Kontaktgift in Trichoderma cornu-damae? - Wohl eher Fake News

Es gibt 32 Antworten in diesem Thema, welches 9.420 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Digitalpilz.

  • Hallo Claudia,


    das hat nichts mit der FAZ zu tun. Die Meldung wurde ja sicher in Australien geboren und dort hat dann eventuell ein Journalist etwas durcheinandergebracht bei der Recherche. Das geht dann in den Pool einer Nachrichtenagentur und wird dort in aller Welt rausgepickt, wenn man darüber berichten will. Da es, um den wohl giftigsten Pilz der Welt geht, greifen alle Blätter sofort zu und das Lauffeuer nimmt seinen Lauf.


    Beste Grüße

    Stefan F.

  • Lieber Stefan, der FAZ will ichgar keinen Vorwurf machen. Das ist ein allgemeines Problem im Journalismus. Durch die Online-Konkurrenz müssen immer weniger Journalisten immer mehr Texte produzieren. Für richtige Recherche bleibt da keine Zeit und also riskiert man Ungenauigkeit, und verfasst Beiträge, die sich gut verkaufen. Ich lese nur noch gelegentlich die Süddeutsche - aber die dann mit Genuss.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

  • Der FAZ-Journalist hat sich ja möglicherweise mit dem Autor der Publikation in Verbindung gesetzt und von ihm - evtl. unpublizierte - Hinweise erhalten. Warum sollte er sich das aus den Fingern saugen?


    Warum wäre das denn so spektakulär, wenn ein Pilz ein Kontaktgift hätte? Viele Substanzen können die Haut durchdringen und wenn in diesem Fall 0,5mg pro Versuchstier letal sind, dann kann man sich ja vorstellen, daß die perkutane Resorptionsrate nicht besonders hoch sein muss, um Probleme zu verursachen.


    Die FAZ ist mir zwar etwas zu konservativ, aber gewissenhafte Recherche traue ich denen schon zu...


    Liebe Grüße

    Ralph

    • Offizieller Beitrag

    Hi,


    "giftigster Pilz der Welt"; ich habe mit der Aussage meine Probleme. Es gibt Schimmelpilze, deren Toxine locker um eine Zehneropotenz geringere Konzentration irreversible Schäden verursachen: die sog. Aflatoxine.


    Mich stört diese Reißerische Aufmachung schon etwas. Ob der Pilz nun Kontaktgifte enhält oder nicht, ist für uns zumindest erstmal nicht relevant. Tendenziell sehe ich die Sache schon relativ entspannt, denn schon irgendwann muss ja mal ein Pilz bekannt werden, der Kontaktgifte enthält. Pilze können so unglaublich viel, sogar enzyminduzierte "natürliche" Chlorierungen vornehmen, d.h. organische Naturstoffe herstellen, die Chlor enthalten. Bekanntestes Beispiel ist Ochratoxin A.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo,


    das Thema ist zwar schon etwas älter, aber ich habe noch etwas dazu gefunden.


    Die Originalmeldung der JCU:

    https://www.jcu.edu.au/news/releases/2019/october/deadly-fungus-found-in-far-north-queensland


    und einen interessanten Artikel auf einer japanischen Pilzseite:
    How Should We Coexist with the Poisonous Mushroom Podostroma cornu-damae? | きのこびと


    Wie dies zu bewerten ist, mag jeder selbst entscheiden.