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letzter Beitrag von Hannes2 am

Ellerling, Schneckling oder Nabeling, ich habe keine Ahnung?

  • Hallo,


    bei dem tollen Wetter heute konnte ich nicht anders als doch noch einen Spaziergang zu machen. Dabei sind mir diese Teile unter einer Hecke aufgefallen, die ich wieder einmal nicht einordnen kann. Die einzigen Bäume in der Nähe waren Haselnussbäume und eine Wiese nirgends in Sicht.


    Höhe: bis 5 cm

    Breite: bis 4 cm

    Hut: fast weiß, glatt, durchscheinend

    Lamellen: weiß, stark herablaufend mit Querlamellen bei nur einem Exemplar

    Stiel: weiß, glatt, beim Schneiden faserig

    Geruch: kaum vorhanden, ganz leicht süßlich



    Optisch käme am ehesten Cuphophyllus borealis hin aber da ich nichts außer Bilder zum Vergleich habe ist das eine gewagte Hypothese. Interessant ich vielleicht noch, dass die immer erst nach dem ersten Frost dort erscheinen.


    Hat irgend jemand eine Idee?


    Sonst gab es nur noch das Übliche zu bewundern.



    Von dem großen Batzen habe ich für meinen Bruder die knappe Hälfte (ca 3 kg) mitgenommen, der Rest ist noch vor Ort.


    Wenn jemand aus meiner Gegend Interesse hat würde ich ihm den Standort peer PN mitteilen. Für Nobi ist der Weg wohl zu weit, denke ich zumindest.


    VG Jörg

  • Hi,


    im Zweifel Jungfer...


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Nur das Übliche Jörg! Du kannst einen aber auch neidisch machen und ich meine damit nicht die Zunderschwämme.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

  • Hallo, Jörg!


    Die Ellerlinge können schon auch mal in Wäldern auftauchen. Cuphophyllus borealis? Das wäre dann ein Erstnachweis für Europa, oder? Wäre freilich nicht schlecht, aber die Wahrscheinlichkeit dürfte asymptotisch null sein, fürchte ich. :gzwinkern:

    Optional ist es dann eben ein Trichterling (glaube ich eher nicht) oder ein Schneckling. Mit Schnecklingen bin ich nicht so vertraut, müsste man halt mal eine gängige Monografie angucken, was es da an weißen, hygrophanen Arten mit so weit herablaufenden Lamellen gibt.



    LG, Pablo.

  • Hallo Claudia,

    und ich meine damit nicht die Zunderschwämme.

    wirklich nicht?. Die sind aber noch üblicher als die Austern;).


    Hallo Pablo,


    die standen nicht im Wald sondern unter einer Hecke zwischen einem Fußweg und dem Rest eines abgerissenen Wohnhauses. Die einzigen einheimischen Ellerlinge mit diesem Aussehen sind der Jungfern- und der Juchtenellerling und die wachsen auf Wiesen. Cuphophyllus borealis war der einzige der auch noch so aussieht. Wenn das ein Schneckling ist dann wäre ein Ansatz sein Erscheinen nach den ersten Frösten. Da muss ich einmal nachschauen.


    Danke für deine Einschätzung.


    VG Jörg

  • Hallo, Jörg!


    Und zwischen Hecke und abgerissenem Wohnhaus, gab es da mal eine Wiese?
    Ich kenne Cuphophyllus virgineus (s.l.) eben auch aus zuwachsenden, ehemaligen Wiesenflächen. Und bisweilen auch an Waldrändern unterm Gestrüpp. Also ohne grasigen Untergrund. Ob Cuphophyllus ebenso wie Hygrocybe s.l. Mykorrhiza mit diversen Wiesenpflanzen (zB Orchideen) bildet weiß ich ehrlich gesagt gar nicht, aber es spielt auch kaum eine Rolle: Wenn ja, dann muss nur eine geeignete Pflanze in der Nähe sein (Umkreis etwas kleiner als bei Arten, die mit Bäumen mit weitem Wurzelgeflecht Mykorrhiza bilden). Wenn nein, muss ja nur irgendein geeignetes, organisches Substrat im Boden sein, und dann ist es erst recht egal, ob Wiese, Wald oder Sanddüne (letzteres auch ein mögliches Habitat für C. virgineus s.l.).



    LG, Pablo.

  • Hallo Pablo,


    seit mein Bruder dorthin gezogen ist gab es immer nur diese Hecke (1988). Auf der einen Seite der Fußweg und auf der anderen der betonierte Vorplatz des Wohnhauses. Da war oder ist nirgends eine Wiese. Auf einer solchen hätte ich die sofort als Jungfernellerling bezeichnet.


    VG Jörg

  • Hallo,


    wir haben hier am Ortsrand von Goslar Cuphophyllus niveus ebenso wie Cuphophyllus pratensis, den Wiesen-Ellerling im Heckengestrüpp, unter Bäumen am Bachrand und an ähnlichen Stellen - praktisch grasfrei und nicht im mindesten wiesenählich zu nennen. Auch aus den Eschen-Ahorn-Vorwaldstadien des Kalkbuchenwaldes im Hainich kenne ich beide Arten, zusammen mit Saftlingen, Erdzungen und Samtschnecklingen.


    Ich bin ganz Stefans Meinung dass das Cuphophyllus niveus/virgineus ist.


    beste Grüße,

    Andreas

  • Hallo Andreas,

    dem schließe ich mich (ausdrücklich nicht Expertin) an. Ich finde den Jungfern-Ellerling auch im Wald und Gestrüpp, mitten in der Stadt in Gärten, usw., allerdings ist dies in der Regel neben bzw. in der Nähe der "natürlichen bzw. als typisch angegebenen" Habitate (die Stadt klammere ich jetzt einmal aus! Da bin ich immer noch am Staunen) Dort wo diese "typischen" Habitate sind, kommt der Jungfern-Ellerling eigentlich recht häufig vor, also zumindest hier ist dies so, und wirklich an den "unmöglichsten" Stellen.

    Liebe Grüße


    Maria

  • Hallo Andreas,


    wenn Du den Jungfernellerling auch schon an solchen Standorten gefunden hast sollte ich meinen Widerstand gegen diese Art wohl aufgeben. Der Standort war mir zu sehr suspekt als das ich an den glauben konnte. Beton, Hecke, Beton, davon habe ich nirgends etwas gelesen. Cuphophyllus niveus/virgineus wächst bei mir an vielen Orten, bisher aber immer auf einer Wiese oder deren Randbereich. Was mich noch stört ist dass die frühestens nach dem ersten Frost dort erscheinen:gkopfkratz:. Die auf den Wiesen verschwinden dann immer.


    Besten Dank für deine Einschätzung:daumen:.


    VG Jörg

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