Wildschwein-Sichtungen (verschobene Beiträge)

Es gibt 17 Antworten in diesem Thema, welches 2.115 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Karolin.

  • Hallo Karolin,

    zu dieser Jahreszeit findet die Wildschweinbrunft statt. Die Bachen sind rauschig, was man auch riecht: Sie haben einen sehr intensiven muskatartigen Geruch, den man auch noch riecht, wenn sie 5 Minuten vorher da entlang gelaufen sind. Die Bachen werden dann von ihren Kindern aus dem Vorjahr begleitet und gleichzeitig von den Ebern umgarnt.

    Die Wildschweine sind zu dieser Zeit weit weniger scheu als zu anderen Zeiten, aber völlig harmlos: Sie interessieren sich ausschließlich für das andere Geschlecht der Art Wildschwein. Die Jungen vom Vorjahr versuchen irgendwie bei ihrer Mutter zu bleiben und dabei nicht von den Erwachsenen über den Haufen gerannt zu werden.

    Ich werde morgen wieder eine Laufgruppe durch den Pfälzer Wald führen. (Corona bedingt mit einem gewissen Abstand der Teilnehmer) Wir hatten schon Jahre, da liefen mehrfach Schweine quer durch die Gruppe, was bei einigen Teilnehmern gewisse Irritationen auslöste. Die Wildschweine stört das aber überhaupt nicht.

    Die Wildschweinmütter machen sich keine große Sorgen, dass jemand den Jährlingen zu nahe kommen könnte.

    Gruß,

    Marcel

  • Lieber Marcel,


    vielen Dank für diese interessanten Informationen!

    Das war schon sehr beeindruckend, diese ca. 15 Wildschweine zu sehen, die ich aufgeschreckt habe. Sie liefen aber in die entgegengesetzte Richtung davon. Wirkliche Angst hatte ich nicht, aber der Adrenalinspiegel stieg doch kurz an.


    Im Juni letzten Jahres hatte ich bereits einmal eine Begegnung mit Wildschweinen, damals waren es nur 5 oder 6, aber sie rannten ziemlich nah an mir vorbei, so dass ich das Gefühl hatte, der Boden bebt.

    Ich weiß immer noch nicht so genau, wie man sich da am besten verhält. Ich hab ein wenig recherchiert und habe mir gemerkt, dass weder wegrennen noch laut schreien besonders gut ist, sondern eher das Stellen an einen Baum und ein langsamer Rückzug.

    Aber du scheinst Dich mit den Tieren ja ganz gut auszukennen und hast vielleicht bessere Tipps für Wildschweinbegegnungen.


    Liebe Grüße,

    Karolin

  • Hallo Karolin,

    das einzige was man beim Umgang mit Wildschweinen beachten muss, ist dass man sofort stehen bleibt, wenn man ein Wildschweinkind sieht, das deutlich jünger als ein Jahr ist.

    Gefährlich können Mensch - Wildschweinbegegnungen nur dann werden, wenn Du zwischen Mutter und Kind bist und die Mutter Angst um ihr Kind bekommt, weil Du dich auf Ihr Kind zubewegst. Allgemein gilt: Es sind immer mehr Wildschwein da, als Du siehst. So lange Du nicht weißt, wo die Schweinemutter und die anderen Kinder sind, hilft nur Stehenbleiben und warten. Die Mutter wird irgendwann nach ihrem Kind rufen. Dieser Ruf ist kräftiges Lufteinziehen. Dann kann man beobachten, dass aus allen Richtungen die Schweinekinder gelaufen kommen. Bis das letzte Kind auf den Ruf seiner Mutter hört, kann das auch mal eine Minute dauern. Ich habe leider einmal das traurige Erlebnis, dass ich auf eine Gruppe der verlorenen Wildschweinkinder getroffen bin.Vermutlich war die Mutter von einem Zug erfasst worden. Das stand ich dann 5 Minuten, bis ich sicher war, dass Sie alleine sind.

