Agaricus

Es gibt 17 Antworten in diesem Thema, welches 5.017 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von zuehli.

  • Guten Abend liebe Pilzfreunde!


    Diese Champignons finde ich hier (Raum Süddeutschland, auf ca. 450 m ü. M.) zur Zeit an verschiedenen Plätzen der Region in relativ großer Zahl, das Wachstum scheint in vollem Gange zu sein.


    Die Fundorte sind stets reine Laubwaldabschnitte mit Buche, Hainbuche und Esche:



    • Breite der Hüte: Bis 12 cm
    • Höhe: bis 12 cm
    • Ringe hängend, oberseits gerieft
    • Stiele zumeist gerade, die Basis jedoch teilweise abgewinkelt
    • Lamellen in der Jugend hell-fleischfarben, im Alter schokoladenbraun
    • Basis und Hutfleisch im Bereich der Stielspitze im Schnitt sofort gilbend
    • Der Rest des Fruchtkörpers gilbt beim Reiben
    • Geruch unangenehm, in der Basis auch leicht stechend (bei verschiedenen Exemplaren verschieden ausgeprägt)
    • Geschmack: seltsam..., voll, mit salziger Note


    Es dürfte sich wohl um eine der unverträglicheren Arten handeln, kann man sie noch etwas weiter eingrenzen ?


    Vielen Dank für Eure Hilfe!


    Fredy

  • Hallo Fredy!


    Da würde ich mal auf Agaricus praeclaresquamosus (Perlhuhn-Champignon) tippen.
    Bild 5 zeigt wohl einen zugehörigen Jungfruchtkörper mit sehr dunkler Hutzeichnung. Würde gut zur Farbwandeldiskussion im anderen Thread passen.


    VG Ingo W

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    "Pilz nur von oben ist wie Käfer nur von unten"

    156-20 (Gebühr APR 2020) = 136+3 (Einlaufwette APR2020) = 139+6 (3x2) für gute Phäle APR2020 = 145-15 (APR 2021) = 130+3 (Joker-Schnellverbrauchsbelohnung APR 2021) = 133+4 (APR-Schnappsplatz11) = 137+3 (Vorphal APR2021) = 140 +10 (3 Posten/Wetten mit E&U im APR 2021) = 150-15 (APR 2022) = 135

    Link: Gnolmengalerie

    Link: Einladung APR 2022

    Link: Nanzierung APR 2022

    Link: APR 2022

  • Perlhuhn-Champignon klingt auch gut, wirkliche Gegenargumente habe ich keine. Jedoch bin ich mir an dieser Stelle unsicher, ob die Schuppen auf dem Hut deutlich genug ausgeprägt sind. Den Perlhuhn-Champignon (den ich noch nie live gesehen habe) stellte ich mir bezüglich der Hutoberfläche bislang ähnlich wie ein Schirmling vor. Das kann ich den Bildern aber nicht so ganz abgewinnen.


    Nachdenkliche Grüße zu später Stunde,
    Patrick

  • Hallo Patrick, hallo Ingo!


    Ich glaube, einen A. xanthoderma var. lepiotoides ausschließen zu können, der "Schirmlingsartige Karbolchampignon" müsste wohl eine eher schollig aufgerissenen Huthaut haben.


    Ob die Schuppung nun eher in Richtung Braun, Dunkelbraun oder gar Schwarz geht...? Ich bin mir da etwas unschlüssig, vielleicht kann das jemand beurteilen, der schon einmal einen Perlhuhn-Champignon (A. praeclaresquamosus) und einen Rebhuhn-Champignon (A. phaeolepidotus) nebeneinander gesehen hat, auf die ich natürlich anspiele (sofern es nicht noch andere Art-Möglichkeiten gibt).
    Für mich ist der Gesamteindruck aber eher bräunlich.


    Ich würde auf jeden Fall einmal den Ring der abgebildeten Art im Auge behalten und behaupten wollen, dass der Ring doch deutlich braune Töne und eine entsprechende Umrandung zeigt (Bild 1), wie sie laut Gerhardt wohl für einen Rebhuhn-Champignon (A. phaeolepidotus) typisch wären.


    Was meint Ihr?


    Gruß,


    Fredy

  • Hallo Harald!


    Ja bitte! Wär natürlich toll, wenn da was Konkretes bei rauskommen würde :)!


    Gerne kann ich auch noch Daten nachliefern, die Pilze wachsen hier ganz in der Nähe!


    Grüße auch an Ludwig!


    Fredy

  • Hallo Pilzmandl!


    Vielen Dank für Dein Kompliment! Ich tue eben alles dafür, dass meine Pilze gerne bestimmt werden :D !


    Hattest Du schon einmal einen Rebhuhn-Champignon (A. phaeolepidotus) in den Händen?


