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letzter Beitrag von ogni volta am

Franken/Oberpfalz Tour 6/9/20

  • Servus liebe Foristinger, am Wochenende hat es mich, hoffnungsvoll durch die letzwöchigen Regenfälle, auf eine erste Pilzpirsch verschlagen. Ziel waren die Hänge um das schöne Örtchen Greding. Leider hauptsächlich bekannt durch die dasselbige peinigende Autobahn. Allerdings ist es durchaus, nicht nur aus schwammerologischer Sicht, einen Besuch wert. Schluss mit dem Gedöns, seht selbst. Ps: für Korrekturen meiner grobmakroskopischen Bestimmungsversuche bin ich wie immer dankbar.


    1) das Flüsschen Schwarzach




    2) (M)ein Schwarm. Schön anzuschauen und beeindruckender Sound. Ich habe versucht beim Fotografieren nicht zu niesen.




    3) bevors in den Wald ging fand ich noch einige Nelkenschwindlinge im Gras. Allerdings hat mich der Stiel etwas ins Zweifeln gebracht:/




    4) im Wald begrüßte mich diese Einbeere, sie sieht schon verlockend aus. Aber leider nix zum naschen...




    5) und eine witzige Mumie mit Aussicht. Was die wohl in ihrem früheren Leben gewesen sein mag? Nachdem sie so gut konserviert ist glaub ich da nicht recht an einen Bröseltintling. Aber sonst fällt mir auch nix ein.




    6) von diesen fand ich mehrere einzeln stehend am Wegrand im Geschütt. Ich hätte sie mit behangen Faserlingen (P. candolleana) angesprochen.

    Aber ob die so einsam im Dreck wachsen wollen?





    7) Dann gabs einige große Kartoffelbovisten zu bestaunen (Skleroderma citrinum)






    8) Hier dachte ich von Ferne auch zuerst an Kartoffeln



    aber eigentlich waren sie mir schon a weng zu groß, und zu nah an der Eiche, also verdächtig... und siehe da:



    es waren "Wubis" (Wurzelnder Bitterröhrling, B. radicans), die es faustdick hinter den Ohren hatten



    9) danach gings in einen Kiefernwald: Ockerbraune Trichterlinge (Cl. gibba), für mich relativ typisch? Einwände?




    10) Nicht weit standen diese hier, je länger ich sie angeschaut hab umsomehr erschienen sie mir auch wie einfach reifere Cl. gibba? ich hab sie halt bisher irgendwie immer nur in sehr jung gefunden. Was meint ihr? Geruch leicht fruchtig stechend ähnlich Trompetenpfiffer aber viel schwächer. Sporenpulver weiss (ein Breitwegerich hat es aufgefangen).


    Edit: aufgrund gerieftem + lappigen Hutrand: eher Cl. costata




    11) Hier würde ich einen feinschuppigen Ritterling (T. imbricatum) vorschlagen, Geruch leicht gurkig. Auffallend die starke Schuppung der Huthaut und leicht wellige Lamellenschneiden.


    Edit: aufgrund der dichten abstehenden Schuppen: Tricholoma vaccinum (siehe Diskussion unten)




    12) es wurde etwas trockener und sandiger: hier stand ein Dauerporling (Coltricia perennis cf)





    13) Dann habe ich etwas getan was ich bisher nie getan habe.

    Ich habe voller Übermut einen Täubling aufgehoben.

    (Aber er war soo schön rot...!)

    Sollte man sich gut überlegen als absoluter Beginner.. Immerhin hab ichs dann auch durchgezogen und sogar reingebissen:whistling:


    Zu meinen Befunden: im Kiefernwald auf einem moosigen Holzweg. Mittelgroßer Täubling ca 4-6cm Hutdurchmesser. Geruch leicht fruchtig (oh weh..) Oberfläche leicht matt, scharlach- bzw apfelrot. Huthaut nur mit größtem Gefriemel millimeterweise abziehbar s.u.. Lamellen leicht splitternd. Stiel relativ fest aber nicht beinhart, leicht rötlich überhaucht. (Das hat mir Mut für die Kostprobe gegeben, sollen die Speierlers ja angeblich nicht sein). Also Geschmack: mittelscharf und leicht bitter. Relativ schnell wieder verflogen.

    Ich würde mal mit noch mehr Mut den Blutroten Täubling (R. sanguinea) ins Rennen schicken. Oder halt einen schönen Roten der zig Anderen:haue:. Wie gesagt ohne Mikro:giggle:







    14) Auf dem Rückweg stellten sich dann noch die hier in meinen Weg. Nebenan viele Kiefern und eine kleine Eiche (unter der Lac. quieti standen, nicht fotografiert, da in Eile auf dem Rückweg)

    Erster Gedanke von oben: Wow Mohrenköpfe! :P die musste ich dann doch noch fotografieren...