    Im Januar gibt es keine Frischlinge (Es soll zwar auch Schweine geben, die mehr als einmal im Jahr Junge haben, bei uns habe ich so etwas noch nicht gesehen.)

    Allgemein sollte man sich Wildtieren und Haustieren gegenüber bemerkbar machen und ansonsten seinen Weg fortsetzen.

    Manchmal hat man Tiere, die einen aus irgendeinem Grund erst wahrnehmen, wenn man 2 Meter neben ihnen steht. Die Tiere erschrecken dann fürchterlich. Sicherer ist es, das zu vermeiden.

    Mir kam mal beim Waldlauf im Dunkeln eine Rotte von ungefähr 200 Wildschweinen auf einem Waldweg entgegen. Das erste was ich ich wahrnahm, war das Geräusch eines Wildschweinkindes, das erschrickt.

    Ich bin dann stehen geblieben. Dann hörte man Wildschweine in großer Zahl nach links und rechts in den Wald rennen. Als ich dann das Geräusch hörte, das ältere Wildschweine machen, wenn sie ihre Kinder beruhigen wollen, bin ich weiter gelaufen.

    Die älteren Schweine hatten mich als ungefährlich identifiziert und das den jüngeren gesagt.

    Das hat auch Nachteile: Mir sind Fälle bekannt, das Läufer mit Stecken die Schweine auf Abstand halten mussten. Die Schweine wussten halt irgendwann, dass das die sind die da jeden Sonntag lang laufen und wollten die auch mal genauer begutachten.

    Gruß,

    Marcel

  • Lieber Marcel,


    noch einmal vielen Dank für diese sehr interessanten Informationen.

    Einer Rotte von 200 Wildschweinen zu begegnen, wow, das muss imposant gewesen sein. Ich fand die ca. 15 Tiere heute schon beeindruckend.

    Ich war heute am Stadtrand von Berlin nach Brandenburg unterwegs. Wo treibst du Dich denn so rum, dass es da so große Rotten gibt?


    Liebe Grüße, Karolin

  • Hallo Karolin,

    die Größe der Rotten hängt sehr stark von der Jahreszeit ab. Im Winter kurz vor der Brunft sind sie am größten.

    Meine Begegnung mit der sehr großen Rotte war im Landkreis Offenbach am Main nahe der Ortslage Dietzenbach.

    Die zweibeinigen Rotten sind dort deutlich gefährlicher. Die haben es sogar mal vor einem Jahr in die Tagesschau geschafft.

    Sie hatten einen Brand ausgelöst und dann die anrückende Polizei angegriffen. Man kann in Dietzenbach auch nicht durch das entsprechende Viertel gehen. Ein ehemaliger Kollege von mir wurde dabei überfallen. Er rettete sich, indem er auf die Frage: "Ist das ansteckend?" mit ja antwortete. (Er litt stark unter Neurodermitis).

    Mit dem Sonnenuntergang setzt da im benachbarten Wald eine starke Tierwanderung ein. Man muss da beim Laufen fast aufpassen, dass man nicht versehentlich auf ein Tier tritt.

    Ich bin nun 60 Jahre alt und mache seit 45 Jahren Waldläufe, davon viele im Dunklen. Man lernt da sehr schnell, wie sich welches Tier anhört.

    Besonders beeindruckend finde ich immer, wenn ein Käuzchen ruft. Erinnert irgendwie an Edgar Wallace Filme wie der schwarze Abt.

    Die einzigen negativen Erfahrungen mit den Wildtieren, die ich hatte, war ein aggressiver Bussard, der auf meiner Standardberglaufübungsstrecke ständig Scheinangriffe gegen mich flog. Mittlerweile hat ihn ein Auto überfahren. Ich hatte mich mit einer grell bunten Kappe beholfen, um ihm das Angreifen auszutreiben.

    Gruß,

    Marcel

  • Lieber Marcel,


    das ist alles sehr spannend was Du erzählst.

