Wie bekomme ich eigentlich den Rebhuhnegerling vom Perlhuhnegerling abgegrenzt?

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  • Hallo Ihr Lieben,

    ich habe heute einen Fund getätigt, wo eigentlich nur einer der beiden infrage kommt. Nein leider habe ich z.Zt. keine Kamera parat.

    Was extrem auffiel war der große Buckel (man könnte sagen: sehr! breit gebuckelt).

    Ein sehr junges Exemplar , welches ich auch noch gefunden habe, erinnerte mich vom Habitus sehr an den gängigen Karbolegerling, außer der schuppigen Beflockung am Rand. Der Scheitel ist bei allen Exemplaren fast glatt. Ich bin mir echt unschlüssig.

    Ein Foto wäre natürlich das beste, aber geht zur Zeit nicht

  • Hallo Safran

    Der Perlhuhn Egerling hat einen fein grau--braun-schwarz ( kaltes braun) gemusterten Hut und eine recht deutliche Gelbreaktion an der Stielbasis

    Der seltenere Rebhuhn Champi sieht eigentlich aus wie ein Waldchampignon, mit brauner Musterung (warmes braun) und fast rötender Knollen Reaktion

    Wir hatten vor einer Woche auch noch einen Fund eines Perlhuhns

    LG

    Uwe

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Safran!


    Ich bin makroskopisch bisher immer nach dem Habitus in Kombination mit dem viel stärker ausgeprägten Gilben (bei moelleri) und der unterschiedlichen Schuppenstruktur und -färbung gegangen. Also Agaricus moelleri war für mich der mit den gröberen, meist schwarzen Schuppen, kräftigem Habitus und deutlicher gilbend.
    Dann hatte ich die neue Parra - Monografie letztlich in der Hand.
    Nur kurz reingeguckt. Bin aber immerhin dadurch überzeugt, nicht einen einzigen Champignon mehr bestimmen zu können.
    Vielleicht leihe ich mir die Wälzer mal über die Weihnachtszeit vom Verein aus, und lege sie unters Kopfkissen.
    Eventuell bin ich dann nächstes Jahr schlau genug, was dazu sagen zu können.



    LG, Pablo.

  • Danke Pablo, ich bin bei meinem mehr zum Perlhuhn gegangen, aber KEINE schwarzen Schuppen und der Scheitel war auch nicht dunkler. Er gilbte aber tatsächlich stark..


    Solche Funde tätige ich normalerweise nicht (so etwas gibt es hier normalerweise nicht), habe da also 0 Erfahrung. Vor vielleicht 5 Jahren hatte ich auch mal einen Fund, wo ich gesagt hätte: einer von beiden muß es sein, aber war da schon froh, DAS überhaupt erkannt zu haben. Weiteres habe ich für SPÄTER aufgeschoben.

    .

    Aber Champignonbestimmung-echt ein Problem und wenn Du da dann schon verzweifelst, wie soll ICH das dann noch hinbekommen und wenn dann noch neue Monographien?- vielleicht sollte ich doch mein Hobby wechseln?- nein, tue ich trotzdem nicht:D

  • braun-SCHWARZ hatte keiner der gefundenen. Aber die Gelbreaktion an der kompletten Stielbasis war echt eindrucksvoll. An einen Waldchampi hat der mich nicht im geringsten erinnert (auch wenn ich den Waldchampi noch nicht wirklich kenne- hier finde ich einzelne vielleicht mal alle 10 Jahre)

    • Offizieller Beitrag

    .

    Aber Champignonbestimmung-echt ein Problem und wenn Du da dann schon verzweifelst, wie soll ICH das dann noch hinbekommen und wenn dann noch neue Monographien?- vielleicht sollte ich doch mein Hobby wechseln?- nein, tue ich trotzdem nicht:D

    Hi,


    genau so sieht es aus; leider. Zu allem Überfluss gibt es auch Karbolis mit grauer Hutschuppung; zumindest ist im Pareys einer abgebildet. Im Endeffekt müsstest du auch das Mikroskop bemühen und die Breite der Cheilozystiden messen; um da mehr sagen zu können.


    l.g.

    Stefan

    • Offizieller Beitrag

    MoinMoin!


    Die Frage ist ja auch: Muss man es unbedingt bis zu einer exakten Diagnose treiben?
    Ich habe mich für den Moment mal darauf eingestellt, solche Champis einfach "Hühner" zu nennen (Gaaaaaaak!).

    Also so in etwa die Ansprache im Feld: "Ach schau her, eins von diesen Hühnern!"

    Reicht im Grunde ja auch, wenn man es denn richtig machen will, muss man sich eh in die Gattung reinarbeiten, dann kommt man so oder so am Mikro nicht vorbei und erst recht nicht an aktueller Spezialliteratur (Parra - Monografie).
    Das ist aber in so ziemlich jeder Gattung so oder so ähnlich.

    In vielen Gattungen hat sich bei mir so ein wenig ein rudimentäres Basiswissen angeordnet. Aber ich nehme dann eben Abstand davon, einzelne Funde bis zu einer definierten Artdiagnose bestimmen zu wollen. Wenn ich ein Büschel Glimmertintlinge finde, ist mir ja auch egal, welche Art das ist. Analog zu "ein von den Hühnern" heißt das dann bei mir im Feld "oh, ein Glimmertintling aus der Glimmertintlingsgruppe", und das reicht mir.