    Ich frage mich nach wie vor, ob es nicht möglich wäre, dass es sich hierbei um einen solchen handeln könnte und beziehe mich auf den für mich braungerandet erscheinenden Ring und den braunen Habitus der Beschuppung (Perlhuhn: eher schwarz).


    ...Oder noch etwas anders gefragt: Wie müsste denn der Ring aussehen, der laut Herrn Gerhardt an der Unterseite braungerandet und mit scharfer, umlaufender Kante sein soll?


    Außerdem hat mir Harald noch versprochen, dass der diesbezüglich den LUDWIG konsultieren wolle, so dass ich die Hoffnung gehegt habe, von ihm noch eine Meinung dazu vernehmen zu können...


    Viele Grüße von


    Fredy

  • Hallo Fredy


    Wirklich super Bilder:)-da gibts nichts!


    Ja, habe schon welche gefunden-leider ist dabei aber immer die Enttäuschung groß, wenn man dran SCHNÜFFELT;(<X


    Zum Ringrand: ich sehe das so: wenn du das Bestimmungsbuch von Gerhardt hast, ist beim Rebhuhn-Champignon ein sehr schönes Bild von unten abgebildet und zwar von einem Pilz, der noch nicht voll aufgeschirmt hat und dessen Vp noch nicht abgerissen ist. Darauf siehst du den braunen Ring. Da sich bei deinem Pilz kein brauner Ring erkennen läßt, habe ich auf den Perlhuhn-C. geschlossen (außerdem deine Geruchsangabe; allerdings kann man den auch beim Rebhuhn-C. wahrnehmen).


    Beste Grüße Pilzmandl

    Der Giftpilz kann nichts dafür, daß er giftig ist-aber Du, wenn Du es nicht weißt!

    Einmal editiert, zuletzt von Pilzmandl ()

  • Hallo Pilzmandl!


    Nachdem Du den Pilz bei Gerhardt erwähnt hast, mußte ich erstmal ganz genau hinsehen, um zu kapieren, was Du überhaupt meinst. Aber der Ottonormalpilzbestimmer muß sich eben zuerst darüber klar werden, dass es nicht nur hängende Ringe, sondern auch Ringe gibt, "die noch am Hutrand kleben"... :D.


    Jetzt aber kann ich Deinen Tipp nachvollziehen, und beim Vergleich mit meinem kleinen Exemplar, auf dem man das Velum auch noch sehen kann, wird mir vollends klar, das der Arbeitstitel wohl Perlhuhn-Champignon (A. praeclaresquamosus) lauten muß!


    Ich danke Dir!


    Fredy

  • Hallo Fredy,



    ... , wird mir vollends klar, das der Arbeitstitel wohl Perlhuhn-Champignon (A. praeclaresquamosus) lauten muß!


    - Nach meiner Literatur solltest du dann aber den Arbeitstitel "Perlhuhn-Champignon" (Agaricus moelleri Wasser 1976) wählen, da "A. praeclaresquamosus" zwischenzeitlich nur noch als Synonym gehandelt wird.


    Grüße
    Gerd


    Literatur:


    [1] A. Bollmann et al. (2007): Abbildungsverzeichnis Europäischer Großpilze


    [2] Online-Kartierung


    [3] Index Fungorum

  • Ich hab mich jetzt noch ein wenig schlau gemacht. Letztendlich lässt sich das so nicht entscheiden, man muss den Fruchtkörper auf dem Tisch haben und die makroskopischen mit den mikroskopischen Merkmalen (Sporengröße, Form der Cheilozystiden) abgleichen.
    So muss denn offen bleiben, welches Federvieh wir hier vor uns haben.


    Gruß Harald

  • Guten Abend Harald!


    Mittlerweile gehe ich davon aus, dass es sich nicht um ein "Rebhuhn" handeln kann.


    Ich wurde im Forum der Bayern von CHH (Name von Christoph im hiesigen Forum) auf seine eigenen Erfahrungen aufmerksam gemacht, auf Grund derer das Fleisch eines "Rebhuhnes" leicht röten müsste.


    Ich war im ersten Moment zugegebenermaßen etwas irritiert, da ich von diesem Merkmal bis dahin noch nirgends etwas in Erfahrung bringen konnte, aber ich denke doch, dass man den Aussagen eines solchen Experten glauben schenken darf, zumal das Rebhuhn doch so selten zu sein scheint, dass persönliche Erfahrungen in diesem Fall bestimmt noch mehr als eine allgemein bekannte Tatsache ans Licht bringen werden.


    Hier der Link: Karbolegerlinge mit rötendem Fleisch(!)


    Die Sache ist und bleibt spannend, denn ich bin mir sicher, dass auch Du Deine aktuelle Aussage bestens untermauern kannst!


    Viele Grüße,


    Fredy