    Ich bin zwar auf dem Land aufgewachsen mit Kuhweiden und weiten Feldern um mich herum, habe dann aber 26 Jahre mitten in Berlins Innenstadt, genauer Kreuzberg, gewohnt. Dort sieht man ab und zu mal Karnickel oder auch mal einen Fuchs, aber sonst ist da nicht viel Tier unterwegs.

    Jetzt bin ich ja im Herbst an die Stadtgrenze gezogen, Brandenburg fängt 50 Meter vor meiner Haustür an und ich muss mich erst einmal wieder an so viel Natur gewöhnen.

    Jeden Abend um kurz vor 5 fliegen die Enten vom Teich an meinem Balkon vorbei zu ihren Nachtquartieren, und vormittags suchen die Eichelhäher und der Buntspecht vor meinem Balkon auf der Wiese nach Futter und nehmen ein Bad im Vogelbad.

    Kraniche hab ich auch viele gehört und gesehen bis in den Dezember rein, aber im Moment höre ich sie nicht mehr.

    Rehe hab ich auf den Spaziergängen auch schon öfters gesehen, und die Wildschweine hinterlassen einige Spuren, der ganze Wald ist durchpflügt. Nun hab ich sie vorgestern zum ersten Mal auch gesehen.


    Das ist alles so faszinierend und ich freue mich so, endlich an den Wald gezogen zu sein. Beste Entscheidung meines Lebens!


    Bin ja gespannt, wann ich den ersten Wolf treffe.


    Liebe Grüße,

    Karolin


    Achso, na die zweibeinigen Rotten, hm, können von mir aus ausgerottet werden....

  • Hallo Karolin,

    ich wurde in Kaiserslautern geboren, habe eine Zeit lang in Hessen gelebt und wohne jetzt wieder in Kaiserslautern.

    Kaiserslautern ist das "Tor zum Pfälzer Wald", dem größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands.

    Kaiserslautern hat ca. 100000 Einwohner. Jeder, der da geboren wird, hat schon in früher Kindheit Kontakt mit Wildschweinen und kommt darum auch nicht auf den Gedanken, beim Anblick eines solchen zu erschrecken.

    Auf Wildschweine trifft man bei uns nächstens nicht nur im Wald, sondern in Grünanlagen aller Art. Dort richten sie allerlei Schaden an. Die Herrichtung eines umgepflügter Rasenplatzes ist zum Beispiel sehr teuer. In den letzten beiden Trockensommern wurden Wildschweinmütter beobachtet, die mit ihren Kindern am Tage in Gartenteichen der Besitzer der Waldrandgrundstücke badeten.

    Ein Sportkameradin erzählte mir, dass sie ihr Kind vom Kindergarten abholte und das Kind beim Verlassen des Gebäudes "Die Schweine" sagte. Sie dachte erst, das bezieht sich auf zweibeinige Schweine, dann sah sie, dass die Wildschweine in der Nacht zuvor in den Grünanlagen des Kindergartens größere Erdbewegungen durchgeführt hatten.


    Wenn Wildtiere nicht früh sterben wollen, müssen sie vor allem zwei Dinge lernen:

    1. Niemals ohne triftigen Grund aggressiv werden.

    2. Niemals ohne triftigen Grund schnell flüchten.

    Beides kostet viel Energie und kann gefährlich werden.

    Man kann darum von der Wildtieren gut lernen, was man tun soll, wenn man in einer Situation nicht sicher ist, ob eine Gefahr besteht:

    Sie ducken sich und verhalten sich still. Ich belaufe zum Beispiel immer wieder einen Pfad, der 5 Meter neben einer viel befahrenen Landstraße liegt. Zwischen Straße und Pfad sind Brombeerhecken. Irgendwann viel mir auf, dass Rehe in den Hecken sitzen. Die fressen nämlich sehr gerne Brombeerblätter. Sie flüchten erst, wenn sie den Eindruck gewinnen, dass man sie bemerkt hat.

    Meistens ist der Umstand, dass man im Wald Tiere sieht, darauf zurückzuführen, dass die einen vorher schon einmal gesehen oder gerochen haben und nicht als gefährlich einstufen.


