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letzter Beitrag von boccaccio am

Rotbachtal 14.09.2019

  • Hallo zusammen,


    am Samstag war ich mal wieder in Oberhausen/Bottrop unterwegs. Los ging es an der Sterkrader Heide, wo aber außer einem Champignons nichts wuchs. Dann also weiter an der Halde Haniel vorbei ins Rotbachtal. Und da wuchs dann wie üblich um so mehr!


    1. Rhytisma acerinum


    2. Clitopilus prunulus


    3. Boletus edulis


    4. Chlorociboria aeruginascens


    5. Ceratiomyxa fruticulosa var. poroides


    6. Pluteus cervinus


    7. Hohenbuehelia sp. Da muß ich noch mal in Ruhe schauen. Sporengröße (5.3+-0.3) µm x (4.0+-0.3) µm


    8. Tubifera ferruginosa


    9. Amanita citrina


    10. Fistulina hepatica


    11. Ciboria batschiana


    12. Cortinarius sp. Auf Facebook hatte Karl C. delibutus anhand der Bilder ins Gespräch gebracht, für den Andreas meinen Fund aber nicht schleimig genug fand. Gefunden an einer feuchten Stelle im Laubwald unter Carpinus, Fagus und Quercus. Geruch des aufgeschnittenen Fruchtkörpers am nächsten Morgen nach Pellkartoffeln. Mit KOH und Lugol keine Reaktionen. Sporengröße (7.6 +- 0.5) µm x (5.7 +- 0.3) µm, Q=1.3 +- 0.1.


    13. Trametes versicolor


    14. Tyromyces kmetii


    15. Amanita fulva


    16. Fomitopsis pinicola


    17. Bulgaria inquinans


    18. Neoboletus erythropus


    19. Laccaria sp. Basidien 2-sporig, muß ich auch noch mal genauer schauen. Sporengröße (7.7 +- 0.4) µm x (7.4 +-0.4) µm, Q=1.04 +- 0.02


    20. Laetiporus sulphureus


    21. Der eigentliche Grund für den Besuch im Rotbachtal: Hydnellum scrobiculatum, den Björn dort vor ein paar Tagen gefunden hatte. Dank präziser Ortsbeschreibung "ziemlich weit hinten, wo eine Buche überm Rotbach liegt", war der Pilz einfach zu finden *hust*...wenn da nicht alle 100 Meter eine Buche überm Bach liegen würde. Als ich schon innerlich dachte: Den findest du heute nicht mehr, war er zwei Sekunden später da.


    22. Amanita pantherina oder Vater, Mutter, Kind.


    23. Oudemansiella mucida


    24. Mal wieder eine Buche überm Rotbach ;-) Polyporus badius


    25. Lepiota cristata


    26. Russula nigricans


    27. Und noch einige Russula sp., die ich an anderer Stelle noch mal genauer vorstelle.


    28. Russula sp. II. Karl hatte bei FB R. claroflava ins Gespräch gebracht.


    29. Russula sp. III Hier hat Karl R. fellea ins Spiel gebracht.


    30. Peziza sp., kriegt auch einen extra Beitrag


    Björn

  • Hallo, Björn!


    Wenn die Hohenbuehelia auf oder an morschem Holz wuchs und der Hutfilz (nicht die gelatiöse Schicht darunter) ohne Metuloide, dann sollte das Hohenbuehelia auriscalpium sein.

    Bei dem Schleierling (12) würde ich auch eher eine Telamonia vermuten - am Stiel sind ja auch trockene Velumbänder, das müsste bei delibutus schon anders aussehen (eben weil ja ein Myxacium).

    Bei den Stachelingen müsste man die Sporen noch genauer erkennen können: Hydnellum concrescens kann auch so aussehen (auch mit zerklüfteter Hutoberseite), und der kann auch Mykorrhiza mit laubbäumen bilden. Das wesentliche Trennmerkmal ist die Form der Sporenhöcker: Rundlich bei scrobiculatum und eckig - höckerig bei concrescens.

    Angesichts der Winzsporen aber bisweilen recht schwer zu erkennen...



    LG; Pablo.

  • Hallo zusammen,


    die Hohenbuehelia wuchs in der Tat auf vergrabenem Holz (beim Fruchtkörper, der da "auf dem Rücken" liegt, erkennt man das Holz sogar noch ein wenig). Die beiden Fotos, wo man nur Hyphen sieht, sind aus der Huthaut. Ich hatte da aber leider nicht gezielt nach Metuloides geschaut, das werde ich heute Abend noch mal nachholen.


    Beim Schleierling ist in der Zwischenzeit auch noch Cortinarius anomalus in den Raum geworfen worden. Das scheint ganz gut zu passen, wobei ich ja selber so gar keine Ahnung von Cortinarien haben und die für mich alle ziemlich gleich aussehen.