    Zweiter Gedanke: ach nee, heller Stiel..

    Dritter: vielleicht zu dunkel geratene Brätlinge?? :love:

    Dann ein hoffnungsvolles Brechen der Lamellen: und? -> klare "Milch" ...au Backe. Geruch leicht unangenehm, aber für mich unspezifisch. Stiel unten hohl. Das wars mit meinem Latein. Und dem Abendessen :cursing:

    Meine bescheidene Literatur zu Hause hatte da nichts sinnvolles im Angebot. Evtl. noch der wässrige Milchling, Lac. serifluus, der allerdings wohl eher selten sei?

    Vermutlich hat keiner eine Idee? so rein makroskopisch:giggle:


    Edit: Lac. serifluus scheint wohl doch ganz plausibel vergleiche: Wässriger Milchling Lactarius serifluus





    So das wars, ich hoffe es hat euch auch gefallen, ich war wieder völlig euphorisch nach diesem Ausflug und hoffe zwischendrin gibts weiterhin mal das ein oder andere Gewitter!


    Machtses guad,

    Ogni

  • ogni volta

    Hat den Titel des Themas von „Franken/Oberpflalz Tour 6/9/20“ zu „Franken/Oberpfalz Tour 6/9/20“ geändert.
  • Vergleich mal mit dem wässrigen Milchling LG Rudi

    aktuell nach dem APR 20 10 Punkte:saint:- jetzt mach ich auch noch Frühjahrsputz und löhne sogar dafür...

    10 Punkte- 2 = 8 Punkte...


    wp.markones.de

  • Hallo ognivolta,

    Nr. 11 ist irgendwie gar nicht feinschuppig, ich glaube eher, dass das der Bärtige Ritterling (Tricholoma vaccinum) ist, der hat ziemlich starke Hutschuppen.

    Nr. 13 ist höchstwahrscheinlich der Bluttäubling (R. sanguinea), wie schon von dir vermutet.

    Bei Nr. 14 kann ich mich mit deinem Vorschlag Lactarius serifluus sehr gut anfreunden, nicht nur wegen der klaren Milch, sondern die Pilzfarben passen auch bestens.

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Merci Öhrling!

    es kann gut sein dass es der Bärtige ist, ich hatte beide zuvor noch nicht in der Hand.. Ich hab mir halt bei dem so einen Vollbart 🧔🏽 vorgestellt und keinen stoppeligen 3tage Bart- aber er war ja auch noch ein kleiner Bub mit seinen 2-3cm...
    Danke euch auch für die Bestätigung des Lac. serifluus, das freut mich ja ungemein ihm einen (möglichen) Namen geben zu können, denn ich finde ihn schon sehr adrett!

  • Hallo Ogni,


    Schöne Funde!


    Ja Nr. 11 sollte Tricholoma vaccinum sein. Es gibt Funde wo die Unterscheidung schwer ist. Manchmal sind die bärtigen Ritterlinge nur dürftig bärtig. Aber hier ist es schon recht klar, Tricholoma imbricatum sollte nie auf dem ganzen Hut so dichte, abstehende Schuppen haben.


    Lg, Raphael

  • Hat vielleicht jemand doch noch eine Idee zum Milchling (14)? Oder einen Literaturvorschlag?

    Die Farbgebung finde ich schon auffällig mit diesem schokobraunen Hut und orangebraunen Stiel..

    Griaß Ogni

    GriasDi Ogni,

    ich denke auch, dass das L. serifluus ist, wenn die Milch wirklich wässrig war. Der hängt halt dann an der kleinen Eiche. Heilmann /Clausen unterscheiden da noch L. serifluus und L. subumbonatus. Wonach L. subumbonatus die dunklere Variante sein soll. Demnach wär alles was ich bis jetzt fand L. subumbonatus. Wenn Kiefern dabei sind finde ich auf den Flugsanddünen bei Bamberg auch öfter mal L. hepaticus, der sehr ähblich ausschaun kann, aber weiße Milch hat. Ich erwähn es, weil ich bei meinem ersten Fund an L. subumbonatus dachte, aber keine Eiche fand.


    An liabn Gruaß,

    Werner

  • Ah danke für die interessanten Infos, Werner! Die Milch war wirklich wasserklar, auf dem 2. Bild kannst du sie an den basalen Lamellen in der Vergrößerung erahnen.
    Aber Flugsanddünen im Kiefernwald gibts in meiner Gegend auch, da muss ich vielleicht mal gezielt nach den Lebermilchlingen schaun. Vermutlich eher Richtung November dann wenn es auch dort mal etwas feuchter ist..

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