    Im letzten Herbst fand ich den zerrissenen Kadaver eines größeren Tieres und habe mich gefragt, welches Tier dafür stark genug ist. Bei uns hat man Luchse ausgesetzt, die ich auch schon gesehen habe, aber ich hatte auch den Verdacht, das könnte ein Wolf gewesen sein.

    Vielleicht war der Riss auch von einem Luchs und die Wildschweine haben zerkleinert.

    Gruß,

    Marcel

  • Im Januar gibt es keine Frischlinge

    Gibt es eben doch, hier bitte:



    Die Winter sind nicht mehr das, was sie einmal waren, und das Nahrungsangebot ist überwiegend üppig. Die Paarungszeit verschiebt sich vom frühen Winter auf August/September - und dann sind die Frischlinge teils schon zu Silvester da.

    Nicht nur in den Wildparks, auch in freier Wildbahn.

  • Hallo

    Mittlerweile paaren sich die Wildschweine nicht nur einmal im Jahr. Durch die milden Winter und ein gutes Nahrungsangebot. Das ist auch der Grund, warum Jäger auf alles schießen, was bei 3 nicht auf dem Baum ist. Die um sich greifende Gefahr der ASP veranlasst die Jägerschaft dazu. Die Abschussprämien wurden erhöht und der Druck, vor allem der Landwirte, ist immens.

    Im Moment bezahle ich für ein Wildschwein in der Decke, 50-80 Cent/ Kilo. das aber nur nebenbei.

    Ich selber hatte schon oft Begegnungen mit Wild. Wenn ich nachts beim Angeln im Schilf sitze, raschelt es sehr oft ganz in der Nähe und die Grunzerei bereitet einem schon eine kleine Gänsehaut :|. Und wenn dann ein Fuchs oder ein Waschbär versucht das Brötchen zu klauen, was man neben sich liegen hat, ist das schon lustig.

    Ich habe mal eine Weile auf einer LPG gearbeitet. Wenn wir die Silage abgedeckt haben, haben wir immer die Deckschicht über die Silomauer mit dem Bagger geschmissen, ein Fest für die Wildschweine. Einmal war ich früh, gegen 4.00Uhr der Erste auf der Arbeit. Nachdem ich das Tor geöffnet habe, stand ich mitten in einer Rotte von ca 30 Tieren aller Altersklassen. Ich habe mich hingehockt und die Schweine haben mich wahrscheinlich nicht gewittert oder gesehen und so konnte ich alles bestimmt 20 min lang beobachten,...herrlich.

    Wir sollten alle Dankbar sein, dass wir uns nicht nur Bilder auf dem Computer anschauen, sondern uns in der Natur bewegen, etwas auskennen und solche Begegnungen life erleben dürfen.

    Ob das nun wilde Tiere sind oder Fische im Wasser, Pilze im Wald oder Pflanzen, Moose, Flechten. Es gibt soviel zu entdecken.

    Bevor ich jetzt philosophisch werde....

    viele Grüße

    Frank


    PS: meine Mutter hatte früher immer ein Tütchen Pfeffer in der Jackentasche wenn sie auf dem Weg in ihren Heimatort war. Den Pfeffer wollte sie dann den Wildschweinen in die Augen streun, wenn sie zu Nahe kommen....die Nerven möchte ich haben:D

  • Vielleicht als Ergänzung: Grundsätzlich ergreifen Tiere die Flucht vor uns. Die Ausnahme bilden kranke und verletzte Tiere. Deshalb solle man tunlichst während und nach Treibjagden - die ich übrigens für tierschutzrelevant und nicht akzeptabel halte - etwas vorsichtiger Als sonst unterwegs sein.

    Und ja, Wildschweine bringen seit ein paar Jahren ganzjährig Junge zur Welt. Der Mensch macht’s möglich.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

  • Hallo zusammen,

    ich bin seit 45 Jahren durchschnittlich drei Mal pro Woche im Wald. (Lauftraining, Pilze suchen, Spaziergänge, Waldfrüchte ernten etc.)

