätte man noch eine Borstentramete vorschlagen können, aber das ist angesichts der Sporenform natürlich ausgeschlossen.



    LG; Pablo.

  • Moin ihr Lieben,


    ...also verbuche ich den Fund mal unter "Bjerkandera fumosa" (als Anfänger bin ich ja schon n bisschen stolz dass ich den Namen flüssig und ohne Nachschauen schreiben kann 😅🙈) allerding mit Fragezeichen dahinter - da ich ja nicht selbst mikroskopieren kann, wird es wohl keine 100% Bestimmung, richtig?

    Ich danke euch sehr für eure Expertise!

    Ich bin nach wie vor ziemlich Pilzvirus-infiziert und die Vielfalt erschlägt mich fast. Als Anfänger da n Überblick zu bekommen... schwierig 🤷‍♀️

    Danke nochmal an euch!

    Liebe Grüße,

    Carina

  • Hi,


    dann kann ich dir einen Rat geben, indem du dir erstmal dich nur mit bestimmten Gruppen befasst und dich Stück für Stück in die Materie einarbeitest.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo Stefan,

    Danke für den Tipp! Aktuell bin ich oft schon froh, wenn ich weiss, welche Gattung ich vor mir habe. So das gängige, was hier in meinen Wäldern häufig ist, erkenne ich schon ganz gut - aber oft habe ich noch nicht den Durchblick über die einzelnen Gattungen. Rötlinge oder Nabelinge und sowas hab ich noch nicht so oft gesehen deshalb tu ich mich da noch ein bisschen schwer. Aber das wird schon und ich bin ziemlich ehrgeizig - und außerdem ja auch erst etwas über n Jahr dabei. Aber ich hab in diesem Jahr schon so viel lernen dürfen und habe wirklich tolle Sachen gesehen, über die ich mich heute noch freue - auf die beiden Zwitterlinge zB bin ich stolz, oder Königsröhrling und Kornblume..

    Ok, und Porlinge ohne Mikroskopiefähigkeiten bestimmen wollen war auch "etwas" naiv 😂

    Ich bleib weiter dran und mache auch zwei Kurse bei mollisia , auf die ich mich schon sehr freue.

    Tomentella Ok, Frank, ich merke mir die Fragezeichen ;) Kann man in dem Zustand denn noch per Mikroskop was erkennen? Oder sind die zur Bestimmung wichtigen Merkmale alle vergangen?

    Vieln Dank nochmal an alle :gwinken:

    Liebe Grüße,

    Carina

  • MoinMoin!


    Ja, könnte ich machen, Carina. :thumbup:

    Momentan bin ich noch dabei, einen Stapel Pilze von Joe abzuschließen, aber das ist bald erledigt. So arg viel selbst eingesammelt habe ich auch nicht (Lustigerweise Gloeophyllum trabeum vorgestern, sieht doch etwas anders aus, auch die Sporen und natürlich wird der mit KOH auch dunkel).


    Mir kommt da aber eben noch so ein Verdacht. Weil irgednwie kam mir noch diese Kollektion von Abortiporus biennis in den Sinn:





    Die Sporen könnten dazu auch noch passen, und wenn man davon ausgeht, daß die Fruchtkörper widrigen Witterungseinflüssen ausgesetzt waren, könnte das die ungewöhnliche makroskopische Erscheinung auch erklären.



    LG; Pablo.

  • Hallo, Frank!


    So im vergleich mit den Fingern wirken die Poren tatsächlich sehr fein.

    Wenn du reinlinsen magst, lasse ich dir gerne den Vortritt. Anhand der Gloeozystiden wären aber immerhin Abortiporus und Bjerkandera leicht zu unterscheiden, Hyphensystem und Schnallen werden auch noch einiges verraten, solange man noch Sporen findet, sollten die weiteren Strukturen ja auch noch so intakt sein, daß man das beurteilen kann.
    Also wir werden es auf jeden Fall erfahren, was das hier ist. :)



    LG; pablo.

  • Aye!


    Dann schick mal an Frank, Carina.

    Ist ja eh so, daß du da derzeit wohl keine kompetentere Adresse in Deutschland für finden wirst. :thumbup:

    Für dich habe ich in den nächsten Wochen aber eventuell auch noch zwei - drei fragwürdige Kandidaten, Frank. Da meld' ich mich aber dann, wir werden's ja noch ein Weilchen aushalten müssen mit dem Lockdown.



    LG; Pablo.

  • Hallo Carina,


    dein Porling hat ja viel erleiden müssen, Nässe, Frost und kleine hyaline Maden, die den Context weggefressen haben. Als Exsikkat ist er kaum einzuordnen. Mikroskopisch sind die schmalelliptischen Sporen 5,5-7 x 3-3,5 µm und das monomitische Hyphensystem mit Schnallen an den Hyphen gut zu erkennen. In Verbindung mit einer dünnen gelatinösen, etwas dunkleren Schicht zwischen Poren und Context kommt man dann doch eindeutig zu Bjerkandera fumosa. Eine Art, die auch mal resupinat und mit irpicoid aufgespaltenen Poren vorkommen kann. Dann ist sie nur mit etwas Erfahrung zu bestimmen.


    LG

    Frank

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