    Bei der einen oder anderen Gattung oder in dem einen oder anderen Fachbereich packt es mich, und dann will ich natürlich mehr wissen. Das geht dann aber nicht ohne reichlich Arbeit, differenzierte Literatur- und Formenkenntnis und eingehende makro- und mikromorphologische Betrachtungen. Nur weder kann noch muss man es in jedem Fachbereich auf die Spitze treiben.


    Einen Champi mit passender Hutschuppung, Ringstruktur, Knollenform und Verfärbungsmuster als "eins von diesen Hühnern" bestimmen zu können, finde ich schon mal durchaus respektabel. :thumbup:



    LG; Pablo.

  • Naja, ich hoffte halt, daß da eine Unterscheidung möglich wäre. Bei der Glimmertintlingsgruppe habe ich das aber tatsächlich schon lange aufgegeben.


    Bei einem ganz anderen achte ich aber sehr auf die Unterscheidung. Flammulina velutipes und elastica, obwohl da die Abgrenzung auch schwierig ist. Wenn man sich mal vertut, aber auch keine Katastrophe. Zimtsternchen und ich haben aber festgestellt, daß uns Flammulina elastica einfach nicht schmeckt (würde in der küchenmykologischen Liste 4-5 Punkte bekommen), während Flammulina velutipes lecker ist (würde ich! mit 9 Punkten bewerten). Perlhühner und Rebhühner bewerte ich küchenmykologisch nicht;)

  • Zuehli.,

    Oh, wei, also noch eine weitere Möglichkeit, wobei ich den Karboli ja schon echt in ziemlich unterschiedlichen Formen gefunden habe. Aber dieser Fund paßte irgendwie echt nicht mehr in die Variationsbreite, die ich beim gewöhnlichen Karboli kenne( ein häufiger Pilz hier in der Gegend) rein, aber könnte natürlich auch am anderen Standort (bei diesem Fund: Wald, Richtung Waldrand) liegen.

    • Offizieller Beitrag

    Zuehli.,

    Oh, wei, also noch eine weitere Möglichkeit, wobei ich den Karboli ja schon echt in ziemlich unterschiedlichen Formen gefunden habe. Aber dieser Fund paßte irgendwie echt nicht mehr in die Variationsbreite, die ich beim gewöhnlichen Karboli kenne( ein häufiger Pilz hier in der Gegend) rein, aber könnte natürlich auch am anderen Standort (bei diesem Fund: Wald, Richtung Waldrand) liegen.

    Hi Safran,


    das habe ich oben auch schon angemerkt. ;) Wie Pablo schon sagte, so lange du die Vertreter Karboli-Gruppe als solche erkennst, ist viel gewonnen. Die genaue Artbestimmung gestaltet sich dann sehr schwierig; im Gegensatz zu den Glimmertintlingen. ==Gnolm19==Gnolm7


    Den eigentlichen Glimmertintling bekommst du schon im Feld mit Lupe anhand der Stielbereifung gut raus. Natürlich schadet es nicht, wenn du das noch zu Hause unterm Mikro checkst. Wenn die Stielbereifung mal nicht so gut ausgeprägt ist, bzw. fehlt, dann musst du wirklich das Mikro bemühen. Für Mikroanfänger ist die Unterscheidung der 3 Glimmertintlingsarten aber eine dankbare Aufgabe.


    l.g.

    Stefan

  • Anbei eine eigene Anfrage von vor längerer Zeit. Zuehli und "Ludwig" waren aber damals schon dabei :)!

    Sieh an, wie die Zeit vergeht...

    Gerade mal beim Parra reingeschaut, ich meine zumindest den Abbildungen entnehmen zu können, dass moelleri (Perlhuhn) mehr schwärzlich geschuppt ist und bei phaeolepidotus (Rebhuhn) es mehr ins bräunliche geht. Als ob die Champis einfach wären....


    Grüße

    Harald

  • Den eigentlichen Glimmertintling bekommst du schon im Feld mit Lupe anhand der Stielbereifung gut raus. Natürlich schadet es nicht, wenn du das noch zu Hause unterm Mikro checkst. Wenn die Stielbereifung mal nicht so gut ausgeprägt ist, bzw. fehlt, dann musst du wirklich das Mikro bemühen. Für Mikroanfänger ist die Unterscheidung der 3 Glimmertintlingsarten aber eine dankbare Aufgabe.


    l.g.

    Stefan

    Kannst Du mal eine kurze Zusammenstellung schicken, oder einen Link. Dann mache ich mich echt mal ran, sobald ich mal Zeit und Muße dazu finde. Eine Aufgabe für Mikroanfänger klingt auch echt gut. Ich habe im Moment echt das Mikro bei meinem Töchterchen stehen, damit die Bereiche Vergnügen und Pflicht strenger getrennt sind (mag seltsam anmuten, aber für mich! eine gute Möglichkeit), wobei diesen ganzen Sommer konnte ich bei der Wohnung meiner Tochter nur noch fliehen (Horror! Seit Monaten nur noch Lärm, Umbauarbeiten- sie selbst ist auch nur noch kaum in ihrer Wohnung).

    • Offizieller Beitrag

    Hi,


    schick mir mal bitte eine PN mit deiner Mailadresse...


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.