    Ich habe noch nie erlebt, dass Schweine im August oder September rauschig sind. Schon gar nicht habe ich es erlebt, dass die an Silvester oder im Januar Frischlinge haben.

    Bei dem Wetter, dass wir aktuell haben, würden die auch nicht lange überleben. Die Frischlinge überleben nasse Kälte nicht. In früheren Jahren hatten wir auch mal Wintereinbrüche im März und damals kamen dann kaum Jungschweine durch. Mutter Schwein kann dann nur mit ihren Kindern in die nächste Dickung gehen und hoffen, dass es aufhört. Bei uns gibt es momentan keine nennenswerte Schneedecke und der Boden ist steif gefroren, das ist ein größeres Problem für die Wildtiere.

    Wenn die Schweine rauschig sind, hört und riecht man das, sobald man den Wald betritt. Die Schweine rennen hektisch hin und her und die Bachen verbreiten einen sehr intensiven Geruch.

    Vielleicht zehnmal pro Jahr begegnen mir Wildschweinmütter mit Kindern und ich kann schon recht gut abschätzen wie alt die sind. Von denen ist auch keines im Januar zur Welt gekommen.

    Mich würde interessieren, ob einer der Foristen selbst schon mal abseits von Wildgehegen zu dieser Zeit Frischlinge gesehen hat und in welcher Region Deutschlands das war.

    Das Nahrungsangebot für Schweine hat sich bei uns - so lange ich denken kann - in keiner Art und Weise verbessert. Die Waldschweine kommen bei uns nicht so ohne weiteres an landwirtschaftliche Flächen dran, dazu müssten sie das Stadtgebiet, eine Autobahn und einige Bundesstraßen queren. Bei uns gab es nach dem zweiten Weltkrieg eine starke Tendenz zur Aufgabe landwirtschaftlichen Flächen. Die sind jetzt bewaldet. Wir haben selbst Anteile an einem Kartoffelacker (Erbengemeinschaft), auf dem seit 1945 keine Kartoffeln mehr ausgebracht wurden. Das ist jetzt Wald.

    Die verbliebenen landwirtschaftlichen Flächen sind in den Händen von Großbauern. Für die lohnt es sich nicht, einen kleinen Acker mitten im Wald zu bewirtschaften. Den müsstest du wegen der Säue mit einem sehr guten Zaun schützen.

    Ein wesentlicher Anteil der Wildschweinnahrung stellen Mäuse und Ratten dar. Die letzten 2 Jahre hat es bei uns monatelang nicht geregnet. Dementsprechend sah und hörte man kaum Nager. Auch der Unterwuchs im Wald war stark reduziert. Wenn die Wildschweine wie in den letzten Jahren anfangen, Totholz zu bearbeiten, um an die darin wohnenden Insekten zu kommen, weiß man, dass sie großen Hunger haben.

    Gruß,

    Marcel

  • Also ich wohne am Stadtrand von Berlin. mein Heimatort grenzt direkt an den Berliner Ring BAB10. Bei uns gibt es Wildschweine in großer Anzahl und auch führende Bachen sind jetzt unterwegs. Ich habe die selber gesehen, als ich mit einem befreundeten Jäger auf Ansitz war. Ein Bekannter von mir betreibt eine Gärtnerei und er hatte auf einem Teil seiner Flächen noch Restbestände von verschiedenen Kohlsorten usw. stehen, die ein willkommenes Fressen für die Schweine sind. Dauerfrost gab es bisher nicht und gefrorene Böden schon gar nicht. Entsprechend sehen solche Flächen aus, wenn die Schweine auf der Suche nach Würmern, Käferlarven usw. sind. Der Druck der Landwirtschaft auf die Jäger wird ständig erhöht. Die Jäger haften ja für entstandene Wildschäden. Die Tiere weichen immer mehr auf solche kleinen Flächen aus, wie Gärten, Parks, manchmal auch auf den Friedhof.