    Beim Hyndellum kann ich heute Abend auch noch mal versuchen, bessere Bilder hinzubekommen.


    Und weil ich ja hier scheinbar schon die Aufmerksamkeit von Ascomycetenfreunden geweckt habe, kann ich die Peziza ja doch auch mikroskopisch vorstellen. Ich hatte im Wald auch schon an P. michelii gedacht. Die hatte Rada mir mal bei sich gezeigt und dieser violette Farbton im Hymenium scheint schon charakteristisch zu sein. Mikroskopisch scheint das bei meinem Fund dann auch gut zu passen soweit ich das beurteilen kann: Sporen mit 2 Öltropfen, dazu sehr deutlich warzig, so daß man das schon ohne BWB gut erkennen kann.



    Außerdem noch eine kleien Zugabe, also quasi Nr. 31: Asterophora lycoperdoides


    Björn

  • Hallo Björn,


    sehr interessanter Beitrag, vielen Dank!


    Vor allem die Mikroskopaufnahmen finde ich sehr interessant, da ich mir vor einiger Zeit zu meiner bestehenden Stereolupe noch ein klassisches Durchlichtmikroskop angeschafft habe und mich derzeit im Erstellen von Dauerpräparaten übe.

    Kannst du bitte schreiben wie die Bilder zustande gekommen sind? Welches Mikroskop, welche Vergrößerung, welche Kamera...?


    Danke!


    Grüße

    Alex

  • Hallo Alex,


    ich habe als Mikroskop das Panthera C von Motic in der Trinokularversion. Daran habe ich als Kamera eine Canon EOS 600D Spiegelreflexkamera angeschlossen. Die Bilder sind teilweise mit dem 40er (z.B. die Hohenbuehelia-Huthaut) und teilweise mit dem 100er Objektiv (z.B. die Laccaria-Sporen) entstanden. Die Präparate sind aber alles keine Dauerpräparate sondern werden nach Gebrauch immer zeitig entsorgt.


    Björn

  • Hallo zusammen,


    jetzt habe ich noch mal mikroskopiert und bei der Hohenbuehelia in der Tat keine Metuloiden in der Huthaut entdecken können.


    Die Laccaria hat sich bei genauerer Betrachtung dann als 4-sporig entpuppt. Damit lande ich dann mit dem Schlüssel in der FN bei Laccaria laccata (mit den runden Sporen wohl die var. pallidifolia), wenn ich mit dem Gröger schlüssel hingegen bei L. tetraspora, was wohl Synonym ist.


    Und zum Abschluß dann noch die Hydnellum-Sporen: Die Höcker sind meiner Meinung nach deutlich abgerundet.


    Björn

  • Hallo, Björn!


    Hattest du bei der Hohenbuehelia auch den Filz über der gelatinösen Schicht beobachtet? Auf den Bildern sieht's so aus, als wären das nur die Hyphen der gelatinösen Schicht.
    Die Metuloide gibt es (wenn es sie den gibt) aber nur in den filzigen Bereichen.b

    Hier mal eine Doku zu H. auriscalpium:




    Bei den Stachelingssporen vertraue ich mal deiner Einschätzung, denn es ist über Bilder wirklich extrem schwer ohne Durchfokussieren zu können.
    Ich glaube, ich hätte da sogar Schwierigkeiten, meine eigenen Aufnahmen zu interpretieren, wenn ich die Sporen nicht live selbst gesehen hätte.
    Und ich habe auch nur welche von Hydnellum concrescens:



    LG, Pablo.



    LG, Pablo.

  • Hallo Pablo,


    ja ich hatte gestern definitiv bei der Hohenbuehelia beides unterm Mikroskop (wie so oft, wenn der grobmotorische Physiker Präparate erstellt und dann einfach so lange quetscht, bis es paßt).


    Die Hydnellumsporen sind schon fies. Bei deinen Bildern meine ich an ein bis zwei Höckern ein eher eckiges Ende zu erkennen, die anderen hätte ich jetzt vom Foto her eher für abgerundet gehalten. Wird Zeit fürs Elektronenmikroskop ;-)


    Björn

  • Salut, Björn!


    Oder die Sporen müssten halt ein Schildchen um den Hals hängen haben, wo der Name drauf steht. :gzwinkern:

    Aber im ernst: Das ist genau das Problem, das ich meine: Mit den eigenen Augen durchs Okular kann man durchfokussieren, da hat man einen viel besseren Blick auf die einzelnen Sporen. Darum meinte ich, daß ich meine eigenen Mikrobilder nicht beurteilen könnte in dem Fall, weil es fotografisch wirklich kaum darstellbar ist.
    Es sei denn, man würde die Sporenbilder stacken, aber das braucht auch wieder Zeit und man muss es können. Mit meiner Kamera (und freihändigen Bildern durchs Okular) kann man das eh vergessen.



    LG; Pablo.

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