    Wenn ich Wildschweine sehen will, gehe ich abends auf die Autobahnbrücke. Unten rauschen die Autos lang und an dem Wildzaun laufen die Wildschweine. Meine Frau sieht fast jede Nacht, wenn sie von der Arbeit kommt, an der B 158 Wildschweine, direkt am Straßenrand. Da ist ein kleiner Wald mit sehr vielen Buchen und Eichen, entsprechend finden die Schweine dort die Früchte dieser Bäume.

    Also ich glaube schon, dass der ganze Bio-Rhythmus der Tiere durcheinander ist und das hat sicher seine Gründe.


    Viele Grüße

    Frank

  • Bemerkenswert, wie die Anfrage zu einer kleinen Pilzbestimmung hier in eine so spannende Diskussion ausgeartet ist.

    Ich habe alles mit viel Interesse gelesen und sehe, dass auch viele von Euch dazu etwas zu sagen haben. Vielleicht sollten wir einen eigenen Thread für Wildtiersichtungen und ander Beobachtungen aufmachen, was meint ihr?

  • Hallo Karolin,

    ich fände es schön dafür einen eigenen Thread aufzumachen, denn momentan ist der Threadtitel ja nichts mehr damit zu tun, um was die Unterhaltung geht.

    Ich trage schon mal was bei:

    Am 22.November 2020 ca. 9:00 Uhr bei Kaiserslautern hörten und rochen wir mit meiner Laufgruppe brünftige Wildschweine. Meine Uhr zeichnet meine Aktivitäten und Wege auf und die Wildschweine fielen durch ihr lärmendes Verhalten und ihren strengen Geruch auf.

    Die Schweine scheinen in der Nähe der Waldstelle "Wolfskaut" zu wohnen. Wenn man in der Gruppe unterwegs ist, bekommt man sie aber nur während der Brunft zu sehen.

    Dann stört es sie nicht, wenn noch ein paar Menschen in der Nähe sind.

    Wir sehen sie dort jedes Jahr ungefähr zu dieser Zeit.

    Wenn man alleine ist und sich ruhig und leise bewegt, sieht man sie das ganze Jahr.

    Wenn Nahrung im Überfluss da ist, bestehen die Gruppen nur aus einer Mutter mit ihren Kindern, ansonsten sind da auch die Kinder vom Vorjahr dabei. Die führende Bache führt dann ihre Rotte zu Nahrungsquellen.

    Gruß,

    Marcel

  • Guten Morgen


    Ich wollte mich gestern schonmal bei Karolin entschuldigen. Dafür, dass der Thread etwas aus den Fugen geraten ist^^

    Früher in der Schule, hätte unter dem Aufsatz gestanden " Thema verfehlt"

    Aber es ist schon interessant, dass es auch hier so unterschiedliche Ansichten, Meinungen und Beobachtungen gibt. Und spannend und wichtig ist es allemal, dass man offen ist für alle Sachen, die die Natur uns bietet. Da kann man auch mal vom eigentlichen Thema abschweifen.


    Liebe Grüße

    Frank

    • Offizieller Beitrag

    Hi zusammen,


    hier gibt's nun einen eigenen Thread fürs Thema, das sich an diese Bestimmungsanfrage anschloss.


    Beste Grüße
    Jan-Arne

                                                                               
    Im Forum gibt es keine Verzehrfreigaben, nur Hilfestellungen zu eigenständigen Vergleichen!


    Hier findet ihr eine Übersicht über bestimmungsrelevante Informationen!

  • Alles gut elbeangler67, keine Entschuldigung nötig. Und danke fürs Verschieben JanMen!


    Ich finde das Thema sehr spannend und vielleicht können hier ja Beobachtungen und Sichtungen rund ums Jahr eingetragen werden.


    Im November habe ich auch einen Schädel gefunden, ein befreundeter Jäger meinte, es sei eine Bache.







    Liebe Grüße, Karolin